Warum sind die Leute so mäkelig beim Essen?

    Hallo zusammen,


    ich frage mich sehr oft, warum viele Menschen doch recht mäkelig sind. Wenn man selbst kocht für einige Personen muss man im Grund eine Liste zusammenstellen, wer was isst. Der eine mag keine Pilze, der andere kein Rosenkohl oder Chicoree, der nächste mag kein Rindfleisch oder Tofu.


    Ist das tatsächlich eine genetische Sache oder erlernt man diese Dinge? Ich bin ja fest davon überzeugt, dass im Elternhaus die Grundsteine gelegt werden. Die Kinder werden ja quasi schon mit Nudeln und Tomatensauce, Pommes und Pizza oder Käseauflauf großgezogen. Später kommen dann klassischerweise Schnitzel oder Schweinebraten mit brauner Soße hinzu.

    Gerade viele Gemüsesorten sind aber sehr unbeliebt. Irgendwo las ich, dass den vielen Menschen Gemüse nicht schmeckt. Warum? Sind wir einfach zu verwöhnt? Ich kann es nicht verstehen, da gerade im Gemüse eine tolle geschmackliche Vielfalt steckt. Stattdessen essen viele stets ein und das selbe, weil ihnen aus Prinzip keine rote Beete oder Spinat schmeckt.

    Woher kommt denn diese Mäkelige?

  • 270 Antworten

    Ich kann nur für mich sprechen, aber meine Mutter kocht sehr vielseitig und isst sehr viel Gemüse. Ich dagegen mag Gemüse überhaupt nicht und ernähre mich überwiegend von Pizza, Burger und Nudeln. In meiner Kindheit gab es das selten und erst in der Schulzeit, war ich von meinem Rad Taschengeld mittags Fast Food kaufen.

    Mir hat Gemüse schon als kleines Kind nicht geschmeckt und ich hab manchmal stundenlang vorm Teller gesessen und durfte nicht aufstehen, bevor ich nicht aufgegessen habe.

    Also an Gewöhnung liegt es bei mir nicht.


    Ich bin aber sehr auf die anderen Antworten gespannt.

    EdenRose schrieb:

    Ich kann nur für mich sprechen, aber meine Mutter kocht sehr vielseitig und isst sehr viel Gemüse. Ich dagegen mag Gemüse überhaupt nicht und ernähre mich überwiegend von Pizza, Burger und Nudeln. In meiner Kindheit gab es das selten und erst in der Schulzeit, war ich von meinem Rad Taschengeld mittags Fast Food kaufen.

    Mir hat Gemüse schon als kleines Kind nicht geschmeckt und ich hab manchmal stundenlang vorm Teller gesessen und durfte nicht aufstehen, bevor ich nicht aufgegessen habe.

    Also an Gewöhnung liegt es bei mir nicht.

    OK, krass. Auch keine Kartoffeln? Da würdest Du bei mir verhungern. :-/

    Ich mag keine Pilze. Allein der Geruch, da dreht sich mir der Magen um. Woher das kommt, weiß ich nicht, es war schon immer so.


    Fisch und alle anderen Meeresfrüchte mag ich auch nicht. Auch so ein Geruch, gegen den ich nicht ankomme.


    Mit Gemüse habe ich keine Probleme, das mag ich gerne.


    Bei Fleisch bin ich noch etwas wählerisch, da würde ich zum Beispiel keine Innereien essen.

    Bei uns wurde frisch gekocht meine Mama mag recht viel Gemüse und liebt Käse, ich bin kein großer Gemüse Esser und mag Käse nicht sehr gerne 😅, eigentlich nur auf Burgern, Pizza oder überbacken, dafür liebe ich Fleisch. Ich stehe dazu sehr mäkelig zu sein.

    Ich mag dafür zum Beispiel Sachen, die viele "normale" Menschen nicht mögen, wie Innereien, Sardellen oder Kapern. Alles Sachen, die meine Familie nicht mag.

    Ich bin der umgekehrte Fall. Ich kann kein Fertigessen essen. Ok, ich kann schon, aber wer isst fertige Burger, wenn er anständige selbstgemachte haben kann? So kann man auch Fleischqualität und Geschmack der Buns selbstwählen.

    Generell ess ist fast alles, außer Eierspeisen (Rührei, Spiegelei etc.), aber letzteres hängt mit einem traumatischen Frühstückseierlebniss zusammen. In Teig hingegen kann ich Eier problemlos essen.

    Oft glaub ich, kommt es bei den Menschen daher, dass daheim nicht gut gekocht wurde ubd sie sich später auch selbst dagegen gesperrt haben es zu lernen. 'Ich steh doch sicher nicht den ganzen Tag am Herd' kommt immer von jenen, die nicht mal dreissig Minuten am Herd stehen könnten. Simple Dinge wie ein Hefeteig werden als zu kompliziert abgetan, sich mit Gewürzen (!) und Gemüse auseinandersetzen kommt nicht in Frage. So bleibt die Vorstellung von Essen eindimensional, statt einen Weg zu finden wie jemandem etwas schmeckt.

    Und die Käse-Nicht-Esser sind mir das größte Rätsel: Es gibt so viele Käsesorten. Zwischen Mozzarella, Appenzeller, Roquefort liegen Welten. Ziege, Schaf, Kuh? Halloumi, Paneer, Romadur? Und da soll nichts dabei sein?? Tete de Moine, Reblochon, Abondance??

    Zitat

    fertige Burger, wenn er anständige selbstgemachte haben kann?

    Weil man nicht immer Lust hat, die selbst zu machen |-o manchmal hab ich sogar richtig Appetit auf so ein Fertigfraß.


    Gemüse esse ich auch nicht besonders gern. Ist aber nicht so, dass ichs gar nicht essen würde, wenn es das zb bei Familienfeiern oder so geben würde.


    Früher mochte ich keine Champignons. Mittlerweile esse ich sie sehr gerne.

    Ok, ich bin da halt anders gepolt. Ich esse lieber Dinge Monate lang nicht, wenn ich sie nicht so haben kann wie ich sie mag. Das deprimierende Gefühl Geld für einen mittelmäßigen Burger gezahlt zu haben und dass dafür ein Tier starb.

    Wenn ich keine Zeit für Burger hab, mach ich was was gut schmeckt und schnell geht. Gibt ja genug fantastische Gerichte die in unter 20 Minuten tiptop fertig sind.

    Früher dachte ich auch immer, dass Essverhalten im Elternhaus erlernt wird. Aber ich glaube man gibt da nur die Richtung vor.

    Ich koche oft, wir achten sehr auf Lebensmittel Qualität und holen wo es geht Fleisch vom Hof. Unsere Kinder essen alles, genau wie wir.

    Die Kumpels der Kinder sind dagegen sehr mäkelig. Der eine isst vielleicht 10 Lebensmittel, das war's. Seine Mutter kocht aber auch immer frisch.

    Der andere isst nur Fastfood, in der Familie wird das aber auch viel gegessen.

    Ich finde, was oft von Kindern nicht gefordert wird, ist wenigstens mal Unbekanntes zu probieren. Vorher kann man ja auch nicht wissen ob es schmeckt.

    Was u.U. auch mit reinspielt, ist wie früh Kindern geschmacksstarke Lebensmittel 'zugemutet' werden. In Deutschland und Österreich erleb ich oft, dass für die Kinder etwas anderes gekocht wird, als für Erwachsene. Und das Kinderessen ist meist eher flach im Geschmack.

    Bei Freunden und Familie in Frankreich gibt es kein Kinderessen und da hab ich mit den Zwergen schon Schimmelkäse, Austern und Seespinne gegessen. Für die ist nichts dabei weil niemand sagt 'Oh pass auf Schatz ob das dir schmeckt'

    Ich habe als Kind kaum etwas gegessen und wäre eher vor dem vollen Teller verhungert als bestimmte Lebensmittel zu essen. Obwohl meine Familie immer frisch und gesund gekocht hat. Ich hab schon als Baby den selbstgekochten Gemüsebrei wieder ausgespuckt...


    Mittlerweile bin ich viel unkomplizierter aber komme dennoch oft mäkelig rüber weil die einzigen zwei Dinge, die ich wirklich eklig finde Tomaten(soße) und Zwiebeln sind. Das sind natürlich häufig vorkommende Zutaten und damit fällt vieles an Gerichten raus. Und dieser Ekel ist wirklich fest in meinem Gehirn verankert. Habe schon oft aus Höflichkeit versucht, Dinge mit diesen Zutaten zu essen, aber mich schüttelt es da echt. Zwiebel bekomm ich manchmal noch runter, Tomaten gehen aber absolut gar nicht und in keiner Form. Für meinen Ekel werde ich zuhause übrigens nur belächelt, meine Familie isst beide Dinge sehr gerne und kann das absolut nicht nachvollziehen. Anerzogen ist das definitiv nicht...