• Ernährung ohne Gluten, Zucker, Milchprodukte, Fleisch

    Bin mal am überlegen, das auszuprobieren.. Ernährung ohne - glutenhaltiges Getreide - Zucker (abgesehen von natürlich vorkommendem) - Milchprodukten - Fleisch/Fisch (aus ethischen Gründen) aber was bleibt dann noch? Kartoffeln, Reis, Pseudonudeln (aus Reis, Mais, Linsen etc) alle Arten Gemüse Hüselnfrüchte Salat Tofu Kokosmilch Fragen an die Community:…
  • 66 Antworten
    melb1985 schrieb:

    Tja und wenn die Rouladen alle waren, waren sie halt alle. Ist ja nicht so, dass man dann gar nichts zu essen hat. Das kennt heute keiner mehr. Es muss immer alles da sein.

    Ich finde diese Abkehr von der "ständig alles verfügbar"-Mentalität viel wichtiger als verbissene Veganer-vs.-Fleischesser-Debatten. Und keine Tierhaltung unter Stufe 3. Dann würde sich einiges nämlich über den Preis regeln. Fleisch wird teurer, man kauft weniger (siehe 50er Jahre, Fleisch als Luxus, das geschätzt wurde, Vegetarier dürften Exoten gewesen sein).

    Die Tage 5 Minuten vor Ladenschlss beim Bäcker: Angepisste Kundin, weil es irgendein Brot nicht mehr gab. Dass da noch 5-6 Sorten waren, von fein bis körnig, von Weizen bis Roggen: Egal. Ich kenne es noch so, dass es Brötchen nur morgens gab. Irgendwann kamen dann die "Abendbrötchen", hurra. Und jetzt? Bis Ladenschluss möglichst alles in größeren Mengen. Und dementsprechen Müll. Naja, hier kommt der LKW der Tafel, aber das kann nicht Sinn und Zweck sein.


    Ich war Vegetarierin, nach einem Schlachthofbesuch. Es hat mir nicht gut getan. Und mit Ernährungswissenschaften als Abi-Leistungskurs war es nicht so, dass ich keinen Plan gehabt hätte. Für andere kann es funktionieren, ich bin zu 80% vegetarisch unterwegs. Vegan ginge gar nicht, denn für mich sollen Nahrungsmittel möglichst naturbelassen sein. Was vegane Ersatzprodukte nicht sind. Wem's schmeckt... ich esse lieber etwas, was auch noch richtige Nährstoffe enthält.

    Zitat

    Und keine Tierhaltung unter Stufe 3. Dann würde sich einiges nämlich über den Preis regeln. Fleisch wird teurer, man kauft weniger

    Aber da besteht wahrscheinlich auch kein Interesse bei den Produzenten auf Profit zu verzichten.

    Da liegt meines Erachtens aber auch die Verantwortung. Das sind Landwirte. Die müssten doch eigentlich wissen, wie so ein Tier gehalten werden muss. Und das dann eben konsequent durchsetzen. Was nützt irgendeine EU-Verordnung, die vorschreibt, wie viele Tiere maximal auf einer bestimmten Fläche gehalten werden dürfen, wenn es dann immer noch zu viele sind für artgerechte Haltung.

    Das Fleisch kostet dann halt was es kostet. Und nur mit diesen potentiellen Einnahmen kann ich kalkulieren. Rechnet sich aber möglicherweise dann unterm Strich auch wieder nicht. Der Bauer hat halt auch Kosten, die er nicht beeinflussen kann.

    Bei dem Thema beißt sich die Katze immer irgendwo in den Schwanz. Und der Endkonsument soll es richten.

    Zitat

    Naja, hier kommt der LKW der Tafel, aber das kann nicht Sinn und Zweck sein.

    Und da geht es weiter, warum man es nicht allein dem Endkonsumenten überlassen kann, mit Fleisch verantwortungsvoll umzugehen. Wenn das teurer wird, können sich das weniger Menschen tatsächlich leisten. Da wird die Tafel noch mehr gespendete Lebensmittel brauchen, weil die sich der Einzelne zusätzlich zum Fleisch dann auch nicht mehr leisten kann. Bei Preiserhöhungen muss immer noch die Relation zum Einkommen stimmen. Und da läuft schon heute was schief.

    Man kann es drehen und wenden, wie man will, man kommt immer bei einem anderen Problemfeld raus. Das kann der normale Mitbürger aber auch nicht lösen. Auf ihn wird aber alles abgewälzt.

    Zitat

    Vegan ginge gar nicht, denn für mich sollen Nahrungsmittel möglichst naturbelassen sein. Was vegane Ersatzprodukte nicht sind. Wem's schmeckt... ich esse lieber etwas, was auch noch richtige Nährstoffe enthält.

    Das hat nicht mal was mit schmecken zu tun.

    Seit meiner Gallenoperation gibt es hier nur noch Butter. Die Ernährungsberaterin damals hat von pflanzlichen Streichfetten abgeraten. Die sind stark künstlich behandelt, damit sie streichfähig werden. Und was ich so mitgekriegt habe, ist in der Pflanzenöl-Produktion auch viel Chemie im Spiel.

    Man macht sich viel zu wenig Gedanken, was die ganzen Zusatzstoffe in den Lebensmitteln mit dem Körper so alles anstellen.

    Ja, viele machen sich zu wenig Gedanken. Margarine gibt es bei mir bspw. auch nicht; maximal in extremen Backzeiten um Weihnachten rum. Kekse können gute Margarine durchaus vertragen.


    Bzgl. der Landwirte:

    Vielen steht das Wasser bis zum Halse, weil die Preise schlecht sind, Investitionen viel viel Geld kosten. Ein Teufelskreis. Was ich hier im Gespräch auf dem Markt erlebe ist, dass gerade die großen Firmen (Tönnies etc.) einfach Preisdruck aufbauen. Da bleibt der Gewinn, bei unterirdischen Preisen im Supermarkt. Die Discounter, Ketten, Produzenten bauen da einfach Druck auf: "Wenn icht Preis X, dann kaufen wir nicht." Existenzbedrohend und in dieser Maschinerie auch ein Logistik-Probleme (siehe Tönnies-Schließung: Die Bauern wussten nicht wohin mit den Tieren, weil der nächste Schwung Ferkel kam).

    Alles eine Katastrophe. Weswegen ich eben nur noch beim Metzger kaufe, der 100% selber produziert. Und direkt aus dem Umland die Tiere bezieht. Da ist auch noch viel Luft nach oben, aber das ist ein Familienbetrieb, der selber zerlegt und überhaupt, was auch das leidige Thema "osteuropäische Schlachthofmitarbeiter" umgeht. Denn Bedientheke im Supermarkt enthält dich auch nur abgepackte Stückware, die dann wieder geschnitten wird. Dasselbe Zeug, wie man auch abgepackt vorfindet. Für mich alles nicht akzeptabel. Mein Fokus geht halt über "Tiernutzung/Tiertötung" hinaus.

    Zitat

    Kekse können gute Margarine durchaus vertragen.

    Och nö, die guten Weihnachtskekse einmal im Jahr. Da kommt aus Prinzip Butter rein. ;-D

    Zitat

    Bzgl. der Landwirte:

    Vielen steht das Wasser bis zum Halse, weil die Preise schlecht sind, Investitionen viel viel Geld kosten. Ein Teufelskreis. Was ich hier im Gespräch auf dem Markt erlebe ist, dass gerade die großen Firmen (Tönnies etc.) einfach Preisdruck aufbauen. Da bleibt der Gewinn, bei unterirdischen Preisen im Supermarkt. Die Discounter, Ketten, Produzenten bauen da einfach Druck auf: "Wenn icht Preis X, dann kaufen wir nicht." Existenzbedrohend und in dieser Maschinerie auch ein Logistik-Probleme (siehe Tönnies-Schließung: Die Bauern wussten nicht wohin mit den Tieren, weil der nächste Schwung Ferkel kam).

    Und das ist eben das Problem, dass der Endkunde nicht lösen kann. Der kann nur das zahlen, was er im Säckel hat. Ja, er könnte weniger kaufen und dafür mehr bezahlen. Kommt aber unterm Strich an Einnahmen das gleiche bei rum. Der Preisdruck bliebe derselbe.
    Der Kunde müsste dazu in der Lage sein, für die gleiche (und gleichzeitig geringere) Menge mehr bezahlen zu können, damit es sich für die anderen Beteiligten lohnt. Aber auch das ändert der Konsument nicht und auch der Landwirt hat darauf keinen Einfluss.

    Das stimmt in dieser Absolutheit nicht. "Den Konsumenten" mit nur einem bestimmten Kaufverhalten gibt es so nicht. Und lange nicht jeder lebt in derart prekären Verhältnissen, nicht mehr Geld für Nahrungsmittel ausgeben zu können.

    Zitat

    Das stimmt in dieser Absolutheit nicht. "Den Konsumenten" mit nur einem bestimmten Kaufverhalten gibt es so nicht. Und lange nicht jeder lebt in derart prekären Verhältnissen, nicht mehr Geld für Nahrungsmittel ausgeben zu können.

    Ich habe dennoch den Eindruck, dass es ein nicht sehr kleiner Kundenkreis ist, der das nicht kann. Wobei man Menschen auch immer nur bis vor den Kopf schauen kann und es natürlich möglich ist, dass manche auch nicht wollen.

    Ich glaube mental wirst du das durch heben, solange immer wieder mit Rezepten herum experimentierst. Du musst dir bewusst sein, dass das meiste dann aus Gemüse bestehen wird, aber auch dieses kann man ja auf unterschiedliche Weisen zubereiten :-)


    Ich habe selber vor 5 Jahren aufgehört Fleisch zu essen, und kann nur sagen, dass ich mich in diesen Jahren immer viel fitter, energiereicher und "leichter" gefühlt habe. Das Gefühl, zu viel gegessen zu haben, ist verschwunden, ich hatte keine Kopfschmerzen mehr und die Müdigkeit ist verschwunden, kann ich also nur empfehlen :)^


    Du musst einfach aufpassen, dass du allfällige Vitamine dann über Präparate aufnimmst. Zum Beispiel Vitamin B12 kommt fast nicht in pflanzlichen Produkten vor, sondern nur in Tierprodukten, weshalb du da schnell mal einen Mangel verspüren kannst. Aber heutzutage kommt man ja schnell zu diesen Präparaten.


    Ich würde vielleicht empfehlen, die einzelnen Nahrungsmittelgruppen step-by-step zu eliminieren, damit die Umstellung nicht so drastisch ist und du auch Zeit hast, neue Rezepte zu finden und dich an die Umstellung zu gewöhnen.