Was passiert im Körper, wenn man durch Medikamente Gewichtsprobleme hat?

    Hallo,


    wenn ich bestimmte Medikamente nehme (z.B. Pille oder Antidepressiva) kann ich während der Einnahme oder die Zeit nach dem Absetzen nicht mehr abnehmen oder nehme sogar zu (typische Nebenwirkungen). Erst Monate später nach Absetzen hat sich mein Körper wieder normalisiert und ich verliere ohne Diät und Sport automatisch Gewicht und sehe wieder so aus wie vorher.


    Kann mir jemand sagen, woran genau das liegt, dass man bei Einnahme bestimmter Medikamente Probleme mit Körpergefühl/Gewicht/Abnehmen hat? Mein ganzer Körper fühlt sich dann irgendwie schwammig/aufgedunsen an. Selbst bei wenig Essen fühle ich mich voll. Es liegt auch nicht an Heißhunger und dass ich mehr esse. Ich strenge mich sehr an, esse supergesund, gar keine Schokolade/Süßigkeiten (höchstens 1-2x im Monat), kein Fast Food etc. Ich führe Ernährungstagebuch. Trotzdem fühle ich mich während der Einnahme bestimmter Medikamente so dick und aufgequollen. Wenn die Medikamente irgendwann wieder ganz aus meinem Körper raus sind, muss ich mich dagegen gar nicht mehr anstrengen und bin schlank und fühle mich auch wohl.


    Kann mir jemand diese Nebenwirkung von Medikamenten genauer erklären? Was passiert da im Körper? Liegt das an Hormonen? Kann man das messen und an irgendwelchen Blut- oder Hormonwerten sehen, dass irgendwas mit dem Stoffwechsel gerade nicht richtig funktioniert?

  • 20 Antworten

    Ich bin zwar kein Mediziner, vielleicht kann da jemand mit mehr Fachwissen noch antworten.


    Aber ich kann Eigenerfahrung mit einwerfen: ich habe mit 2 ADs in den ersten 3 Monaten 20kg zugenommen, insgesamt habe ich 40kg zugelegt in 1-2 Jahren (BMI von 18 auif 30). 10 Jahre hab ich das Zeug genommen und das Gewicht lies sich Gefühlt überhaupt nicht beeinflussen, egal ob mit oder ohne Sport ob mehr oder weniger essen. Als ich dann beide Medikamente abgesetzt hatte, gingen die 40kg komplett weg und ich habe wieder mein damaliges Gewicht. Mein Stoffwechsel ist auch wieder wie vorher, leichtes Untergewicht obwohl ich unfassbar viel esse. Während der AD war es genau umgekehrt, Übergewicht obwohl ich immer weiter versuchte besser/weniger zu essen.


    Meine Theorie wie die Zunahme zustande kommt:


    Das eine Medikament hat den Stoffwechsel gefühlt lahmgelegt. Man nimmt vom anschauen von essen schon zu. Am Hunger hatte sich nix geändert und ich habe gleichviel gegessen mit oder ohne dem Medikament.


    Das andere Medikament allerdings hat das sättigsgefühl zerstört, ich konnte ewig weiteressen, ich war nie voll. Ich konnte 3x soviel essen wie vorher und hab nie das Gefühl gehabt, aufhören zu müssen. Das war am Anfang sehr krass, irgendwann hab ichs aber in Griff bekommen, dass ich wieder normalviel gegessen habe, war dann halt einfach nie satt (das kann nicht jeder, für mich ist fehlende Sättigung oder leichter Hunger kein schlimmes Gefühl).


    Zu den Blutwerten: Meine Schilddrüse spielte etwas verrückt, aber das war glaube ich schon vor den Medikamenten so da wurde es nur nocht so überwacht und ich hatte vorher ncihts für die Schilddrüse genommen. Auffällig waren die Leberwerte, in den ersten Wochen waren alle üblichen Lberwerte erhöht, GOT, GPT und wie sie heißen. 150 statt der gewünschten 0-50. Nach ein paar Wochen hatte es sich aber normalisiert und alle Blutwerte waren top.


    Mein persönliches Fazit: manche medikamente verändern Hunger/sättigung, manche beschleundigen/bremsen Stoffwechsel. Weiterhin verändern Medikamente auch die Darmflora und es gibt Theorien, dass Übergewicht etc. auch mit der Darmflora zusammenhängt.


    Lebkuchenherzchen schrieb:

    Trotzdem fühle ich mich während der Einnahme bestimmter Medikamente so dick und aufgequollen.

    Wenn die Medikamente irgendwann wieder ganz aus meinem Körper raus sind, muss ich mich dagegen gar nicht mehr anstrengen und bin schlank und fühle mich auch wohl.

    Das mit dem aufgequollen kenne ich auch, ich fühle mich auch deutlich wohler, seit ich kein Ballon mehr bin. :)^


    Lebkuchenherzchen schrieb:

    schwammig/aufgedunsen

    Grundsätzlich gibts immer mehrere Gründe, da würde ich jetzt vor allem an Wassereinlagerungen denken. Auch wenn sie ohne großes Zutun wieder weg gehen und es keine Fetteinlagerungen sind.

    Lebkuchenherzchen schrieb:

    Ich führe Ernährungstagebuch. Trotzdem fühle ich mich während der Einnahme bestimmter Medikamente so dick und aufgequollen. Wenn die Medikamente irgendwann wieder ganz aus meinem Körper raus sind, muss ich mich dagegen gar nicht mehr anstrengen und bin schlank und fühle mich auch wohl.

    Wiegst du dich denn? Misst du Umfänge? Irgendwelche objektiven Maßstäbe, ob du wirklich deutlich zunimmst oder dich nur latend aufgeschwemmt fühlst?

    mnef schrieb:
    Lebkuchenherzchen schrieb:

    schwammig/aufgedunsen

    Grundsätzlich gibts immer mehrere Gründe, da würde ich jetzt vor allem an Wassereinlagerungen denken. Auch wenn sie ohne großes Zutun wieder weg gehen und es keine Fetteinlagerungen sind.

    Von der TE müssten wir mehr Daten wissen, für meinen Teil kann ich sagen, es war wirklich mehr Fett da. Damals 32% Fettanteil, jetzt nach dem absetzen und abnehmen 9.

    Hey, danke für die Berichte und Antworten.


    Ja, es ist definitiv so. Einmal hatte ich durch die Pille sogar 14 kg mehr, obwohl ich in meinem ganzen Leben noch nie so viel gewogen habe. Sport, Ernährung etc. hatten überhaupt keinen Einfluss mehr. Auch meine Oberarme waren so dick wie noch nie (mehrere cm Umfang mehr). Mehrere Monate nach Absetzen ging das Gewicht dann plötzlich von ganz allein weg und alle weiteren Nebenwirkungen (stark schwitzen etc.) auch. Leider dauert es immer so lange, bis sich alles in meinem Körper wieder normalisiert.


    Was mich immer total ärgert, ist, dass mir viele Ärzte, aber auch andere Menschen diese Nebenwirkungen nicht glauben und das nicht ernstnehmen, obwohl Gewichtszunahme sogar in der Pakungsbeilage aufgeführt ist und das Internet voll von Berichten darüber ist.


    Deshalb würde ich mir wünschen, dass es irgendeinen objektiv messbaren Wert, der sich auf Hormone oder Stoffwechsel bezieht, gibt, der zeigt, dass irgendwas gerade nicht in Ordnung ist oder nicht richtig funktioniert. Aber anscheinend ist das nicht so einfach messbar?

    Ich kann mir vorstellen, dass ich Wassereinlagerungen hatte, als ich einmal so dicke Arme hatte, habe davor aber keinen Beleg, außer dass meine Arme wirklich ein paar cm Umfang mehr hatten und sich komisch anfühlten, wenn man drückte. Die Gynäkologin hat dann nur kurz getastet und meinte, das wäre nicht so, und wollte mich dann belehren, dass selbst Brot schon viele Kalorien hat. Mit Gewichtszunahme durch hormonelle Mittel konnte sie anscheinend kaum was anfangen, was mich total wundert. Ein anderer Gynäkologe wollte mir von einer Studie erzählen, die gezeigt hat, dass die Pille angeblich keinen Einfluss auf das Gewicht hätte. Ich verstehe das nicht.. Der Zusammenhang ist doch wirklich mehr als eindeutig bei mir und bei vielen anderen, wenn sich das Gewicht jedes Mal nach Absetzen wieder normalisiert.

    Geht mir auch so. Bekomme Hormone und habe total zugenommen. Mache seit 2 Jahren täglich eine Stunde Ausdauersport ohne jedes Resultat. Mit den ganzen Pillen nimmt man einfach nicht ab. Vielleicht mit einer Null-Diät und 14 Tage Hungerstreik ...

    Lebkuchenherzchen schrieb:

    Was mich immer total ärgert, ist, dass mir viele Ärzte, aber auch andere Menschen diese Nebenwirkungen nicht glauben und das nicht ernstnehmen, obwohl Gewichtszunahme sogar in der Pakungsbeilage aufgeführt ist und das Internet voll von Berichten darüber ist.

    Dahingehend hat ein Doc bei mir mal den Vogel abgeschossen, in dem er sagte, als ich mich beklagte vom Antidepressiva zugenommen zu haben: "Das kann überhaupt nicht sein, denn das Medikament hat ja keine Kalorien!"


    Bei sowas verzweifel ich immer und frage mich, wie es nur sein kann, dass ein Arzt so unendlich bescheuert ist. Der muß doch einen einigermaßen guten Grundintellekt haben, sonst hätte er doch kein Arzt werden können. Ich verstehe sowas einfach nicht.

    Ich verstehe das auch nicht. Glauben die das wirklich, was die sagen, oder dürfen/wollen die nicht zugeben, dass Medikamente unangenehme Nebenwirkungen haben können? Ein Gynäkologe, der täglich mehrfach die Pille verschreibt, will vlt. nicht zugeben, was für unbequeme Nebenwirkungen das hat? Oder werden sie wirklich so gut wie nie damit konfrontiert und die Patienten trauen sich oft nicht darüber zu sprechen, weil sie die Schuld bei sich selbst sehen, oder gehen nicht mehr hin/setzen es alleine ab?

    Bei einem der beiden Medikamente habe ich (während eines Klinikaufenthalts) beim raufdosieren immer heftigere Nebenwirkungen bekommen. Die Ärzte sagten dann als ich das in den Visiten immer wieder beklagte, ich soll mal eine Liste aller Nebenwirkungen zusammenschreiben.


    Als ich das tat und in der nächsten Visite alles aufzählte, meinten sie, das klingt genau wie die Nebenwirkungen in der Packungsbeilage, die hätte ich bestimmt gelesen und bilde mir deshalb alle ein.


    Ich muss dazu sagen, ich war in der Zeit damals nicht in der Lage zu lesen, habe die Station die ersten Wochen nicht verlassen und habe nur zu den Medikamentenzeiten an der Ausgabe die Tabletten direkt auf die Hand bekommen die sie mir verordnet haben. Und mein Leben davor hab ich mich noch nie mit Medikamenten beschäftigt gehabt.


    Ich habe auch später mit anderen Psychiatern ähnliche Erfahrungen gemacht, viele glauben nicht an Nebenwirkungen. Wenn Sie Dich wegen irgendwas psychischem behandeln und aufeinmal körperliche Symptome entstehen, dann hast Du für die einfach zusätzlich noch eine psychosomatische Störung ....

    Man muss aber auch ausprobieren, welches Medi bzw Hersteller am besten zu einem passt.

    Ich nehme seit 2 Jahren eine Minipille, um wegen eines starken Eisenmangels die starke Regelblutung komplett auszuschalten.

    In den ersten 6 Monaten nahm ich etwa 15kg zu, was mein Gyn gar nicht glauben wollte, dass das daran liegt. Dann war schlagartig Schluss mit den Fressattacken, aber ich dachte, dass sich der Körper inzwischen auf die Hormone eingestellt hat. Weitere sechs Monate später ging die Fresserei wieder los, aber ich habe versucht, das besser unter Kontrolle zu halten. Wieder 5kg mehr.

    Aber schon zu Beginn dieser Phase war mir endgültig klar, woran es liegt: Am Hersteller! Beim ersten Rezept bekam ich in der Apo ein Medi vom anderen Hersteller, war mir aber egal, ich hatte bisher nie Probleme mit Medikamenten. Das zweite Mal bekam ich genau das vom Arzt verschriebene, das dritte Mal wieder das andere. Seitdem achte ich drauf, dass ich nur das Original bekomme. Da muss beim anderen Hersteller außer dem Wirkstoff noch irgendwas anderes drin sein.

    Seitdem kann ich das Gewicht wieder halten bei knapp unter 100kg. Vor der Pille war ich bei 77kg bei 165cm, was größtenteils am Lipödem lag. Allerdings nehme ich natürlich auch einige Medis, die Gewichtsprobleme im Beipackzettel haben: Schilddrüse, niedrigdosierte AD.

    Kalinkana schrieb:

    "Das kann überhaupt nicht sein, denn das Medikament hat ja keine Kalorien!"

    Weiß nicht, ob ich da lachen oder weinen soll:-o

    Lebkuchenherzchen schrieb:

    Ich verstehe das auch nicht. Glauben die das wirklich, was die sagen, oder dürfen/wollen die nicht zugeben, dass Medikamente unangenehme Nebenwirkungen haben können?

    Das habe ich mich auch schon oft gefragt. Gerade die Pille ist beim Gyn ja sowas wie der heilige Gral. Und wenn man absetzt, ohne vorher Erlaubnis zu bekommen, wird oft noch ellenlang ein schlechtes Gewissen versucht zu machen, was das ein grrooooßer Fehler war, weil die Pille eine frau ja sooo stabilisiert! Bei mir war es so, bei einer Freundin auch mal und hier im Forum habe ich auch schon dutzende solcher Storys gelesen.
    Ich glaube tatsächlich, dass es bei eher seltenen Medikationen und seltenen Nebenwirkungen tatsächlich auch ehrliches Unwissen ist. Bei einigen Basics kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand, der immerhin das Studium geschafft hat, sowas wirklich nicht weiß. Tippe auf nicht zugeben wollen.

    mnef schrieb:
    Kalinkana schrieb:

    "Das kann überhaupt nicht sein, denn das Medikament hat ja keine Kalorien!"

    Weiß nicht, ob ich da lachen oder weinen soll:-o

    Ich tat nichts von beiden, sondern war einfach nur wie versteinert....versteiner von der Blödheit dieses Arztes. Ok, der Arzt war als Lusche bekannt, aber so derart behämmert....wie kommen solche Leute durchs Studium? Ich kapier das einfach nicht....das ist es, was ich immer mal verstehen wollte....wie schaffen solche Blödmänner die Prüfung?

    Ich habe auch kaum noch Vertrauen zu irgendeinem Arzt, wenn alle behaupten, sie hätten von Nebenwirkungen noch nie was gehört.


    Deshalb würde mich wirklich interessieren, ob es nicht irgendeinen messbaren Wert gibt, der zeigt, dass gerade irgendwas mit dem Stoffwechsel nicht stimmt. Oder eine Untersuchung, die eindeutig zeigt, dass man Wassereinlagerungen hat. Und nicht nur kurz gucken und irgendwo drücken und sagen, das stimmt nicht.

    Ich kann von dem, was du erzählst leider auch ein Lied singen, und bei mir hatte es weitreichende Folgen. Vor langen Jahren habe ich einen Tinnitus bekommen, konnte infolgedessen nicht mehr schlafen, bekam irgendwann Antidepressiva ... und habe auch gut 10-15 Kilo zugenommen. Statt dass mir geholfen wurde, hatte ich im Grunde noch ein Problem mehr, denn der Tinnitus ging davon nicht weg, besser fühlte ich mich auch nicht. Weil ich mich in meinem Körper nicht mehr wohl fühlte, entwickelte ich in der Folge eine starke Essstörung, die ich heute einigermaßen im Griff, aber nie völlig überwunden habe.

    Die Ärzte behaupteten zum Teil auch immer, das könne nicht sein, dass ich wegen der Tabletten zugenommen hätte, ich würde wohl zu viel essen (es ist echt immer dasselbe ...) Ich habe aber de facto nicht mehr gegessen. Mein Stoffwechsel war einfach im Eimer und zusätzlich hatte ich Wassereinlagerungen. Bei mir gab sich das leider auch nicht so schnell als ich die Medikamente abgesetzt habe, es dauerte recht lange, bis sich alles wieder einigermaßen einregulierte.

    Ich weiß nicht, ob es irgendeinen objektiven Messwert gibt. theoretisch müsste man zumindest den Wasseranteil des Körpers ja bestimmen können, aber wenn man "Pech" hat und das Wasser verteilt sich ganz gut, glaubt einem das am Ende auch wieder keiner. Ich persönlich war einfach extrem aufgeschwemmt, den Unterschied sieht man auf Bildern von damals und heute echt sehr.