1 1/2-Jähriger: Trotzphase / Wutanfälle

    Hallo zusammen,


    mein Sohn treibt mich gerade ein wenig in den Wahnsinn. Er ist jetzt 19-Monate alt und ein aufgeschlossener, aufgeweckter und toller Junge. Er ist aber auch sehr temperamentvoll und hatte schon immer seinen eigenen Kopf.


    Das Hauptproblem ist aktuell das Wickeln: Er hasst es.
    Pipi-Windeln gehen noch gerade so, die kann man mit Höschen-Windeln zur Not auch mal schnell zwischendurch wechseln. Aber sobald es eine Windel mit großem Geschäft ist, muss mein Sohn sich hinlegen und im besten Falle auch ruhig liegen bleiben, da sein Stuhl immer noch sehr breiig und flüssig ist. Da er häufig einen wunden Po hat, machen wir das Grobe mit Einwegtüchern weg und der Rest wird mit warmen Wasser und Waschlappen sauber gemacht, hinterher wird nochmal alles mit einem Tuch getrocknet. Die Prozedur fällt 2-4 Mal am Tag an und ist (fast jedes Mal) für alle Beteiligten Stress.

    Er fängt an zu meckern, weint/brüllt, möchte nicht sauber gemacht werden, Tritt um sich, haut, versucht aufzustehen, versucht zu beißen, etc.


    Wir haben schon alles Mögliche ausprobiert:


    - was Interessantes in die Hand drücken, damit er abgelenkt ist/ ihn damit zum Wickeln locken

    - Musik abspielen

    - lustige Lieder vorsingen

    - „Bestechung“ (wenn du dich jetzt wickeln lässt, gibt es hinterher XY = irgendwas was er gerne macht und an dem Tag noch nicht gemacht hat)

    - ihn toben lassen und aus dem Raum gehen

    - ruhig bleiben und ihn versuchen zu wickeln (funktioniert alleine jedoch nicht, da er so abdreht, dass man 2 Personen braucht und einer nur mit Festhalten beschäftigt ist, es ist wirklich erstaunlich, wieviel Kraft er haben kann)

    - ihn schon einige Zeit vorher aufs Wickeln vorbereiten („Gleich bekommst du eine frische Windeln, d.h. ...“).

    - nicht mehr im Kinderzimmer wickeln, sondern im Wohnzimmer


    Einige der Dinge funktionierten wenige Male und dann fing unser Sohn schon bei den ersten Takten vom Vorsingen an „Nein nein“ zu sagen und sich zu wehren oder schmiss den Gegenstand, der eben noch total interessant war und ihn zum Wickeln gelockt hat, einfach im hohen Bogen weg.


    Es wird gefühlt auch jeden Tag schlimmer und unmöglicher ihn zu wickeln. Morgens und abends ist es immer besonders schlimm.


    Aufs Töpfchen will er nicht mehr (vor ein paar Wochen fand er es noch interessant, sich hin und wieder drauf zu setzen).


    Windelnwechseln bei den Omas klappt angeblich gut.


    Er befindet sich auch gerade mitten in der Eingewöhnung, die langsam aber eigentlich ganz gut funktioniert. In der Krippe wurden ihm auch schon paar Mal zumindest Pipi-Windeln gewechselt und er hat mitgemacht.


    Nebenkriegsschauplätze sind dann so Dinge wie Jacke und Schuhe anziehen oder Zähne putzen. Wenn ich alleine mit ihm bin, wehrt er sich ebenfalls gegen das Anziehen. Es ist nicht so schlimm, wie das Wickeln, da er hier durchaus „mit sich Reden lässt“, da er irgendwann versteht, dass es ohne Schuhe und Jacke nicht raus geht. Ist aber noch eine andere Person zu Hause, zum Beispiel der Papa oder wenn ich ihn aus der Krippe oder auch mal bei Oma und Opa abhole, will er immer von jemand anderem angezogen werden. Bei Oma und Opa ist es ja in Ordnung, aber in der Krippe ist es beispielsweise nicht vorgesehen, dass die Erzieher, die Kinder beim Abholen anziehen.

    Allgemein möchten wir auch nicht, dass unser Sohn letztendlich auch in anderen Situationen, wie am Esstisch bestimmt, wer ihm das Essen kleinschneiden darf und alle sich danach richten, weil es sonst einen 1A Wutanfall gibt (so ein Kind haben wir schon in der weiteren Familie :_D).


    Auch gibt es mittlerweile häufig Wutanfälle aus heiterem Himmel (mit plötzlich weinen/brüllen/sich auf den Boden werfen/um sich schlagen), wo wir nur vermuten können, was der Auslöser war.


    Habt ihr einen Tipp, wie wir damit besser umgehen können? Ich möchte meinen Sohn nicht täglich „mit Gewalt“ wickeln, anziehen, etc. müssen X-\
    Meine Nerven sind eh schon strapaziert, da ich in der 37. SSW bin und ich solche Wutanfälle mit dicken Bauch nicht so gut wegstecke/abwehren kann, wie unschwanger. Zudem hatte ich gehofft, dass das Geschwisterchen kommt, wenn hier einigermaßen Routine mit Krippe und Alltag eingekehrt ist, aber aktuell ist es so unruhig wie schon lange nicht mehr.


    Ich hab schon überlegt, ob mein Sohn zuviel Programm hat ":/ Werktags ist er vormittags für 2-3 Stunden in der Krippe. Danach hält er meist einen langen Mittagsschlaf von rd. 2 Stunden. An 2-3 Nachmittagen verbringt er danach die Zeit bis abends bei den Omas und Opas (die er wirklich liebt, weil sie total nach seiner Pfeife tanzen :=o) und in der Regel treffen wir uns nochmal 1-2 Mal die Woche mit Freunden, die auch Kinder haben. Dann geht’s gemeinsam auf den Spielplatz oder wir trinken zu Hause einen Kaffee und die Kinder spielen im Garten oder ihm Wohnzimmer. Es gibt also nur wenige Tage in der Woche, die hauptsächlich zu Hause und nur mit Mama, Papa und meinem Sohn stattfinden. Bisher hatte ich aber den Eindruck, dass ihm das „Programm“ nichts ausmacht und er sogar ausgeglichener ist, wenn er eher viel Action bekommt, aber vielleicht braucht er jetzt durch die Eingewöhnung doch häufiger einen ruhigen Hafen?


    Zwischendurch ist er auch immer wieder der liebe Junge, der kuscheln will und Küßchen verteilt.


    Hat jemand einen Rat? @:)

  • 54 Antworten

    Huhu,


    Ich bin mal ganz frech und hänge mich an dich dran.

    Zwar ist es mit meiner Tochter nicht ganz so schlimm, aber gerade beim Wickeln macht sie oft Theater und (vor allem) wenn sie ins Bett muss. Sie ist total müde und nickt auch weg, aber nein dann muss wieder Gekreischt und Gebrüllt werden... sie ist ebenfalls 19 Monate und auch ich bin schwanger (40. SSW) ^.^

    Hallo Platypus,
    Dein Eingangsbeitrag könnte von mir stammen :=o

    Unser Sohn ist 17 Monate und zornt auch extrem.


    Wickeln ist 'ne Katastrophe, Tobsuchtsanfälle vom Feinsten (auf den Boden werfen, brüllen, Sachen werfen, hauen, ...), verweigern von Essen und danach durchs Zimmer werfen und so weiter...


    Ich kann Dir bezüglich Wickeln den Tipp geben (den habe ich von meiner Schwester bekommen):

    Stell Deinen Kleinen nach dem großen Geschäft in die Badewanne oder in die Dusche. Klappt bei uns sehr gut. Bis auf die Windel ausziehen, Wasser aufdrehen, Windel weg und untenrum gleich abbrausen. Dann noch mit Waschlotion saubermachen und gleich wieder raus aus der Wanne. Danach den Kleinen einfangen nachdem er weggerannt ist (%-|;-D), abtrocknen und Windel überziehen.


    Anders geht es bei uns momentan nicht 8-(

    mein Sohn ist 5 und die Zeit schon etwas her, als er in dem Alter war... Aber ich bin beim Lesen über folgenden Satz gestolpert, der mich etwas aufmerksam hat werden lassen

    Zitat

    An 2-3 Nachmittagen verbringt er danach die Zeit bis abends bei den Omas und Opas (die er wirklich liebt, weil sie total nach seiner Pfeife tanzen :=o)

    inwiefern "tanzen" sie denn (und du vielleicht nicht), wenn du verstehst wie ich meine ;-)


    Mein Kind war früher bei Oma und Opa auch total "lieb und brav und bla bla bla", weil er dort lange kein Widerwort bekommen hat. Bis es meiner Mutter irgendwann selbst zu "blöd" wurde und sie anfing, nicht mehr nach seiner Pfeife zu tanzen. Seitdem ist er überall gleich lieb/frech, was je nach Tagesform mal mehr mal weniger bedeutet.



    Aber wenn ihr das vermeiden wollt:

    Zitat

    Allgemein möchten wir auch nicht, dass unser Sohn letztendlich auch in anderen Situationen, wie am Esstisch bestimmt, wer ihm das Essen kleinschneiden darf und alle sich danach richten, weil es sonst einen 1A Wutanfall gibt

    solltet ihr die Großeltern mit ins Boot holen, ihn nicht zu sehr zu verwöhnen, vor allem wenn dann demnächst das Geschwisterchen kommt und der Thron dann eh mächtig wackelt ;-) viel Glück und alles Gute:)_

    :)^

    Meine Tochter ist 22 Monate und ich kann sagen das kommt bei jedem Kind :_D Ihre Freundin ist 2 Monate jünger und macht das gerade.

    Ich war froh in der Zeit keine wichtigen Termine zu haben weil ich ihr die Zeit dann einfach gelassen habe.

    Sie will sich nicht wickeln lassen? Das ist schade, so können wir nicht raus gehen. Und dann wurde schonmal im Flur 20 Minuten rumgemeckert und an die Tür klopft. Ich hab mich auf den Boden gesetzt und immer wiederholt "du lässt dich wickeln - dann können wir raus" Irgendwann hat sie immer nachgegeben.

    Auch wollt sie in der Phase nur von mir in den Hochstuhl und rausgesetzt werden. Nur von mir angeschnallt, nur von mir was vom Teller essen. Ich muss ehrlich sagen ich hab dem einfach nachgegeben ausser es war etwas was wirklich nur Papa kann. Ich hab mir keine Gedanken gemacht ob sie dann für immer sowas verlangt - denn ganz ehrlich das sind doch die blöden Sprüche die man sonst vom Umfeld hört. "Sie wird nieeee in ihrem Bett schlafen" "...wird nieee bei Tisch sitzen können". Ist doch Blödsinn. Hat sie bisher alles von selbst irgendwann geändert. Sie kompensieren in meinen Augen einfach gerade fehlende Fürsorge an anderer Stelle. Wenn ich zb den ganzen Tag arbeiten war, wars ihr deutlicher wichtiger dass ich alles mach. Am Spielplatz wollt sie nur von der Mama ihrer Freundin geschaukelt werden ;-D ging vorbei und manchmal wünscht sie es sich wieder. Finden wir alle ok. Verwöhnt find ich das nicht - und wenn Kind 2 mal da ist, wird ihr das bestimmt auch oft wieder wichtig sein um sich zu vergewissern dass sie immernoch ihren Anteil an Fürsorge bekommt. Auch Kinder die sich schon prima die Schuhe allein anziehen können, wollen plötzlich Hilfe - nicht weil sie faul sind, sondern sich rückversichern dass man noch für sie da ist.


    Beim Anziehen biete ich ihr meist 2 passende Sachen an und sie darf wählen. Wenn was bestimmtes notwendig ist wie zb der Regenanzug, erklär ichs ihr. Stell sie aufs Fensterbrett und sag "schau, es regnet, wir werden sonst richtig richtig nass". Und in den letzten 3 Monaten kam da soviel Verständnis dazu. Sie lernen so rasch - die Phase dauerte nicht lang. Sie kann immernoch trotzen - wird sicher auch mehr - aber diese Abläufe wie wickeln und Zähneputzen hat sie wieder als notwendig abgespeichert. Und sie sind halt auch ein ziemlicher körperlicher "Eingriff" wo man ganz schön viel mit sich machen lassen muss wenn man ehrlich ist. Und das grad in einer Phase wo man sich seiner selbst und seines Willens und der Auswirkungen der Entscheidungen so richtig bewusst wird.

    Ich hab versucht es positiv zu sehen - seinen eigenen Willen haben, seine Grenzen abzustecken und vorallem über den eigenen Körper zu bestimmen ist ja eigentlich eine gute Sache für das spätere Leben. Auch wenns jetzt für Mami und Papi gerade furchtbar mühsam ist.

    Meine Tochter war gut 1.5 Monate ein Trotz/Motz/Trauer/Wut Pinkel und ich erkannte sie kaum wieder. Sogar beim Schaukeln wurde gemotzt und ständige Rein Raus Ja Nein Spiele haben mich auch genervt.

    Ich hab versucht mich in sie reinzuversetzen wie das ist wenn man endlich Entscheidungen treffen kann/Willen und Nicht-Willen hat aber keine Voraussicht auf die Folgen daraus.

    Der Klassiker war bei uns:

    "Bäh die Sonne blendet, Verdeck zu"

    "Wähhh jetzt kann ich Mama nichtmehr sehen. Verdeck auf"

    "Wahhh die Sonne. Verdeck zu."

    Ging ewig hin und her ;-D

    Aussitzen. Nicht in vorauseilendem Gehorsam alles machen, wie er es will, aber auch nicht übertrieben an Prinzipien festhalten.

    Das ist eine ganz normale Phase, manche bocken mehr, manche weniger. Da muss man tatsächlich einfach durch. Die Anfälle verändern sich im Laufe des dritten Lebensjahr in Anlässen und Intensität. Nicht umsonst sagt man im englischsprachigen Ausland auch gerne „the terrible two“. 🤣 Mit dem 3. Geburtstag ist es bei den meisten dann auch wirklich schon merklich besser.

    Meine Maus ist fast 16 Monate und hat auch mal Phasen, wo es absolut unmöglich ist sie zu wickeln. Es ist echt der Hammer, wie flink und kräftig die Minis sein können und sich versuchen aus der Situation zu winden.

    Ich muss,zu meiner Schande gestehen, dass wenn es zu schlimm wurde und so gar nicht funktioniert hat, hab ich ihr kurz das Handy mit dem Video Tiere für Kleinkinder (YouTube) in die Hand gedrückt. Das war auch unsere Notlösung zum Zähne putzen. Mittlerweile geht es ohne und Zähne putzen mit ist sogar nicht möglich, weil die alle Tierstimmen immer nachmacht 😅. Bei uns gibt es aber bis auf die 2-3 Minuten sonst keinen Medienkonsum.
    Vielleicht, wenn es ganz schlimm ist, ein Versuch wert?

    Ich hab es heute Morgen mit Wickeln im Bad und einfach nur Abbrausen versucht. Kein Weinen, kein Brüllen, kein Hauen ;-D

    Ich hatte aber auch Glück, da der Windelinhalt nicht so schmierig und das Grobe abputzen deshalb recht einfach war. Mein Sohn war auch ein wenig irritiert. Vielleicht hat ihn der Überraschungseffekt auch einfach vergessen lassen, dass Wickeln doch eigentlich total doof ist ;-) Ich werde es weiter testen.


    Zum Thema Omas: Ja, bei Oma und Opa sieht es so aus, dass mein Sohn da total freie Hand hat, wo er spielt und womit er spielt. Möchte er in den Keller, geht es in den Keller, möchte er in die obere Etage geht es eben dahin, genauso mit dem Garten oder Raus auf den Spielplatz. Er wird vielleicht mal 5-10 Minuten vertröstet, bekommt aber im Grunde seinen Willen immer zeitnah.
    Schubladen darf er alle aufmachen und sich bedienen. Lediglich bei gefährlichen Gegenständen heißt es mal nein. Bei der Schwiegermutter darf er auch mit dem Bobbycar gegen Schränke und Co donnern, findet sie nicht schlimm. Meine Mutter verbietet ihm wenigstens alles, was Möbel und Boden in Mitleidenschaft nimmt. Genauso im Garten: Bei den Schwiegereltern darf mein Sohn alles im Garten pflücken, was er mag. Bei meiner Mutter nicht, weil sie deutlich weniger „zu ernten“ hat.
    Dieses er darf alles, Hauptsache er ist glücklich, finden wir nicht gut und sprechen es auch immer wieder an, wenn wir es live mitbekommen. Aber vieles kriegen wir auch gar nicht mit und die allgemeine Bitte „er muss nicht immer alles (sofort) bekommen/machen dürfen“ fruchtet leider nicht.

    Ich werde es auf jeden Fall weiterhin beobachten, ich habe nämlich zumindest das Gefühl, dass die Abende nach Oma und Opa immer die schlimmeren sind, von den Ausrastern. Vielleicht reicht es ja schon, ihn früher abzuholen, damit er zu Hause vor dem abendlichen Wickeln und Bettfertig machen, ausreichend Zeit hat, sich wieder auf zu Hause einzustellen.


    Nala85  

    Ich finde auch nicht, dass wir als Eltern immer unseren Willen durchsetzen sollten. Ich wäge in der Regel auch ab, ob es mir nun so wichtig ist, dass ich das Gebrüll in Kauf nehme. Ich finde es ja auch gut, dass er für sich und seinen Willen einsteht. Das gibt mir in Bezug auf andere Themen, wie die Krippe, ein gutes Gefühl. Aber gerade was das Wickeln angeht, bin ich echt ratlos, da er aufgrund seiner empfindlichen Haut, nicht lange in einer vollen Windel rumlaufen kann, da sonst direkt alles rot, wund und offen ist (gerade morgens). Die Einsicht, dass das Wickeln notwendig ist, wenn er raus möchte, kommt bei meinem Sohn meist erst recht spät bzw. zu spät, um pünktlich gewickelt in der Krippe zu erscheinen ;-)


    Aber es beruhigt mich, dass ihr das auch kennt und mein Sohn wohl kein besonders schwerer Fall ist, es einfach ganz normales Verhalten in dem Alter ist :)z

    Platypus schrieb:

    Dieses er darf alles, Hauptsache er ist glücklich, finden wir nicht gut und sprechen es auch immer wieder an, wenn wir es live mitbekommen. Aber vieles kriegen wir auch gar nicht mit und die allgemeine Bitte „er muss nicht immer alles (sofort) bekommen/machen dürfen“ fruchtet leider nicht.

    Ich glaube es fruchtet aber auch generell nicht Regeln nur auszusprechen weil es die geben soll, wenn sie den Großeltern einfach nicht wichtig sind. Die Kinder merken schon sehr bald ob man etwas wirklich auch so meint oder es nur so ein "er soll nicht immer gleich alles bekommen" Ding ist. Zumindest merk ich bei meiner Tochter recht schnell ob sie meine Grenze/Regel erkannt hat, weil ich auch authentisch rüberkomme (es bei mir auch wirklich eine ist) oder ob das grad nur so ein Versuch von "naja eigentlich störts mich nicht, aber sie soll ja nicht denken dass ...". Leider lass ich mich auch zu oft von Gerede von außen beeinflussen was "sich gehört" bzw. "was sie lernen müsse". Merke dann aber auch sehr bald, dass ich im rüberbringen dieser Regeln total versage weil es mir einfach nicht wichtig ist ;-D z.B. wenn sie grad lieber mit den Händen isst, oder lieber den Belag als das Brot, im Kaninchengehege Heu verstreut oder im Park Blätter abzupft. Wenn sie aber z.b. Blüten abzupft und ich das nicht mag und ihr sag "zupf keine Blüten mehr, die Bienen brauchen sie zum Essen" hört sie tatsächlich damit auf. Es gibt auch wenig Neins bei uns - aber ich mag z.b. keinen Lärm. Sie darf beim Essen blödeln und bisschen Spielen - ich mag aber kein Runterwerfen. Sie darf sich draussen dreckig machen wie sie will, weil ich weiß sie geht daheim gern baden und Wäsche kann man waschen. Sie muss auch nicht an meiner Hand gehen, weil ich weiß dass sie neben mir zielstrebig die Straße überquert. Das sind jetzt nur ein paar Beispiele, wo ich merke, dass andere Eltern sowas schon strenger sehen und Regeln haben. Ich versuche einfach Regeln und Grenzen nur da zu setzen wo sie mir wirklich ein wichtiges bzw. lebensrettendes Anliegen ist. Damit spart man sich zumindest ein paar der Machtkämpfe und Trotzanfälle.


    Letztens war eine Freundin von meiner Tochter da mit ihrer Mama. Die Kleine hat Seifenblasen am Regal stehen sehen und wollte welche sehen, und ich nehm sie schon in die Hand und ihre Mama sagt "Nein, du weißt, das machen wir nicht in der Wohnung." und ich fragte nur verdutzt und grinsend "achso, machen wir nicht?" ;-D Das war für mich eine völlig unerwartete Regel. Aber die Tochter kam auch gut zurecht, dass es das bei uns scheinbar schon gibt. Und andersrum kommt meine Tochter damit klar, dass sie bei ihrer Freundin daheim nur sitzend bei Tisch einen Snack bekommt und nicht mit dem Apfelstück in der Hand rumgehen darf wie daheim.

    Platypus schrieb:

    Ich werde es auf jeden Fall weiterhin beobachten, ich habe nämlich zumindest das Gefühl, dass die Abende nach Oma und Opa immer die schlimmeren sind, von den Ausrastern.

    Das könnte natürlich auch sein ... meine Tochter gewöhnt auch grad ein und ich merke sie braucht deutlich weniger Programm im Moment und ist daheim etwas zufriedener als früher. Ich mach jetzt nichtmehr jeden Tag Programm, max. bisschen Spielplatz noch.

    tiramisu01 schrieb:

    Meine Maus ist fast 16 Monate und hat auch mal Phasen, wo es absolut unmöglich ist sie zu wickeln. Es ist echt der Hammer, wie flink und kräftig die Minis sein können und sich versuchen aus der Situation zu winden.

    Ich muss,zu meiner Schande gestehen, dass wenn es zu schlimm wurde und so gar nicht funktioniert hat, hab ich ihr kurz das Handy mit dem Video Tiere für Kleinkinder (YouTube) in die Hand gedrückt. Das war auch unsere Notlösung zum Zähne putzen. Mittlerweile geht es ohne und Zähne putzen mit ist sogar nicht möglich, weil die alle Tierstimmen immer nachmacht 😅. Bei uns gibt es aber bis auf die 2-3 Minuten sonst keinen Medienkonsum.
    Vielleicht, wenn es ganz schlimm ist, ein Versuch wert?

    Für Videos interessiert sich mein Sohn überhaupt nicht. Er guckt 10 Sekunden hin und das war’s. Das haben wir schon beim Nägelschneiden ausprobiert. Manchmal helfen Kinderlieder über Kopfhörer. Das findet er spannend. Meist aber auch zu kurz um eine richtig volle und klebrige Windel zu wechseln ;-)

    Nala85 schrieb:
    Platypus schrieb:

    Dieses er darf alles, Hauptsache er ist glücklich, finden wir nicht gut und sprechen es auch immer wieder an, wenn wir es live mitbekommen. Aber vieles kriegen wir auch gar nicht mit und die allgemeine Bitte „er muss nicht immer alles (sofort) bekommen/machen dürfen“ fruchtet leider nicht.

    Ich glaube es fruchtet aber auch generell nicht Regeln nur auszusprechen weil es die geben soll, wenn sie den Großeltern einfach nicht wichtig sind. Die Kinder merken schon sehr bald ob man etwas wirklich auch so meint oder es nur so ein "er soll nicht immer gleich alles bekommen" Ding ist. Zumindest merk ich bei meiner Tochter recht schnell ob sie meine Grenze/Regel erkannt hat, weil ich auch authentisch rüberkomme (es bei mir auch wirklich eine ist) oder ob das grad nur so ein Versuch von "naja eigentlich störts mich nicht, aber sie soll ja nicht denken dass ...". Leider lass ich mich auch zu oft von Gerede von außen beeinflussen was "sich gehört" bzw. "was sie lernen müsse". Merke dann aber auch sehr bald, dass ich im rüberbringen dieser Regeln total versage weil es mir einfach nicht wichtig ist ;-D z.B. wenn sie grad lieber mit den Händen isst, oder lieber den Belag als das Brot, im Kaninchengehege Heu verstreut oder im Park Blätter abzupft. Wenn sie aber z.b. Blüten abzupft und ich das nicht mag und ihr sag "zupf keine Blüten mehr, die Bienen brauchen sie zum Essen" hört sie tatsächlich damit auf. Es gibt auch wenig Neins bei uns - aber ich mag z.b. keinen Lärm. Sie darf beim Essen blödeln und bisschen Spielen - ich mag aber kein Runterwerfen. Sie darf sich draussen dreckig machen wie sie will, weil ich weiß sie geht daheim gern baden und Wäsche kann man waschen. Sie muss auch nicht an meiner Hand gehen, weil ich weiß dass sie neben mir zielstrebig die Straße überquert. Das sind jetzt nur ein paar Beispiele, wo ich merke, dass andere Eltern sowas schon strenger sehen und Regeln haben. Ich versuche einfach Regeln und Grenzen nur da zu setzen wo sie mir wirklich ein wichtiges bzw. lebensrettendes Anliegen ist. Damit spart man sich zumindest ein paar der Machtkämpfe und Trotzanfälle.


    Letztens war eine Freundin von meiner Tochter da mit ihrer Mama. Die Kleine hat Seifenblasen am Regal stehen sehen und wollte welche sehen, und ich nehm sie schon in die Hand und ihre Mama sagt "Nein, du weißt, das machen wir nicht in der Wohnung." und ich fragte nur verdutzt und grinsend "achso, machen wir nicht?" ;-D Das war für mich eine völlig unerwartete Regel. Aber die Tochter kam auch gut zurecht, dass es das bei uns scheinbar schon gibt. Und andersrum kommt meine Tochter damit klar, dass sie bei ihrer Freundin daheim nur sitzend bei Tisch einen Snack bekommt und nicht mit dem Apfelstück in der Hand rumgehen darf wie daheim.

    Solche Regeln kenne ich in beide Extreme. Wir haben Freunde, da darf das Kind nur im Sitzen am Tisch essen und wir haben Freunde, da bekommt auch die 2-jährige eine Kugel Schokoladeneis mit Soße und Streuseln in der Waffel zu Hause in die Hand gedrückt und eben nicht nur zu Hause, sondern es gibt überall jedes Essen einfach so in die Hand gedrückt. Wir treffen uns auch häufig zum Kaffee und Kuchen oder zum Abendessen, sodass ich mir mittlerweile genau überlege, was es zu essen gibt, da die Eltern es nämlich auch nicht so streng mit dem Händewaschen hinterher sehen und ich dann noch Tage danach die Reste der Schokokekse oder allgemein des Essens in und an den Spielzeugen finde und versuche Bücher zu retten, da die Seiten total verklebt sind.
    Mein Sohn darf zu Hause was Essen angeht deshalb auch deutlich mehr, als auswärts. Bei Freunden achte ich drauf, dass er da nur mit „ungefährlichen“ Snacks (Apfel, Butterkeks) durch die Gegend rennt und bei allen anderen bei mir auf dem Schoß mitisst. Das macht mein Sohn auch gut mit. Auswärts besteht er nämlich nicht darauf, dass er Suppe unbedingt allein essen will, da darf ich ihn auch füttern ;-D


    Aber kann ja sein, dass es auch von der Dosis abhängt. Bis zu 3 Nachmittage bei den Omas ist ja schon recht viel. Da könnte er ja durchaus auf die Idee kommen, dass es zu Hause doch bitte genauso, wie bei den Omas sein soll ;-)

    Ich denke man kann dagegen nicht viel tun, das zornen haben alle Kinder je nach Temperament. Aber ich finde die 3 Nachmittage nach der Kita bis abends bei Oma zu viel, vielleicht braucht deinSohn einfach mehr Mama?