EBV: Ist diese Dauer normal?

    Hallo Leute,


    ich hatte im Januar diesen Jahres eine EBV Infektion.


    Ich hatte Symptome wie, Kopfschmerzen, fieber , frieren, geschwollene lymphknoten usw usw.


    Ich stelle fest das es mir Monat für Monat ein kleeeein wenig besser geht.


    Allerdings ist meine milz noch etwas geschwollen, und meine leberwerte noch etwas erhöht.


    Symptome die ich heute noch habe: Müdigkeit, muskelschwäche, leichte kopfschmerzen, leichten schwindel.


    Nun meine Frage: Kann denn eine Infektion bzw die nachwirkungen des EBV so lange andauern??


    Mein Arzt meint es könnte bis zu einem Jahr Normal sein.


    Kann eine EBV.Infektion auch tödlich enden?


    Habe sehr angst das ich nieee mehr der alte werde.


    Gruß Michl

  • 9 Antworten

    Hi Michl91


    Du bist in bester Gesellschaft, und gib die Hoffnung auf keinen Fall auf!


    Ärzte, die wenigstens ein wenig Erfahrungen mit EBV haben, sagen meistens, es könne bis zu einem Jahr dauern, bis man keine Probleme mehr damit hat. Ich kenne allerdings allein schon drei Leute, bei denen die Beschwerden erst nach ca. 1,5 Jahren wirklich verschwunden sind.


    Leider gibt es auch chronische Verläufe, aber erst kürzlich las ich in zwei Erfahrungsberichten, dass bei diesen Betroffenen die (z.T. schweren) Beschwerden nach mehreren Jahren (4 und 5,5 Jahren) schließlich aufhörten.


    Vor einem tödlichen Ausgang dieser Erkrankung musst Du Dich aber nicht fürchten. Es gibt sehr seltene Fälle von EBV-Erkrankten, die z.B. einen Milzriss oder eine Herzbeteiligung hatten und im Zusammenhang mit körperlicher Überanstrengung (Spitzensport) umkamen. So etwas basiert dann eher auf Unvernunft oder Unwissen, gepaart mit haarsträubendem Zufall, und hier darf man sagen: Sport ist Mord. ;-)


    Gib Deinem Körper viel Ruhe, erzwinge ja nichts, stresse Dich nicht, gönne Dir Gutes und versuche, Deinen Glauben an stetige Besserung zu trainieren!


    Alles Gute! *:)


    Crimson

    Hey Crimson,


    vielen dank für deine Antwort.


    Leider war ich schon des öffteren der verzweiflung nahe , da ich erst 20 bin und vorher 3 mal wöchtenlich fußball gespielt habe. An dies ist ja jetzt garnichtmehr zu denken.


    Aber ich geb mir mühe und lasse mir zeit.


    Wovon ich allerdings noch angst habe ist, das es irgendwann mal so schlimm wird wie bei manchen hier im forum die zum teil Bettlägerig sind.


    Ich meine ich merke bei mir zwar das es Monat für Monat immer ein weeenig besser wird aber trotzdem besteht diese angst da man es hier sehr oft liest.


    Meinen Alltag schaffe ich locker , ohne schmerzen etc. Nur etwas Müdigkeit und Muskelschwäche.


    Ist denn diese Angst berechtigt oder ist es sehr unwahrscheinlich dass es nochmal schlimmer wird.?


    Ich habe auch nicht diese Schübe die manche beschreiben, sondern bei mir ist es ständig gleich und bessert sich gaaanz langsam.


    Mein Arzt meint das ich das schlimmste schon überstanden hätte .


    gruß michl

    Hi Michi,


    eine Garantie gibt es nicht – aber die Statistik ist auf Deiner Seite, deshalb solltest Du weniger sorgenvoll sein. Komplikationsreiche Verläufe sind ebenso wie Fälle eines postviralen oder chronischen Erschöpfungssysndroms (was durchaus Bettlägerigkeit bedeuten kann) insgesamt selten und sie sind besonders selten bei jungen Menschen Deines Alters. Auch die Tatsache, dass die Krankheit bei Dir nicht wellenförmig verläuft (was immer auf neue Replikationsphasen des Virus hindeutet), sondern linear und mit einer Tendenz zum Besseren, spricht dafür, dass Du einen "normalen" Verlauf hast und Dein Körper das Virus irgendwann völlig unter Kontrolle hat.


    Ob es dann – wie bei mir – nach dreißig Jahren zu einer Reaktivierung kommt, kann Dir keiner sagen. Aber auch das ist eher der Ausnahmefall. Also: Vertraue auf die Statistik.


    Gute Besserung!

    Hallo reiser,


    Danke für deine Antwort, das beruhigt mich etwas.


    Aber ist es denn wirklich so das es bis zu einem Jahr oder gar länger dauert ?


    Sorry wegen dem öfteren nachfragen aber es ist für mich als Rettungssanitäter unvorstellbar das


    eine Krankheit so lange an einem zerrt.


    Und meine tägliche bleiernde müdigkeit hängt wohl auch damit zusammen oder?

    Ja, ein Verlauf über ein Jahr oder mehr ist leider nicht selten. Das liegt zum einen daran, dass das Virus sein Erbmaterial den B-Zellen einbaut und zum anderen an einer vorübergehenden Immunschwäche, die vom EB-Virus ausgelöst wird. Diese wiederum führt zu einer chronischen T-Zell-Aktivierung, welche der Grund für die Erschöpfung ist. Das geschwächte Immunsystem läuft auf Hochtouren und verbraucht enorme Energie. Vor allem bei körperlicher Belastung (Sport!) kommt es dann mitunter zu schweren Rückfällen oder einen echten Zusammenbruch. Deshalb solltest Du dich auf jeden Fall schonen und nie an Deine Leistungsgrenzen gehen. – Es wird aber besser werden. Als ich in der Aktutphase war, sagte mir der Arzt, es könne gut sechs Wochen dauern. Und schon diese Spanne schien mir unerträglich. Hätte er mir gesagt, wie lange es wirklich dauern kann, wäre ich wahrscheinlich irre geworden. Mit Ausnahme von einer einzigen Mitpatientin aus dieser Zeit (und mir) haben alle anderen EBV-Patienten, die ich damals kennenlernte, die Krankheit mitterweile völig oder doch wenigstens fast vollständig überwunden. Das sollte Dich aufnauen. Aber es ist wirklich furchtbar schwer, mit einer so langwierigen Erkrankung umzugehen.


    Gute Besserung!

    Hallo reiser,


    da ich viel über das CFS gelsen habe macht mir das natürlich sehr angst.


    Da man beim CFS auch eine müdigkeit , muskelschmerzen usw usw hat.


    Ist den diese angst bereichtigt?

    Du HAST ja seit mehr als sechs Monaten Symptome, die einer leichteren Form des CFS oder eines postviralen Erschöpfungssyndroms entsprechen (nach Viruserkrankungen würde eher letzteres diagnostiziert werden). Warum also Angst haben vor dem Namen CFS? Egal, wie man die Sache nennt, Angst haben wir alle vor langandauernden und schweren Verläufen. Auch CFS gibt es aber von milder Ausprägung bis zu schwerster Einschränkung, von langer und "kurzer" Dauer. Mir persönlich ist es, ehrlich gesagt, relativ wurscht, ob meine Ärzte von einem chronischen Drüsenfieber oder von CFS oder postviralem Syndrom reden: ich will, dass es aufhört. Und zugleich bin ich froh, es nicht in der schwersten Ausprägung zu haben.


    Ich würde Dir also raten, Dir über den Namen der Krankheit nicht soviele Gedanken zu machen. Wenn in ein paar Monaten keine Symptome mehr auftreten, wird es Dir egal sein, welchen Namen die Sache hatte, die dann hinter Dir liegt. Und bei Dir spricht wirklich alles für einen guten Verlauf!


    Und solange es noch nicht soweit ist: schonen und die Ärzte nerven. Manchmal kann man nämlich wenigstens symptomatisch behandeln. Gegen Muskelschmerzen hilft manchem Magnesium.

    Das ist leider eine der schlimmen Eigenschaften an CFS, daß man von dort leicht in eine Depression rutschen kann, die das ganze nur schlimmer macht oder sogar noch anhält, wenn die physische Krankheit im Prinzip schon überwunden ist.

    Hi Michl91,


    mir geht's ähnlich wie dir. Bin auch in deinem Alter und bin seit März krank. Meine Blutwerte sind normal, ich fühle mich aber absolut nicht normal und unter meinen linken Rippen sticht es die ganze Zeit, aber MRT und Ultraschall zeigen keine Auffälligkeiten. Ich schaffe leider meinen Alltag nicht mehr problemlos und habe erst einmal mein Studium unterbrochen und lasse mich zuhause umsorgen, in der Hoffnung, dass das Besserung bringt.


    Was sich bei dir gut anhört, ist die stetige Verbesserung. Bei mir gab es die leider nicht so wirklich, es gab immer wieder Rückschläge. Ich habe die falschen Ärzte gehabt, die mir ohne Bedenken empfohlen haben, wieder Sport zu machen. Das hat mich meiner Meinung nach total umgehauen und sorgt nun für diesen langwierigen und nervigen Verlauf.


    Ich würde ja mal gerne Leute in meiner Umgebung treffen, die sich mit dem gleichen Mist rumschlagen, um sich in der Realität auszutauschen.