Zitat

    Genau da würde ich als professioneller Betrüger ansetzen.

    Ja, wenn man davon ausgeht dass der Preis alleine entscheidend ist. Tu ich aber nicht. ;-)

    Zitat

    Für den Berufstätigen dürfte der Besuch beim Hofladen seines Vertrauens eher ein Unding sein. Würden jetzt alle Einwohner sich nur noch bio / fair ernähren, dürften die handels- und Lieferketten einfach zusammenbrechen, fürchte ich.

    Ich kann mir auch bewusst einen Betrieb in meiner Nähe rauspicken, wenn ich will persönlich mal ansehen, und dann in den Laden gehen der genau diese Ware verkauft. Um nachzuvollziehen woher meine Nahrungsmittel kommen, müssen sie nicht Bio sein. Fast jeder Hof hat mittlerweile eine Internet Seite auf der man schauen kann wo die Lebensmittel zu beziehen sind.


    Meine Schulfreundin wohnt mitten in München, und weiß zum Beispiel genau wo ihr Fleisch, Gemüse und die Eier herkommen.


    Ist das eine Garantie dass ich nie irgendwelchen Betrügern auf den Leim gehe? Sicher nicht!


    Aber ich entscheide selbst ob ich einem Erzeuger vertraue, und muss mich nicht den Verhandlungen unzähliger Beteiligter unterwerfen die am Ende nur den Profit sehen, ohne wirklich Ahnung von der Produktion zu haben.


    Ist mir das Thema nicht wichtig, muss ich mich da wundern dass es immer wieder Menschen geben wird, die in einem undurchsichtigem System Lücken nutzen um sich zu bereichern? Man kann nicht alles kontrollieren, aber einiges eben schon.

    Tatjana, das ist gut und richtig, was Du schreibst (ich handhabe das übrigens selbst so!). Mein letzter Beitrag sollte aber auch anhand von realen Zahlen verdeutlichen, dass das aktuelle System gar nicht ermöglichen kann, alle Menschen mit qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln zu versorgen, auch, wenn diese das wollten. Das Scheinargument ist nun, dass alle anderen uninteressiert und zu bequem sind, sich vernünftig zu ernähren. Wenn aber der Bedarf an guter Nahrung jetzt explodieren würde, könnte er nicht befriedigt werden, so meine These.


    *:)

    Kulturschaffender, nun nimm mal die 3,5 Millionen auseinander: arme Rentner und vergleichbar; reiche Rentner; bewegliche Rentner und relativ unbewegliche; mit Berliner Schnauze oder nur nach Berlin gewandert? Wenn diese Gruppe 20% ausmacht, also 700.000 Menschen, dann kann man sich ausrechnen, dass ein Teil davon hinsichtlich Ernährung bei der nächsten günstigen Gelegenheit einkauft - bin ich arm ist es egal woran ich sterbe... - ; der andere reiche Teil leistet sich vielleicht die Fahrt aufs Land oder geht in den teuren Schlemmertempeln einkaufen; all jene ohne "Berliner Schnauze" ernähren sich nach den Gewohnheiten ihrer Eltern oder Großeltern. Mit Sicherheit gäbe es in Berlin einen speziellen Supermarkt, wenn 50.000 Eskimos übersiedeln würden und ihre Ernährung wie gewohnt wünschten. Das ist jetzt nicht abfällig zu Eskimos gemeint!! Sollte nur als Beispiel für eine spezielle Gruppe stehen.


    Und nun versuche mal Berlin mit einem der Bundesländer etwa gleicher Einwohnerzahl zu vergleichen, oder eine Region mit annähernd der gleichen Zahl.

    TE:

    Zitat

    Wenn aber der Bedarf an guter Nahrung jetzt explodieren würde, könnte er nicht befriedigt werden, so meine These.

    Das wird nicht geschehen, weil dem zu viele Dinge entgegen stehen! Angefangen von jenen Menschen, die für Nahrung nicht mehr ausgeben können oder wollen oder sich nicht umstellen wollen. Weiter über den Teil der Familien, die zwar mehr für gute Nahrung ausgeben möchten, aber nicht wissen wo sie einsparen könnten (Hund oder Katze abschaffen, keinen Zusatzkurs für die Kinder... lassen sich 100 Beispiele finden). Weiter über den Teil, der die Höherwertigkeit aufgrund der bisherigen Erfahrungen anzweifelt und deswegen nicht zu solchen Produkten greift.

    aug233


    Das sieht man ja auch ganz gut an der Bioladen-Karte. Im reichen Süden ist die Dichte höher (in München seltsamerweise nicht), ansonsten liegt sie durchgängig bei 3-4, im Ruhrgebiet (arm!) als Ausreißer bei 2. Unsere Jünger der Marktwirtschaft würden uns nun erklären, dass jedweder Bedarf gedeckt wird, wenn jemand dafür zahlt. Und das glaube ich eben nicht, weil es nicht genug regionale Bio-Erzeuger und dafür notwendige Ackerflächen mehr gibt. Deswegen darf auf einer Kartoffel aus Ägypten "Bio" stehen, obwohl das Wasser dafür anderen Menschen dort fehlt und der ökologisch fragwürdige Transport noch draufkommt. Das wird aber von den Bio-Regeln nicht abgedeckt - ein weites Feld.


    *:)

    Wenn ich deine Bio-Kartoffel aus Ägypten als Beispiel nehme. Es ist unser aller (mit Ausnahmen) Wunsch, spätestens ab Spargelzeit neue Kartoffeln zu essen. Ob bio oder nicht, das ist egal. Die wachsen scheinbar bevorzugt dort. Als Kind habe ich noch im Juli die Kartoffeln des Vorjahres aus dem Keller geholt und von den Keimen befreit. Kartoffeln des Vorjahres sind im normalen Handel ab Juni kaum zu finden, keiner will sie. Hier baut man zwar Frühkartoffeln an. Spielt das Wetter mit, dass sind die früh zu ernten; spielt es nicht mit wie dieses Jahr, dann ist das Kraut erfroren und aus der Ernte wird nix.


    Jeder der auf ein Produkt mit langen Transportwegen verzichten kann, der leistet einen positiven Beitrag. Aber stelle dir vor, alle im Lande würden nur noch Tomaten aus dem eigenen Land nachfragen und kaufen. Den Aufschrei kannst um den Globus laufen hören.

    @ mond+sterne

    Zitat

    Mir ist es nicht egal. Mir verderben solche Nachrichten, die regelmäßig zu Skandalen aufgebauscht werden, den Appetit.

    Warum aufgebauscht? Aus meiner Sicht wurde ganz normal davon berichtet, welche Bauern bzw. welche Höfe davon betroffen sind.


    Ich möchte Deine Reaktion sehen, wenn Du dir regelmäßig etwas kaufst, und am Tag x


    wird erzählt, das man das schon seit 6 Monaten weiß,das in dieses Produkt etwas reingepanscht wurde, aber nichts gesagt hat damit man Dir nicht den Appetit verdirbt.


    Also wird die Diesel Abgas Affäre auch aufgebauscht, wo Kunden verarscht und belogen wurden? Ich finde Deine Einstellung etwas seltsam, aber Du kannst ja den Fernseher auslassen, wenn Du dich durch solche Meldungen belästigt fühlst. Ich hingegen finde es okay wenn man mich drauf hinweist wo gepanscht wird.

    @ Donnerhall7

    Zitat

    Hier im Thread tobt sich der Pöbel wunderbar aus,

    Der einzige der bis jetzt hier "gepöbelt" hat, warst Du! Die Dinge die hier erwähnt wurden, sind ja nicht von der Hand zu weisen. Ansonsten würden ja denjenigen Klagen ins Haus stehen, die das verkünden.

    Zitat

    Also wird die Diesel Abgas Affäre auch aufgebauscht, wo Kunden verarscht und belogen wurden?

    Man empört sich viel und man berichtet wenig, so würde ich es zusammenfassen. Wenn es mehr Berichterstattung und weniger Empörung im Fernsehen gäbe, könnte ich mir besser eine qualifizierte Meinung bilden.


    So weiß ich bis heute nicht genau, was in den USA eigentlich los war. Ich habe den Eindruck, die Regierung hat erst Grenzwerte festgelegt, die sowieso niemand einhalten kann und anschließend regt man sich etwas scheinheilig auf, dass die Industrie geschummelt hat.


    In Deutschland ist es etwas anders, weil es illegale Kartellabsprachen gegeben hat. Ich meine, das ist klar kriminell und lässt sich auch nicht mit dem Druck erklären, unter den die Wirtschaft von der Politik gesetzt wurde. Dabei ging es, soweit ich weiß, nur um Geld. Man hat sich darauf geeinigt, nicht alles zu machen, was technisch möglich ist, um mehr Geld zu verdienen.


    Aber bis ich in der Lage war, mir so weit eine Meinung bilden zu können, musste ich mir erstmal viele "Nachrichten" ansehen mit vielen aufgeregten Wörtern und wenig inhaltlicher Substanz.

    Zitat

    Ich finde Deine Einstellung etwas seltsam, aber Du kannst ja den Fernseher auslassen, wenn Du dich durch solche Meldungen belästigt fühlst. Ich hingegen finde es okay wenn man mich drauf hinweist wo gepanscht wird.

    Ich habe im Rahmen unserer demokratischen Verfassung ein Recht auf Information. Fernseher ausschalten ist da keine Lösung.




    zurück zu den Eiern:

    Zitat

    Ich möchte Deine Reaktion sehen, wenn Du dir regelmäßig etwas kaufst, und am Tag x wird erzählt, das man das schon seit 6 Monaten weiß,das in dieses Produkt etwas reingepanscht wurde, aber nichts gesagt hat damit man Dir nicht den Appetit verdirbt.

    So war es im Prinzip ja: Die Staatsanwaltschaft hat es zunächst geheim gehalten, um besser ermitteln zu können, wie sie behauptet.


    Da stellt sich mir schon die Frage, ob da nicht etwas vertuscht werden sollte.


    Zwischen Vertuschen und Aufregung verbreiten, sehe ich noch eine große Bandbreite der Berichterstattung, damit jeder für sich selbst entscheiden kann, ob er Lebensmittel in den Müll wirft.


    Wenn im Fernsehen jetzt so getan wird, als müsse man dieselben Lebensmittel wegwerfen, die man noch gegessen hat, solange man nichts wusste, finde ich das nicht richtig.


    Das meine ich mit Aufregung verbreiten.

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    Wenn im Fernsehen jetzt so getan wird, als müsse man dieselben Lebensmittel wegwerfen, die man noch gegessen hat, solange man nichts wusste, finde ich das nicht richtig.


    Das meine ich mit Aufregung verbreiten.

    Okay, das hört sich aber schon wesentlich vernünftiger, sachlicher und verständlicher an als Dein Erstpost. Ich kann jetzt zwar nicht mehr nachvollziehen, wie da genau die Reihenfolge war, und ob Du Recht hast, aber ich kann es jetzt besser verstehen was Du meinst. Vielleicht ist es auch so zu verstehen, das wir nicht noch mehr von diesen kontaminierten Eiern essen wie wir es schon getan haben.


    Aber wie auch bei dem umetikettieren und dem Gammelfleisch finde ich es falsch, wenn die Verursacher jedesmal mit einem blauen Auge davon kommen. Die Bauern selbst sind ja nicht schuld, die wurden selber bewusst getäuscht und verarscht, und haben jetzt den Schaden.

    All diese Warnungen und Skandale beobachte ich seit Jahren und denke mir inzwischen jedesmal: "Keep cool", und damit fahre ich recht gut.


    Getreu des Spruchs:


    Gelassen bleiben bei dem, worauf ich selbst keinen Einfluss habe,


    mutig dem entgegentreten, was ich selbst ändern kann,


    und den Weitblick, diese beiden Möglichkeiten richtig einzuschätzen.

    Gerade wieder eine sehr informative Reportage auf der ARD gesehen.


    "Vorsicht Verbraucherfalle" hieß sie, und ging um Mogelpackungen, angebliche Gratisgeschenke, und beimischen von Separatorenfleisch. Es ging aber auch um Telefonverträgen und Unitymedia.


    Nächste Woche(so hab ich es verstanden), bestellt man wohl Seezunge im Lokal, und bekommt einen ganz anderen Fisch serviert. Es wurde mal wieder sehr schön gezeigt, wie wir "vorsätzlich" betrogen und verarscht werden.


    Ich finde es nur sehr komisch, das die sogenannten Experten das Wort "Betrug" nicht in den Mund nehmen, obwohl es nichts anderes ist.


    Es lohnt sich, die Reportage in der Mediathek aufzurufen.

    Ich wundere mich gerade etwas darüber, das sich wohl niemand dafür interessiert, obwohl es um Unser aller Geld geht. Und man kann sehr schön sehen, wie die jeweiligen Hersteller selbst auf das reagieren, was sie Uns zumuten.