• 19-jährige Tochter lügt sehr oft

    Hallo wir haben ein kleines oder größeres Problem mit unserer 19-jährigen Tochter. Aktuell macht sie eine Ausbildung und ist im 2. Lehrjahr. Die Sache ist, sie lügt dass sich die Balken biegen. Sie belügt uns Eltern, ihren Freund, ihren Arbeitgeber und ihre Lehrerin. Thema 1: Wir haben ausgemacht, wenn sie in der Woche spät nach Hause kommt, dass sie…
  • 33 Antworten
    Zitat

    Achja und während der Ausbildung machte ich nicht nur eine Nacht durch. Drunter gelitten habe nur ich...dEin ich hockte todmüde im Unterricht.


    Das macht man ab und zu... Und leidet die nächsten Tage drunter.


    Lasst sie nach dem Mantra leben: wer feiern kann, kann auch arbeiten.

    Ja, Vertrauen schenken, freilassen, Vorwürfe zurückfahren.

    Zitat

    Irgendwann wurde mir dann auch meine Tankkarte weggenommen von meiner Stiefmutter, dann musste ich von meinem 450 Euro Job alleine den Tank bezahlen

    Der damals in Hochzeiten des Benzinpreises übrigens zum Teil 1,65 - 1,79 € pro Liter gekostet hat! Und der 450 Euro Job war damals noch ein 400 Euro Job...

    Das ist eine erziehungsdynamik, die man kaum einschätzen kann durch die wenigen informationen die wir hier haben....Und von ihrer seite würde es vermutlich so klingen: bin volljährig aber meine Eltern kontrollieren mich auf schritt und tritt und verbieten mir alles.


    Eventuell wäre es gut als Familie einen Therapeuten aufzusuchen. Jemanden der neutral die Familie Dynamik untersucht.


    Das ist aber nicht böse gemeint. Ich denke wenn jemand pathologischen lügt, hat das Ursachen...In Erziehung oder lebenserfahrung. Immer wenn ich meine Eltern anlügen, bin ich mir sicher, dass sie eh nicht verstehen WOLLEN warum ich was gemacht habe. Sondern dass ich Vorwürfe und schreienden bekomme ohne dass ich meinen Standpunkt wieder geben darf.

    Zitat

    Das ist eine erziehungsdynamik, die man kaum einschätzen kann durch die wenigen informationen die wir hier haben....Und von ihrer seite würde es vermutlich so klingen: bin volljährig aber meine Eltern kontrollieren mich auf schritt und tritt und verbieten mir alles.


    Eventuell wäre es gut als Familie einen Therapeuten aufzusuchen. Jemanden der neutral die Familie Dynamik untersucht.

    Stimmt, hier würde ich vollumfänglich zustimmen.

    Zitat

    Das ist aber nicht böse gemeint. Ich denke wenn jemand pathologischen lügt, hat das Ursachen...

    Ob da pathologisch ist oder nicht, kann in diesem Forum auf Basis der wenigen Informationen niemand diagnostizieren.

    Zitat

    In Erziehung oder lebenserfahrung. Immer wenn ich meine Eltern anlügen, bin ich mir sicher, dass sie eh nicht verstehen WOLLEN warum ich was gemacht habe. Sondern dass ich Vorwürfe und schreienden bekomme ohne dass ich meinen Standpunkt wieder geben darf.

    Ja, genau. :)z

    Man ersetze pathologischen durch häufig...


    War nicht als Diagnose oder so gemeint... Mein kopf ist manchmal langsamer als meine Finger.

    Beispiel übrigens: ich hab meinen Eltern jahrelang nicht erzählt, wenn ich krank Zuhause war statt auf Arbeit.


    Denn dann muss ich mir immer anhören ob das notwendig ist. Ach 38 Fieber? Damit geh ich aber noch arbeiten usw


    Irgendwann kotzte es mich nur noch an....

    Zitat

    Die junge Dame ist ziemlich heftig verwöhnt. Lasst sie auf die Schnauze fallen, sie ist alt genug.

    Ja, kann man so sehen, kann man kurz und knackig so auf den Punkt bringen.


    Was für mich zwischen den Zeilen noch erwähnenswert erscheint: "verwöhnt" klingt eher negativ besetzt - in Richtung Tochter - und ersetze ich mal mit "überbehütet" - in Richtung Eltern. Manchmal und auch heutzutage sind 19jährige noch nicht in der Lage, den geraden Weg problemlos ab Schulabschluss in die erwerbstätige Eigenständigkeit zu meistern.


    Interaktionen zwischen Eltern und Kind, das noch nicht ausgezogen aus dem elterlichen Zuhause, sind nicht automatisch ab gesetzlicher Volljährigkeit plötzlich ganz anders. Vor allem dann nicht, wenn beruflicher Werdegang noch fern des Abschlusses, wenn eigenes Einkommen nicht vorhanden. Immerhin gibt sie ja Einsicht vor und entschuldigt sich:

    Zitat

    Sie sagt selber, wir geben ihr alles und sie tritt es mit Füßen und dass wir so etwas nicht verdient haben. Sie weiß auch, dass wenn sie Hilfe braucht oder Fragen hat, wir sind immer für sie da.

    Ich kann mir vorstellen, dass in dieser notgedrungenen Einsicht durchaus ein Funken Wahrheit steckt. Allein an der Reife fehlt es.


    Vorwurfshaltung bringt nichts, nicht in Richtung Tochter, nicht in Richtung Eltern. Eltern machen sich IMMER Sorgen, müssen aber irgendwann mal loslassen (können). Kinder, die von ihren Eltern viel Liebe und Fürsorge erfahren, trotzdem nicht wissen wo ihr Weg hinführen soll, können mitunter die Geborgenheit der Komfortzone nicht einfach so loslassen.


    Grenzen öffnen: Eigenständigkeit zugestehen, was Freiheiten der Volljährigkeit betrifft. Grenzen setzen: Forderungen definieren, die im Rahmen der elterlichen Unterstützung akzeptabel und möglich sind. Diese Grenzen können finanzieller Art sein, auch Beteiligung an häuslichen Pflichten - besprochen und beraten miteinander in freundlicher Atmosphäre, nicht im ärgerlichen Affekt.


    Und, wie von anderen schon angeregt, einmal hinterfragen, ob die derzeitige Ausbildung denn wirklich das Richtige ist. Ob sie das wirklich vor die Wand fahren will und warum. Ob sie alternative Ideen hat und wie Ihr sie unterstützen könnt.


    Und ja, wenn das alles nicht weiterbringt, dann auch mal auf die Schnauze fallen lassen. Eben eigene Erfahrungen machen lassen.

    Wer sein 19 jähriges "Kind" wie ein Kindergartenkind behandelt und jeden Furz unter Kontrolle haben will, der muß sich nicht wundern, dass sich dieses Kind trotzig auf den Boden schmeißt und gegen alles tritt, was man ihm auferlegt...


    ... und ausbricht.


    Ich würde mal scharf überlegen, warum man so ein Kontrollbedürfnis hat und einem erwachsenem Menschen nix zutraut. Genau dies führt zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung.


    Mein Kind hat den Unterricht geschwänzt, hat Kontakt mit Drogensüchtigen gehabt, hat geklaut, jeden Sche.ß gemacht.


    Ich war aber eher mehr abwesend und konnte mich kaum kümmern.


    Aaaaber: egal, was war, ich habe an das Kind geglaubt, dass etwa aus ihm wird. Bin nicht einen Deut von diesem Gedanken abgewichen. Und genau damit habe ich auch eine sich selbst erfüllende Prophezeiung gemacht, genau so ist es gekommen.


    Was soll aus einen "Kind" werden, dem man nix zutraut? Genau. Nix.

    Zitat

    Was soll aus einen "Kind" werden, dem man nix zutraut? Genau. Nix.

    Richtig. Den Kreislauf muss es mühsam durchbrechen, wenn es das überhaupt selbst erkennt. :-|

    Ich hab jetzt extra noch mal nachgelesen, aber das

    Zitat

    Was soll aus einen "Kind" werden, dem man nix zutraut? Genau. Nix.

    hat der TE definitiv nicht geschrieben, nach meinem Verständnis auch nicht mitteilen wollen.

    Zitat

    Ich würde mal scharf überlegen, warum man so ein Kontrollbedürfnis hat und einem erwachsenem Menschen nix zutraut. Genau dies führt zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

    Ich würde mal sagen, da hat ein Vater gerade mal einen Beitrag geschrieben und einfach seine Sorge und seinen Frust formuliert. Sprich, da ist wirklich jemand scharf am überlegen und sucht hier das Gespräch. ?


    Weder ist ein 19jähriger Mensch einfach mal so "erwachsen" im Sinne von fertig und vernünftig, noch ist die Rede seitens des Vaters davon, er traue der Tochter nichts zu. Das Kontrollbedürfnis hingegen ist deutlich sichtbar. In meinen Augen ganz deutlich auch sichtbar ist die Sorge. Die sich offenbar aus Elternsicht hinsichtlich möglicher Freunde / Partner eher noch verstärkt - was ich als problematisch finde und deutlich Zurückhaltung empfehle. ??Als Mutter einer fast 22jährigen Studentin, die noch und nicht ganz ungern bei Mama wohnt, die sich beide liebhaben und selten Streit haben.?? :-@

    Zitat

    Aaaaber: egal, was war, ich habe an das Kind geglaubt, dass etwa aus ihm wird. Bin nicht einen Deut von diesem Gedanken abgewichen. Und genau damit habe ich auch eine sich selbst erfüllende Prophezeiung gemacht, genau so ist es gekommen.

    Ein wenig muss man zwischendurch mindestens schon fragen, reden, zuhören und bestärken, aber ja! :)^

    Salvador Dali hat angeblich auch viel gelogen in der Jugend.


    Wenn deine Tochter nicht bald mit dem Malen anfängt, dann besorg ihr eine Stelle im Marketing. Dann wird sie dir immer mal eine Kreuzfahrt schenken können zu Nikolaus.

    Ok, deine Tochter lügt - das ist natürlich nicht i.O.


    Ich würde das allerdings aus eurer Gesamtsituation sehen. Sie lügt, weil sie keinen Nerv auf eure ständigen Bevormundungen, Kontrollen hat - da hofft sie, dass sie durch eine Lüge ihre Ruhe hat.


    Vielleicht fühlt sie sich auch insgesamt nicht wohl, in ihrem Ausbildungsberuf o.ä.


    Mein Tipp:


    Lasst sie einfach mal in Ruhe. Sie ist 19. Volljährig. Euer "Erziehungsauftrag" ist eh abgeschlossen.


    Unterstützt sie, aber hört auf, ihr ständig zu sagen, was sie zu tun und zu lassen hat.

    Ohohoh, da kann ich ein paar Kapitel mitreden, sowohl von der einen, überbehüteten Seite, als auch von der anderen, Kinderloslassenmüssen Seite.


    Ich habe auch gelogen, ich habe gelogen, weil ich musste, weil ich meiner Mutter nichts anvertrauen wollte und konnte, sonst hätte es Vorwürfe, Psychospielchen, Tränen "ich tu alles für dich, was tust du für mich?" "ICH habe meine Mutter immer geehrt, aber meine Tochter tut nichts für mich" "wenn ich einmal tot bin, wird niemand mein Grab besuchen!" (ähm, letzteres stimmt beinahe... |-o ) gehagelt. Ich bin nachts heimlich fort und bin weggegangen so lange ich wollte. Und das musste ich noch im zarten Alter von 24 tun. Ich kann also mit der Tochter mitfühlen.


    ABER: Ich war am nächsten Tag zur Stelle, ich bin nicht bis Mittag im Bett geblieben, ich habe alles gemacht, damit es nicht auffiel. Und da wäre meine Geduld mit der lieben Tochter auch sofort zu Ende. Wer feiern kann...


    Und nun die andere Seite. Mein kleiner Sohn hat wie in einem anderen Faden beschrieben, psychische Probleme. Er hat versucht zu arbeiten, hat versucht ein normales Leben zu führen, ist gnadenlos gescheitert. Er musste das aber sehen, für seine eigene Selbstachtung musste er selbstständig werden. Es war ein schwerer, dorniger Weg bis alle, er eingeschlossen, sahen, dass er professionelle Hilfe (nicht die finanzielle der Eltern) brauchte. Aber dazu musste er auf die Schnauze fallen und das ganz alleine. Er musste vor den Trümmern stehen und sehen, dass er da nicht mehr herauskommen konnte. Und er durfte erfahren, dass die Tür zum Elternhaus immer offen stand, ganz ohne Vorwürfe, ganz ohne "ich hab dir das gleich gesagt!" nur mit "komm heim, wenn du Hilfe brauchst!" (Inzwischen ist er in der Betreuung und die Hoffnung steigt mit jedem Tag, den er dort verbringt)


    Und ich fürchte, das muss eure Tochter auch, sie muss die Verantwortung für ihr Leben übernehmen. Sie ist nicht krank wie mein Sohn, sie kann sich selbst helfen. Lasst sie los, wenn sie fliegt, dann fliegt sie, aber lasst sie die Konsequenzen spüren. Wenn, dann auch mit Ausziehen und allem, kein weicher Schoß, in den man fällt, kein Zimmer zuhause, das man ja bewohnen kann, bis man vielleicht wieder eine Ausbildung gefunden hat, die man auch wieder schmeißen kann, Papa zahlts ja...


    Klare Ansage: WIR zahlen dir EINE Ausbildung, jede weitere wird auf deinem Mist wachsen. Such dir eine Wohnung oder zahle hier Miet- und Verpflegungskosten.


    Hat sie einen guten Grund, diese Ausbildung zu wechseln, solltet ihr mit ihr darüber reden, aber auch klare Bedingungen stellen.


    Wenn sie tatsächlich vor Trümmern steht, wenn nichts mehr geht, seid ihr ja noch da und könnt sie unterstützen, ihr müsst sie ja nicht verstoßen, aber ihr klar sagen, dass ihr nicht bereit seid, ihren goldenen Käfig weiter zu finanzieren.


    Loslassen und vertrauen, dass alles gut wird, das ist eins der Dinge, die Eltern tun müssen. Auch wenn sie zusehen müssen, wie ihr Kind ins vermeintliche Unglück rennt, wir können beraten, wir können zureden, aber wir müssen unsere Kinder ihren Weg gehen lassen, wie sollen sie sonst erwachsen werden?

    Ich erkenne Parallelen.... Manche Eltern brauchen es scheinbar, dass man sie so belügt und ständig dumme und flache Ausreden bringt. Meine Eltern waren genauso, Zügel ran, überbehüten, nichts zutrauen und wenn ich dann mal Mist gebaut habe - und das war mit das schlimmste - wurden noch solche Ausreden erfunden wie hier auch "sie ist immer nur so wenn sie einen Freund hat". So nach dem Motto "eigentlich ist SIE ja ein gutes Kind, aber die anderen sind schlecht und sie lässt sich ja leider soo leicht beeinflussen, das dumme naive Ding"...


    Ich hoffe, du als TE überliest die Meinungen der anderen nicht. Ihr Lügen ist nicht okay, aber in diese Situation habt ihr als Eltern euch gebracht. Offensichtlich kann sie zu euch kein Vertrauen haben und das hätte ich aus eigener Erfahrung auch nicht. Den Grund haben meine Eltern leider nie verstanden, weil sie zu arrogant waren den Fehler auch mal bei sich zu suchen. Denn "Wir geben dir doch alles, eine schöne Wohnung, Handy, Geld... und was tust du uns dafür an?". ;-)