@ Kater:

    Das ist für uns logisch – für jemanden mit einer Essstörung leider nicht!

    @ Weißnimmerweiter:

    Schwester ist auch eine gute Idee. E geht einfach darum, dass es nicht alles von Dir kommt, dass nicht immer Du die Nervensäge bist.


    Und ja, es kotzt die Leute irgendwann an – aber sie KÖNNEN nicht einfach loslassen. Die Essstörung gibt Halt, Selbstbewusstsein, Sicherheit, Kraft. Da verzichtet man doch nicht freiwillig drauf! Die Logik muss man verstehen.


    Und die Betroffenen leiden am meisten darunter, dass sie irgendwann insgeheim verstehen, wie unlogisch es ist. Daf ließen viele Tränen, weil sie nicht verstehen, dass ein Stück Schokolade endlose Panik und Schuldgefühle, Selbsthass und in schlimmen Fällen Selbstmordgedanken auslösen kann. Das KANN man als Außenstehende nicht verstehen – die Betroffenen verstehen es selber nicht. Leiden da irgendwann sehr drunter. Aber "einfach wieder normal essen" geht nicht, ist extrem bedrohlich.


    Wenn man überhaupt Zugang findet als Freund, dann indem man persönliche Besorgnis rückmeldet. Nicht durch reine Essensdiskussionen. Man muss signalisieren, dass man die Person an sich mag. Für best. Eigenschaften, die sie hat. I.d.R. halten sich Menschen mit Essstörungen nicht für liebenswert. Nicht für gut genug. Sie müssen ganz viel leisten, um sich etwas gönnen zu dürfen (häufig, geht auch übers reine Essen hinaus).


    Sie müssen wissen, dass man sie mag, schätzt – aber eben nicht nur wegen des Äußeren, nicht für das auffällige Verhalten. Sondern als Mensch, für Eigenschaften unabhängig vom Gewicht.


    Du wirst reine Essdiskussionen immer verlieren. Aber Du hast eine Chance, wenn Du Sorgen signalisierst. Vielleicht dringst Du zu ihr durch. Vielleicht kann sie zugeben, dass sie übertreibt, aber nicht anders KANN. Vielleicht kann sie es auch nicht zugeben und wird sich bedroht fühlen.


    Du bist kein professioneller Helfer – aber ein bisschen was kannst Du versuchen. Es wäre ein großer Schritt, wenn Deine Freundin sich ein bisschen öffnen und ein bisschen was von dem vermutlich herrschenden inneren Konflikt erzählen kann. Frag' sie vielleicht mal, was in ihr vorgeht wenn es um Punkte geht, wo DU beunruhigt bist. Versuche, zu verstehen statt zu bedrängen.


    Mehr kannst Du nicht tun. Vielleicht, wenn sie diesen inneren Kampf erlebt/zugeben kann, kannst Du sie unterstützen, sich zu informieren, Hilfe zu holen.


    Wie gesagt, alles theoretisch. Ich kann das wahre Ausmaß nicht beurteilen, aber viele Punkte weisen auf ein zunehmendes Problem hin. Du kennst Deine Freundin, Du wirst irgendwie das Gespür entwickeln, wie ein Gespräch aussehen könnte. Du hast ja auch die Idee mit der Schwester gehabt (statt der Freunde).


    Teste es langsam aus. Sei liebevoll, aber doch deutlich. Warte die Reaktion ab – und passe Dein weiteres Vorgehen an. Riskiere nicht zu viel – ein totaler Kontaktabbruch wäre auch nicht gut.

    Zitat

    doch es beeinträchtigt den tag sehr stark, ich planen meinen tag immer so das ich sport machen kann, auch wenn ich keinen zeit habe, muss es irgendwie untergebracht werden, und wenn ich dafür ein paar stunden weniger schlafe und mitten in der nacht sport mache! es geht einfach nicht ohne! auch wenn ich krank bin, muss ich sport machen, wenn ich verletzt bin.ich muss sport machen! das essen ist ja nebensache und pizza nein das geht nicht, mir wird sofort schlecht wenn ich ansowas nur denke...

    Krass...also das find ich schon wahnsinn. Au weia...

    "Gehörig die Meinung geigen": Bitte nicht!!!


    Ja, man muss das Problem deutlich ansprechen. Aber liebevoll, sonst fühlt die Betroffene sich noch mehr abgelehnt, noch weniger liebenswert!




    Von Sportsucht würde ich nicht sprechen. Exzessiver Sport gehört zur Kompensation der Kalorienzufuhr als typ. Symptom zur Magersucht dazu. Man unterscheidet zwei Formen: Bei der einen Variante ("purging-Typus") versucht man, durch selbst herbeigeführtes Erbrechen, Abführmittel etc. das Essen loszuwerden. Bei der rein restriktiven Form spielt Bewegung eine große Rolle (beim Purging-Typus auch, das macht es dann oft richtig gefährlich!).


    Es ist in der Klinik immer wieder traurig zu beobachten, wie enorm dieser Bewegungsdrang ist – und wie viel Kraft die Betroffenen dafür aufbringen, obwohl sie kaum noch stehen können. Reine Willenssache – und das ist ein wichtiger Aspekt bei der ganzen Sache. Es geht um Stärke und Kraft...

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    irgendjemand anderem aus der Familie sprechen, die ihr dann mal gehörig die Meinung geigen können. Denn anders wird sie es nicht kapieren!

    Genau so ist es richtig... :)= , da wird jede Magersüchtige auch drauf hören %-| . Ich bin z.Zt. ziemlich nah an diesem Thema dran. Die Magersüchtige, die ich kenne, ist intelligent und weiß genau, was mit ihr los ist. Es geht nicht darum, dass man ihr sagt, sie soll essen: sie kann es schlicht und einfach nicht. Sie weiß, dass die ganze Familie unter ihrer Krankheit leidet. Sie ist schlapp und macht trotzdem andauernd Sport. Das bisschen, das gegessen wird, wird auch umgehend wieder

    . Und es ist nicht so, dass die Eltern nicht aktiv sind und nach Lösungen suchen. Es ging mit dem Mädchen schon im Sommer 2009 los; da waren die ersten Anzeichen zu erkennen. Leider waren die Eltern da noch nicht bereit, die ganze Tragweite zu sehen und auf die ersten Anzeichen zu reagieren. Denn Magersucht bedeutet bei vielen Außenstehenden, dass in der Familie des Kranken etwas nicht stimmen kann und dann wird in der Familie versucht, die Sache erst einmal unter dem Deckel zu halten.


    Einfach sagen: nun iss, damit du gesund wirst bzw. bleibst, wird nicht helfen, weil die Betroffenen einfach nicht essen können!

    Zitat

    Bei mir hat's geklappt! Also kann's ja nicht so verkehrt sein ;-)

    Das freut mich für dich, aber bei dem Mädchen, das ich meine, klappt es leider nicht.

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    naja ich sehe das nicht so als das man irgendwie krank ist oder so...


    bewegung ist doch gut und man achtet auf die figur...

    Geht irgendwie am Thema vorbei :(v . Bei einem BMI von 16 muss man nicht mehr auf die Figur achten, oder?

    muss man auch nicht, sollte man auch nicht! aber man tut es.... :°( zuminderst kenn ich das so! ich möchte mich hier ja nicht einmischen und irgendwelche negativen sachen beisteuern ich versuche nur zu sagen das es nicht so leicht ist das zu kapieren bzw sich selbst zu akzeptieren...


    Tut mir sehr leid falls das gerade falsch rüber kam oder ich was schlechtes gesagt habe! sorry

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    bei dem Mädchen, das ich meine, klappt es leider nicht.

    Das weißt du doch gar nicht. Wenn man es ihr solange klar macht und es ihr solange einredet bis sie es nichtmehr hören kann, dann wird und muss sie es irgendwann kapieren! Schonende und mitfühlende Gespräche bringen da gar nix, die wird sie einfach ignorieren!

    puffitothes, tut mir leid, wenn mein Beitrag etwas schroff rüberkam; das war nicht so gemeint @:) . Aber ich sehe ja gerade in meinem direkten Umfeld, wie die Magersucht das Leben eines 16-jährigen Mädchens bestimmt und das macht mich einfach traurig. Und sie hatte vorher eine sehr schöne Figur und jetzt sieht sie einfach nur noch schlimm aus. Und auch bei diesem Mädchen ist der Bewegungsdrang einfach enorm, obwohl sie es körperlich gar nicht mehr durchhalten kann. Ich hoffe, dass sich da noch alles zum Guten wendet, habe aber echte Zweifel.

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    Das weißt du doch gar nicht. Wenn man es ihr solange klar macht und es ihr solange einredet bis sie es nichtmehr hören kann, dann wird und muss sie es irgendwann kapieren!

    Doch, leider weiß ich es und das geht ja nicht erst seit kurzem so. Es geht doch auch nicht ums kapieren, sondern um das nicht essen können. Es ist eine Sucht und auch bei einem Alkoholiker wirst du z.B. mit guten oder bösen Worten nichts erreichen können.

    ich kann das sehr gut verstehen was du meinst, also ich muss erlich sein ich weis nicht wie es sich anfühlt jemanden dazu zuzusehen bzw dabei zusein... ich kann eher die andere seite verstehen... mir geht es ähnlich, ich lüge mich selbst an behaupte mir geht es gut und alles, und ich könnte auch mal nen tag keinen sport machen, das ist absolut gelogen, ich könnte es nicht :( ich fühle mich schlecht, ich hab langsam auch keine kraft mehr,...

    puffitothes,

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    ich fühle mich schlecht, ich hab langsam auch keine kraft mehr,...

    Das hört sich nicht gut an und ich hoffe, du kannst dir Hilfe holen. Ich weiß, dass Essen, ob zuviel oder zuwenig, immer etwas mit Gefühlen zu tun hat. Aber beim Dicken sagt man: reiß dich zusammen und friss nicht so viel, bei den Dünnen gibt es Bewunderung, weil sie so schlank sind. Aber den Menschen dahinter sieht man meistens nicht und ich finde, es sind oft ganz unglückliche Menschen, jeder auf seine Weise. Die Magersüchtigen sind eher die ganz ehrgeizigen und disziplinierten Menschen, die Fresssüchtigen eher diejenigen, die es allen recht machen wollen. Das richtige Maß zu finden ist nicht einfach und ich hoffe, es gelingt dir.


    Alles Gute für dich :)*