Phagophobie - hilfe? Wer kennt sich mit Schluckvorgang aus?

    Hallo, ich leide schon mehrere Monate an der Phagophobie (Angst beim verschlucken zu ersticken)

    Alles hat angefangen als ich mit ansehen musste als jemand erstickt ist an einem Stück Fleisch. Von dem Moment an ging bei mir gar nichts mehr. Hab jetzt sehr starkes Untergewicht leider.

    Gibt es hier jemanden der sich mit dem Schluckvorgang etc. auskennt? Kann man beim Verschlucken noch ersticken, wenn man sein Essen immer ganz klein kaut? Kann die Luftröhre dann trotzdem noch verstopfen? Oder was kann man tum um zu verhindern dass einem sowas passiert? Jemand meinte, dass man nur ersticken kann, wenn man das Essen nicht gut kaut und dann konnte ich wieder besser essen.. dann hab ich im Internet gelesen dass jemand sogar an ner Suppennudel erstickt ist seitdem kann ich gar nichts mehr essen.. Ich würde mich wirklich sehr über eine Antwort freuen. Bin sehr verzweifelt:-(

  • 5 Antworten

    Hallo,


    ich glaube, wenn ich Dir jetzt sage, dass Du einfach völlig "normal" essen sollst, dann verschluckst Du Dich nicht, das wird Dir nicht helfen, wenn die Angst so gross ist.

    Du brauchst dabei Hilfe und eine Therapie damit auch Dein Unterbewusstsein versteht, dass Essen und Schlucken nichts schlimmes / tödliches ist. Bitte geh zu Deinem Arzt und besprich mit ihm das weitere Vorgehen, lass Dir eine Überweisung in eine Klinik geben in der Essstörungen behandelt werden. Da Du jetzt schon starkes Untergewicht hast und aus dem Teufelskreis alleine so nicht rauskommst schieb es nicht auf die lange Bank und lass dir helfen !

    Das sogenannte "Ersticken" ist zumeist der sogenannte Bolustod. Man stirbt da gar nicht so sehr durch den Sauerstoffmangel (es braucht ziemlich lang, bis die Sauerstoffsättigung bei fehlender Sauerstoffaufnahme abfällt, der Lufthunger bzw. die Erstickungsqualen entstehen eher durch den Anstieg des CO2) als viel mehr durch die Reizung des Parasympathikus (Vagusnervs), welche rasch einen Kreislaufstillstand hervorrufen kann. Wenn man etwas "verschluckt", löst man einen sehr starken Hustenreiz aus und befördert den aspirierten Gegenstand meist schnell wieder raus. Da reichen wenige Krümelchen auf dem Kehlkopfeingang ... Dass tatsächlich etwas bis in die Luftröhre vordringt, ist eher selten, meist bei Patienten mit Schluckstörungen infolge neurologischer Erkrankungen.


    In deinem Fall wäre eine Therapie bei einem Verhaltenstherapeuten notwendig, da Deine Ängste phobischer Natur sind. Sowas ist prinzipiell erstmal gut behandelbar.

    Bitte wende Dich sofort an Deinen Hausarzt mit dieser Problematik und lass Dir eine entsprechende Stelle zur Therapie empfehlen.

    Nicht essen geht gar nicht.

    Über den phobischen Schluckstörungen vermute ich auch ein Trauma ( jemandem beim Ersticken zusehen zu müssen ).

    Beides solltest Du schnell angehen zu bearbeiten.


    Schlucken an sich ist etwas unbewusstes, Du schluckst selbst im Schlaf. Dein Körper kann das von ganz alleine gut regeln, ohne Deine bewusste Kontrolle und Unterstützung durch sehr breiig gekautes Essen.

    Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du noch trinken kannst. Also versuche wenigstens etwas Suppe zu schlürfen.

    Mache Dir so gut Du eben kannst gegenwärtig, dass Dein Körper für das Schlucken auch von größeren Teilen gemacht ist. Denke an die Zeit zurück, in der das Schlucken für Dich ganz normal war.


    Ansonsten wirklich bitte ab zum Hausarzt.


    Alles erdenklich Gute für Dich!!!!

    Hallo,


    meine Mutter hatte vermutlich auch eine ähnliche Problematik, denn es konnte nie eine körperliche Ursache für ihre Schluckstörung gefunden werden. Auch sie war schließlich stark untergewichtig und musste sogar künstlich ernährt werden.


    Enorm geholfen hat ihr schließlich eine logopädische Behandlung. Sie konnte nach verhältnismäßig kurzer Zeit wieder weitgehend normal essen.


    Insofern wäre neben einer Aufarbeitung des Erlebten bei einem Psychotherapeuten auch eine logopädische Behandlung sicher hilfreich.


    Alles Liebe und Gute für dich! @:)

    Hallo,


    ich habe hier im Forum schon oft von Schluckstörungen gelesen und bin nun auf Umwegen auf EINE Ursache (nämlich eine anatomische Variante einer Arterie) von Schmerzen beim Schlucken gestoßen:

    Zitat

    Arterien-Erweiterungen (Aneurysmen) im Bereich der Hals- oder Armschlagadern sind selten. Sie kommen gehäuft im Rahmen genetischer Bindegewebsschwächen (Marfansyndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom), eines „Thoracic-outlet-Syndroms“ oder bei Vorliegen einer anatomischen Variante der rechten Armarterie (sogenannte Arteria lusoria, „Kommerell-Divertikel“) vor. Sie bedürfen häufig aufgrund der Gefahr des Platzens und Verblutens (Ruptur), wegen der Gefahr der nachgeschalteten Gefäßverstopfung (Embolisation) oder wegen quälender Symptome (z.B. Schluckstörungen bei Druck auf die Speiseröhre) einer komplizierten gefäßchirurgischen Ausschaltung. Häufig ist hierzu die zeitgleiche Anwendung offen chirurgischer Verfahren und endovaskulärer Verfahren („Hybrid-Chirurgie“) notwendig.

    Ich bin mir nicht sicher, ob dies irgend jemandem weiterhilft, denn ich kann mir vorstellen, dass diese (angeblich sehr seltene) angeborene Anomalie bei von Schluckbeschwerden Betroffenen im Rahmen eines Scanners (?) bestimmt entdeckt worden ist.


    Gruß!