• EBV - wie geht’s weiter?

    Hallo! Mich hat im zarten Alter von 42 das EBV letzten Oktober heimgesucht. Klassischer Verlauf mit Mandelentzündung, Beläge auf den Mandeln, Lymphknotenschwellungen am Hals, völlige Erschöpfung, leichtem Fieber, Milzvergrösserung und erhöhten Leberwerten. Also alles ganz lehrbuchmäßig, die Blutwerte waren auch ganz typisch für eine akute…
  • 104 Antworten

    Update: heute wieder deutlich besser, Halsschmerzen und die starke Müdigkeit wie weggeblasen. Hoffe es geht weiter bergauf ?

    LG

    In erster Linie wahrscheinlich, weil ich privatversichert bin. Dadurch habe ich bei nahezu allen Immundefektambulanzen Deutschlands zeitnah Termine bekommen können. Ich weiß, das ist ein ungerechtes System und obgleich ich Nutznießer dieses Systems bin, verurteile ich es auch, da es sozial ungerecht ist. Auf der anderen Seite können viele Praxen nur existieren, wenn sie eine gewisse Menge an Privatpatienten behandeln. Die Budgets der Gesetzlichen Kassen pro Patient und Quartal ist meist ein echter Witz. Ohne Privatpatienten, aus deren Erlösen ja auch Praxisanschaffungen getätigt werden, die dann den gesetzlich versicherten Patienten zu Gute kommen, wäre das kaum möglich.

    Vielleicht tröstet Dich die Tatsache, dass die PKV, wenn Du mal ein paar Kinder hast, richtig teuer wird, im Alter immer immer mehr kostet und raus kommt man auch nicht mehr, wenn man sich mal entschieden hat (oder bequatscht wurde), sich privat zu versichern.

    Natürlich hat die PKV halt auch jene Vorteile, dass man sehr schnell Termine bekommt, eben auch in Institutionen, die sehr eingeschränkt Patienten nehmen.

    Auch bzgl. der 6-wöchigen Valaciclovir-Behandlung (eine Woche kostet rund 130 Euro), da bin ich mir nicht sicher, ob die Gesetzlichen das mal so einfach zahlen, weil es "unsere" Krankheit ja eigentlich nicht gibt und somit keine Leitlinienmedizin existiert.


    Diese Auf und Abs kenne ich gut, habe ich immer wieder, aber die schlechten Phasen werden kürzer. Früher hielten sie Tage an, heute nur noch maximal 1-2 Tage, manchmal sogar nur Stunden.


    Weiterhin alles Gute Dir!

    Danke für deine Antwort! Ok, das erklärt es ? Kenne das als Krankenpfleger ja selbst sehr gut. Ist bei uns in der Klinik auch gängige Praxis. Ist scheisse, aber wird sich so schnell nichts dran ändern.

    Halt uns auf jeden Fall auf dem Laufenden! Wir hoffen alle für dich mit!


    Mein Tief ist zum Glück überstanden. Mal schauen wie lang ?

    LG

    luxex7 schrieb:

    Mal schauen wie lang ?

    Hoffentlich möglichst lang!


    Das EBV eine Kinder- und Jugendlichen-Krankheit sei, liest man ja recht häufig, dass Erwachsene 95-98% durchseucht seien. In meinem näheren Bekanntenkreis gibt es allein zwei Erwachsene, die EBV als Erwachsene durchgemacht haben. Einmal mit 57, diejenige war einige Monate richtig krank mit ohne Fieber, dann alles wieder gut. Eine andere mit 53, eher mäßiger Verlauf, dafür seit zwei Jahren immer wieder Probleme. Ganz allein sind wir also nicht.


    Unter meinem "Cocktail" aus Vitamin B-Komplex, Vitamin D, Vitamin C, Lysin, Antihistaminikum, Melatonin und Valaciclovir scheint es aber besser zu werden. Vorgestern konnte ich eine erste Tour auf dem Rad ohne Probleme fahren: Gute 50 km, ohne dass es mir währenddessen oder anschließend schlecht ging.

    Gestern dann nochmal beim Kardiologen gewesen zur Streßechokardiographie. 350 Watt getreten, hierunter keiner Rhythmusstörungen, unauffälliges Herzecho. Der Verdacht auf Herzbeteiligung erhärtet sich also nicht. Wäre ich ein Profisportler, so meinte der Kardiologe, so könnte ich wieder Rennen fahren. Gut, das ist die Sicht des Kardiologen, der halt (wie alle Fachärzte) nur "sein" Organ berücksichtigt. Aus immunologischer/infektiologischer Sicht wäre ich da zurückhaltender, zumal in der Charité gesagt wurde, dass ich vorsichtig sein soll. Ich habe da immer Olav Bodden von 1860 München vor Augen: Akut an EBV erkrankt, ein Jahr lang damit herumgemacht, wahrscheinlich nie richtig fit gewesen, dann wieder voll eingestiegen in den Profi-Fußball und postwendend ein CFS kassiert, welches ihn bis zum heutigen Tag extrem einschränkt.


    Prinzipiell geht es voran, wenn auch langsam.

    Man sollte keine Texte zwischen Tür und Angel verfassen :D

    Da entstehen dann doch sehr merkwürdige orthographische Fehler ;)


    Also nochmal:

    Dass EBV eine Kinder- und Jugendlichen-Krankheit sei, liest man ja recht häufig, ebenso, dass Erwachsene zu 95-98% durchseucht seien. In meinem näheren Bekanntenkreis gibt es allein zwei Erwachsene, die EBV als Erwachsene durchgemacht haben. Einmal mit 57, diejenige war einige Monate richtig krank mit hohem Fieber, dann aber schnelle Rekonvaleszenz. Eine andere mit 53, eher mäßiger Verlauf, dafür seit zwei Jahren immer wieder Probleme. Ganz allein sind wir also nicht.


    Mit Einnahme meines "Cocktails" aus Vitamin B-Komplex, Vitamin D, Vitamin C, Lysin, Antihistaminikum, Melatonin und Valaciclovir scheint es aber besser zu werden. Vorgestern konnte ich eine erste Tour auf dem Rad ohne Probleme fahren: Gute 50 km, ohne dass es mir währenddessen oder anschließend schlecht ging.

    Gestern dann nochmal beim Kardiologen gewesen zur Streßechokardiographie. 350 Watt getreten, hierunter keiner Rhythmusstörungen, unauffälliges Herzecho. Der Verdacht auf Herzbeteiligung erhärtet sich also nicht. Wäre ich ein Profisportler, so meinte der Kardiologe, so könnte ich wieder Rennen fahren. Gut, das ist die Sicht des Kardiologen, der halt (wie alle Fachärzte) nur "sein" Organ berücksichtigt. Aus immunologischer/infektiologischer Sicht wäre ich da zurückhaltender, zumal in der Charité gesagt wurde, dass ich vorsichtig sein soll. Ich habe da immer Olav Bodden von 1860 München vor Augen: Akut an EBV erkrankt, ein Jahr lang damit herumgemacht, wahrscheinlich nie richtig fit gewesen, dann wieder voll eingestiegen in den Profi-Fußball und postwendend ein CFS kassiert, welches ihn bis zum heutigen Tag extrem einschränkt. Die Charité selbst unterscheidet übrigens strikt zwischen virusbedingtem/postviraler Fatigue-Symptomatik und echtem CFS. Das CFS wird als eigenständige Autoimmunerkrankung gesehen. Natürlich kann ein EBV eine Autoimmunerkrankung auslösen (Schilddrüse, MS).



    Prinzipiell geht es voran, wenn auch langsam.

    Update:

    Es geht mit deutlich besser und, bis auf das leichte Halsbrennen, die meiste Zeit wieder normal. Gelegentliche Einbrüche sind seltener geworden und längst nicht mehr so ausgeprägt wie noch vor einigen Wochen. Ob diese Besserung mit der Einnahme des Valaciclovirs im Zusammenhang steht, das ich seit nun 2,5 Wochen nehme, entzieht sich meiner Kenntnis. Ein zeitlicher Zusammenhang besteht in jedem Fall, wenn auch nicht zwingend ein kausaler. Vielleicht helfen ja auch die ganzen "Mittelchen", die mir empfohlen worden sind wie Vitamin-B-Komplex, Melatonin, Fexofenadin. Oder auch das selbstständig eingenommene Lysin und Vitamin C. Vielleicht ist es auch einfach der Spontanverlauf udn es wäre auch ohne die Mittel alles besser geworden.


    Mittlerweile bemerke ich nur noch die "Halsentzündung", die genau genommen gar keine Pharyngitis im eigentlichen Sinne ist, sondern "nur" eine Aktivierung von lymphatischem Gewebe: Noch Erhaben und Geschwollen scheinen die lymphatischen Seitenstränge sowie die kleinen Lymphfollikel unter der Schleimhaut. Das wird wahrscheinlich auch erst einmal so bleiben. Ich vergleiche es mit Lymphknoten, die nach einem Infekt auch gut und gerne monatelang geschwollen bleiben und ggf. nie mehr kleiner werden.


    Meine übrigen Laborbefunde sind nun eingetroffen und haben tiefe Einblicke ermöglichst, weshalb ich so krank geworden bin. Ich leide an einem angeborenen, genetisch determinierten Immundefekt. Ein sogenannter MBL-mangel. MBL heißt mannose-bindendes Lektin, gehört zu den Akute-Phase-Proteinen und zum Komplementsystem und dient der Opsonisierung von Erregern. Okay, das war jetzt unverständlich. Soll heißen: MBL ist ein Stoff, der sich erst an bestimmte Zucker (Mannose) der Erregeroberfläche und dann an die "fressenden" Immunzellen (mitsamt des Erregers) bindet. MBL klebt quasi die Erreger an die Immunzellen. Gut 12% aller Menschen haben diesen Gendefekt. Die Folgen sind: Erhöhte Infektanfälligkeit und, wie bei mir, protrahiert verlaufende Infektionen! Ursache meines langen EBV-Verlaufs ist also ein Immundefekt, der allgemein als milde gesehen wird.

    Was noch: EBV-DNA hatte ich keine mehr im Blut, es besteht also keine akute Virämie und Infektion mehr. Trotzdem nehme ich das Valaciclovir erst einmal zu Ende.


    EBV hat mir noch ein weiteres kleines Geschenk bereitet: TPO-Antikörper! Diese können zu einer Hashimoto-Thyreoditis führen, einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Mein TSH ist mit 0,4 noch normal, aber schon erniedrigt. Die peripheren Hormone sind nicht bestimmt worden, werde ich aber nachholen. Erniedrigtes TSH spricht für erhöhte Schilddrüsenhormone. Ein typisches Zeichen für eine akute Autoimmun-Schilddrüsenentzündung. Deshalb war ich in letzter Zeit auch so tachykard (beschleunigter Herzschlag). Kardiologisch war ja alles normal.

    Der nächste Gang ist also der zum Endokrinologen. Viel tun kann man bei Hashimoto ja nicht, die Antikörperwerte sind auch eher niedrig-erhöht. Warten bis die Schilddrüse ausbrennt, dann L-Thyroxin-Substitution.


    So schließt sich der Kreis aus Immundefekt -> protrahierte EBV-Infektion -> Autoimmunerkrankung (Hashimoto)

    Nachtrag zum MBL-Mangel:


    Hier ein Eintrag in der Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Mannose-bindendes_Lektin


    MBL-Mangel entsteht durch eine Genmutation, in deren Folge die Leber zu wenig/kein MBL produziert, welches in der angeborenen Primärabwehr von Erregern notwendig ist. 5-10% aller Menschen haben einen Gendefekt, der zu MBL-Mangel führt, meist heterozygot, nur 0,3% homozygot. Neben erhöhter Infektanfälligkeit kann der MBL-Mangel auch Autoimmunerkrankungen begünstigen, das MBL auch an der Regulation von Immunprozessen beteiligt ist. MBL kann man derzeit (noch) nicht substituieren.



    In meiner individuellen Situation sind sicher mehrere Faktoren zusammengekommen:

    1. MBL-Mangel

    2. Ausbleibende Synthese von EBNA-Antikörpern


    Ob der MBL-Mangel in irgendeiner Form die fehlende EBNA-Antikörper-Synthese begünstigt, muss ich noch in Erfahrung bringen. MBL begünstigt schließlich die Antigenanhaftung an die phagozytierenden Zellen ("Fresszellen"), die dann mittels MHC-assoziierter Antigenpräsentation die T- und B-Zellen aktivieren. Letztere produzieren ja die Antikörper, also auch die EBNA-AK.

    Ein abschließender Bericht, bevor ich mich hier zurückziehe. Zurückziehen, weil a) ich nun noch nur noch abwarten kann, bis ich wieder gänzlich gesundet bin. Ich bin mittlerweile wieder bei etwa 90%, kann meinen Alltag vollständig und normal bewältigen und habe wieder mit dem Sport begonnen. Die systemischen Auswirkungen der Infektion wie Fatigue, Malaise und Myalgien sind stark in den Hintergrund getreten bzw. treten nur noch sehr vereinzelnd, zum Bsp. nach Schlafentzug, auf. Lokale Symptome wie Halsschmerzen und Schwellung des lymphatischen Gewebes im Rachen bestehen nach wie vor und werden wahrscheinlich auch das Ein-Jahres-Jubiläum Mitte Oktober überdauern. Zurückziehen aber auch, weil b) der Austausch mit bis auf ein paar wenigen Mitbetroffenen doch eher gering gewesen ist. Das war vor einigen Jahren hier noch anders, da waren die EBV-Threads sehr lebhaft besucht und es wurde viel geschrieben und berichtet. Woran das liegt, dass es nun nicht mehr so ist, kann ich nur spekulieren. Dass es weniger Leute mit komplizierten EBV-Verläufen gibt in der jetzigen Zeit, kann ich nicht annehmen. Vielleicht gibt’s im www aber auch noch andere Foren, in denen sich die EBV-ler heutzutage austauschen. Ich habe da nicht weiter gesucht.

    Hinter mir liegt ein wenig angenehmes Jahr, ein kosten- und zeitintensiver Ärztemarathon: Hausärztlicher Internist, Infektiologe, Rheumatologe, Immunologe, Kardiologe, Endokrinologe, Labormediziner um nur die wichtigsten zu nennen. Diverse Blutentnahmen, von Basisuntersuchungen bis hin zu hochspezifischen immunologischen und infektiologischen Markern war alles dabei. Am Ende dann das Ergebnis: Post EBV Fatigue bei angeborenem Immundefekt (MBL-Mangel, fehlende spezifische Antikörpersynthese (EBNA).

    Der Kardiologe hat eine Mitbeteiligung des Herzmuskels ausschließen können und beim Endokrinologen war ich, da es Hinweise für eine Post-EBV Hashimoto-Thyreoiditis gegeben hat, ebenfalls. Dies konnte letztlich aber ausgeschlossen werden: Der Ultraschall der Schilddrüse sieht unauffällig aus, meine Schildddrüsenhormone sind normwertig, ebenso die hypophysiäre Hormonregulation bei normwertigem TSH. Die erhöhten TPO-Antikörper sind eher niedrig-erhöht und der sehr erfahrene Endokrinologe (Uni-Professor und Ex-Chefarzt der hiesigen Endokrinologie, also ich glaube ihm mal :D) denkt, dass diese erhöhten TPO-Antikörper nur eine Begleitreaktion seien, quasi eine Bystander-Reaktion.

    Mittlerweile bin ich in der 4. Woche mit Valaciclovir und danach werde ich die Therapie auch beenden. Die EBV-PCR im Serum ist negativ gewesen und wahrscheinlich sind alle noch bestehenden Symptome noch Folge des überreagierendem Immunsystems, so dass ich mir von einer Fortsetzung der antiviralen Therapie nicht mehr so viel verspreche. Nebenwirkungen hatte ich überhaupt keine.

    Was ich gemäß der mir ausgesprochenen Empfehlungen noch bis mindestens nächstes Jahr fortsetzen werde, ist die Einnahme von Vitamin-B-Komplex, Vitamin D3, Omega-3-Fettsäuren (EPA). Lysin und Vitamin C nehme ich auch erst einmal weiter. Das Antihistaminikum hingegen setze ich ab, ebenso das Melatonin. Trotzdem ist es für mich wichtig, ausreichend zu schlafen. Schlafe ich zu wenig, bemerke ich am nächsten Tag verstärkt Symptome.

    Was kann ich letztendlich empfehlen?

    Zunächst einmal: EBV ist für die meisten Leute eine harmlose Sache. Die meisten infizieren sich im Kleinkindalter, bleiben da symptomlos (wie auch mein Kind, an dem ich mich mutmaßlich angesteckt habe). Einen zweiten Erstinfektionspeak gibt es im Jugend- und frühen Erwachsenenalter. Hierbei erkranken dann etwa 50% am Pfeiffer’schen Drüsenfieber, welches im Regelfall nach einigen Wochen bis Monaten wieder folgenlos abklingt. Je später man erkrankt, desto schwerer und langwieriger sind die Verläufe. Trotzdem habe ich einige 40/50/60er kennengelernt mit Erstinfektion, die nach wenigen Wochen wieder vollkommen fit waren, also quasi einen „normalen“ PDF-Verlauf hatten.

    Die Frage ist, weshalb erkranken einige an PDF und andere überhaupt nicht. Weshalb bekommen einige nur leichte Symptome, andere einen schweren, zum Teil lebensbedrohlichen verlauf. Das ist alles en détail nicht geklärt. Soviel ich weiß, beschäftigt sich die Uniklinik München im Rahmen der IMMUC-Studie mit dieser Fragestellung. Die Charité in Berlin befasst sich vor allem mit der Fragestellung, wie und ob EBV an der Entstehung eines chronischen Fatigue-Syndroms beteiligt ist.

    Es gibt keine Heilung, zumindest keine pharmakologisch induzierte. Alle Virustatika haben keine Zulassung für EBV-Infektionen, die meisten wirken auch nicht wirklich, oder nur in vitro. Unter Valaciclovir lassen sich laborchemische Verbesserungen nachweisen, die sich aber oft nicht am Wohlbefinden des Patienten ausdrücken. Einen Versuch ist es aber wert, ggf. sogar mit dem wesentlich aggressiverem Valganciclovir, welches erheblich teurer und erheblich nebenwirkungsreicher ist.

    Einige mit Langzeitsymptomatik haben eine Verbesserung erfahren, nachdem die Mandeln entfernt wurden. Die Tonsillektomie ist für diese Indikation nicht zugelassen und die Empfehlungen der Fachgesellschaften gehen so weit, dass eine Tonsillektomie zur Symptomverkürzung nicht zugelassen ist. Auch darf man sich aber die Frage stellen, weshalb es der tonsillär-immunologische Mikrokosmos der Mandeln nicht schafft, das EBV zu beherrschen und erst die Entfernung der Mandeln eine Besserung bewirkt. Ob auch hier eine angeborene Immundefizienz vorliegt, wäre sicherlich abklärungswürdig.

    Letztendlich kann ich nur empfehlen: Wenn es länger dauert als üblich, also quasi nach annähernd einem dreiviertel bis einem Jahr noch immer Symptome bestehen, dann sollte man das Immunsystem überprüfen lassen. Kleine genetische Immundefekte sind gar nicht so selten. Der bei mir gefundene MBL-Mangel zum Beispiel kommt mit 10% relativ häufig vor. Andere haben Mängel bei den Gammaglobulinen. Welche Konsequenz hat es, wenn man weiß, dass der protrahierte Verlauf der eigenen EBV-Infektion möglicherweise mit einem angeborenem Immundefekt zu tun hat? Bislang keinen direkten, aber die Indikation zur antiviralen Therapie oder auch Tonsillektomie ist größer zu stellen.

    Der Einfluss der Psyche war auch immer wieder Thema. Sicherlich supprimiert Stress die Immunfunktionen. Das ist beschrieben und auch gut untersucht. Kommen dann noch angeborene Immundefekte hinzu, wird es nicht besser. Insofern ist es natürlich sinnvoll, den Stress weitestgehend zu reduzieren oder zumindest auf ein erträgliches Maß zu bringen. Dazu zäht auch, sich nicht pausenlos mit EBV zu beschäftigen …

    Damit beende ich nun meinen Thread und wünsche allen Betroffenen eine gute Rekonvaleszenz. Vielleicht nutzt mein Geschreibsel zukünftig ja dem ein oder anderen Neu- oder Wiedererkrankten.

    Vielleicht schreibe ich in einem Jahr mal, was aus mir und „meinem EBV“ so geworden ist.

    Bis dahin, eine gute Zeit!

    Hallo Arian! Vielen Dank für deine langen Bericht mal wieder! Bzgl des Austauschs hast du leider recht, bzgl der Gründe bin ich jedoch auch unsicher.

    Es freut mich sehr, dass es dir deutlich besser geht! Das sollte allen Mut machen, auch deine Texte werden kn Zukunft sicher dem einen oder anderen helfen können!

    Was sicher noch hilfreich wäre, wenn du du die von dir verwendeten bzw Die von der Charité Dir empfohlenen Dosierungen für B Vitamine (reicht da normaler B-Komplex aus dm mit 100-200 Prozent Tagesbedarf pro Vitamin?), für Vitamin D3, Vitamin C usw angeben würdest.

    Dass du dich hier zurückziehen willst, verstehe ich sehr und empfehle ich dir. Dass du hier in einem Jahr ca nochmal ein Update machen willst, finde ich auch Top.

    Ich wünsche dir weiterhin alles gute und vor allem anhaltende Gesundheit!


    Btw: mir geht es derzeit auch wieder gut, mein letztes Tief ist nun 18 Tage, hoffe die 30d vollmachen zu können ?


    LG

    Also ich bin leider auch betroffen. Nach der Erstinfektion Mitte letzten Jahres und anschließender 2-3 monatiger Phase, in der ich kaum zu etwas zu gebrauchen war, würde es merklich besser. Anscheinend zu früh wieder mit Sport angefangen und einen Rückfall kassiert. Dadurch Ende Mai auch wieder massiv Krankheitssymptome gehabt, daneben noch geschwollene Lympfknoten und Bauchschmerzen, die anscheinend von der vergrößerten Milz kamen.


    Mittlerweile geht es wieder, aber die allgemein schnelle Erschöpfung, schnelle Plattheit, dass ich kein Sport machen kann außer Radfahren, und auch oft sehr müde bin lässt mich daran zweifeln, die Krankheit hinter mir zu haben. Aktuell ernähre ich mich gesund, wenn auch mit Fleisch und Fisch. Daneben diverse Nahrungsergänzungsmittel (Vitamin B komplex, Vitamin C, Vitamin D3, Fischölkapseln, L-Lysin, Zink und Orthomol immun), von denen ich mich einen Unterstützungseffekt erhoffe. Mein Hausarzt ist leider ratlos und laut den Blutwerten müsste ich total gesund sein.


    Allerdings habe ich nun schon öfter von einer Mikroimmun- bzw Immunglobulitherapie gelesen. Hat damit jmd Erfahrung? Wo kann man so etwas durchführen lassen? Dass es Privatspaß sein wird ist mir klar, aber ich erwarte bei der Krankheit eh nichts mehr in Form meiner Krankenkasse. Vielleicht kann mir ja jmd weiterhelfen. Bis dahin gute Besserung an alle aktuell betroffenen. :)

    Hi Leute!

    Raflesia

    Sorry, damit habe ich leider keine Erfahrung. Halte ich aber nicht viel von, zumindest keine Studien zu gefunden.


    Update zu mir:

    Leider heute nach 7 Wochen einen Rückfall erhalten. Hatte echt gedacht, ich hab’s überstanden.
    also lymphknoten schmerzen, Rückenschmerzen, Hals gerötet und gereizt, erschöpft. Hoffe das hält nur paar Tage. Schöner Mist.


    LG

    Danke trotzdem für die Antwort luxex7

    Was hast du denn konkret gemacht gegen EBV? Hast du dir die Mandeln entfernen lassen und hat das was gebracht bezüglich der Symptome?


    Ich nehme nun regelmäßig einige Nahrungsergänzungsmittel zu mir, daneben achte ich auf genügend Schlaf und Erholung und versuche mich gesund zu ernähren. Erfolg ist so semi vorhanden nach 3-4 Wochen, die Mandelentzündung die ich hatte ist weg, nur noch leicht vergrößert und ansonsten ist die Erschöpfung zurück gegangen. Konnte jetzt auch mehrere Wochen nicht arbeiten gehen, da mir die Belastung dort einfach zu viel war. Zum erholen wäre ich dort mit 40 Std Woche nicht gekommen. Hoffe es wird nun besser mal..

    Kannst auch mal meinen Thread anschauen, raflesia, da ist eig alles beschrieben :)

    Die Mandeln wurden mir entfernt, zuletzt hatte ich im März 2019 eine Mandelrestop. Seitdem geht es mir deutlich besser. Die letzten 7 Wochen war ich subjektiv bei ca 85/90 Prozent meines Befindens. Heute über Nacht/am Morgen leider einen Rückfall/Schub erhalten. Jetzt (18 Uhr) geht es mir schon wieder besser. Hoffe spätestens Montag ist der Schub wieder vorbei und dann zähle ich die Tage, bis bzw ob der nächste Schub kommt. 7 Wochen waren nun echt ein Rekord für mich und zeigen mir bzw bestätigen auch das Gesagte von Arian: es benötigt einfach Zeit.
    Therapie nochmal zusammengefasst:

    Tonsillektomie, Nasennebenhöhlenop, ausgewogene Ernährung mit viel Eiweiß, Vitamin c, D3/K2, B-Komplex, gelegentlich (je nach Ernährung) Eisen/Zink/Magnesium, viel ausruhen( trotz 40h Job, Spaziergänge, etc


    LG Lucas

    Hallo zusammen,


    nachdem ich meinen Lebensstil wieder etwas zu schlampig gestaltet habe, kommen bei mir folgende Symptome zum Vorschein:


    - Kopfschmerzen, Migräne (oftmals mit Konzentrationsschwächen)

    - Tinnitus

    - Haarausfall

    - Rachenentzündung (chronisch, nach dem joggen Halsweh)

    - Gelenkschmerzen


    Ich stelle mich nächste Woche beim Heilpraktiker vor, geplant sind hochdosierte Vitamin C Infusionen und Sauerstofftherapien.


    Gruß

    Christkind