Pulssynchrones „Pochen“ im Oberkörper

    Hallo,


    seit einigen Wochen habe ich ständig, vor allem im Liegen und wenn ich mich mit dem Rücken anlehne, eine Art Herzwummern bzw. -pochen im Brustbereich und vor allem im Rücken. Kardiologisch wurde im Krankenhaus so ziemlich alles gemacht:: Herz-Echo, Ruhe-EKG, Langzeit-EKG, Belastungs-EKG, Blutwerte. Sämtlich in Ordnung. Vermutung: Skelletal bzw. muskulär. Also zum Orthopäden. Dort geröntgt. Skoliose ist bekannt. Er meint, es kommt von den Muskeln am „Knick“ im Rücken, die verhärten und schmerzen dann. Das Pochen käme auch daher. Diclofenac 50 verschrieben, 2 x tägl. eine Tabl. Letzte Nacht war wieder schlimm, ich werde von dem Pochen wach! Dann muss ich mich erst mal eine Weile auf die Bettkante setzen. Halbwegs erträglich ist es nur, wenn ich auf der rechten Seite liege.

    Ich bin mittlerweile total übermüdet, weil ich keine Nacht mehr richtig schlafen kann. Es schlägt hauptsächlich im Rücken wie eine Pauke, pulssynchron wie der Herzschlag. Manchmal kommt ein Gefühl hinzu, wie wenn man erschrickt, also so wellenartig durch die Brust. Ich bin total fertig, meine Tochter redet von Herzphobie und mein Hausarzt nimmt mich auch nicht ernst. Da ich jetzt weiß, dass es nicht am Herzen liegt, kann es ja auch keine Herzangst sein. Außerdem spricht gegen psychische Ursachen, dass ich nachts von dem Pochen geweckt werde. Die Bauch-Aorta wurde vor kurzem erst geschallt, daran kann es auch nicht liegen.


    Was könnte es denn noch sein?

    Für Hinweise wäre ich dankbar.


    LG,

    Medusa666

  • 16 Antworten

    Hallo! Mein erster Gedanke war die Bauchaorta. Das pulsieren nehmen besonders schlanke Menschen wahr und das ist nicht pathologisch. Alle erforderlichen Untersuchungen waren ohne Befund, d.h. es könnte an der Psyche liegen. Zu einer Herzneurose: viele Patienten werden auf Grund dessen als Hypochonder abgestempelt oder einfach ausgelacht und nicht für voll genommen, weil sie von Arzt zu Arzt laufen und jede Kleinigkeit als schwere Krankheit deuten. Hypochonder sind aber keine Simulanten, ihre Beschwerden sind real, bei einer Herzneurose bestehen die Beschwerden, aber diese sind nicht pathologisch. Die Symptome können sich unterschiedlich äußern. Wenn ein Patient mit diesen Beschwerden in die Notfallaufnahme kommt , die Ärzte kennen den Patienten und dessen Krankheitsgeschichte, gibt man ein angstlösendes Benzodiazepin. Kommt der Patient in eine Notfallambulanz, wo er total unbekannt ist, fangen die Mühlen sich an zu drehen und alle möglichen Untersuchungen werden gemacht, um eine organische Ursache auszuschließen. Die Untersuchungen bleiben aber ohne Befund. Ich bin der Meinung, deine Schwester hatte nicht ganz Unrecht, mit dem Gedanken. Vielleicht solltest du darüber mit deinem Hausarzt einmal in Ruhe sprechen. Alles Gute für dich!

    Hallo Hyazynthe,


    vielen Dank für die Antwort.

    An die Bauaorta hatte ich auch gedacht, obwohl ich nicht schlank bin. ;-)

    Aber das Pulsieren ist wirklich hauptsächlich im mittleren Rückenbereich direkt unterhalb der Schulterblätter. Die Diclo helfen mir leider gar nicht, mein Orthopäde sagt, ich solle sie trotzdem 10 - 14 Tage nehmen. Es bliebe ärztlicherseits eigentlich noch der Neurologe übrig, vielleicht ist es ja nervlich bedingt.


    Ein Hypochonder bin ich nun überhaupt nicht, dieses Pochen ist ganz plötzlich aufgetreten und begleitet mich nun schon einige Wochen. Davor hatte ich noch nie so etwas, nicht mal annähernd. Meinen Herzschlag bzw. Puls habe ich bis jetzt nur bei körperlicher Anstrengung wahrgenommen, das ist ja auch normal. Dass ich nachts von diesem extremen Wummern aufwache, spricht doch eigentlich gegen eine "eingebildete Krankheit". Im Schlaf kann ich mir ja nichts einbilden......... Ich habe momentan weder Stress noch persönliche Probleme, beruflich trage ich keine hohe Verantwortung, meine Arbeit ist nicht sonderlich anstrengend. Ich glaube tatsächlich an ein rein körperliche Sache, aber welche?

    Medusa666 schrieb:

    Außerdem spricht gegen psychische Ursachen, dass ich nachts von dem Pochen geweckt werde.

    Nein, wenn man sich über irgendwas tierisch aufregt, die ganze Zeit daran denkt und dermaßen aufgefühlt ist, kann einen alles mögliche - psychische - mehrfach die Nacht wachmachen.

    Deine Psyche ist im Schlaf nicht "ausgeknipst", nur weil du die Gefühle und Gedanken nicht mehr so bewusst hörst, wie am Tag.

    Offensichtliche äußerliche Probleme - Stress im Beruf oder in der Familie - finden sich nicht immer. Sehr sehr viele Betroffene denken, das müsse man haben, sonst könne es keine Angst sein. Das ist aber ein Trugschluss.

    Medusa666 schrieb:

    Er meint, es kommt von den Muskeln am „Knick“ im Rücken, die verhärten und schmerzen dann. Das Pochen käme auch daher. Diclofenac 50 verschrieben, 2 x tägl. eine Tabl.

    Und was wird ursächlich gemacht? Immer Diclo ist ja keine Lösung.

    mnef :


    Ich soll die Diclo 10 - 14 Tage lang nehmen. Der Orthopäde sagte, so eine Muskelverhärtung/-verspannung ginge auch von allein weg, es dauert dann nur länger. Wenn es nach den 14 Tagen nicht besser ist, käme noch die Streckbehandlung in Frage. Nächste Woche habe ich einen Termin beim Hausarzt, vielleicht hat er noch andere Vorschläge.


    Wenn ich mich über etwas aufregen oder mich etwas belasten würde, ginge dieses Pochen doch aber trotzdem nach einer Zeit weg. Ich habe das aber seit Wochen ständig.

    Ich stemple dich mit Sicherheit nicht als Hypochonder ab. Darüber gibt es hier des öfteren Diskussionen. Meine persönliche Meinung dazu, am anderen Ende sitzt immer ein Mensch mit Sorgen, der Hilfe braucht und kein Computer, egal was gefragt wird. Wenn du dieses pulsieren spürst, hast du dabei Beschwerden, wie eine Tachykardie - Herzrasen? Wie ist denn dann die Herzfrequenz? Wenn du ein pulsieren der Bauchaorta spürst, ist das nicht pathologisch, wenn die Sono ohne Befund ist.

    Hyazynthe :


    Es war nicht böse gemeint, ich wollte nur erklären, dass ich mir die Symptome nicht einbilde. Tachykardien oder Rhythmusstörungen sind durch das Langzeit-EKG bzw. auch das Belastungs-EKG ausgeschlossen worden. Der Blutdruck ist bei mir schwankend, manchmal erhöht, aber meistens normal (130/80).


    Manchmal ist da auch so ein inneres "Flattern" bzw. Zittern (kein äußerliches Zittern), wenn das Pochen sehr stark ist. Ich nehme auch ein pflanzliches Beruhigungsmittel und Magnesium für die Muskeln, das hilft bislang ebenfalls nicht.

    Eine Option wäre noch die Schilddrüse, eine Hyperthyreose - Überfunktion. Die Symptome können sehr vielfältig sein, wie starkes pochen des Herzens, was du als pulsieren wahr nimmst, schwitzen, zittern, innere Unruhe, Müdigkeit. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse reagiert der Körper stark auf die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Alles Gute für dich!

    Hallo Medusa666,


    genau diese Symptome habe ich seit Januar diesen Jahres. Damals Ultraschall Hausarzt = alles i.O.. Danach Kardiologe, da es sich anfühlt, als käme es vom Herz, = alles i.O.. Danach Gastroenterologe - Ultraschall Organe + Aorta = alles i.O.. Dann Pneumologe, da es sich auch anfühlt, wie Druck auf den Lungen = alles i.O.. Dann im Sommer auf einmal ein paar Monate weg, seit Anfang Oktober wieder da.


    Man kann dieses Pochen im Oberbauch/Zwerchfell schlecht beschreiben und wie Du schreibst meistens im Ruhezustand. Beim Liegen auf der Couch, beim Sitzen auf dem Schreibtischstuhl etc.. Wenn ich rechts liege ist es ebenso besser.


    Da ich parallel dazu auch irgendwie Magenprobleme habe, lass ich jetzt am 25.11. mal eine Magenspiegelung machen. Mal sehen, was da raus kommt.


    Man kommt sich aber wirklich vor, als wäre man bescheuert. Man traut sich deswegen gar nicht mehr zum Arzt. Mittlerweile probiere ich mich sogar damit zu arrangieren, das kann es ja aber eigentlich auch nicht sein. Nehme Magnesium-Citrat in der Hoffnung, dass das was hilft.


    Bin morgen bei meiner neuen Hausärztin, da mein Hausarzt aus Altersgründen geschlossen hat. Mal sehen, ob die vielleicht noch einen Ansatz hat.


    Halte Euch auf dem Laufenden.

    Hallo Odde78,


    wenn es nicht so traurig wäre, wäre es fast lustig: Ich habe am 18.11. auch eine Magenspiegelung! In der Zwischenzeit wurde ein CT gemacht bezügl. Aneurysma der Brustaorta. Zum Glück nicht bestätigt, jedoch ein geringgradiges Lungenemphysem apikal, was mit den Beschwerden aber nichts zu tun hätte. Dann MRT Thorax, Verdacht auf Phäochromozytom. Dabei wurden Zysten in Niere und Leber festgestellt, aber kleine. Und ein Truncus-coeliacus-Kompressionssyndrom (ja, das musste ich auch erst googeln.....). Dabei klemmt ein Ligament (Band) des Zwerchfells ein Gefäß/Arterie ein. Das würde erklären, warum ich nach dem Essen ein Druckgefühl im Oberbauch habe und mir übel ist. Das Herzwummern lässt sich dadurch aber auch nicht erklären. Also ist der nächste Schritt die Magenspiegelung. Ich werde berichten und bin auf deinen Bericht sehr gespannt. Bis dahin alles Gute!

    Ich habe vergessen zu fragen, ob du auch diese "Wellen" durch den Oberkörper hast, so wie wenn man erschrickt. Sehr, sehr fies und immer mit Todesangst verbunden. Für mich schon schlimmer als das Herzklopfen........

    Nimmst du zufällig ein Vitamin-B-Präparat? Ich bin monatelang mit innerem pulsieren, vibrieren, zittern usw rumgelaufen und fast verzweifelt. Bis ich schließlich in einem amerikanischen Forum drauf gestoßen bin, dass Vitamin B sowas auslösen kann. Ich habe seit fast 2 Jahren ein Vitaminpräparat für die Haare genommen und keinen Gedanken daran verschwendet, dass das Nebenwirkungen haben könnte. Und ich wurde auch auf den Kopf gestellt, sogar ein MRT vom Kopf wurde gemacht. X-\

    Hallo Johanna84,


    nein, ein Vitamin-B-Präparat nehme ich nicht. Ich nehme Vitamine nur bei festgestelltem Mangel, ansonsten halte ich das für nicht sinnvoll.


    An Medikamenten nehme ich L-Thyroxin 137 Mikrogramm und Bisoprolol 2,5 mg.

    Wurden deine Schilddrüsenwerte in letzter Zeit mal kontrolliert? Inklusive freien Werten? Vielleicht liegt da auch der Hase im Pfeffer und deine aktelle Dosis passt nicht.