@ merula93

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    Gehe ich mit Kollegen essen, denen auffällt, dass ich kein Fleisch bestelle, beginnen sie direkt über Vegetarismus zu diskutieren. Obwohl ich kein Wort sage, fühlen sich allein durch meine Anwesenheit schon Leute angegriffen und die Diskussion geht von dummen Witzen über meine Ernährung ("Vegetarisch ist Indianisch und bedeutet ,Zu blöd zum Jagen'") bis zu plötzlichen Anfällen von Schuldeingeständnissen ("Eigentlich ist es ja richtig..."). Und ich will einfach nur Essen, okay?

    Kenne ich ebenfalls. Erst nehmen sie von sich aus eine Rechtfertigungs- und Abwehrhaltung ein, die immer darauf abzielt, Vegetarismus/Veganismus letztlich ad absurdum zu führen, und am Ende werben sie für gegenseitige Toleranz. Bitte? Für was bedarf ich fremder Toleranz (=Duldung)? Weil ich eine bestimmte Zutat weglasse, die Allesesser auch nicht ständig essen? Das ist doch nur noch hanebüchen. Genau genommen nützt Fleischessern der Fleischverzicht anderer sogar, weil dadurch die Konkurrenz auf der Nachfrage-Seite vermindert wird.

    Ich glaube es braucht solche Fäden noch, so lange Manche meinen....

    Shelby T.

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    Jeder sollte essen was er möchte.....ohne Wenn und aber...

    Eben nicht. Denn gedankenloser Nahrungsmittelkonsum bringt uns so dezente kleine Probleme wie weit verbreitetes massives Übergewicht, Antibiotikaresistenzen, massive Umweltschäden und -beeinträchtigungen, teils alarmierende Überfischung usw. Gedankenloses essen schadet uns und unserer Umwelt massiv. Und die Umwelt brauchen wir, denn die ernährt uns...


    Das ist natürlich kein reines Vegetarier-Fleischesser-Problem. Auch Vegetarier können Ernährungsgewohnheiten haben mit denen sie sich selbst und der Umwelt schaden. Gegen moderaten Fleisch- und Fischkonsum habe ich nichts. Aber gegen die doofe Masse die vollkommen gedankenlos nach dem Motto "billig ist gut" kauft und isst. Von mir also auch ein klares Wenn und Aber.

    Ich verstehe nicht, dass es hier scheinbar nur das eine oder das andere Extrem gibt. An sich bin ich der Meinung, dass der Mensch an sich ein Falles- und damit auch Fleischfresser ist, das hat die Natur so eingerichtet, man sehe sich nur mal unser Gebiss an.


    Dennoch bedeutet das in der heutigen Zeit keinen Freibrief für immer und überall Fleisch zu essen, insbesondere auch noch aus der Billig-Massentierhaltung, das muss wirklich nicht sein. Dafür lieber seltener Fleisch aber dann welches was unter vernünftigen Bedingungen für die Tiere hergestellt wurde, abgesehen davon tut man seiner Gesundheit auch keinen Gefallen mit dem Billigfraß. Es geht nicht darum jemanden zu missionieren, aber es schadet sicherlich nicht mal ab und zu darüber nachzudenken wo das Fleisch herkommt.


    Bei entsprechenden Reportagen über die üblen Missstände in der Massentierhaltung regt sich ejder auf und ekelt sich, aber ändern tun die meisten Leute dann nichts... :(v

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    dass der Mensch an sich ein Falles- und damit auch Fleischfresser ist, das hat die Natur so eingerichtet, man sehe sich nur mal unser Gebiss an.

    Der Mensch ist überhaupt ein wildes Tier - man sehe sich nur mal die Nachrichten an >:( . Das heißt ja nicht, dass man daran nichts ändern könnte. Wenn man wollte. Will man nicht, OK. Aber nicht, wegen des Gebisses, sondern weil vielen Fleisch schmeckt. Und das persönliche Wohlbefinden ist halt wichtiger. Mich nerven diese Pseudowissenschaftlichen Erklärungen mancher Fleischesser ... der Mensch ist nun mal ein Säugetier / Fleischesser... Na und, das ist doch kein Grund ... Der Grund ist Genuss oder Ignoranz oder Bequemlichkeit. Und auch das ist menschlich.


    P.S. geht nicht an Dich Monger ;-) Ich weiß, dass Du es in einem anderen Kontext geschrieben hast.

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    Naja, ich sehe es eigentlich eher so, dass in dem Video einfach mal die Rollen umgedreht wurden.


    Normalerweise ist es doch so, dass sich die Veganer und Vegetarier ständig erklären müssen, so erlebe ich das zumindest.

    Ich kenne es nur andersrum. "Fleischesser sind Mörder" hört man so oft.


    Pflanzen sind auch Lebewesen, also wie rechtfertigt man es dann, einen Salat zu essen? Niemand sollte sich für das rechtfertigen müssen, was er isst

    Zitat

    dass der Mensch an sich ein Falles- und damit auch Fleischfresser ist, das hat die Natur so eingerichtet, man sehe sich nur mal unser Gebiss an.

    Hast du das mal getan? Und dir dann das Gebiss echter Alles- oder Fleischfresser? Und das einer Kuh oder eines Pferdes? Und dann mal verglichen welchem Gebiss unseres eher ähnelt?


    Einige hier sagen es ja schon: Sie essen Fleisch weil es ihnen schmeckt und ihnen die Tiere egal oder jedenfalls nicht ausreichend wichtig sind, im Vgl. zum eigenen Genuss oder der Bequemlichkeit. Wieso müssen dann immer so komische "Argumente" kommen wie "ist natürlich" (das kümmert euch bei Blinddarmentzündung auch nicht) oder "wir haben ein Fleischfressergebiss/Darm" (ist wissenschaftlich betrachtet eben nicht richtig. Und selbst wenn: Wenn das Argument valide wäre: Was meint ihr was Ursache und was Wirkung ist? Glaubt ihr ein Gebiss entwickelt sich, weil man als Spezies die Ernährung ändert? Oder denkt ihr ernsthaft das ändert sich mal rein prophylaktisch, damit man dann die Ernährung umstellen kann wenn man will?). Wer wirklich ohne Reue und schlechtes Gewissen Tiere isst, der kann das sagen und muss sich nicht auf naturalistische Fehlschlüsse und unsinnige Pseudoargumente zurückziehen.

    Agard1989

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    Pflanzen sind auch Lebewesen, also wie rechtfertigt man es dann, einen Salat zu essen?

    Eins meiner Lieblings"argumente" das mit den Pflanzen. ;-D Tiere töten lassen um sie zu essen ist ok, aber einen Salat essen sei gefälligst Mord an einer Pflanze. %-|


    Schon mal überlegt dass Tiere fühlende intelligente Wesen mit Gedächtnis und Sozialverhalten sind, uns Menschen sehr ähnlich? Während es bei Pflanzen nur chemische Prozesse auf einfachstem Level gibt die solchen Dingen im Ansatz ähneln. Genauer erklärt: manch ein fühlendes Wesen möchte nicht dass andere fühlende Wesen getötet werden, nur weil sie das Pech haben gut zu schmecken. Kannst du das verstehen?


    Wer das nicht versteht den bitte ich nach dem Tod seine eigenen Haustiere zu verspeisen. Sind schließlich "auch nur Tiere".... ]:D Wenn man ne Kuh töten lassen und essen kann, warum nicht den Familienhund oder die Katzenkinder? Sind doch alles nur Tiere. Und Hund schmeckt den Asiaten schließlich durchaus.

    @ Agard1989

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    Ich kenne es nur andersrum. "Fleischesser sind Mörder" hört man so oft.

    Geht's vielleicht noch etwas präziser? Irgendwelche Bildchen auf Facebook, die durch keine Ahnung wen verbreitet werden, zählen übrigens nicht.

    Zitat

    Pflanzen sind auch Lebewesen, also wie rechtfertigt man es dann, einen Salat zu essen?

    Schön, jetzt spielen wir wieder Bullshit-Bingo und gehen die dümmlichsten aller Argumente nacheinander durch. Die ethische Logik hinter dem Veganismus beruht auf dem negativen Utilitarismus, d. h. Vermeidung von vermeidbarem negativen Nutzen (auch "Leid"). Da Pflanzen nach derzeitigem Erkenntnisstand der Wissenschaft weniger empfindungsfähig sind, steht das nicht im Widerspruch dazu, denn Leben bedeutet nun einmal Konsumieren von Biomasse. Im Übrigen verbraucht Tierhaltung zwecks Fleischerzeugung bedeutend mehr Pflanzen - Faustregel: Je länger die Nahrungskette, umso größer der Energie und damit Biomasseverlust.

    Zitat

    Niemand sollte sich für das rechtfertigen müssen, was er isst

    Dann bist du auch nicht vernunftbegabt und ein Tier wie jedes andere auch. Ich meine das übrigens nicht beleidigend, da das meiner Überzeugung entspricht.

    Zitat

    Hast du das mal getan? Und dir dann das Gebiss echter Alles- oder Fleischfresser? Und das einer Kuh oder eines Pferdes? Und dann mal verglichen welchem Gebiss unseres eher ähnelt?


    Einige hier sagen es ja schon: Sie essen Fleisch weil es ihnen schmeckt und ihnen die Tiere egal oder jedenfalls nicht ausreichend wichtig sind, im Vgl. zum eigenen Genuss oder der Bequemlichkeit. Wieso müssen dann immer so komische "Argumente" kommen wie "ist natürlich" (das kümmert euch bei Blinddarmentzündung auch nicht) oder "wir haben ein Fleischfressergebiss/Darm" (ist wissenschaftlich betrachtet eben nicht richtig. Und selbst wenn: Wenn das Argument valide wäre: Was meint ihr was Ursache und was Wirkung ist? Glaubt ihr ein Gebiss entwickelt sich, weil man als Spezies die Ernährung ändert? Oder denkt ihr ernsthaft das ändert sich mal rein prophylaktisch, damit man dann die Ernährung umstellen kann wenn man will?). Wer wirklich ohne Reue und schlechtes Gewissen Tiere isst, der kann das sagen und muss sich nicht auf naturalistische Fehlschlüsse und unsinnige Pseudoargumente zurückziehen.


    Namja

    Ja, habe ich. Das Gebiss ist nur ein Teil der darauf hinweist (der Mensch hat kein rein "glattes" Gebiss, sondern auch spitze Zähne zum Reissen der Nahrung), ebenso die Darmlänge oder das Volumen des Magens. Wenn man das mit Tieren vergleicht, dann landen wir irgendwo zwischen pflanzen und Fleischfresser (hier sagt auch niemand reiner Fleischfresser), also sowohl als auch. Zudem hat der Fleischkonsum damals dazu geführt, dass der Mensch sich so entwicklen konnte wie er dies getan hat. Hier ein ganz interessanter Artikel dazu:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Ern%C3%A4hrung_des_Menschen


    Es gibt sicherlich unterschiedliche Meinungen dazu und ich behaupte nicht, dass wir nicht auch anders könnten, aber die Grundlagen zum Fleischessen sind schon seit mehreren Tausenden Jahren nunmal in uns drin.

    Zitat

    Geht's vielleicht noch etwas präziser? Irgendwelche Bildchen auf Facebook, die durch keine Ahnung wen verbreitet werden, zählen übrigens nicht.

    Meine Exfreundin ist Veganerin, was glaubbst du wie oft in unserer Beziehung ich mir das anhören konnte?

    Mein Argument mit dem Salat war nicht gewählt, um euch zu kritisieren, dass ihr keinen mehr essen solltet, sondern, um zu zeigen, dass euer Argument genauso schwachsinnig ist. Die Wertigkeit eines Lebewesens hängt also davon ab, ob es sich selbst bewusst ist?