Bin durch Zufall auf der Suche nach Virendiagnostik auf diesen Thread gestoßen und kenne vermutlich Lucas aus einem anderen Forum. Wenn bei dir die Sache dann irgendwann geklärt ist, kannst du uns dann in dem anderen Forum Bescheid geben, Lucas? Es ist immer hilfreich zu wissen, wenn Leute anderweitig Lösungen finden, weil eben nicht alles Borreliose ist (ich habe deinen genauen Fall jetzt auch nicht im Kopf, aber der Nick kommt mir bekannt vor).

    @ Phil:

    Verstehe ich das richtig, dass du von CFS geheilt wurdest? Hast du dein Studium fortgesetzt?

    Ich bin erst im genesungsprozess und ich habe eine schwer verlaufende ebv primärinfektion und dadurch eine Fatiguesympthomatik. Von Cfs zu faseln halte ich Grund verkehrt. 80% der angeblichen cfs Fälle sind protrahierte Infektionen und postinfektiöse Fatigueformen. Naturheilmediziner faseln von Mitochondrien und in den medien steht viel Unsinn. Patienten die meinen sie haben ideopatisches cfs habe meistens keine genaue differenzialdisgnostik. Wenn ich due kanadakriterien mit einem Leukämie Patienten durch gehe wird er diese auch erfüllen.

    Zudem werde ich nach vollständiger Genesung einen eigenen Thread eröffnen mit einem Hinweis zu einem YouTube Link, wo ich genaue Hinweise zur Diagnostik innerhalb einer Ebv Infektion, Differentialdiagnostik und Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen werde. Da ich selbst betroffen und angehender Mefiziner bin, befasse ich mich sehr intensiv mit dieser Thematik und das Symptom Fatigue, was nach meiner Ansicht ein viel zu harmloser Begriff ist, ist eine Begleiterscheinung von vielen Krankheiten und muss auch in zentral und pherifer separiert werden. Und diesem Symptom wird nicht genug Aufmerksamkeit gespendet und Wort wörtlich mit Füßen getreten. An der Kuh Fatigue möchten auch sehr viele Schalartane Melken und ziehen dem Patienten das letzte Geld aus der Tasche. Hier muss endlich was passieren und dafür werd ich mich so gut es geht einsetzten.

    Habe zunächst noch zwei Fragen an dich Phil. Ich denke es ist von allgemeinem Interesse, daher hier im Thread:


    Ich meine, dass du dich ablehnend gegenüber Virustatika geäußert hättest, aufgrund der Nebenwirkungen. Zumindest Valaciclovir scheint mir recht gut verträglich zu sein und war angemessen dosiert (4 x 1 g) auch bei EBV assoziiertem CFS hilfreich. Kennst du die Arbeiten von Lerner dazu? Valganciclovir ist eine andere Hausnummer, das ist schon klar.


    Eine zweite Sache betrifft die Interpretation von Serologien. Praktisch alle mir bekannten Mediziner verfahren nach der Regel IgM = aktive Infektion, isoliertes IgG = Seronarbe, zurückliegende Infektion. Dies ist m.E falsch, und da du dich (falls ich mich recht erinnere) in eine ähnliche Richtung geäußert hast, wollte ich mal fragen, ob man euch an den Unis das so lehrt und auf der Basis welcher Quelle (Lehrbuch?). Ich konnte nämlich bisher keine ausfindig machen, in welcher die Interpretation einer Serologie explizit erklärt wird. Aber irgendwo her müssen die Mediziner es ja haben.


    Zwei Belege, dass auch ohne IgM Nachweis eine aktive Infektion vorliegen kann: 1.) Bei einer länger bestehenden Borreliose (z.B. Lyme Arthritis) finden sich regelhaft nur IgG-Antikörper. Dennoch liegt eine aktive Infektion vor. 2.) Bei einer Zosterreaktivierung in Form der Gürtelrose kann m.W. in der Regel kein IgM nachgewiesen werden, obwohl zweifelsfrei eine aktive Infektion vorliegt.

    Valaciclovir kann ebenfalls schwerste Nebenwirkungen erzeugen und die Veträglichkeit ist individuell. Paschaule Aussagen sind hier nie zu treffen. Zudem wenn du meine Beiträge verfolgst, habe ich nie pauschal gesagt igm bedeutet aktive Infektion. Igm kann auch sympthomlos persistieren oder Indiz für eine Bystanderreaktion durch eine andere Infektion sein oder klassisch die aktive Infektion beweisen. Viele ebv Betroffene haben keine early igg oder igm aber dafür sehr hohe dna mittels pcr und umgekehrt. Bei Herpes zoster ohne äußerelich sichtbare gürtelrose kontrolliert man im 21 Tage Intervall den Anstieg von igg Antikörpern oder bei entsprechenden Ausschlag entnimmt man einen Abstrich der Bläschen. Was du hier versuchst zu pauschalisieren wird weder in der Uni gelehrt noch agieren alle Mediziner so. Unwissende gehen so sicherlich vor. Und speziell zu Valaciclovir ist dies meine eigene Meinung für meinen Fall und vill liest du mal besser meine Beiträge.

    Die Lerner Studie ist mir bekannt. Valaciclovir kann bei ebv wenn eine antivirale immunaktivierung oder hohe dna mittels pcr gefunden wird experimentell eingesetzt werden. Doch es gibt mehrere Behandlungsansätze die vorher diagnostisch abgeklärt werden müssen. Schon selbst mal Valaciclovir genommen ;-)?

    Ich habe selbst noch kein Valaciclovir genommen, weil ich bisher keine Hinweise auf Viruspersistenz habe. Die Teilnehmer in Lerners Studie wurden ja anhand der Titerhöhe rekrutiert, ohne DNA-Nachweis. Virentiter bin ich gerade am Abklären.


    Ich weiß nicht, wo du jetzt pauschale Aussagen erkennst, aber nach meiner Erfahrung mit sicher einem dutzend Medizinern wird eine Serologe meist als abgelaufene Infektion vom Tisch gewischt, falls kein IgM nachweisbar ist. Dass das nicht zulässig ist, habe ich ja anhand von zwei Beispielen versucht zu zeigen. Was wird denn bezüglich der Interpretation von serologischen Befunden an der Uni gelehrt, hast du da ggfs. Literatur parat? Wie gesagt habe ich schon etwas recherchiert in die Richtung, konnte aber bisher nichts finden. Ich hatte ja gerne Material, was ich den Ärzten bei Diskussionen dann vorzeigen könnte.

    Ich habe selbst sehr schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht. Ich kann auch nur wiederholen, dass ich nur Medizinstudent bin und kein vollwertiger Arzt. Naja du beziehst deine schlechten Erfahrungen auf die Lehren der Uni. Dort wird es so jedenfalls nicht gelehrt wie du es jetzt vill denkst und werde dir jetzt nicht mein Passwort für Archive geben hehe. Bezüglich Fatigue und untypischen Verläufen von krankheiten oder seltenen Erkrankungen wird wenig Gelehrt. Aber ein guter wird Arzt auch nicht in der Uni geschmiedet. Ich kann dich da voll und ganz verstehen, es ist scheisse von unwissenden Ärzten behandelt zu werden.

    Ja, du hast prinzipiell Recht mit den Serologien, nur leider findet man in den chronischen Stadien meist mittels PCR aufgrund der niedrigen Erregerlast nichts mehr. Insbesondere bei den bakteriellen Geschichten wie Borreliose, Chlamydien, Babesien, Bartonellen etc. ist das so. Kulturell lässt sich erst recht nichts nachweisen, zumal das aufwendige Spezialuntersuchungen wären.


    Ist das PCR-Verfahren bei chronischen Virusinfekten sensitiver? Hatte im Blut auf CMV, EBV und VZV eine PCR laufen lassen: negativ. Aber ausschließen kann man damit vermutlich nichts?


    Alternativ kann man auf bisher nicht abschließend validierte Verfahren wie den LTT setzen, was für mich persönlich jetzt nicht in Frage kommt.


    Mein Ansatz ist, auf der Basis aller Befunde eine Hypothese aufzustellen, was ursächlich an der Fatigue beteiligt ist, und dies dann auf Verdacht zu therapieren. Sicherheit wird man wohl in den seltensten Fällen bekommen.


    Hast du dich mal mit Hormonen beschäftigt (Cortisol, DHEA, Testo, ...)? Was hältst du von den Speicheltests da? Ist ja auch umstritten.


    Welches Semester bist du jetzt? Weißt du ob die Immunologen an eurer Uni was mit CFS (Diagnostik und DD) anfangen können? Ich seh das nämlich nicht mehr ein, die ganze Analytik selbst zu bezahlen und anerkannt ist es dann ja auch nicht vor den Ämtern und so, wenn das nicht von einem Arzt in die Wege geleitet und interpretiert wird. Charité nimmt nur noch Berliner, zumal da soweit ich mitbekommen habe auch kaum nach Erregern gesucht wird.

    Bei clamydien ist die serologie sensitiver als Kulturen des Sputums. Pcr gibt es für Speichel/Rachenspülwasser/Vollblut/Plasma und der westernblot ist noch eine wichtige Form der Diagnostik. Im besten Fall lässt man alle Formen bestimmen aber wenn du Kassenpatient bist wirst du ohne Cash fließen zu lassen leider nicht weit kommen. Hormone kann man im Blut Vorallem Testo, Dhea und cortisol sehr gut im Sammelurin testen. Speichel kann man hinzufügen als Test. Den Facharzt immunologe gibt es nicht (Weiterbildung) und Cfs wird in Deutschland nur als Syndrom anderer Erkrankungen und nicht als eigenständige Autoimmunerkrankung wie im internationalen Bereich angesehen. Über diese Thematik lässt sich streiten. Autoimmunerkrankungen solltest du auch auschließen (Rheuma, morbus Chron, Hashimoto etc.). Der Ltt Test bietet leider keine sicheren Aussagen, besser wäre ein ITT-Test der auch mehrere zytokingebundene t Zellen misst.

    Hallo Markus! Lustiger Zufall, dass wir hier wieder aufeinander stoßen ;-D


    Sollte ich das bei mir irgendwie doch mal hinbekommen, werde ich zu 100% auch in dem anderen Forum ein Update geben, sicher auch vorher schon. Gerade in meinem Fall zeichnet sich ab, dass eben nicht alles Borreliose ist, vor allem wenn Elisa u. Westernblot negativ sind und eine Antibiose nicht anschlägt.


    Deine Ambitionen unterstütze ich sehr, Phil! Lustiger Weise will ich im Oktober auch mit einem Medizinstudium beginnen und habe mir auch als Ziel gesetzt gegen diesen (sorry) Bullsh** anzukämpfen. Deine Äußerungen bzgl. CFS sollten sich viele mal durch den Kopf gehen lassen, sind genau meine Gedanken, anhand dieser Skala kann man gefühlt jedem CFS andichten und ohne Differentialdiagnostik ist das auch ganz einfach möglich.


    Noch was in eigener Sache:


    Es regt mich so auf mit dieser Mandelgeschichte. Da hast du natürlich großes Glück mit deinen Beziehungen, bei mir siehts da leider schlecht aus. Könntest du mir die Adresse der Privatklinik und die Kosten benennen (gern auch per pn zwecks Datenschutz) und mir sagen, wie man sowas angeht, wird man dort erst vorstellig oder muss einen der HNO dorthin überweisen? Würde mir sehr weiterhelfen, vor allem angesichts dessen, dass es womöglich kassenärztlich mal wieder nichts wird..


    Lg Lucas

    Medizinstudium habe ich mir auch als Vision in den Kopf gesetzt (trotz fortgeschrittenem Alter und erstem Studium). Meine Gesundheit müsste da noch einen deutlichen Sprung machen, und es wäre dann auch Österreich, weil man in D praktisch keine Möglichkeit hat was zu bekommen. In Ö. gibt es auch den Facharzt für Immunologie. Bei mir ist das realistischerweise aber deutlich weit weg; mal sehen.


    Wir brauchen auf jeden Fall Ärzte, die wissen wie übel das System ist und auch bereit sind unter eigenem Opfer gegen die Pharmamafia zu kämpfen (empfehle als Lektüre die Bücher von Prof. Peter Goetzsche). Es gibt noch genügend anderes, an welchem es bei den Medizinern mangelt. Z.B. das für voll zu nehmen, was Patienten berichten, auch wenn man selbst keine Erklärung dafür hat. Das ist die Grundvoraussetzung um Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen. Ok, Offtopic.

    Man fällt mit diesem Krankheitsbild ja auch in viele Fachgebiete die sehr individuell sind. Vorallem der neurologische Aspekt muss mit beachtet werden. Erreger wie ebv können bei weitem mehr als nur fatigue auslösen. Ebv ist ein Neurotoper Virus der auch zu Gehirn- und Hirnhautentzündungen führen kann. Zudem auch ein vermutlicher Verursacher des gullian bare Syndroms. Auch eine Neuroborreliose kann schwere Schäden verursachen. Liquor-Untersuchungen sind dort das A und O.

    Anbei mal noch eine Lymphozytendifferenzierung, die ich bei meiner Aufzählung total übersehen habe, dass das schon mitgemacht wurde (allerdings vor ca 6 Monaten):


    Lymphozyten, gesamt (EB) 1916 /µl 1000-2800


    T-Lymphozyten (CD3+) 1331 /µl 700-2100


    T-Lymphozyten (CD3+) 67 % Lymph. 55-83


    T-Helferzellen (CD3+/CD4+) 584 /µl 300-1400


    T-Helferzellen (CD3+/CD4+) 30 % Lymph. 28-57


    T-Supressorzellen (CD3+/CD8+) 533 /µl 200-900


    T-Supressorzellen (CD3+/CD8+) 28 % Lymph. 10-39


    B-Lymphozyten (CD19+) 300 /µl 100-500


    B-Lymphozyten (CD19+) 15 % Lymph. 6,0-19


    NK-Zellen (CD3-/CD16+/CD56+) 344 /µl 90-500


    NK-Zellen (CD3-/CD16+/CD56+) 17 % Lymph. 7,0-31


    T-Zell-Ratio (CD4/CD8) 1,1 1,1-3,6


    Ist jedoch unauffällig, zumindest ist dies meine Laieneinschätzung und ich kann daran leider nichts ableiten :-| ???