EBV nun reaktiviert, alle EBV-EA positiv

    Hallo Leute,


    ich habe nun meine EBV EA endlich erhalten, nachdem ich selber mit dem Labor telefonieren musste, da mein HA bzw deren Sprechstundengehilfen geschlammt haben. Die kannten den Blutwert auch gar nicht, alles muss man selber machen. Und siehe da, heute bin ich richtig glücklich endlich eine Bestätigung zu bekommen der wohl all meine Probleme erklärt..


    Die alten Werte waren:


    EBV VCA-EIA-IgG <16-22 mein Wert 155


    EBV VCA-EIA-IgM <0,9-1.1 mein Wert: 0,1


    EBV EBNA Eia igG <16-22 >200


    Die neuen EA Werte sind nun wie folgt alle ohne Ausnahme höchst positiv. Eventuell kann jemand die einzelnen EBV EA Werte näher interpretieren? Ich rief auch im Labor an, der meinte dies könnte nun sehr wohl für eine Reaktivierung sprechen.


    EBV Blot-IgG EAG (early AG) r-p138: positiv +


    EBV Blot-IgG VCA p-r18: positiv +++


    EBV Blot-IgG VCA r-23: positiv +++


    EBV Blot-IgG EAG (early AG9 r-p54): positiv ++


    EBV Blot-IgG IEA (immediate early AG): positiv +++


    Ich denke die Maximalanzahl der + Zeichen ist die Intensität? Habe hier keine infos zu.


    Der Doc aus dem Labor meinte noch, ich sollte den EBV-PCR Bluttest machen lassen, damit ich sehe, ob die Viren aktuell noch in mir herumschwirren. Habe gleich Blut abnehmen lassen und lasse den gegen Eigenleistung bestimmen. Verstehe zwar nicht, wo der Unterschied zwischen EBV EA und dem PCR ist, denn wenn der EA aktiv ist, ist es eine Reaktivierung. Und bei einer Reaktivierung müssen die Viren doch in mir sein... also wieso noch der PCR Test?

    Reiser, hast du eine Idee?

    Ansonsten bin ich froh endlich Klarheit zu haben. Achso, ich hatte nun immer seit 4 Wochen Druchfall am Morgen, immer 4x, alles nicht geformt, unverdaut. Dazu kam dann Schmerzen irgendwo in der Speiseröhre in der Mitte neben den Rippen. Der HA meinte das geht mit Pantropazol weg. Tja, 3 Tage wars weg dann kam es in doppelter Intensität wieder. Durchfall und Schlappheit immer noch da, besonders bis Mittags sehr schlimm. Im Laufe des Tages wirds es meist besser. Dann ab und zu Eckel gegen das Essen. Sowas hatte ich auch noch nie. Gewicht konstant. Hatte dann sogar ein CT bekommen. Diagnose: Alles im Magen Darm Organ Bereich in BESTER Ordnung. Diagnose: Reizdarm? Die Woche habe ich Magen und Darmspiegelung. Ich wette, die werden hier (hoffentlich) nichts finden. Die Termine habe ich alle vor dem heutigen Blutergebnis des EBV-EA bekommen. Da dieser ja positiv ist, bin ich mir zu 100% sicher, dass die Reaktivierung des EBV für all meine wiederlichen Symptome verantwortlich ist.


    Irgendwer von euch Ideen zum EBV EA Ergebnis von mir oder irgendwer ähnliche Durchfall bzw Verdauungsprobleme mit Schlappheit in den Beinen?


    Zu Fragen was man gegen das EBV tun kann erübrigt sich wohl :-( Wird das EBV EA denn absinken, sollten die anderen EBV Werte in den kommenden Wochen/Monaten absinken? Zur Info: Ich hatte nie Fieber mit der Reaktivierung, auch keine geschwollenen Lymphknoten oder sonstwas. Kann mich auch nir erinnern das ich damals mal als Kind (bin 30 Jahre) EBV bzw. einen Pfeiffer hatte.


    danke euch und auf einen regen Austausch.


    Stefan

  • 24 Antworten

    Hi Stefan,


    da selbst momentan sehr angeschlagen, kann ich nur stichpunktartig antworten:


    Das Ergebnis spricht in der Tat für eine Reaktivierung. Und Du hast recht: die Anzahl der plus-Zeichen markiert die Stärke des Bandenausschlags, also die Höhe des Wertes.


    Von der Erstinfektion musst Du nichts bemerkt haben, weil sie bei Kindern häufig symptomlos abläuft oder mit einer Erkältung verwechselt wird.


    Der PCR-Bluttest wird – wenn Du nicht arg viel Pech hast – negativ ausfallen, da EBV sich in den Schleimhäuten einnistet (Mund, Rachen, Darm, Magen, Augen), aber nur in sehr seltenen und dann meist ziemlich schweren Fällen in die Blutzellen überwechselt. Ich kenne viele Leute, bei denen ein PCR-Test aus dem Rachenspülwasser positiv ausfällt – aber keinen, bei dem EBV im Plasma nachgewiesen wurde. Es gibt aber solche Fälle. Der zusätzliche Test zeigt also an, ob EBV bei Dir – wie bei den meisten – auf die Schleimhäute beschränkt ist. Dort allerdings "schwirren" die Viren auch dann herum, wenn sie im Blut nicht nachweisbar sind.


    Mit dem Begriff Schleimhäute sind wir bei Deinen Darmproblemen. EBV geht mit Vorliebe auf die Darmschleimhaut (gilt für viele Viren). Da der Körper es dort mit Antikörpern zu bekämpfen versucht, kommt es zu Entzündungen, im Extremfall zu einem Leaky-Gut-Syndrom, also einen porösen Darm, der Bakterien ins Blut gelangen lässt. Ich habe das während meiner "Schübe" auch immer und bin auf Pantoprazol angewiesen, manchmal auch auf Cortison. Bei mir entzündete sich auch die Speiseröhre und es entstand ein Barrett-Syndrom. Alles sehr lästig.


    Ein zusätzliches Darmproblem kann dadurch entstehen, dass im Verlaufe einer EBV-Infektion bestimmte Interleukine stark erhöht sind, die Allergien und Unverträglichkeiten (Nahrungsmittel, Düfte, Medikamente) auslösen können. Wenn dies passiert, reagiert der Darm mit Durchfall und/oder Erbrechen auf nun unverträgliche Nahrungsmittel. Man muss dann ein bisschen darauf achten, nach welchen Produkten dies besonders stark passiert (wobei dies mit der Zeit wechseln kann!!). Bei mir führen etwa Pilze, Eier, Hefe (auch in Bier), Nüsse zu massiven Durchfällen. (Übrigens können bestimmte Düfte ebenso wie bestimmte Naturstoffe EBV aktivieren, wenn der Patient mit ihnen Berührung hat.)


    Zuletzt: die Schlappheit in den Beinen kennen hier fast alle. Ich habe sie auch in den Armen. Eine EBV-Infektion führt leider zu extremer Beanspruchung von Nerven und Muskeln, die letztlich zu Erschöpfung führt.


    Also: viel Ruhe, kein Sport, keine starke Antrengung, außerdem rate ich zu L-Lysin, Zink und Selen.


    Gute Besserung!

    Ich bedanke mich! Noch zwei Sachen, falls du noch mal reinschaust wenn es deine Gesundheit zulässt.


    1.)


    Ich habe Donnerstag die Darm/Magenspiegelung. Meinst du, der Internist wird am Darm dann durch den EBV Virus irgendwie eine "Unregelmäßigkeit" feststellen können?


    Denn falls ja, wird der ja zu 99% sofort sagen, das ist etwas anderes, aber mit Sicherheit kein EBV Virus. Ich wette der kennt sich da ebenfalls 0,0 aus. Denn als ich dem meine Werte (ohne EBV EA) vorlegte, meinte er nur, das kann keine Reaktivierung sein, denn das VCA IGM sei negativ :°_ :°_ Soviel dazu! (Bin gespannt was die sagt wenn ich dem die EBV EA vorlege und von einer Reaktivierung spreche....).


    2.)


    Sollten meine IGG Werte wieder runtergehen, wird dann auch das EBV EA runtergehen? Und damit im Zusammehang: Die EBV EA sind ja sehr hoch. Kann man daraus sehen, wann sich der Virus wieder REaktiviert hat? Passt das so vor 5-6 Wochen? (da bin ich auch erst auf die Suche nach Symtomen gegangen)


    Ich bedanke mich und wünsche dir viel Kraft. Du tust mit deiner Mithilfe hier viel gutes.


    mfg


    Stefan

    Hi,


    zu 1: Meine Erfahrung ist, dass man EINEN Arzt benötigt, der diese EBV-Sache ernst nimmt und der zentrale Ansprechpartner ist. Mit den jeweils zusätzlich konsultierten Fachärzten führe ich meist keine Diskussionen mehr über die Existenz oder Nicht-Existenz von langwierigem oder chronischem Drüsenfieber. Die Ärzte sind beleidigt, weil ihr Wissen in Frage gestellt wird, ich bin beleidigt, weil meine Krankheitsgeschichte psychologisiert wird. Es gibt nur Stress. (Mich hat mal einer gefragt: "Warum wollen Sie denn unbedingt EBV haben?" Ich hätte ihm fast eine gelangt. Seitdem diskutiere ich das nicht mehr.) Die sollen die anfallenden Untersuchungen machen – und gut ist's. Wenn die Spiegelung bei Dir Entzündungen feststellt, ist ja erstmal egal, welche Ursache sie haben. Sie werden so oder so mit Säureblockern behandelt.


    Du könntest, um Unverträglichkeiten auszuschließen, übrigens auch ein Zytokinprofil in Auftrag geben. Ist keine Kassenleistung und kostet ca. einen Hunderter. Vor allem die Interleukine 4 und 17 sind interessant, weil ihre Erhöhung ein überschießendes Immunsystem anzeigt, das mit einem Erreger nicht fertig wird. Bei mir ist IL-4 zeitweise fünfzigfach erhöht gewesen.


    http://www.imd-berlin.de/kompetenzen-immundefektdiagnostik-th1th2th17zytokinprofil.htm


    zu 2: Man kann aus dem stark positiven EA nicht ableiten, wann die Reaktivierung erfolgte. (Es sei denn, man hätte zufällig in der nahen Vergangenheit einen negativen Wert gehabt. Dann fand die Reaktivierung logischer Weise zeitlich danach statt.) Der EA ist und bleibt positiv, wenn die Antikörper noch auf aktive Viren treffen. Er wird negativ, wenn die Viren, die ja in den Zellen verbleiben, "abgeschaltet" sind, also ins Latenzstadium übergegangen sind. Normalerweise geschieht dies nach einigen Wochen, spätestens Monaten. Bei mir ist EA seit fünf Jahren durchgängig stark positiv. Aber wenigstens beginnen meine NK-Zellen sich zu erholen und erreichen wieder die untere Normgrenze.


    zu L-Lysin: Die Marke ist egal, weil überall derselbe Wirkstoff enthalten ist. Ich kaufe immer Kapseln mit 600 mg Lysin, weil ich dann nicht soviele einnehmen muss. Ich nehme die ersten vier Wochen 2-0-2 (also 2,4 Gramm täglich). Danach 2 Monate 1-0-2. Das führt dann zur einer Abmilderung der Symptomatik. Wenn ich aber ein paar Monate aussetze, geht das Spiel von vorne los.


    Herzlich!

    ach so, in ganz gräßlichen Phasen nehme ich zusätzlich noch für vier Wochen morgens 100 mg Zink-Histidin (= 15 mg Zink) und abends 200 Mikrogramm Selen. Bei mir hilft das ganz gut gegen die Schwäche. Aber bei anderen tut sich gar nichts. Man muss da leider ein bisschen ausprobieren, worauf der eigene Körper anspricht.

    Danke Reiser.


    Bei mir muss ich erstmal irgendwie die verdauung hinbekommen. Der erste Stuhlgang ist wenn ich glück habe fester, der zweiter dann unverdaut. Heute morgen (sorry....) war es das Brot von gestern abend. Also irgendwas stimmt da nicht, und mittlerweile habe ich schon 1,5kg abgenommen. Wie kann sowas denn in den Griff bekommen werden? Sofort zur Mikroimmuntherapie wechseln?


    mfg


    Stefan

    Nein, überhaupt nicht seit Jahren. Habe an Medikamenten rein gar nichts bekommen, außer jetzt halt Pantropazol wegen der Magen/Speiseröhregeschichte. Hat aber nix gebracht.


    Kann es sein das EBV ebenfalls durch einen "externen Schock" aktiviert werden kann? Vor ca 6 Wochen war ich noch super gesund. Davor habe ich hier im Kreis einen toten Menschen aufgefunden......, eventuell kann so etwas auch ebv reaktivieren? das wäre das einzige was mit als "seelischer stress" einfällt. ansonsten war da absolut nichts, auch keine medikamente etc. schilddrüse ist in behandlung und seit 10 monaten ruht der morbus basedow. so gott will auch noch länger :)

    Magen- und Darmspiegelung erledigt. Befund: Alles in bester Ordnung.


    Werde kommende Woche mal mit dem Chefarzt über den Zusammenhang von EBV und der Verdauung sprechen. Denn wenn die organisch nichts finden (selbst in der Speiseröhre die immer weh tat), dann muss denen doch der Zusammenhang eineluchtet.


    mfg


    Stefan

    @ keine_diagnose

    schön zu wissen das es bei dir auch so war. ich wette das wird bei sehr vielen der fall sein. genauso wie eine schilddrüsenüberfunktion durch einen stressfaktor/schock ausbricht, so wird es auch beim ebv sein. denn ebv kommt nur wenn das immunsystem down ist. da es das bei mir nicht war (sport, gesundes leben etc), aber psychisch was passiert ist, kann es nur das sein. war damals bei meiner schilddrüsenüberfunktion auch der fall.


    und irgendwie hängt das alles zusammen. ich habe ja den beweis, meine blutwerte sind alle blenden, meine organe alle tip top. trotzdem die beschwerden. die werden aber auch besser, wenn ich mich nicht jeden tag mit beschäftige. habe heute mal zink, vitambin b12 und nochetwas bestimmen lassen. mal sehen.


    WÄRE SCHÖN WENN ANDERE MIT EINER REAKTIVIERUNG SICH HIER BETEILIGEN WÜRDEN. stress, schock als auslöser des ebv?


    mfg


    stefan

    Bei mir löste eine Grippeimpfung die Reaktivierung aus. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es bei Herpesviren zu Reaktivierungen nach Impfungen kommen kann.


    http://www.smw.ch/docs/pdf/2000_44/2000-44-070.PDF


    Herzlich