Ständige Unfälle

    Hallo liebe User,


    so langsam begreife ich, dass sich wirklich etwas ändern muss. Ich kann einfach nicht mehr an Zufall glauben und suche auf diesem Wege Hilfestellungen und Ideen.


    Zunächst grundätzliches:


    Geburtsjahr: 1985


    Bekannte Erkrankungen: Scharlach** (Kindheit), Windpocken** (Diagnosejahr 2009), Bipolare Störung* (Diagnosejahr 2009), Mumps (Diagnosejahr 2011), Bulemie* (Diagnosejahr 2011 / Gewicht zwischen 45 und 90 Kilo schwankend bei 165 cm Körpergröße), PTBS*(Diagnose 2003), Borderline* (Diagnose 2013), Verschleiß 5/5.HWS (Diagnose 2013), Curicullum Labyrinti (2013 / stationärer Aufenthalt nach Verkehrsunfall)**


    Operationen: Entfernung der Mandeln** (Kindheit), Entfernung Polypen** (Kindheit), Entfernung diverser Warzen** (Kindheit), Kniespiegelung + Meniskusglättung links (1999, 2001, 2003), Ausgeartete Ovarialzyste** (2007, 2009), Hundebiss rechter Unterarm** (2x 2007)


    Sonstiges: Hypermobile Gelenke, diverse Knochenbrüche in Kindheit, Verdacht auf Schlaganfall (Frühjahr 2016/stationärer Aufenthalt 2 Wochen nach Lumbalpunktionssyndrom / CT und Lumbalpunktion unauffällig, Symtome: funktionseingeschränkte bis taube Gliedmaßen und Gesichtshälfte rechts)


    Psychische Behandlung: Verhaltenstherapie zur PTBS 2003 ambulant / ...zur bipolaren Störung ab 2009 ambulant / Stationäre Aufenthalte: 2013 - Krisenintervention nach Depression wg Verkehrsunfall / suizidalität // 2014 - DBT wg Diagnose Borderline // 2015 -Traumatherapie


    *In Behandlung


    **Austherapiert


    Nun zu meinem Anliegen.


    Ich kann mir nicht erklären woher das kommt, aber ich habe andauernd Unfälle. Als Beispiel: alleine in diesem Jahr, hatte ich zwei Hundebisse, einmal bin ich mit einem Cutter beim renovieren abgerutscht und habe mit den Handballen sehr lang aufgeschnitten (knapp an Sehnen vorbei). Ich falle häufig von Treppen hinunter. Ich bin vor zwei Monaten von einer Stufe gefallen und so ungünstig gestürzt, dass ich mit beide Kreutzbänder angerissen und überdehnt habe. Letztes Wochenende dann (2. Tag ohne Krücke aber mit Metallschiene am Knie) erneuter Treppenstutz. Knie ist wieder dick mit ordentlichem Hämatom und Gehirnerschütterung mit Platzwunde am Hinterkopf.


    Den Verdacht auf Schlaganfall, anfang des Jahres habe ich nach meinen Krankenhausaufenthalt und den enormen Schmerzen wegen dem Lumbalpunktionssyndrom nicht näher untersuchen lassen.


    Generell stürzte ich sehr oft (alleine dieses Jahr ca 4 mal). Mittlerweile traue ich mich kaum noch Körnerbrötchen auszuschneiden, weil grundsätzlich das Messer an den Körnern abrutscht und ich mir bereits mehrere Male das Messer in die Hand gerammt habe.


    Als Kind war ich häufig im Krankenhaus. Damals habe ich mich schon sehr häufig verletzt, sei es beim Sport (Reiten als Leistungssport) oder in der Freizeit.


    Meine kaputte Psyche liegt in meiner Kindheit begründet. Meine Mutter war durchgehen depressiv oder alkoholabhängig und mein Vater ist ein pädophiler Saddist (ich denke, dies beschreibt genug, wie es bei mir früher war).


    Aber ich kämpfe, habe eine Beziehung seit 14 Jahren, ein schönes zuhause und erfolgreich in meinem Beruf (Finanzwesen).


    Ich habe GDB 50. Als mein Chef dies 2015 erfahren hat, mobbte er mich, drohte mit Kündigung. Auch dies ist nun vorbei - kommenden Monat werde ich die Stelle wechseln.


    Heute hatte die letzte Pysiotherpie wegen meines Knies und die Therapeutin riet mit, zu einer Venenärztin zu gehen. Meine Knie sehen generell verformt aus, mein Bindegewebe würde die Knie irgendwie Richtung Kniekehle drücken, sie sind überstrekt außerdem sind meine Beine regelmäßig lila.


    Kann mir irgendjemand einen Weg nennen, das ganze zu entschlüsseln? Diese ganzen Unfälle sind definitiv nicht normal aber ich weiß nicht, wo dies herkommt.


    Können die Verfärbung meiner Beine ein Ansatz für die Stürtze sein?

  • 19 Antworten

    Oje, da hast Du ja einige "Baustellen". Sicher kann man sagen was Du machen könntest - bzw. was mir dazu eingefallen ist - möchte aber im Vorfeld erst mal anfragen.


    Warst Du schon mal beim Neurologen? Wenn Du so oft stürzt oder der Umgang mit dem Messer zu Verletzungen führt, könnte es sich evtl. um Störungen im Ablauf handeln...Laienhaft ausgedrückt, da ich den Fachausdruck nicht kenne. Du hast ja auch folgendes angegeben:

    Zitat

    Den Verdacht auf Schlaganfall, anfang des Jahres habe ich nach meinen Krankenhausaufenthalt und den enormen Schmerzen wegen dem Lumbalpunktionssyndrom nicht näher untersuchen lassen.

    Hier würde ich dir raten, dass nochmals abklären zu lassen.

    Zitat

    Können die Verfärbung meiner Beine ein Ansatz für die Stürtze sein?

    Das ist gut möglich, allerding von hier aus schwer zu beurteilen. Da vertraue auch deiner Physiotherapeutin, die dir ja heute geraten hat eine Venenärztin aufzusuchen. Hat sie dir denn gesagt warum? Denn es kommt ja auch noch der Sturz vom Wo-ende hinzu, mit nicht unerheblichen Verletzungen am Kopf.


    Warst Du oder bist Du nach diesem Sturz in Behandlung?

    Zitat

    Generell stürzte ich sehr oft

    Regelmäßiger Sport und damit Training der Reaktionsfähigkeit und des Kleinhirns sind wichtig, wenn man derartige Unfälle, wie du sie erlebst, vermeiden will. Günstig wäre z.B. soetwas wie Federball/Badminton, Tischtennis oder Tanzen.

    Danke, für eure Rückmeldungen.

    @ fizzlypuzzly

    Die Physiotherapeutin sagte, dass es nicht normal sei, dass meine Knie in Grundstellung derart überstreckt sind, und das es auffällig ist, dass meine Beine immer eine merkwürdige blau lilane Farbe haben.


    Nach dem Sturz am Wochenende war ich im Krankenhaus, musste mich aber auf eigenes Risiko entlassen, weil ich tagsdrauf arbeiten musste.

    @ spinnerin

    Ich nehme lediglich Lithium (Quilonum retard 450 1,5/0/0/1,5)


    Allerdings musste ich 2013 einen Tavorentzug machen, weil man mir das über Wochen Űberdosis gegeben hat.


    Sport manchmal ja, manchmal nein. Ich sitze viel im Job, bin ansonsten aber viel zu Fuß unterwegs.

    @ sensibleman

    Meine Reaktionsfähigkeit wurde in der Klinik getestet. Überdurchschnittlich.


    Was mir noch einfällt, bei den Schlaganfallsverdacht hat man verminderte Fußreflexe rechts und diese Stromreflexe in den Arm festgestellt.

    Also rund 4mal im Jahr stürzen tue ich auch. Darin sehe ich noch keine Auffälligkeit. Allerdings verletze ich mich dabei nie.

    Schau mal in deinen Beipackzettel, unter "Nebenwirkungen" stehen Störungen des Bewegungsablaufs, Gang- und Standunsicherheit und so weiter. Da mal ansetzen.


    Und sensibelman hat insofern Recht, dass Sport viel mit dem Körpergefühl zu tun hat. Wer ein gutes Körpergefühl hat, stürzt nicht so schnell. Auch der Zusammenhang mit der Hypermobilität führen mich zu dem Vorschlag, dich sportlich mehr zu betätigen.

    Zitat

    Meine Reaktionsfähigkeit wurde in der Klinik getestet. Überdurchschnittlich.

    Naja, mir ging es nicht um eine psychische Reaktionsfähigkeit, sondern auf eine Wahrnehmmung, z.B. eine Gefahr, körperlich schnell koordiniert und richtig zu reagieren. Das fängt z.B. damit an, sich bei Stolpern rechtzeitig und sinnvoll abzufangen oder gezielt einer Gefahr auszuweichen- das bedeutet, seine Muskelbewegungen sinnvoll und richtig zu steuern- das erfolgt ja mehr unbewusst- und das kann durch regelmäßigen Sport geschult werden. Soviel zum Thema: Wofür brauche ich Sport? (z.B. dazu)

    Danke für die Erläuterung, verstehe nun was du meinst. Also lieber Mannschaftsport (Beispiel) als zB Fitnessstudio.


    Bin gerade wieder umgeknickt. Nicht passiert, aber es nervt mich doch ziemlich.

    kann es sein,dass du dich bisschen sehr auf diese Unfälle fokusierst?


    Ich meine, Unfälle(imSinne von Treppe runterfallen und umknicken) passieren Millionen von Menschen, Millionen mal....


    Wenn alles gecheckt wurde , vorallem

    Zitat

    Meine Reaktionsfähigkeit wurde in der Klinik getestet. Überdurchschnittlich.

    würde ich mich doch einfach mal "gedanklich" zurücklehnen und nichts dramatisches vermuten.


    Wer viel draußen ist,dem passiert eben auch viel mehr.


    Seit ich meinen Nice Dicer habe,habe ich ständig an einem Finger ein Pflaster....vorher hab ich mich nie geschnitten.


    Seit ich Hunde habe, habe ich ständig irgendwo blaue Flecken und auch mal Bisswunden.


    Seit ich Kinder habe, habe ich Schlafmangel....


    Ich könnte die Liste ewig fortführen...bringt aber nichts.


    Deine ganzen Krankheiten,die du da aufführst,sind ganz normale Krankheiten...kein Grund zur Beunruhigung (den Schlaganfall mal ausgenommen).


    Erfreu dich doch einfach mal am Leben und warte nicht auf jeden "Unfall" bzw muss man auch nicht jedes "Umknicken" und jeden "Sturz" gleich als Unfall werten. Einfach mal dem Ganzen nicht so sehr viel Gewicht geben.


    Ist dein Glas denn prinzipiell halb voll oder halb leer?

    Wurde bei dir auch mal körpertherapeutisch hinsichtlich des Traumas gearbeitet? Bei deiner Geschichte erscheint es mir nicht allzu unwahrscheinlich, dass der Körperbezug nicht ganz so gut ist - wodurch sich solche Unfälle ergeben können. Wurde dissoziation mal angesprochen? Es können auch einfach nur Körperwahrnehmungen, Gefühle, Körperteile dissoziiert werden. Daher können (wichtig aber dass alles medizinisch abgeklärt ist und nichts gefunden wurde!!!) auch Schlaganfallsymptome kommen. Bei mir waren das beispielsweise mal kribbeln /Taubheit in Arm und Bein einseitig, Verlust des Geschmackssinn, Gleichgewicht, motorische Fähigkeiten etc wodurch ich im KKH gelandet bin - und nix gefunden wurde.


    Auch laufe ich ständig an Tischecken, immer und immer wieder und schlage mir Tasse und Glas an die Zähne. Nicht so schlimm wie wenn ich immer wieder die Treppe stürzen würde.... Aber da ist wohl noch etwas nicht ganz in mein Körperbild integriert.


    Traumatische Ereignisse können auch zu chronischen Muskelverspannungen führen die du nicht mehr merkst! Die aber deine motorischen und sensorischen Fähigkeiten erheblich einschränken können! Und vielleicht auch deine Knie überstrecken...


    mir helfen da gerade die Übungen nach Thomas Hanna wahnsinnig gut diese chronischen verspannungen und die Probleme die es nach auch zieht loszuwerden. Ich fange jetzt erst an zu begreifen was alles im argen lag.


    Wenn der physio bei den Knien meinte es liegt am Bindegewebe, könntest du dich auch noch zusätzlich bezüglich Bindegewebsmassagen/Therapie oder sensomotorische-koerpertherapie informieren - falls du dich da wieder findest.


    Aber wichtig ist eben, dass organisch von ärztlicher Seite alles abgeklärt ist!


    Den Hinweis auf die Nebenwirkungen deines Medikaments finde ich aber auch wichtig! Siehst du da zeitliche Zusammenhänge?

    Zitat

    Ich meine, Unfälle(imSinne von Treppe runterfallen und umknicken) passieren Millionen von Menschen, Millionen mal....

    Die Frage ist nicht, ob Unfälle passieren, sondern wie häufig, unter welchen Umständen und mit welchen Folgen einer jeweiligen Person Unfälle passieren- und ich glaube dass das Problem der TE ist- sie vermutet dass ihr überdurchnittlich häufig Unfälle mit Körperverletzungen in ganz normalen Alltagssituationen passieren (also nicht unter riskanteren Bedingungen).


    Menschen, die bestimmte Sportarten treiben, reagieren in der Regel schneller und koordinierter unbewusst auf Gefahrensituationen durch richtige Muskelsteuerung- d.h. durch Ausweichen oder Abfangen der Gefahr.

    ich versteh das schon :)_ aber auf mich wirkt der ganze Post trotzdem sehr fokusiert (auch wenn mir ihre Lebensgeschichte sehr sehr leid tut :°_ )


    Wenn man sich auf eine Sache zu sehr einschießt und konzentriert- so meine Erfahrung, passiert es erst recht.


    Schon alleine der Satz...

    Zitat

    Bin gerade wieder umgeknickt. Nicht passiert, aber es nervt mich doch ziemlich.

    deutet für mich darauf hin, dass sie dem Ganzen zu viel Gewicht gibt.


    Ich weiß nicht,wie oft ich heute umgeknickt bin und auch nicht,woher ich meinen riesigen blauen Fleck am Oberschenkel habe (tatsächlich vorhin erst entdeckt....)


    Jeder - oder fast jeder kennt doch das Gefühl,wenn man irgendwo hin muss (vielleicht noch vor Millionenpublikum) und hofft"BITTE jetzt nicht hinfallen" und schwupps...schon stolpert man. %:| {:(


    Oder: man ist irgendwo beim Essen und hofft: BITTE nicht verschlucken un schwupps kommt die Erbse in den falschen Hals %:| {:(

    Zitat

    Wenn man sich auf eine Sache zu sehr einschießt und konzentriert- so meine Erfahrung, passiert es erst recht.

    Das stimmt vermutlich auch. Das erinnert mich an einen Witz: Fragt der Storch den Hundertfüsser: "Sag mal wie machst du das mit deinen hundert Füssen, dass du da nie mit stolperst?" - Der Hunderfüsser dachte nach und seitdem konnte er nicht mehr ohne Stolpern laufen ...


    Viele Bewegungsabläufe sind in der Regel antrainiert und werden im Unterbewusstsein automatisiert ausgeführt. Wenn man das bewusst umsetzen wollte, liefe es schief, weil die Hirnfunktionen im bewussten Zustand viel zu umständlich ablaufen- die laufen dann nicht mehr geradlinig angelernt automatisiert ab (Beispiel Laufen, Essen, Sprechen), sondern vielfältig prüfend und abwägend.

    Zitat

    Ich weiß nicht,wie oft ich heute umgeknickt bin und auch nicht,woher ich meinen riesigen blauen Fleck am Oberschenkel habe (tatsächlich vorhin erst entdeckt....)

    ":/ man merkt doch wenn man umknickt und ich wage zu behaupten dass ich weiß heute nicht umknickt zu sein und gestern nicht und vorgestern nicht - und ich gehe vergleichsweise viel zu Fuß. Trotzdem würde ich behaupten, dass ich vielleicht alle halbe Jahre mal leicht umknicke und so, dass es wenigstens weh tut eher in Abständen von mehreren Jahren.


    Und ich stolpere vielleicht mal auf der Treppe aber ich bin noch nie hinuntergefallen.


    Wenn ihr das häufiger macht, vor allem so, dass man sich verletzt würde und das als normal ansieht mich das arg wundern. Blaue Flecken aus dem Nichts - okay. Aber die Treppe runter?


    Klar, dass mit dem drauf achten und verstärken stimmt. Aber für die besondere Achtsamkeit muss es auch einen Auslöser geben (klar kann diese Achtsamkeit nach einem extrem Sturz kommen und zu einem zweiten führen.