Sollte man sich für eine bessere Lebensqualität operieren lassen ?

    Vor dieser Frage stehe ich aktuell ":/Wann ist die Lebensqualität soweit aufgebraucht das dies eine Op rechtfertigt ? Wer entscheidet das man selber oder die Ärzte (Chirurgen)? Was passiert wenn die Op keine Verbesserung bringt sondern das Gegenteil? Wie geht man damit um?

    Was denkt ihr darüber?

  • 37 Antworten

    Wer das entscheidet? Natürlich der Patient. Ggf kann sich der Chirurg oder die Krankenkasse aber auch weigern.

    Was, wenn es keine Verbesserung bringt? Naja, dann ist das halt so.


    Kommt aber in der Tat drauf an was das für eine OP ist. Gehts um die Nase?

    vor der Entscheidung steh ich momentan auch, und ich würde sagen die Chirurgen entscheiden :( was echt ärgerlich ist wenn einem keiner glaubt :( wenn die op keinen erfolg bringt: shit happens. man kann nur hoffen dass es einem besser geht danach, ne garantie hat man leider nie :(

    Wieso nicht? Im Grunde ist jede Schönheits-OP nichts anderes und davon werden ja auch genügend durchgeführt. Man muss sich halt vorher genau über die Risiken und mögliche Konsequenzen klar sein und nicht zu leichtfertig an die Sache rangehen.

    hallo, um was für eine op geht es genau?


    meine nachbarin, hat schon länger hüftprobleme, nach der op hat sie gemeint: hätte ich mich bloß vor 10 jahren operieren lassen. bei ihr hatte die op eine verbesserung der lebensqualität zur folge.


    aber ohne genauen hintergrund lässt sich deine frage leider nicht beantworten.

    Moosglöckchen schrieb:

    Wer entscheidet das man selber oder die Ärzte (Chirurgen)?

    Eine Op ist Körperverletzung und deshalb grundsätzlich strafbar. Um eine Op durchführen zu dürfen, brauchen Ärzte deshalb das Einverständnis des Patienten.

    Moosglöckchen schrieb:

    Was denkt ihr darüber?

    Meiner Ansicht nach ist das in jedem Einzelfall eine schwierige persönliche Entscheidung.

    Für mich stellt sich auch die Frage: WELCHE Art von OP?


    Daran hängen dann folgende Aspekte:

    - Wie groß ist die Einschränkung/Problematik jetzt?

    - Welche Risiken bestehen?

    - Wie sieht der Patient selber die Situation, unabhängig von den Fakten: Kann er so weiterleben? Warum ja, warum nein? Könnte er mit den Folgen leben, wenn die OP nicht gut verläuft?


    Ich stand selber vor der Entscheidung: Schwere Arthrose im Knie, 12 z.T. relativ experimentelle OP's. Schon mit Mitte 30 die Empfehlung für ein Kunstgelenk, wobei die Empfehlung umstritten war. Ich habe mir Zeit genommen für die Entscheidung. Mehrere Jahre. In denen die Schmerzen mehr wurden und die Beweglichkeit weniger. Wo am Ende der Knochen abstarb und immer weicher wurde, so dass reale OP-Komplikationen immer mehr Thema wurden.

    Also habe ich mich für die OP entschieden. In dem Wissen, dass ich mit 40 recht jung dafür bin. Dass mind. ein Wechsel erfolgen wird. Dass auch nach der OP nicht volle Sport-Tauglichkeit gegeben ist. In der Hoffnung, im normalen Alltag weniger Schmerzen zu haben. Und in der Hoffnung, dass das Ersatzteillager lange hält und die OP gut geht.


    Ist sie. Ist gut 4,5 Jahre her. Ich bin schmerzfrei, habe aber dennoch Einschränkungen, auf die ich vorher hingewiesen wurde. Für mich war es die beste Lösung. Ich war mir auch der Risiken bewusst und habe mit meinem Operateur sogar klar besprochen, dass ich mit einem Kompromiss nicht leben kann, sondern ggf. eine Amputation durchbpxen würde. Klingt drastisch, aber das war MEIN Weg, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine Entscheidung zu treffen.

    Da war (berechtigte) Hoffnung, eine gegebene Notwendigkeit. Aber keine blinde Hoffnung, sondern auch klares In-Kauf-Nehmen des schlimmstmöglichen Ausgangs. Anders hätte ich nicht damit leben können, wäre das Ergebnis nicht so gut geworden, wie es das ist.

    Wenn es die Lebensqualität verbessert ist eine Operation immer gerechtfertigt.


    Die Frage ist, ob das tatsächlich der Fall ist. Ob es einem selbst das Risiko wert ist. Oder das Geld, sollte man die OP selbst bezahlen müssen.

    Klar rechtfertigt das eine OP; was denn bitte sonst?

    Ich bin der Typ, der sich eher schneller operieren lässt als ewig Einschränkungen und Schmerzen zu ertragen. Man suche den Arzt seines Vertrauens und nach ein paar Tagen ist der Spuk vorbei.

    Meine letzte OP war eine Verkürzung des Ellenknochens, großes Kino, aber schon nach dem Abklingen der Narkose war der Schmerz, der mich 1,5 Jahre begleitet hatte,

    ENDLICH weg, hallelujah....

    wobei alle Ärzte im Vorfeld gesagt hatten:sollte besser sein, muss aber nicht....

    aber was hatte ich zu verlieren?

    Bei mir war es wie bei Sunflower: künstliches Kniegelenk mit 45 nach einer 30 jährigen Vorgeschichte mit vielen OPs.


    Der Chirurg entscheidet nur insoweit, als dass er die OP für objektiv gerechtfertigt hält und sie dann durchführt, wenn der Patient sich dafür entscheidet. Mein Arzt hat immer ganz klar gesagt, dass es meine persönliche Lebensqualität sei, die über den Zeitpunkt entscheidet. Eine "Muss-OP" war das eben auch nicht, man kann auch mit einem kaputten Gelenk leben.


    Natürlich sollte man sich gründlich informieren, alles abwägen und sich vor allem über die Risiken klar sein, die es bei jeder OP gibt. Und bei jeder OP wird man etliche Menschen um sich herum haben, die das NIEMALS machen würden. Insofern muss man das tatsächlich allein entscheiden, weil man allein dann auch die Konsequenzen trägt, positiv wie negativ.


    Mir geht es auch besser seit der OP. Ob der frühe Zeitpunkt ein Fehler war, kann ich natürlich nach knapp 3 Jahren nicht beurteilen, das werden die nächsten Jahre/Jahrzehnte zeigen.

    Und um noch meinen Arzt zu zitieren "Es gibt keine Garantien in der Medizin". Klingt hart, aber war mir immer lieber als irgendwelche seichten Versprechen, man muss immer über alle Risiken sprechen und die nicht als gänzlich "wird schon nicht" abtun.