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    Ich bin selbst mehr als mein halbes Leben Nichtraucher und wenn meine Frau mich bittet, ihr Zigaretten mitzubringen, dann mache ich das ganz selbstverständlich. Merkst du was? Und jetzt komm mir nicht damit, dass Zigaretten und Fleisch ja völlig unterschiedliche Dinge sind.

    Damit komme ich dir nun aber doch: Wenn mein Partner mich bittet, ihm Zigaretten mitzubringen, dann schadet er sich damit in erster Linie selbst bzw. er möchte, dass ich ihn bei der Selbstschädigung unterstütze. Ich halte aber erwachsene Menschen für reif genug, sich darüber im Klaren zu sein, ob sie sich selbst schädigen möchten und greife da nicht ein. Schließlich bin ich ja nicht Mutter oder Erzieherin, sondern Partnerin.


    Ich würde aber mitnichten ein totes Tier zubereiten, weil mein Partner das gerne essen möchte. Damit würde ich nämlich ein wehrloses Tier verarbeiten, dass nicht entscheiden kann, ob es das möchte oder nicht. Das darf mein Partner also gerne selbst machen (er ist übrigens Nichtraucher).


    Bei uns ist es so: Da ich Vegetarierin bin, kochen mein Mann und auch ich vegetarisch und er isst Fleisch nur noch außer Haus. Freiwillig, nicht, weil ich ihm das Kochen von Fleisch zuhause verbiete. Wir essen abends einfach gerne zusammen und er hält es für unsinnig, sich extra Fleisch zu machen, wenn ich sowieso nichts davon esse. Zu leiden scheint er darunter nicht.


    Ich vermute, dass aus dem Verhalten deines Freundes eher der Geiz spricht. Frisch zubereitetes Essen schmeckt in der Regel viel besser als Junk Food (ich habe nichts gegen eine Pizza oder einen Burger hin und wieder!) und wer grundsätzlich lieber irgendwelchen Crap zu sich nimmt, hat entweder völlig verhunzte Geschmacksnerven oder misst Essen nicht den Wert bei, den jemand, der gerne gut isst, ihm beimisst.

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    Hast du auch nur einmal etwas für ihn gekocht? Also, was er mag? Oder nur, was du wolltest...

    Jep. Pizza, Nudel-Schinken-Gratin, Lasagne... Er mag ja mit Ausnahme einiger Gemüsesorten vieles. Solange es mit Käse überbacken ist, nomnom. :-q

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    Was ist eigentlich mit "normalen" Sachen? Gemüseauflauf, Kartoffeln mit Quark, Nudeln mit Tomatensauce... Das sind einfache Gerichte, die trotzdem gesund sind. Ist dir das nicht "exotisch" genug?

    Gibt's auch. Kartoffeln gekocht oder gebacken ohne ne Menge Käse/Sahne mag er allerdings nicht, die mach ich dann nur für mich selbst. Nudeln mit Tomatensoße gibt es recht oft, vielleicht einmal in der Woche, wenns schnell gehen muss. Mir kommt es nicht drauf an, dass alles exotisch sein muss. Meine Zutaten bekomme ich auch, ohne in einen Feinschmecker- oder Bioladen rennen zu müssen. ;-D


    Und das sogar zu erschwinglichen Preisen. Finde übrigens ne Kürbissuppe oder Reiscurry oder nen Nudelauflauf oder ne Gemüsepfanne nicht wirklich exotisch.

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    Ich wette, das diese gutbürgerlichen Gerichte der TE zu langweilig und auch nicht gesund genug sind.

    Siehe oben, dem ist nicht so. Und auch wenn ich Wert drauf lege, mich größtenteils gesund zu ernähren, esse ich doch mindestens 1 oder 2 Mal in der Woche etwas weniger Vorbildliches. Als Ausgleich habe ich dann den Sport.


    Zum Link "Orthorexie"

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    "Wer unter Orthorexie leidet, macht sich oft stundenlang Gedanken, wie er sich gesund ernähren kann"

    Stundenlang stimmt schon. Ich sitze vor Chefkoch, überlege, was ich lange nicht gegessen habe, gebe das ein und was lecker aussieht, koche ich. Wobei oft auch Milchprodukte (Sahne, Crème Fraiche, Schmand oder diverse Käsesorten) dazugehören. Also von einem "immer gesund" kann nicht die Rede sein, nur das Bestreben ist da und ich achte drauf. Nur eben ohne mir etwas reinzuquälen, was zwar megagesund ist, mir aber nicht schmeckt. Aber das Schauen macht Spaß, man sieht so viel leckeres Zeug, was man nachkochen will :-D

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    Wie hoch soll der Proteinanteil sein? Welche Fette sind gesund? Darf ich abends Kohlenhydrate essen?

    Da mach ich mir so gut wie keine Platte drum. Ich weiß nur, dass das Fett in Käse ungesund ist und in Nüssen gesund... Abends futter ich mein Brot und schaffe es trotzdem, langfristig mein Gewicht zu reduzieren. Jetzt kommt bestimmt wieder, dass ich mir dann darüber ja unbedingt mal Gedanken machen sollte. Aber so sehr will ich mein Essen nun auch nicht zerlegen; dann machts ja keinen Spaß mehr. :)D Und ich müsste bei jeder Zutat im Rezept überlegen, ob die denn sein muss oder wie ich das Essen "fettärmer" gestalten kann. Tu ich aber nicht.

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    Ungesunde Nahrungsmittel, oder solche, die auch nur ungesund sein könnten, werden nach Möglichkeit komplett vermieden.

    Trifft für mich momentan nur auf Fleisch zu. Alles andere gönne ich mir in Maßen. Mal ein Brötchen am Wochenende mit Nutella... Nen Countryburger mit Pommes und Fanta beim Burger King oder Kekse, Kuchen oder nen Schokoriegel. Ist alles drin. Ich denke, wenn man sich etwas in der Ernährung verbietet, woran man sehr hängt, dann kann das schnell in ungeplanten Fressattacken ausarten.


    In Sachen "andere missionieren". Ich finds natürlich nicht prickelnd, wie mein Freund sich ernährt. Aber ich stehe nicht mit erhobenem Zeigefinger in der Küche, wenn er sich sein Essen macht. Ich denke mir meinen Teil, sage aber selten was dazu. Das mache ich höchstens, wenn er sich drei Mal täglich sowas macht, was aber dann schon etwas ungewöhnlich ist und dementsprechend selten vorkommt. :-)


    Okay, weiter im Text.

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    Gurken für die Tiere werdne rausgerechnet, weil er sie nicht mag. Alter das sind Cent Artikel.

    Wir haben Winter, draußen liegt Schnee. Is grade nicht so mit Gras und Kräuter sammeln. Bin auch nicht die, die zwanghaft im Schnee wühlt, damit die Schweinchen unbedingt 5 Grashalme bekommen, um die sie sich im Winter prügeln können.


    Daher ist der Winter ziemlich mies. Es gibt Heu (wie immer), Trockenkräuter, aber primär viel Gemüse und ein wenig Obst. Und da ich 4 Meerlies habe... Sind das NICHT "ein paar Cent, Alter". Pro Woche komme ich sicher auf 15 - 20 € für die Tierchen. Im Sommer wirds wieder leichter, da ergänze ich nur Frischfutter von draußen mit ein wenige Gemüse. Aber momentan ist der Anteil nicht zu unterschätzen.

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    Die TE ist Vegetarierin. Ich bin selbst mehr als mein halbes leben Vegetarierin und wenn mein Partner Fleisch essen wollte, dann könnte er das natürlich gern tun, aber ich würde es ihm nicht zubereiten.

    Mir gehts auch darum, dass ich persönlich die Fleischindustrie nicht mit meinem Geld unterstütze. Egal, ob Billigfleisch aus dem Discounter oder Super-Bio-Qualität vom Hofladen. Ich akzeptiere seinen Fleischkonsum voll und ganz und es schmeckt ja auch gut, aber (mir) nicht so gut, dass ich mich dran stören würde, es wegzulassen. Er ernährt sich halt wie das Gros der Menschen auf der Welt... Und wenn man ein Problem mit dem Töten von Tieren hat, warum sollte man dann gern in der Küche stehen und die Überreste dieses Tieres mit Gewürzen massieren, mit nem Hammer draufkloppen, es durchkneten oder so? %:|

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    Meine Freundin ist auch Vegatariern und bereitet trotzdem füt ihren Verlobten Fleisch zu. Sie ißt es nicht, aber macht es für ihn.

    Wenn mein Freund sich selbst n Schnitzel brät, dann bricht er sich doch keinen in der Küche ab, oder? Das ist nicht gehässig gemeint. Da er mir ohnehin oft beim Kochen hilft, kann er doch parallel das Fleisch zubereiten und alles wird rechtzeitig fertig. Ich reiße ihn ja nicht aus wichtigen Tätigkeiten heraus, wenn ich ihn extra dafür in die Küche hole. Und dafür mache ich ja fast den ganzen Rest vom Essen. ":/


    Mein Freund hat übrigens heute erfahren, dass er seine zweite Bachelorarbeit gemeistert hat. Is natürlich super... Und er hat eingelenkt und meinte, er würde mir am Monatsanfang einfach zusätzlich zur Miete einen Betrag für gemeinsames Essen überweisen. Wie hoch der sein wird, wissen wir noch nicht. Aber ich finde es sehr lieb von ihm.


    Geredet haben wir ja bereits über einen gemeinsamen groben Plan. Mit dem Ergebnis, dass er nicht wusste, was er essen will. Er fand es jedoch sehr schön, dass ich ihn einbezogen habe und allein das hat die Stimmung gehoben. :)_

    Liebe Scaro

    Ich kann einige von deinen Argumenten verstehen. Aber trotzdem bist du auf eine wichtige Sache nicht eingegangen.


    Bei der Essenplanung klingt ihr noch nicht zusammen. Es hört sich für mich wie in einer WG an.


    Vielleicht solltet ihr beide da ein WirGefühl für euch entwickeln.


    Als Beispiel schrieb ich ja, dass es bei uns so ist:


    Mein Freund schmiert sich für die Arbeit morgens Brote mit Wurst und Schinken.


    ICH kaufe mir ein Brötchen beim Bäcker.


    ABER ich kaufe genauso das Brot ein und die Wurst für ihn und ich bezahle das Brötchen von "meinem" Geld. DAS war noch nie Thema bei uns. Es ist einfach so.


    Deswegen schrieb ich auch das über die Cent Artikel für die Gurken.


    Das wäre mir echt zu blöd, das rauszurechnen.


    Wenn ich mir beim Einkauf einen 6 PAck ToffieFee kaufe, rechne ich das auch nicht raus. Und wen mein Freund sich den 500 gramm Pack Serrano Schinken kauft, dann rechnet er das auch nicht raus.


    Also ich hoffe es kommt raus, was ich meine.


    Ihr solltet mehr Wir denken und weniger Ich

    gerade las ich einen Zeitungsartikel, der mir auf diese Diskussion so wunderbar zu passen scheint, dass ich dafür diesen alten Thread nochmal ausgrabe:


    http://www.dailymail.co.uk/health/article-3033325/Why-healthy-eating-new-eating-disorder-Raw-food-paleo-dieters-risk-dangerous-obsession-nutrition.html

    Also wenn ich meinem Mann eine Essensplan hinhängen wurde, ihn Gemüseallerlei und was weiß ich servieren wurde, würde er mich ein Vogel zeigen.. Dass gleiche wurde bei meiner Tochter zu Hause passieren.. Ich kann nur von uns beiden ausgehen..


    Wenn dein Freund sein Fastfood so liebt und lieber sein Geld ausgibt für ein Döner oder ein Tiefkühl Pizza, dann lass ihn doch.. Du kaufst für dich ein, und kocht dir jeden Tab dein gesundes Essen, und dein Freund bestellt sich oder kauft sich ein Döner.. Ihr könnt ja zusammen einkaufen gehen, aber halt getrennt einkaufen.. Er kauft sein Fastfood und du kaufst halt dein gesundes Essen.. Er bezahlt für sich und du für dich... Wo liegt das Problem.. Dann muss Du halt Single Portionen kochen..


    Warum zwingst Du ihn dein Essen auf, dein Kohl und Schüttelpizza und was weiß ich, wenn er eigentlich lieber Gyros essen möchte??? Verstehe ich einfach nicht.. Warum muss er für dein teures essen bezahlen wenn er lieber was anders essen möchte, dass sogar günstiger ist.. Du bist doch nicht seiner Mutter die dafür sorgen muss dass er gesund seine Gemüse isst jeden Tag...


    Du isst und bezahlst dein Grünzeug und er isst und bezahlt sein Fastfood... Ist doch ganz einfach.. Welchen Mann hat ständig Lust auf Grünzeug, Kohlkopf und Schüttelpizza??? Ich kenne keine... ":/ Ab und zu ist ein Currywurst oder ein halbes Hähnchen mit Pommes doch was feines ;-D


    Dass Du gerne gesund kochen möchtest und gerne abnehmen möchtest ist doch deine Sache, darunter muss sein Freund doch nicht leiden, auch nicht seiner Geldbörse...

    Ich hasse auch Essenplan für eine Woche.. Würde mich jeden Tag wie in einer Kantine oder in eine Kindergarten vorkommen, mit den Unterschied dass ich selber einkaufen müsste.. Wäre mir alles zu Buchhaltermäßig und viel zu arrangiert und geplant..


    Es stört mich dass TE schriebt dass sie für ihren Freund kochen WILL... Hört sich für mich wie bemüttern an.. So auf dem Motto Mutti kocht Heute wieder gesund für dich..Schön brav aufessen.. Viel Gemüse und nur gesundes... Brrrrr, ich schmecke jetzt schon den Spinat von meiner Mutter, den habe ich als Kind gehasst.. Als Kleinkind haben ich den ausgespuckt ;-D

    Ich würd mir da nicht so einen Stress machen. Wenn er sich so "ernährt" wie er das möchte, bist du ihn in spätestens 20 Jahren los. Krebs oder Herzkreislauf werden in dann schon geschafft haben. Nach dem er vor Rückenschmerzen und Diabetes schon ein wenig gelitten hat ;-)

    Wohl nicht unbedingt. Das hängt sehr stark vom Körper und der Veranlagung ab. Manche leben offensichtlich "ungesund" sehr lang und sehr gut. Wenn man den Thread so liest, hat wohl eher die Dame Probleme mit dem Gewicht, während der Herr hier keine Sorgen hat. Demnach scheint ihm seine Ernährung zumindest keine Gewichtssorgen zu bereiten. Ausserdem vergessen viele, dass auch fertige Nahrung nicht prinzipiell gesünder oder ungesünder ist, als selber gekochtes. Die Hersteller mischen ja nicht absichtlich schlechten Sachen in die Produkte.

    Zitat

    Die Hersteller mischen ja nicht absichtlich schlechten Sachen in die Produkte.

    Nein? Z. B. Schweineborsten in Joghurt als Aromaträger, Läuseblut als Farbstoff usw. kann ich nicht unter "gut" einreihen.

    Aus den Borsten (in manchen Ländern auch aus menschlichem Haar) gewinnt man L-Cystin. Das ist in der Lebensmittelindustrie nicht wegzudenken. Primär wird es in Backwaren verwendet. Es ist eine körpereigene Aminosäure. Das mit dem "Schwein" tönt nur unappetitlich. Die natürliche Quelle ist aber hier sinnvoller bzgl. Ressourcen, Abfall und Preis als eine vollsynthetische Herstellung aus Erdöl.


    Karmin wird aus Läusen gewonnen (aus den ganzen, nicht mehr lebenden, nicht nur aus dem Blut). Es handelt sich um Kalzium- und Aluminiumsalze der Karminsäure. Auch hier tönen die "Läuse" wieder nicht so angenehm. Aber es ist als natürliche Quelle eben sinnvoller als die synthetische Herstellung. Im Endprodukt spielt es aber gar keine Rolle, was die Quelle ist.


    Vanillin ist ein schönes Beispiel. Synthetisch gut und günstig herstellbar, die natürlichen Schoten haben aber einen besseren Ruf, lassen sich teuer verkaufen, schaden aber bei Abbau, Transport, Verpackung etc. die Umwelt erheblich mehr. Aber vielen Konsumenten kann man leicht weismachen, dass dunkle Pünktchen im Joghurt den Geschmack beeinflussen würden.


    Gegen Food-Design ist ja nichts einzuwenden, solange keine Gefahr davon ausgeht. Und in der Tat ermöglichen naturidentische Stoffe oft einen besseren Umgang, bessere Haltbarkeit, sicherere Lagerung etc. Backwaren kann man mit viel Zusatzstoffen sehr gut designen, mit wenigen Enzymen geht es aber oft besser. Und der Hobbybäcker nutzt diese manchmal auch, denn das Züchten eines Sauerteiges schafft genau jene Stoffe, die man eben bei grosser Produktion oft zusetzen muss.

    Es ist schwierig, die Ernährungsgewohnheiten des Partners ändern zu wollen. Den Junk- Food liebenden Fleischesser kann man nicht zum veganen Tofu- Liebhaber umerziehen.


    Man kann sich aber in der Mitte treffen und sollte auch tolerant sein. Ich zb esse ziemlich gesund, mein Freund liebt es fettig und deftig. Bis jetzt konnte ich die Gerichte immer auf meine Bedürfnisse abändern. Wenn es bei ihm zb Pommes als Beilage gibt, mache ich mir eine Gemüsepfanne etc.


    Das mit dem Fleisch ist natürlich eine andere Sache. Ich persönlich (!) kann es jetzt nicht nachvollziehen, dass man Fleisch das sowieso im Kühlschrank und kochfertig ist (man muss es nicht ausnehmen oder mit den Händen berühren) nicht mit einer Gabel in die Pfanne befördern kann. Aber gut, für einen Vegetarier ist vl auch der Geruch unangenehm...


    Über Einkaufsgeld sollte man sich auch nicht streiten müssen. Im Idealfall gleicht sich das immer aus (im Einkaufswagen ist ein Steak für ihn und im Gegenzug ist der Gemüsebeutel nur für dich). Mal bringt der eine was mit, mal der andere und Grundnahrungsmittel verbraucht man sowieso zusammen.


    Wenn er dir Futter für deine Tiere mitbringt, legst du ihm Ende des Monats mal 20 Euro hin. (Wobei ich da nicht kleinlich wäre und Tiere im gemeinsamen Haushalt automatisch mit ernähren würde)


    Wenn du viel mehr Geld für Essen ausgeben möchtest als er, dann musst du halt leider was drauflegen. Ich kann ihn schon verstehen, dass er keine Lust hat immer die Hälfte der Einkäufe zu bezahlen, wenn er eigentlich keinen Wert darauf legt gemeinsam zu kochen.


    Wenn du dir teure Kosmetik und Pflegeartikel kaufen willst, bezahlt er das ja auch nicht mit, wenn er mit Nivea und 08/15 Haarshampoo zufrieden ist.

    Diesen entspannteren Umgang mit Ernährung wollte ich auch unterstützen, indem ich obiges geschrieben habe. Der Geschmack ist, wenn man keine offensichtlichen Probleme hat, gar kein so schlechter Ratgeber.


    Und jene, die zwar Ernährung kritisch hinterfragen, sollten auch manche Erklärungen kritisch hinterfragen, siehe Schweineborsten, Tierblut und Sägespäne.


    Den Absatz hatte ich oben vergessen: Die Sägespäne im Joghurt gehören ins Reich der Phantasie. Aus pflanzlichen Zellen kann man Lignin gewinnen, das für die Herstellung von Vanillin herangezogen wird. Das Vanillin darf dann übrigens aber nicht als "natürlich" bezeichnet werden, daher gibt es da noch andere Methoden, siehe auch der Rechtsstreit eines Schokoladenherstellers mit der Stiftung Warentest.


    Ich koche sehr gern und gehe auch gern essen. Aber ich weiss auch, dass Systemgastronomie (ob Fast Food Laden, Kantine, Mensa o.ä.) einfach andere Anforderungen aber auch Möglichkeiten hat. Insbesondere kann aber Systemgastronomie Bedingungen bieten, die sonst in der Küche kaum realisierbar sind. Alleine das präzise Einhalten von Gewicht, Zeit, Temperatur etc. verhindert die Entstehung grösserer Acrylamidmengen, garantiert ausreichende Erhitzung ohne zu lange Erhitzung und warnt vor dem Lebensdauerende von Bratöl o.ä.. Der Fleischklops in einem Hamburger ist so gesehen viel "gesünder" zubereitet, als es beim Braten eines Fleischküchle/Frikadelle/Fleischpflanzerl daheim oder im Restaurant jemals möglich wäre. Spezielle Kontakt- oder Durchlaufgrills hat auch kaum jemand zu Hause, aber nur diese nutzen kein oder kaum Fett beim Braten.


    Auch Lebensmittel werden nicht "besser", wenn sie teurer wären. Speziell in Deutschland existiert ein hocheffizientes Verteilnetz mit wenig Zwischenhandel, der z.B. in Frankreich oder besonders Italien die Lebensmittel wesentlich teurer macht (mit übrigens auch höherem Ausschuss). Die Logistik dahinter ist ein Spezialbereich, den besonders die Discounter perfektioniert haben. Der hohe Umschlag von Lebensmitteln sorgt dabei für sehr frische Waren, die oft nur wenig oder gar keine besondere Behandlung erforderlich macht.


    Es hilft hier sicher, wenn man sich dem Thema ohne so viel Ideologie nähert, vieles hinterfragt und manche Fernsehrunde doch als klischeebehaftet betrachtet.


    Ich wünsche euch guten Appetit, solltet ihr noch nichts zu Mittag gegessen haben. Dem Threadersteller wünsche ich ein besonders schönes Mahl - und in jedem Fall gute Besserung!

    Hallo Maedels,


    ich glaube, ich waere doch ein guter Griff fuer viele von Euch gewesen. Mit liebevoll selbst gekochtem Essen, mit Kohl in allen Varianten, mit Gemuese, mit Salat, durchaus aber auch mit einem gewissen (hochwertigen) Fleischanteil, mit Bioprodukten (soweit bezahlbar und frisch), mit Obst und dankbar-lobenden Aeusserungen ueber Eure Einkaufs- und Kochkuenste (so sie denn tatsaechlich vorhanden oder zumindest ernsthaft angestrebt werden) haettet Ihr Eure Freude an mir. ;-) :-D :)_ So hat dieses Glueck nur meine liebe Frau. x:)


    Mmmhhhh, vielleicht aendert es sich ja noch mit dem Alter bei Euren Maennern? Oder sie sind schon so eingefahren, dass sie nicht mehr anders koennen? Ich will ja jetzt nicht an die Variante denken, die beim anderen so beliebten Spannungsfeld der Paarbeziehungen gerne empfohlen wird, dem Geschlechtsleben - naemlich einen anderen Partner zu suchen, bei dem es zumindest etwas harmonischer bzgl. der Ernaehrung zugeht ???

    - Ich habe nur die erste Seite gelesen.. -


    Bei uns ist das ähnlich, mein Freund würde sich, wenn ich nicht da wäre, von Fertiggerichten ernähren bzw. gar nicht (er ist selten hungrig). Er freut sich aber, wenn ich koche, bzw. wenn wir zusammen kochen, und es schmeckt ihm. Kosten haben wir von vornherein geteilt. Dass ich mich eine zeitlang gluten- und zuckerfrei ernährt habe, hat er mitgetragen (auch finanziell). Ja, wären wir nicht zusammen, würde er vielleicht ein Drittel für Essen bezahlen. Aber das reibt er mir nicht unter die Nase - weil es ihm schmeckt (und er mittlerweile einiges von mir gelernt hat).


    Umgekehrt zahle ich sein Bier mit

    , obwohl ich selbst keinen Alkohol mehr trinke. Das wird überhaupt nicht thematisiert.


    Allerdings zahlen wir generell alles gemeinsam. Von Essen bis Versicherung und Auto.


    Ich sehe bei Euch zwei Probleme:


    a) er ist extrem geizig. Wieso sollst Du SEINE Fahrtkosten mittragen, obwohl er das Gehalt am Ende doch alleine einsackt (logischerweise)? Willst Du mit so jemandem eine Familie gründen, der an dieser Art der Gemeinsamkeit null Interesse hat?


    b) Du planst mit einer Akribität, die sogar mich erschauern lässt. Ich weiss am Wochenanfang auch ungefähr, was die Woche über auf den Tisch kommt. Aus dem einfachen Grund, dass ich gesundheitlich eingeschränkt bin und mein Freund alles einkaufen muss. Ich mag ihn maximal zweimal pro Woche losschicken, sonst habe ich ein unendlich schlechtes Gewissen. Also muss ich rechtzeitig Rezepte durchforsten, ob wir alles dahaben. Aber einen Wochenplan? Wo bleibt da Raum für spontane Gelüste, oder für "ich-hab-gerade-kein-Bock-zu-kochen"? Warum machst Du nicht ab und zu größere Portionen und frierst den Rest ein, so dass Ihr auch mal spontan sagen könnt: heute fällt das Kochen aus, wir tauen einfach was auf - und billiger ist das auch?


    Wir verwenden auch null Fertigzeug, trotzdem ist es nicht nötig, so detailliert zu planen. Man kann auch mal Zutaten mit anderen ersetzen oder ganz weglassen, und es schmeckt trotzdem. Ich bin mir sicher, dass wir zu denjenigen Paaren gehören, die deutlich überdurchschnittlich viel Geld für frische Zutaten ausgeben, aber wenn ich einen Wochenplan an den Kühlschrank pappen würde, würde mein Freund mich wahrscheinlich augenrollend anschauen.

    Lieber avbg,


    sag' mal, bist Du vom Fache? Deine fundierten Beitraege verdienen einen eigenen Thread. "Kleines Kompendium der Lebensmittelindustrie" - haettest Du Lust, einen solchen oder aehnlichen Faden zu eroeffnen? Ich meine das uebrigens NICHT im Scherz!

    Zitat

    Mmmhhhh, vielleicht aendert es sich ja noch mit dem Alter bei Euren Maennern?

    Bei mir haben beide Männer, mit denen ich zusammengewohnt habe, nach einigen Monaten ihre Gewohnheiten freiwillig aufgegeben. Ich nehme das mal als Kompliment ;-)


    Aber ich war auch URstolz, als mein Freund, der bisher nur Spaghetti Carbonara und Gemüsesuppe kochen konnte, auf einmal ein Risotto zauberte. Die meisten Männer, die ich kenne, haben eben nur keine Lust, für sich alleine zu kochen

    , während ich auch in Single-Zeiten viel selbst gekocht habe. Sobald sie aber dann zu zweit sind, macht es ihnen mehr Spass, als eine Fertigpizza in den Ofen zu schieben.