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    Ich glaube Deutschland ist eher ein Land, was technisch sehr weit vorne ist, aber kulinarisch eher sehr bescheiden abschneidet.

    Auch mein Eindruck. Essen hat in Deutschland einen eher niedrigen Stellenwert, Kochgewohnheiten werden von den wenigsten hinterfragt. Dies merkt man schon in diesem Faden: mehrmals kamen Rezeptvorschläge, aber kaum Feedback. Daraus kann man schliessen, dass kein Wunsch besteht, kulinarisches Neuland zu betreten. Gesucht sind Tricks, um die gleiche Ware wie eh und je für weniger Geld zu kaufen.


    Ich wohne im Grenzgebiet, kaufe oft Essen in Frankreich. Der Unterschied zwischen den Esskulturen in D und F ist auch im Supermarkt nicht zu übersehen.

    Wobei es auch in Frankreich immer mehr den Bach runtergeht. Die Leute dort sind zwar weiterhin bereit für gute Dinge Geld auszugeben (Käse, Fisch, Spezialitäten etc.), aber Fertiggerichte und Convenience Food sind stark auf dem Vormarsch.

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    Auch mein Eindruck. Essen hat in Deutschland einen eher niedrigen Stellenwert, Kochgewohnheiten werden von den wenigsten hinterfragt. Dies merkt man schon in diesem Faden: mehrmals kamen Rezeptvorschläge, aber kaum Feedback. Daraus kann man schliessen, dass kein Wunsch besteht, kulinarisches Neuland zu betreten. Gesucht sind Tricks, um die gleiche Ware wie eh und je für weniger Geld zu kaufen.


    Hypatia

    Solch ein subjektiver Eindruck kann aber auch täuschen. Ich habe es an anderen Stellen genau umgekehrt gelesen und wahrgenommen. Zum Beispiel belegen auch die hohen Einschaltquoten der diversen Kochsendungen (gibt leider schon zu viele!), dass in einer breiten Bevölkerungsschicht ein großes Interesse an gutem Kochen besteht. Das bedeutet jetzt nicht, dass ich dein Wahnehmung für völlig falsch halte. Nein, vermutlich gibt es beides, sowohl das was du beschreibst als auch ein wirkliches Interesse an gutem Kochen. Es polarisiert sich vermutlich.

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    Solch ein subjektiver Eindruck kann aber auch täuschen. Ich habe es an anderen Stellen genau umgekehrt gelesen und wahrgenommen. Zum Beispiel belegen auch die hohen Einschaltquoten der diversen Kochsendungen (gibt leider schon zu viele!), dass in einer breiten Bevölkerungsschicht ein großes Interesse an gutem Kochen besteht.

    Naja, das ist einfach der Unterhaltungswert und wahrscheinlich einfach Mode im Moment nachdem in GB Jamie Oliver ernormen Erfolg mit der Mischung aus Unterhaltung und Kochen hatte. Danach ist der Boom losgetreten wurden.


    Ich muss mir nur die "Lebensmittel" meines Vorder-und Hintermanns im Supermarkt ansehen, um die Augen zu rollen. Wenn man einen Südländer/Asiaten vor einem an der Kasse sieht, ist da viel mehr Obst, Gemüse und Fleisch/Geflügel in Naturform(Also keine TK-Chicken Nuggets). Bei anderen Mitbürgern ist oft viel mehr Fertigkram: Süßkram, Chips, TK-Pizza, verpackter Aufschnitt, Klumpen Gouda, Brot usw. ;-D

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    Naja, das ist einfach der Unterhaltungswert ...


    Eljot76

    Na ich bitte dich, welcher Unterhaltungswert bleibt bei diesen Sendungen denn noch, wenn man sich nicht wenigstens ein kleines bisschen fürs Kochen interessiert? Abseits von den Kochtipps ist das doch langweiliger als 30 Folgen "Bauer sucht Frau".

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    Ich muss mir nur die "Lebensmittel" meines Vorder-und Hintermanns im Supermarkt ansehen, um die Augen zu rollen. Wenn man einen Südländer/Asiaten vor einem an der Kasse sieht, ist da viel mehr Obst, Gemüse und Fleisch/Geflügel in Naturform(Also keine TK-Chicken Nuggets). Bei anderen Mitbürgern ist oft viel mehr Fertigkram: Süßkram, Chips, TK-Pizza, verpackter Aufschnitt, Klumpen Gouda, Brot usw. ;-D


    Eljot76

    Wie Aleonor schon sagte: Der Eindruck täuscht. Dein Vorder- und Hintermann sind kein repräsentativer Querschnitt. Zu anderen Zeiten an anderen Tagen hast du vielleicht Vorder- und Hintermänner mit mehr frischen Sachen im Korb. Das Angebot an frischen Sachen ist in guten Supermärkten ziemlich umfangreich und das liegt da nicht nur rum, damit man es am Ende des Tages in den Müll schmeißt. Würde es nicht von der Kundschaft nachgefragt, wäre es nicht da.

    War ja nur ein Beispiel. Ich sehe ja auch was viele meiner Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Leute zum Teil essen und viele der Rezepe hier überzeugen mich auch nicht. Ich habe auch nie behauptet, dass 100% der Deutschen keine Esskultur haben und kenne sehr viele, die gutes Essen schätzen, aber der ALLGEMEINE Stellenwert von Essen, ist nicht an gleicher Stelle wie in anderen Kulturen. In China unterhalten sich auf der Strasse übers Essen da. Hierzulande übers Wetter.


    Ich schrieb aber auch, dass es hier um Lebensmitteleinkauf, der preiswert und gesund ist geht, und nicht um Billigessen. ;-)

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    Na ich bitte dich, welcher Unterhaltungswert bleibt bei diesen Sendungen denn noch, wenn man sich nicht wenigstens ein kleines bisschen fürs Kochen interessiert?

    Mein Freund interessiert sich 0 fürs kochen, hang aber letztens ganz gebannt vor der Jamie Oliver Sendung, als dieser ein "Steakbrötchen" zubereitete. ^^

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    Mein Freund interessiert sich 0 fürs kochen, hang aber letztens ganz gebannt vor der Jamie Oliver Sendung, als dieser ein "Steakbrötchen" zubereitete. ^^


    Aleonor

    Ja ok, die Frage wäre aber: Schaut er sich regelmäßig Kochsendungen an? Die Quote rekrutiert sich nicht aus gelegentlich-mal-reingucken-Zuschauern. Es ist ja auch schon vorgekommen, dass ich eine Ausgabe von "Mona Lisa" anschaue, deswegen ändert sich aber weder deren Quote noch der Anteil Transvestiten in der Bevölkerung. ]:D

    Ich habe eine Statistik gefunden zum Obst- und Gemüseverzehr in Europa: Deutschland liegt hier ziemlich vorne. Deutschland hat auch den höchsten Ausländeranteil in der EU: die Einkäufe der Südländer/Asiaten, die Eljot76 im Supermarkt antrifft, sind also für einen beträchtlichen Anteil des Konsums zuständig.


    Mir scheint ebenfalls, dass das Interesse an gutem Kochen nicht gleichmässig verteilt ist, und dass es sich immer mehr polarisiert. Noch nie war es so einfach, an fertiges (oder halb fertiges) Essen zu kommen. Die einen bestellen nach der Kochsendung den Pizzalieferdienst, die anderen machen sich ans Werk.

    Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass man in Deutschland sehr gut essen und essen kaufen kann. Natürlich kann man, genauso wie in vmtl. den meisten anderen Ländern der Welt auch billigen Industriemist kaufen. Man bekommt aber auch wirklich hochwertiges Fleisch, Obst etc., es gibt, zumindest in meiner Umgebung einen Haufen spezialisierte Metzger, Obstläden, etc.


    Und das ist etwas, was ich so weder in Amerika (gut, da gibt es natürlich auch Ausnahmen) noch in Schweden und Finnland vorgefunden habe. Überall dort war es äußerst schwierig nicht-abgepacktes Fleisch (von einer Beratung wie bei meinem Metzger ganz zu schweigen) oder richtig gutes Obst zu bekommen – in Amerika war es noch deutlich extremer, ich bin z.B. in einem RIESIGEN Walmart kläglich daran gescheitert reinen Kakao zum backen zu finden. Dafür ca. 500 verschiedene Backmischungen sowie 20 verschiedene Arten Kakaopulvermischmasch mit max. 40% Kakao und als Rest Zucker, Süßstoff oder sonstiger Industriemist.

    Eljot76


    Das deutsche Essen:


    Das traditionelle deutsche Essen ist oft sehr weißmehl-, soßen-, und (ungesund) fettlastig, das stimmt. Andererseits gibt es aber auch traditionelle, typisch deutsche, Gerichte/Zutaten, die durchaus gesund sind, bzw. auf gesunde Art zubereitet werden können. Z.B. Grünkohl, Rotkohl, Sauerkraut....(wobei mir hier die Amys einfallen, wenn ich mal in Filmen sehe, dass die Hot-Dogs mit Sauerkraut essen wird mir jedesmal schlecht ;-D). – Ich bin so aufgewachsen, da gab es zu jeder Mahlzeit ein Gemüse oder einen Salat. Das berühmte Dreiergestirn: Fleisch, Gemüse/Salat, Sättigungsbeilage (Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot). Zu Spaghetti mit diverser Soße gehört(e) z.B. auch ein Salat dazu.


    Was natürlich eine ungesund zubereitete Soße oder fettes Fleisch nicht unbedingt wettmacht, aber ich lese bei Dir raus, dass das deutsche Essen wenig bis gar kein Gemüse beinhaltet. Also Gemüse ist in der traditionellen deutschen Küche ein MUSS.


    Ich kenne es von meiner Mutter und meiner Oma auch so, dass der Garten voll mit Gemüse war, unsere komplette Familie ist immer heimlich in den Garten zum Erbsenfuttern gegangen, meine Oma durfte uns nicht erwischen ;-D.


    Andererseits hast Du was die Entwicklung angeht wiederum zum Teil recht: In den letzten 30 Jahren (ich schätze das jetzt einfach mal) wurden Fertiggerichte immer populärer. Zeitgleich mit dem "Trend", dass beide Elternteile arbeiten gehen eben steigend. Und so gibt es sicher heute Erwachsene, die es sozusagen nicht anders (kennen)gelernt haben. Aber ich sehe sie nicht in der Überzahl wie Du.


    Meiner Tochter (22) habe ich z.B. ein selbstgeschriebenes Kochbuch zum Auszug geschenkt, mit allen Rezepten die sie von mir kennt und liebt. Mit Tips und Tricks etc.. Und sie nutzt es oft.


    Zudem finde ich, dass man auch mal Fünfe gerade sein lassen kann. Egal in welches Land Du guckst, keine Küche ist da durchweg gesund. Du erwähnst z.B. die asiatische Küche: Diese ist in der Gesamtheit auch nicht durchweg gesund. Oftmals Geschmacksverstärker, sehr/zu viel Nudeln oder Reis usw... Auch die Asiaten essen nicht ständig nur Gemüse. Wenn man sich nur das Gesunde rauspickt, gibt es somit auch traditionelle deutsche Gerichte die durchaus gesund sind.


    Die Beschäftigung "der Deutschen" mit der Ernährung/dem Kochen:


    Ich führe durchaus mit einigen Leuten Gespräche über's Essen/Kochen. In meinem Umfeld sowie auch hier. Denn wir haben ja auch hier im Laufe der Jahre so einige Kochfäden gehabt und haben diese noch, die immer eine rege Beteiligung haben (mit jeweils anderem Schwerpunkt).


    Zuletzt: In diesem Faden liegt der Schwerpunkt nun mal auf günstig und dazu nicht ungesund. Und "nicht ungesund" heißt noch lange nicht durchweg "gesund".

    Lebensmittel sparen kann man zunächst mal mit konservierung, d.h. mal den über 10 jahre alten normalkühlschrank weg und einen mit sog. umluft-oder Osmoseanlage kaufen, da bleiben Lebensmittel unheimlich lange frisch und bei den momentanen Tiefpreisen sogar für AAA typen (guter AA langt auch) ist der vergleichsweise in 3 Jahren amortisiert, dann spart man pur!- Und zwar strom, der dann in bessere lebensmittelqualität umgesetzt werden kann, die sich im Kühlschrank dann optimal halten.


    Auch selber Brot backen, einen ganzen Backofen voll und das eingefrieren...