Zitat

    Was ich viel bedenklicher als den Konsum finde, ist wie einige sich selbst beflunkern. Der Punkt wurde hier schon öfter angesprochen - in Foren und auch im echten Leben essen auf einmal alle nur noch Biofleisch von Tieren, die friedlich eingeschlummert sind, zumindest nach ihren Aussagen. Das passt nicht zu der Realität, was gekauft wird.

    In der Realität spielen bei der Kaufentscheidung mehr Faktoren als nur die "gute Idee" eine Rolle. Da geht es darum, ob man die Zeit und Lust hat zum Bauernhof zu fahren, oder aber das Abendessen auf dem Heimweg noch schnell besorgen muss. Dann die Auswahl, die zur Verfügung steht, der Preis, etc.


    Mit das stärkste Argument ist sicherlich auch die Kaufkraft. Ich esse nicht viel Fleisch, weil ich es gar nicht möchte. Trotzdem habe ich im Studium nicht zu Bioprodukten gegriffen, im Wissen, das es die bessere Wahl wäre, da mir die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung standen. Jetzt kann ich es mir leisten, also tue ich es. Aber ich verurteile nicht die Menschen, die es sich nicht leisten können und nicht bereit sind deswegen einfach zu verzichten. Selbst wenn jemand nur einmal pro Woche auf seinen gewohnten Fleischkonsum verzichtet, ist es bereits ein Zeichen und eine Tat, dass man sich sehr wohl Gedanken macht und etwas ändern möchte. Es muss nicht gleich die Hardliner Veganger Einstellung sein. Diese zu fordern ist ohnehin müßig, da sehr unrealistisch.

    katercharlie

    Na und? Wenn die Inder lieber die Kühe anbeten statt sie zu essen, werde ich das nicht kritisieren. Ist deren Sache. Aber ich lehne es ab, den Indern in diesem Punkt nachzueifern.




    prinsessalle

    Zitat

    Der Mensch als 2. Konsument bekommt also nur 10% der Pflanzenenergie, wenn er das Tier isst. Die restlichen 90% gehen verloren, also ist es energiesparender, gleich die Pflanze zu essen.

    Energie kann nicht verloren gehen. --> Energieerhaltungssatz Du musst dich irren.




    julejule81

    Zitat

    Ich auch nicht, aber ich finde eine höhere Besteuerung, zumindest von Rindfleisch, wegen der Methan-Problematik legitim.

    Daran ist gar nichts legitim und noch viel weniger ist es logisch. Ein Stück Rindfleisch furzt nicht mehr. Wenn du auf die Methan-Problematik abstellst, musst du das lebende Rind, also den Halter des Rindviechs besteuern. Durch meinen Steakkonsum verhindere ich, dass das Rind weiterfurzt und Methan in die Sauerstoffhülle bläst, und für meinen Beitrag an praktiziertem Umweltschutz soll ich dann auch noch besteuert werden?

    @ Tibatuku

    Himmel...jetzt fallen mir ganz viele böse Worte ein.


    Ok, die Energie geht nicht verloren. Mit ihr wird etwas anderes gemacht:


    Der gesamte Organismus wird betrieben und dabei wird vor allem Wärme abgegeben. Denn, o Wunder, Schweine, Rinder und Hähnchen sind Warmblüter. Stell dir vor, diese Energie verpufft sozusagen, sie kann nicht mehr anderweitig benutzt werden. Jedes Lebewesen hat einen Grundbedarf, und um Biomasse zusätzlich anzulegen, muss noch einmal mehr Energie zugeführt werden.


    Wenn du den ganzen Tag nur liegen würdest, würdest du trotzdem (je nach Größe und Gewicht) ungefähr 1500-2000kcal (für normale Menschen) verbrennen, allein um deine Lebensfunktionen aufrecht zu erhalten. Du wächst trotzdem nicht mehr.


    Genauso ist das bei Tieren.

    Hier etwas zu den Nahrungsketten:


    http://abitur-wissen.org/index.php/biologie/oekologie/134-oekologie-nahrungsbeziehungen


    In unserem Fall wäre es dann entweder:


    Pflanze -> Mensch


    oder


    Pflanze -> Tier -> Mensch


    Und dazu, dass der Verbraucher der Held ist, der das Pupsen der Kuh beendet:


    http://www.rechnungswesen-verstehen.de/bwl-vwl/vwl/angebot-und-nachfrage.php


    Seinetwegen werden Kühe überhaupt gezüchtet.

    @ beetlejuice

    Gibt aber auch andere, die in diesem Forum lesen, und das womöglich glauben.


    Fleischesser sind nicht allein für das Leid der Welt verantwortlich, aber tragen sehr wohl dazu bei. Genauso wie die Menschen, die neue Klamotten (von Marken) kaufen, anstatt Second Hand oder Fair Trade, die mit ihrem Auto jeden Meter zurücklegen, die ihren Kaffee und ihre Schokolade nicht Fair Trade kaufen, die viele Chemikalien benutzen, usw usf. Nicht zuletzt die Menschen, die ihre Mitmenschen psychisch und physisch misshandeln.


    Das alles erzeugt Leid. Und jedem sollte das bewusst sein.

    Viele stehen aber eben nicht dazu, oder sie wissen es gar nicht. "Wie, der Kaffee beutet arme Menschen aus?"


    "Was, warum ist denn Fleisch umweltschädlich?"


    Diese Menschen gibt es zuhauf, jeder muss irgendwann von diesen Umständen erfahren. Aber wenn man darauf aufmerksam macht, ist man sofort ein Gutmensch, der allen das Leben madig reden will.

    also wer ein bisschen mit offenen Augen durch die Welt geht der weiß das. Und wer es nicht weiß, der will es auch gar nicht wissen. Der lässt die Infos auch das 10. mal an sich abprasseln. Und dann muss sich auch keiner als Missionar aufspielen. Das ist meine Meinung. Alle sagen immer "Leben und leben lassen".... komisch, dass es dabei dann nicht gilt.


    Ist aber wie HIV Schutz etc... wer mir immer noch erzählen will, dass er noch nie was von safer sex gehört hat, der geht mit solchen Scheuklappen durch die Welt.... der ist es dann selbst schuld.


    Schulstoff ist sowohl Tierhaltung, wie Methan erzeugnis wie Wasserkreislauf wie Regenwälder wie KLimaerwärmung etc pp... oder woher weißt du das sonst alles in deinem zarten Alter?

    Ich weiß es teilweise aus der Schule, ja. Aber ich habe mich schon mit anderen in meinem Alter (aus anderen Schulen, anderen Bundesländern) darüber unterhalten, und denen habe ich etwas ganz Neues erzählt. Genauso wie meinen Großeltern. Auch vielen Menschen mit weniger Bildung ist es nicht bewusst.


    Wir hatten das Thema übrigens in der 8. Klasse. Was wir noch in der 8. Klasse hatten, waren binomische Formeln, Erörterungen und Imperialismus. Denkst du, die meisten aus meinem Jahrgang wissen noch irgendwas über diese Themen? Genau, Schüler vergessen Dinge gerne und schnell. Vor allem, wenn sie nicht hilfreich erscheinen oder unangenehm sind. Umweltproblematik ist davon oft nicht ausgenommen.

    und dann kommst du und öffnest ihnen die Augen? Und dann behalten sie es und krempeln ihr Leben um? Sorry das find ich naiv.


    Oder sind sie nicht viel mehr davon genervt wenn du es mehr als einmal alles sagst?


    PS ich hoffe binomische formeln und Erörterungen werden nicht vergessen... lol

    Nö, sie werden daran erinnert und denken zumindest für 5min über das nach, was sie kaufen und was sie zu sich nehmen. Ich habe mein Leben auch nicht aufgrund einer Diskussion oder eines Berichtes geändert, sondern weil ich mich damit sehr viel beschäftige und darüber lange Zeit nachgedacht habe. Der ganze Vorgang hat ca. vier Jahre gedauert.


    Binomische Formeln und wie man eine Erörterung aufbaut werden vergessen, also muss ich dich enttäuschen. Selbst viele Leistungskursler schauen mit großen Augen "Wie, binomische Formeln?" und müssen das ganze noch mal lernen.