Militante Fleischesser (Karnismus)

    Hallo zusammen,


    vorweg: Ich bin keine Vegetarierin, aber lege auf eine bewusste, fleisch-reduzierte Ernährung Wert. Vor allem aus Gründen des Tierschutzes und der Vernunft. Ich poste dann gern auch mal entsprechende Gerichte mit vegetarischen Fleisch-Alternativen, die Leuten als Anreiz dienen sollen.


    Nun fällt mir bezüglich dazu sehr stark auf, dass sich ständig irgendwer darüber echauffieren muss, dass die LikeMeat Bratwurst z.B. keine Wurst sei, weil da ja kein Fleisch drin ist. In Wurst gehört Fleisch. Punkt. Solche Diskussionen führe ich am laufenden Band und ich soll doch "meinen Veggie-Rasen alleine fressen".

    Ehrlich gesagt finde ich es extrem traurig, dass man versucht mit gutem Beispiel voranzugehen und dann vorwiegend solche aggressiven Reaktionen erntet. Irgendwo las ich dann mal was vom "Karnismus" und dieser scheint sehr weit verbreitet zu sein.

    Wie denkt Ihr darüber?

  • 477 Antworten
    _nemesis schrieb:

    dass man versucht mit gutem Beispiel voranzugehen

    _nemesis schrieb:

    die Leuten als Anreiz dienen sollen.

    Klingt bissi arrogant - Wo postet du diese Bilder denn?

    Militante gibt es, meiner Meinung nach, auf beiden Seiten.

    Ich persönlich brauche niemanden, der mir einen Anreiz zur Verwendung von Fleischersatzpordukten gibt und mit leuchtendem Beispiel voran geht. Diese Wurst- und Fleischersatzteile sind für mich reinste Chemie und ich esse sie gar nicht. Als Gemüsefan brauche ich keine chemisch hergestellten Ausweichprodukte und kann lecker vegetarisch essen.


    Habe letzte Woche gelesen, dass bei deren Herstellung mehr Hühner das Leben lassen müssen, weil Unmengen von Eiklar für die Herstellung der "vegetarischen Wurst" verwendet werden. Ebenso umwelttechnisch unsinnig ist die massenhafte Verwendung von Sojaprodukten. Für den Sojaanbau muss dann Wald in rauhen Mengen gerodet werden. Also es gibt viele Vor- und Nachteile bei der Wahl seiner Lebensmittel. Das sollte jeder für sich entscheiden.

    Zitat

    Ich poste dann gern auch mal entsprechende Gerichte mit vegetarischen Fleisch-Alternativen, die Leuten als Anreiz dienen sollen.

    Zitat


    Ehrlich gesagt finde ich es extrem traurig, dass man versucht mit gutem Beispiel voranzugehen

    klingt wirklich ein bissl arrogant..


    darüber hinaus ist es eben so:

    Zitat

    In Wurst gehört Fleisch.

    einfach per definition. das wirst auch du nicht ändern können. diese ganzen fleischlosen ersatzprodukte, die aber wie fleisch oder wurst aussehen - wozu? wenn ich kein fleisch und keine wurst esse, dann brauch ich doch auch nicht etwas, das zwar so aussieht, aber die pure chemie ist.

    ob das gesund ist? ":/

    es gibt so viele alternativen zu fleisch, obst, gemüse, weizenprodukte, diesen ganzen fleisch-ersatz-irrsinn verstehe ich einfach nicht.

    by the way, wenn wir schon beim weltverbessern sind: den ökologischen fußabdruck von einer LikeMeat Bratwurst und einem guten stück steak vom heimischen Rind möchte ich gerne mal verglichen haben... ;-)

    Ich esse Fleisch, bin aber keine "militante Fleischesserin" ich werde keinen Vegetarierer/ Veganer versuchen zu bekehren, genauso erwarte und verlange ich das aber andersherum auch. Und ich habe einige fleischlose in meinem Freundes/ Bekanntenkreis. Da versucht aber nie jemand zu missionieren - das erlebe ich tatsächlich nur im Internet.

    Da postet jemand ein Braten-Rezept und es dauert keine 5 Minuten dann kommen die "Mörder/ Leichenfresser" Schreier.

    Genauso postet einer was Veganes (letztens Riesen Aufreger, in Duisburg wird es einen veganen Wintermarkt geben , da war was los!) dann kommen die "Grasfresser/ Alles wollt Ihr uns verbieten" Schreier aus ihren Löchern.

    Im Internet finde ich es total schlimm und es nervt mich einfach nur noch, und NEIN, ich finde nicht, dass es als Anreiz dient wenn jemand ein aus was auch immer hergestellten Fleischersatz hochlobt und dann in den kommentarspalten die Grundsatzdiskussion losgeht. Mich nervt das ungemein und lieber klicke ich solche Beiträge gar nicht an, als das ich ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln bekommen aufgrund so viel zu Schau gestellter Ignoranz und Frechheit auf beiden Seiten.

    Ich wollte jetzt keine Grundsatzdiskussion starten, ob Fleischersatz gut oder schlecht ist. Für mich spielen da die Nährwertzusammensetzung durchaus eine entscheidende Rolle: sprich viel Protein, wenige Fette, wenig Kohlenhydrate. Fleisch ist nun mal evolutionsbedingt Teil einer ausgewogenen Ernährung und ich versuche das sinnvoll zu kompensieren. Wie gesagt: Das will ich hier NICHT diskutieren.

    Mir geht es um das Verhalten, dass viele gar nicht gewillt sind auf Fleisch irgendwie zu verzichten. Und das ist keine persönliche Entscheidung, denn Fleischproduktion in derart großen Massen ist ökologischer Wahnsinn. Wir müssen da als Gesellschaft umdenken.

    Und ich präsentiere auch keine Gerichte, um mich persönlich über andere zu erheben (das wäre mir echt zu billig), sondern um zu zeigen, dass da durchaus "was geht" und das Möglichkeiten gibt, die sehr "fleischig" schmecken. Eine gewissen Toleranz und Bereitschaft muss man natürlich mitbringen und daran hapert es eben.


    Und das Fleischersatz partout ungesund und nur Chemie ist, möchte ich so nicht glauben. Das muss man dann schon glaubhaft untermauern. Tofu z.B. ist keine Erfindung der Neuzeit. Und das meiste Soja geht in die Tierfütterung, nicht etwa in Veggie-Nahrung. Das ist Unsinn.

    Ich bin kein militanter Fleischesser, esse es weder besonders viel noch besonders vielfältig, aber ich kann mich auch drüber aufregen, wenn Leute zwar auf Fleisch verzichten wollen, aber dennoch unbedingt Zeugs essen wollen, das den Anschein erweckt, Fleisch zu sein. Kann ja jeder paniertes Sojazeugs essen, aber das ist eben kein Schnitzel. Genauso wie Tomatensoße mit Tofu eben niemals Bolognese wird. Macht also meiner Meinung nach schon einen Unterschied, ob man die Essgewohnheiten als solche kritisiert oder bloß den komischen Umgang mit den Begriffen. Entweder esse ich kein Fleisch, dann brauche ich auch nichts, das Wurst, Gyros oder Schnitzel heißt, oder ich bleibe eben beim Fleisch. Und ja, ich diskutiere das auch immer wieder gern mit Vegetariern in meinem Umfeld, hat also nix mit der Anonymität des Internets zu tun ;-D

    Zitat

    Mir geht es um das Verhalten, dass viele gar nicht gewillt sind auf Fleisch irgendwie zu verzichten.

    Müssen sie ja auch nicht.


    Zitat

    Und das ist keine persönliche Entscheidung, denn Fleischproduktion in derart großen Massen ist ökologischer Wahnsinn. Wir müssen da als Gesellschaft umdenken.


    Solange es kein Gesetzt gibt, das den Fleichkonsum reguliert, ist es durchaus eine persönliche Entscheidung. Und wenn man das nicht akzeptieren kann, dann muss man sich, meiner Meinung nach, auch nicht wundern wenn man Gegenwind erhält.

    Ich bin von kleinauf Vegetarierin und hab nur recht wenige solche bekloppten Reaktionen erlebt. Aber ich gehe auch nicht mit gutem Beispiel voran, indem ich Chemiepseudofleisch glorifiziere, vielleicht hats damit zu tun? ;-D

    Ich esse es übrigens schrecklich gern. Vegane Chorizo, ogott. Aber das ist halt, hm - Müll? Ich esse es ganz selten mal, weil ichs sehr mag. Aber ich bin froh, wenn mir das nicht so viele Leute nachmachen, einmal wegen Umwelt und dann um der Gesundheit der anderen willen. Ist nämlich echt nicht toll, sondern einfach nur so Erste-Welt-Tüdelü, das hat mit "Besser leben" oder auch "Netter leben" echt nüscht zu tun.

    Ich prophezeie, dass dieser Faden ungefähr so viel Ärger machen wird die hier nicht erlaubten Themen.


    Ich liebe Fleisch und bin eher das Gegenteil eines Veganers, so wie es Menschen gibt die kein Fleisch mögen bin mag ich einiges an Gemüse und Obst nicht. Jeder Mensch soll sich so ernähren wie er mag.


    @nemesis_ ganz ehrlich wenn du in der realen Welt auch so auftrittst wie im Supermarkt Faden, wundert es mich nicht wenn du negative Kommentare bekommst ;-). Ich habe einige vegan lebende Kollegen und meine Mama war lange Vegetarierin und die bekommen nichts zu hören, außer man legt es darauf und meint ständig anderen Vorhaltung machen zu müssen was ungesund ist und dass an als Veganer ja so gesünder leben, dann muss man damit rechnen, dass der Andere dass nicht einfach so hinnimmt.


    Warum glaubst du eigentlich, dass du ein Recht dazu hast ungefragt anderen Alternativen zu posten? Wenn sie dich darum fragen dann kannst du gerne posten, aber ungefragt ein Rezept hingeknallt zu bekommen kann schon nervig sein.


    Du kannst doch gerne vegan/vegetarisch leben, aber genauso haben deine Mitmenschen ein Recht sich ominovor zu ernähren.