• Gespritztes Obst und Gemüse aus Supermarkt kaum noch Vitamine?

    Hallo zusammen, ich habe mal gelesen, dass das Obst und Gemüse aus dem Supermarkt kaum noch Nährstoffe erhält, da überzüchtet, gespritzt und lange gelagert. Zum Beispiel habe ich letztens diese kleine Reportage zu Erdbeeren gesehen: youtube.com/watch?v=WqX4wKdfSkY. Unterm Strich kam dort bei raus, dass auf diesen Erdbeeren mehrere Pestizidsorten zu finden…
  • 105 Antworten
    DarkerShark schrieb:
    Beverly96 schrieb:

    aber habe für Essen jetzt nicht SO viel Geld über (150€)

    Und das pro Monat? Das sind doch 5 EUR am Tag oder 35 EUR die Woche. Geradezu fürstlich als Budget würde ich sagen. Mit deinem frischen Obst und Gemüse kaufst du aber leider zu wasserreiche Produkte. Daher haben die auch kaum Kalorien und du brauchst so viel. Iss einfach zu jeder Mahlzeit ein paar Haferflocken (gern Bio), Reis (gern Bio) und Nudeln (auch gern Bio) und schon brauchst du nur noch die Hälfte oder ein Drittel an frischem Obst und Gemüse.

    Schön wenn du den weltweiten Vergleich dazu verwendest, allerdings in Westeuropa, hier wo wir alle leben, da würde ich 5Euro am Tag keinesfalls als FÜRSTLICH bezeichnen. Also das ist dann schon ein eher verarmter Fürst. (Ok, Lebensmittelkosten in Österreich sind höher als in Deutschland, das weiß ich, aber auch die Kosten in Deutschland sind nicht so gering, dass man mit 5 Euro am Tag fürstlich isst (und trinkt).)


    Natürlich kann man seine täglichen Kalorien auch in Form von 1/4 Kilo Butter und sämtliche Vitamine, Spurenelemente,... als Tablette einnehmen, aber ehrlich, dann kann ich auch gleich von der Brücke springen. Dann ist Lebensfreude eh schon weg.

    Sunflower_73 schrieb:

    Aber um bei Deiner Sichtweise zu bleiben:

    Menschliches Blut (besteht bis zu 95% aus Wasser. Hey, die restlichen 5% sind dann NICHTS? Funktionslos? Inhaltslos? Nicht nennenswert?


    Muskelgewebe besteht zu 75% aus Wasser. Die restlichen 25% sind wertlos?

    Was soll das? Die sind weder NICHTS, noch funktionslos, noch inhaltslos. Und was soll die tumbe Wiederholung?


    Aber nur der Nicht-Wasser-Anteil in der Nahrung hat überhaupt die Chance, ein Nährstoff zu sein. Wasser ist wichtig für den menschlichen Körper, klar. Aber Wasser gibt's von woanders billiger. Daher ist für eine kostenorientierte Ernährung immer zu schauen, wieviel Nichtwasser-Anteile man eigentlich mit den Nahrungsmitteln einkauft.


    Zitat

    Aber schön, man soll also Deiner Meinung nach nichts mit hohem Wasseranteil essen, weil zu wenig Kalorien und Wasserverschwendung.

    Das stimmt auch nicht. Natürlich soll man Sachen mit hohem Wasseranteil essen. Aber möglichst nicht kaufen, wenn man sich kostenoptimiert ernähren muss oder will. Sondern man kauft bevorzugt was trockenes (z.B. Nudeln, Reis, Mehl; Lebensmittel in Pulverform, siehe unten) macht dann zuhause was draus (da kommt z.B. beim Reis kochen das Wasser dazu) und die fertige gekochte Nudel hat dann 50% Wasseranteil. Gekochter Reis 68% Wasseranteil. Genau so mit Bohnen, Linsen, gelben Erbsen, etc.


    1 Liter Leitungswasser kostet ca. 0,2 Cent. Mit keinem gekauften Lebensmittel kann man das toppen. Das ist die Grundüberlegung dabei.


    Genau so Milchpulver, Eipulver, gefriergetrocknetes Gemüse, Trockenobst, Kartoffelpüreepulver. Das sind alles die wasserarmen Alternativen. Umgerechnet auf die Trockenmasse (und nur diese hat einen Nährwert) sind diese billiger, leichter zu transportieren und auch noch besser zu lagern und haltbarer als das wasserhaltige Komplettprodukt. Und so arbeiten z.B. Großküchen. Es gibt auch Trockenfleisch und Trockenfisch.


    Sonst die Alternative sind Konserven mit Konzentraten. So werden z.B. sehr günstig Getränke transportiert (ganze Schiffe voller Orangensaftkonzentrat). Säfte generell in Konzentratform, und auch z.B. Softdrinks.


    Auch Gemüsekonserven (eingekocht) oder Obstkonserven sind kostengünstige Alternativen. Der Zucker darin macht haltbar und ist zusätzlich für den Körper verwertbare Energie. Was natürlich einzurechnen ist.


    Ein Nebeneffekt dabei ist, dass davon auch viel weniger weggeworfen wird als vom frischen Obst und frischen Gemüse, wo etwa 10-25% (teilweise auch mehr) in der Lieferkette entsorgt wird und dem einen oder anderen wird auch daheim mal was schlecht oder wird welk/braun/vergammelt.


    Ohne Frage ist frisches Obst und Gemüse aromatischer, vitaminreicher, knackiger, formschöner, optisch appetitlicher. Aber auf Geschmack/Aroma/Textur/Farbe kommt es in der kostenoptimierten Ernährung nicht an. Und Vitamine lassen sich wieder zusetzen. Sie sind wichtig, aber die nötigen Mengen sind winzig klein.

    BenitaB. schrieb:

    Nenne mir die Menschen, die wegen Vitaminmangels so geschwächt sind, dass sie die Corona Patienten ein Bett fordernd die Kliniken sprengen.


    Wie konnten Menschen nur in jeglichen Kriegszeiten überleben ohne Vitaminkonzept...

    Ja, darüber habe ich auch schon nachgedacht. Fakt ist: die Menschen waren, wie man behauptet, nach dem Krieg weitgehend gesund. Krankheiten, die mit Völlerei und Fettfutterei zu tun haben, wie Gallengeschichten usw....,gab es angeblich gar nicht mehr. Die Leute waren fit.

    Fakt ist aber auch, dass die dauerhaft Vitaminmangel gehabt haben mußten. Denn das, was man angeblich täglich schaufeln muß, um alle Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Aminosäuren und was es alles gibt, haben die nicht einen einzigen Tag zu sich genommen.


    Manchmal frage ich mich, ob diese Vorgaben überhaupt stimmen. Wer weiß, was der Körper alles drauf hat, wie der klar kommen kann, wovon die Schlaumeier der Ernährungswissenschaften gar nichts wissen.

    just_looking? schrieb:

    Natürlich kann man seine täglichen Kalorien auch in Form von 1/4 Kilo Butter und sämtliche Vitamine, Spurenelemente,... als Tablette einnehmen, [...]

    Bisschen mehr Mühe muss man sich schon geben. 250g Butter am Tag wären viel zu fettreich und cholesterinreich. Und auch zu teuer.


    Aber Butter hat nur 15% Wasser => damit ist es aus Kostensicht eines der interessanteren Lebensmittel. Natürlich aber kostenmäßig geschlagen von z.B. Rapsöl, was dazu noch vegan ist, keine Massentierhaltung braucht und sich günstig aus Bio-Anbau beschaffen lässt.


    Am Ende kann man sich mit 10-15 gut haltbaren Bio-Zutaten (z.B. Bio-Mehl oder Bio-Getreide zum Selbstmahlen, Bio-Gemüse gefriergetrocknet, Bio-Dörrobst, Bio-Tee, Bio-Saft-Konzentrat, Bio-Milchpulver, Bio-Eipulver, Bio-Linsen, Bio-Trockenfleisch, Bio-Trockenfisch, Bio-Rapsöl, Bio-Rübenzucker, Bio-Honig) durchaus ausgewogen ernähren, braucht von jedem einzelnen nur wenige Gramm (z.B. am Tag: 200 Gramm Kohlenhydrate => 800 kCal, 50 ml Fett => 450 kCal, 150 Gramm Eiweiß => 600 kCal) und gibt immer wieder zu den ganzen Sachen eben Wasser dazu. Und nimmt die Multivitamin-Tablette oder Multivitamin-Saft dazu für die Sicherstellung an Vitaminen, Spurenelemente, Mineralstoffen.


    Ich denke, man schafft so 100% Bio-Ernährung mit unter 3 EUR am Tag. Und ich dachte, so eine Form der Optimierung sei um Ausgangsposting gewollt oder gesucht worden.

    Paar Sachen noch dazu: Bio-Weizenkleie, Bio-Nudeln, Bio-Reis.

    So, ich bin fertig. ;-) Und lasse euch in Ruhe mit den verwegenen Ideen.

    Ich vermute eher, die Ernährung (beinahe) ausschließlich auf "wiederaufgeweichte Pulver" umzustellen ist tatsächlich beinahe niemands Plan.

    Och, ich fand das waren ganz unterhaltsame und interessante Ausführungen ;-D...mal ein anderer Blickwinkel auf das Thema Ernährung.

    ich find die Überlegungen von darkershark sind nicht von der Hand zu weisen. Es geht ja bei den Überlegungen nur darum, wir bekomme ich eine Bio Ernährung mit ausreichend Vitaminen bei sehr begrenztem Budget hin.

    Ob das jetzt mit leckerem Essen und damit verbundener Lebensfreude vereinbar ist, steht dabei doch gar nicht zur Debatte.

    In Deutschland machen wir so ein Riesengeschiss um Ernährungsformen und immer wieder neuen Ernährungskonzepten, weil wir es uns leisten können, weil wir im Überfluss leben. Das sieht in anderen Teilen der Welt ganz anders aus, da ist man schon froh über eine simple Schale Reis. Und wenn es dann dazu noch eine Vitamintablette gibt - ja ist doch super aus Sicht der wirklich armen Menschen.

    Die Probleme der Menschen in armen Ländern werden aber nicht gelöst, indem wir hier keine Erdbeeren mehr essen, weil die zu viel Wasser und somit zu wenig Kalorien enthalten.

    Aber ich bin ja nur tumb.

    Von 150 € im Monat gesund leben?

    Haferflockenbrei (Porridge) morgens.


    Mittags Suppe aus Bohnen, Linsen, Möhren, Kartoffeln, Speckwürfeln.

    Abends Polenta.

    Sage ja nicht, dass das alles Highlights sind.

    Aber möglich ist das.

    Hatte ich vor 25 Jahren, krank, arbeitslos und noch keine Gelder bewilligt, so handhaben müssen.

    Na aber wenn ich auch hier ein sehr begrenzes Budget habe und meinen Fokus auf Bio legen möchte weil mir konventionell zu ungesund ist - also alles Bio kann man sich mit 150 Euro Lebensmittelbduget eben auch nicht leisten. Und dann wär zumindest ich an dem Punkt,dass ich mich frage, was ist mir wichtiger - mit 150 Euro Lebensmittelbudget satt werden oder halt nicht satt werden, dafür aber nur (Bio) Obst und Gemüse gegessen zu haben.

    Anders gesagt: Wie viele (Bio) Äpfel und Broccoli muss ich futtern, um auch nur 1000 kcal zu haben, was kostet mich das ganze dann und ist es mir das viele Geld wert, nur um bestimmte Vitamine zu erhalten? Oder esse ich lieber (Bio) Kartoffeln oder (Bio) Nudeln, weil die auf die Energiedichte bezogen billiger sind und dafür dann weniger (Bio) Obst und Gemüse und um auf Nummer Sicher zu gehen, nehme ich dann noch eine A-Z Tablette täglich.

    DarkerShark hat schon recht. Zur Stützung seiner Aussagen habe ich mich mal bei Wikipedia schlau gemacht. Was war denn in den Care-Paketen, die mit der Luftbrücke nach Westberlin geliefert wurden?


    Ab März 1947 enthielt ein CARE-Paket als Standard-Ausstattung:
    1 Pfund Rindfleisch in Kraftbrühe

    1 Pfund Steaks und Nieren

    ½ Pfund Leber

    ½ Pfund Corned Beef

    ¾ Pfund „Prem“ (Fleisch zum Mittagessen, ähnlich dem heutigen Frühstücksfleisch)

    ½ Pfund Speck

    2 Pfund Margarine

    1 Pfund Schweineschmalz

    2 Pfund Zucker

    1 Pfund Honig

    1 Pfund Schokolade

    1 Pfund Rosinen

    1 Pfund Aprikosen-Konserven

    ½ Pfund Eipulver

    2 Pfund Vollmilch-Pulver


    Alles konzentriertes, haltbares und hochkalorisches Zeug. Frisches wäre verdorben und hätte viel zu viel Transportvolumen benötigt. Insofern stimmt "Frischware ist Luxus" schon.

    Das Fleisch war dann wohl in Konserven abgefüllt, oder?

    Nach dem Krieg war man begeistert, nehme ich an. Innereien waren auch sonst sehr beliebt. Kann man aber heute nicht mehr so umsetzen. Das isst doch niemand mehr so oder die meisten Menschen wären gar nicht in der Lage daraus schmackhafte Gerichte zu "zaubern".

    na klar war das aus der Dose.Es gab Zeiten, da war in Dosen eingemachtes längst nicht so verpönt wie heute. Ich hab im Kochbuch von Henriette Davidis gelesen, dass "Die Hausfrau von heute die Annehmlichkeiten von in Konservendosen eingemachtem zu schätzen weiß" (sinngemäß)

    BenitaB. schrieb:

    Nach dem Krieg war man begeistert, nehme ich an. Innereien waren auch sonst sehr beliebt. Kann man aber heute nicht mehr so umsetzen. Das isst doch niemand mehr so oder die meisten Menschen wären gar nicht in der Lage daraus schmackhafte Gerichte zu "zaubern".

    Das ist schade. Leber mit Zwiebeln und Kartoffelbrei gehört heute noch zu meinen Lieblingsgerichten, gutgemachte Nierchen ebenso. Bin ja aber auch ein Oldie.