Pfeiffrisches Drüsenfieber, aber keine aktuelle Virenaktivität nachweisbar. Wie längere Krankschreibung bekommen?

    Hallo zusammen,


    und zwar habe ich seit ca. einem 3/4 Jahr alle Symptome des Pfeiffrischen Drüsenfiebers. Es hat sich mit der Zeit gebessert, aber anstrengen und länger als ca. 5 Minuten reden am Tag (sonst schwellen meine Lymphknoten wieder total an und werde schnell heiser, Bronchien tun dann weh - habe aber keine Bronchitis oder so, hängt nur mit dem Virus zusammen) und länger als 15 Minuten spazieren am Tag kann ich nicht. Bin also nicht arbeitsfähig und beziehe seit April schon Geld vom Jobcenter.


    Nun hat die Sachbearbeiterin mich vor einigen Tagen angerufen und wollte mit mir über die aktuelle Lage sprechen, da habe ich ihr erklärt, dass ich krank bin und was ich habe. Jetzt möchte sie verständlicherweise ein Attest innerhalb der nächsten 2-3 Wochen (mein Arzt ist im Urlaub derzeit), sonst bekomme ich kein Geld mehr und die Krankenkasse wird auch nicht mehr finanziert.


    Das Problem ist jetzt folgendes: Was mache ich, wenn der Arzt mich nicht krankschreibt? Die Sache ist die, dass ich im Ruhezustand kaum BEschwerden habe. Ich bemerke diese nur, wenn ich länger als 5 Minuten ungefähr telefoniere täglich, mal länger als 15 Minuten spaziere, alle 2 Wochen so ca. 10-15 Minuten staubsauge und morgens mit entzündetem Rachen aufwache, was aber innerhalb von ca. einer Stunde wieder verschwindet. Kopfschmerzen und Schwindel bekomme ich nur, wenn ich mich etwas schneller bewege (beim Staubsaugen z.B.), die Treppen laufe z.B. Ansonsten habe ich ja Ruhe. Bin also wirklich zum Arbeiten erstmal nicht zu gebrauchen. Aber es wird mit der Zeit ja besser, vor ca. 3 Monaten war hab ich mich noch halbtot gefühlt monatelang und konnte kaum spazieren und habe auch immer wochenlang geschwiegen und nur sehr sehr selten reden können.


    Die letzte Untersuchung beim Arzt war im März, da ging es mir richtig schlecht, aber er konnte einfach keine aktuelle Virenaktivität sehen im Blut. Er hat nur sehen können, dass ich mit dem Virus infiziert bin und hat es auf die PSyche oder Hormone geschoben. Ist aber alles in ORdnung, habe auch keine Vitaminmängel oder sonst was, auch kein Vitamin D oder Eisen... Mir war sein Urteil da recht egal, ich wusste ja, was ich hatte und hatte auch RUhe vom Jobcenter und brauchte einfach nur meine Ruhe.


    Jetzt muss ich aber in 2 Wochen zu ihm und ihn um ein Attest bitten. Ich denke, dass ich mindestens noch 3 Monate lang nicht arbeitsfähig bin, wenn ich Pech habe, ja womöglich länger. Glaubt mir, ich würde auch gerne wieder arbeiten und am Leben teilnehmen und Leute treffen statt nur zu Hause zu sein, aber es geht noch nicht... Ich frage mich halt, wie ich ihn dazu überreden kann? Immerhin ging es mir damals bei der Untersuchung schon schlecht und er hat nichts gesehen, und jetzt geht es mir besser, da wird er doch erst recht wieder nichts erkennen.

    Was soll ich nur tun, wenn er mir kein längeres Attest ausstellt? Dann muss ich einfach mal 250€ Krankenkassengeld monatlich zahlen, mindestens 50€ brauche ich für essen und dann zahl ich noch ein paar Sachen ab. Ich weiß gar nicht, woher ich das Geld bekommen sollte.


    Ich habe schon überlegt, ob ich ihm dann nicht folgendes sage: ''Denken Sie bitte nicht, dass ich nur simuliere, mir geht es wirklich schlecht, wenn ich mich nur minimal anstrenge, mich schnell bewegen oder länger als ein paar Minuten reden muss. Wenn ich simulieren würde, würde ich ihnen erzählen, ich hätte Depressionen. DIe hatte ich vor wenigen Jahren tatsächlich mal, und da wäre es realistischer für mich, ein Attest zu bekommen, wenn ich Ihnen erzählen würde, dass ich wieder einen Rückfall habe und ganz apathisch hier sitzen würde. DErzeit bin ich in psychologischer Behandlung (bin ich wirklich), da könnte ich auch der Psychologin was vorgaukeln und wäre mit der Geschichte wohl erfolgreicher''..


    Ihr seht, ich mache mir echt Sorgen...


    Hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen oder kann mir einen Tipp geben? Derzeit wohne ich zwar zu Hause, aber diese DInge, die ich oben aufgeschrieben habe, muss ich ja trotzdem zahlen...

  • 69 Antworten
    Alias 974362 schrieb:

    Ich denke, dass ich mindestens noch 3 Monate lang nicht arbeitsfähig bin, wenn ich Pech habe, ja womöglich länger.

    ??? Ich verstehe gerade nicht, woher du diese Gewissheit nimmst.


    Was ist denn dein ausgeübter Beruf? Bist du da viel auf den Beinen?

    Übrigens waren die Symptome vor wenigen Monaten noch richtig, richtig schlimm. Durchgehend geschwollene Lymphknoten, konnte nicht sprechen, auch tagsüber entzündeter Rachen trotz verschiedener Abhilfemethoden, dauernd Schwindel bei Bewegung, ständig Schüttelfrost, ab und zu Hitzewellen, dauernd Kopfschmerzen gehabt, habe mich immer sehr wackelig auf den Beinen monatelang gefühlt und war einfach ständig müde.. Wie gesagt, jetzt geht es wieder.


    Es gab so 2, 3 Tage, da dachte ich, ich sei wieder gesund. Da habe ich zum Beispiel mal schnell was aufwendigeres gekocht, versuhct, mich länger zu unterhalten, habe eine Unternehmung mit meiner Schwester gemacht, danach war alles wieder beim alten für eine Zeit. Selbst, wenn ich ''nur'' so 3 Stunden die Woche arbeiten würde, ich würde es einfach nur verschleppen und dann länger krank sein. Also das ist echt keine Option für mich.

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    Sylphide schrieb:
    Alias 974362 schrieb:

    Ich denke, dass ich mindestens noch 3 Monate lang nicht arbeitsfähig bin, wenn ich Pech habe, ja womöglich länger.

    ??? Ich verstehe gerade nicht, woher du diese Gewissheit nimmst.


    Was ist denn dein ausgeübter Beruf? Bist du da viel auf den Beinen?

    Weil ich seit ungefähr einem 3/4 Jahr krank bin und immer noch nicht gesund bin. Ich meinte ja, wenn ich mal länger als 5 Minuten spreche, länger als 15 Minuten spazieren gehe und mich minimal anstrenge, kehren die Symptome wieder kurz zurück aktuell, deswegen will ich mich weiter schonen. Wie soll ich da denn arbeiten?

    Ich habe meine Abitur vor der Sache nachgeholt und habe nebenher in einem Geschäft gearbeitet. Im Februar gab es einen Tag, da dachte ich, ich kann wieder arbeiten (nachdem ich den ganzen Winter krnak war). Ich bin heulend zusammengebrochen nach einer halben stunde, weil es mir dann wieder richtig beschissen ging. Ich kann mich nicht schnell bewegen, kaum sprechen.

    Was war denn jetzt nicht verständlich für dich? Ich habe doch gesagt, das es bei mir wieder schlimm wird, wenn ich länger als ein paar Minuten täglich rede, mich zu viel (länger so ca. 15 Minuten) bewege täglich, etc. Will mir hier auch nicht dauernd wiederholen. Wenn du keine Lust hast, dir den kompletten Text durchzulesen, wieso antwortest du dann?

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    Dass es chronisch wird, glaube ich auch nicht, da ich ja Fortschritte gemacht habe. Aber die Symptome sind nunmal nicht ganz weg!! Und es wird schlimmer, wenn ich mich ''anstrenge''

    Alias 974362 schrieb:

    Was war denn jetzt nicht verständlich für dich? Ich habe doch gesagt, das es bei mir wieder schlimm wird, wenn ich länger als ein paar Minuten täglich rede, mich zu viel (länger so ca. 15 Minuten) bewege täglich, etc. Will mir hier auch nicht dauernd wiederholen. Wenn du keine Lust hast, dir den kompletten Text durchzulesen, wieso antwortest du dann?

    Na das du jetzt schon sozusagen selbst weißt, dass du mindestens noch 3 Monate nicht arbeiten kannst. (Habe ich doch in meiner ersten Antwort geschrieben)


    Alias 974362 schrieb:

    Was war denn jetzt nicht verständlich für dich? Ich habe doch gesagt, das es bei mir wieder schlimm wird, wenn ich länger als ein paar Minuten täglich rede, mich zu viel (länger so ca. 15 Minuten) bewege täglich, etc. Will mir hier auch nicht dauernd wiederholen. Wenn du keine Lust hast, dir den kompletten Text durchzulesen, wieso antwortest du dann?

    Ich habe dich in einer Antwort etwas gefragt (siehe oben). Das hat nichts damit zu tun, dass du dich wiederholen musst.

    Und ja, ich habe mir alles durchgelesen.


    Aufgrund deiner / dieser Reaktion bin ich allerdings hiermit erst einmal raus aus dem Faden. Bin gespannt, was andere dir schreiben ...


    Viel Spaß!

    Wenn so ein Virus nach einem 3/4 Jahr immer noch präsent ist und es nur im Schneckentempo besser wird, kann ich wohl davon ausgehen, noch ca. 3 Monate krank zu sein?? Zumal sowas nunmal dauert, ist ja schließlich kein normaler, viraler Infekt. Ich kann nicht mal eben alle 2 Wochen zum Arzt rennen und immer wieder um Attests bitten, sowas wäre verdammt anstrengend für mich im Moment, zumal ich immer darauf angewiesen bin, dahin gefahren zu werden im Moment.

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    Wer stellte die Diagnose und wie? Welche Labordiagnostik wurde durchgeführt? Wie hoch sind die Leukozyten und wie sind die Werte des EBVMQ Test? Du kannst keinem Arzt vorschreiben, wie lange er a.u. schreibt, diese Entscheidung mußt du schon den Ärzten überlassen. Du schreibst, du hättest alle Symtomatik eines Pfeifferschen Drüsenfiebers. Diagnose ärztlich bestätigt oder eine Verdachtsdiagnose von dir?

    Alias 974362 schrieb:

    Wenn so ein Virus nach einem 3/4 Jahr immer noch präsent ist und es nur im Schneckentempo besser wird, kann ich wohl davon ausgehen, noch ca. 3 Monate krank zu sein?? Zumal sowas nunmal dauert, ist ja schließlich kein normaler, viraler Infekt. Ich kann nicht mal eben alle 2 Wochen zum Arzt rennen und immer wieder um Attests bitten, sowas wäre verdammt anstrengend für mich im Moment, zumal ich immer darauf angewiesen bin, dahin gefahren zu werden im Moment.


    Das Problem ist, dass nicht DU feststellst, wie lange du voraussichtlich noch krank sein wirst, sondern ein Arzt genau das feststellen muss. Ein Stück weit musst du dich denn System also beugen, denn der Arzt ist dafür verantwortlich.


    Ich kenne keinen, der (von einer fulminanten onkologischen oder psychiatrischen Diagnose vielleicht abgesehen, aber auch hier mit Terminen zwischendrin) Dich 3 Monate im Voraus und somit ohne Dich zwischendrin zu sehen krank schreiben würde.


    Ärzte wollen schließlich auch sehen ob sich etwas verbessert/verschlechtert/die Therapie umgestellt werden muss.


    Deine Anspruchshaltung geht m. E. etwas an der Realität vorbei.


    Ich habe gerade 10 Wochen Au hinter mir und bin in Wiedereingliederung - und die 10 Wochen begannen mit einem KH-Aufenthalt und danach folgten weitere 6 Arztbesuche bei 2 Ärzten.


    Das war auch gut so. 8-(

    Alias 974362 schrieb:

    Wenn so ein Virus nach einem 3/4 Jahr immer noch präsent ist und es nur im Schneckentempo besser wird, kann ich wohl davon ausgehen, noch ca. 3 Monate krank zu sein?? Zumal sowas nunmal dauert, ist ja schließlich kein normaler, viraler Infekt. Ich kann nicht mal eben alle 2 Wochen zum Arzt rennen und immer wieder um Attests bitten, sowas wäre verdammt anstrengend für mich im Moment, zumal ich immer darauf angewiesen bin, dahin gefahren zu werden im Moment.

    CRP, Lymphozyten im Differentialblutbild, VCA, EBNA, EA? LDH und Transaminasen? Wie sehen die Werte aus?

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    Alias 974362 schrieb:

    Bin also nicht arbeitsfähig und beziehe seit April schon Geld vom Jobcenter.

    Wenn Du arbeitsunfähig bist, beziehst Du KG von der KK.

    Alias 974362 schrieb:

    Nun hat die Sachbearbeiterin mich vor einigen Tagen angerufen und wollte mit mir über die aktuelle Lage sprechen, da habe ich ihr erklärt, dass ich krank bin und was ich habe. Jetzt möchte sie verständlicherweise ein Attest innerhalb der nächsten 2-3 Wochen (mein Arzt ist im Urlaub derzeit), sonst bekomme ich kein Geld mehr und die Krankenkasse wird auch nicht mehr finanziert.

    Völlig überflüssig. Kein Jobcenter wird sich erkundigen, solange Du arbeitsunfähig bist. Und Diagnosen gehen die genauso wenig an, wie Arbeitgebern.


    Bis wann bist Du denn arbeitsunfähig geschrieben?

    Ja, der Witz ist, da war nichts auffälliges. Angeblich sei alles in Ordnung körperlich. Leukozythen und sonstiges wurde untersucht, die anderen Sachen sagen mir nichts, habe auch keinen schriftlichen Befund abgeholt, mir wurde alles per Telefon übermittelt.


    Und klar, der Arzt gibt natürlich vor, wie lange die Krankschreibung geht. Aber er sieht ja nichts und im Labor wurde auch nichts auffälliges gefunden (außer, dass ich damit infiziert bin, aber das sind ja ca. 90 Prozent der Menschen).


    Der Arzt hat es wie gesagt auf die Hormone und die Psyche geschoben. Die Diagnose hab ich mir sozusagen selbst zusammengebastelt, da nunmal ALLES darauf schloss. Und ein normaler Effekt bewirkt ja nicht, dass man monatelang krank ist und es nur schleichend besser wird. Im Grunde genommen ist mir die offizielle Bezeichnung für das, was ich habe, egal. Ich habe die Symptome imme rnoch teilweise und kann einfach nicht am Leben teilnehmen. Wenigstens wird es durch ausruhen, wenn auch sehr langsam, besser.


    Problematisch wird es nur, wenn der Arzt mich nicht für voll nimmt, weil körperlich komischerweise nichts nachweisbar ist. Aber wie gesagt, würde ich nur simulieren, um zu Hause Faulenzen zu können, hätte ich das mit den Depressionen erzählt. Dafür habe ich damals recht schnell für 6 Monate eine KRankschreibung bekommen mit einem zusätzlichen Schreiben meiner Psychologin. Aber ich habe ja nunmal was körperliches. Habe auch hier schon mir einigen anderen Privat geschrieben, bei denen die Ärzte auch nichts fanden, wo aber alles auf das Pfeiffrische Drüsenfieber hindeutete.

    Ich bin im Moment gar nicht krankgeschrieben.

    Das Jobcenter hat mich in Ruhe gelassen, da die dachten, ich würde jetzt im August eh wieder die Schule weitermachen und dass mir ab dem Zeitpunkt eh nichts mehr zusteht. Ich war die Monate im Urlaubssemester, deswegen stand mir Geld zu. Deswegen hat die Frau auch angerufen, um zu wissen, wie das jetzt weitergeht.

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