2x Schulaufführung zur selben Zeit

    Bei uns ist zur Zeit die Katastrophe perfekt :(v


    Die beiden Söhne von meinem Mann (8 und 10), die bei uns sind seitdem sie 2 und 4 sind, gehen auf unterschiedliche Grundschulen. Der eine ist in einer Theater-AG, der andere in einem Schulorchester. Es wird nun zwei Schulaufführungen geben, einmal Theater und einmal Konzert. Die Schulen haben es hinbekommen, dass diese am selben Tag stattfinden. Nämlich in 3 Wochen freitags um 15 Uhr! Beide gehen sogar gleichlang, jeweils 45 Minuten.


    Nun ist das Problem: Beide Jungs wollen unbedingt, dass ich komme. Zu mir haben die nämlich die beste Beziehung, ich bin für sie sowas zwischen Mama und Kumpeltyp. Natürlich war es eine Idee, dass mein Mann in die eine Vorstellung geht und ich in die andere. Aber das wird total abgelehnt und die Jungs kriegen sich in die Haare darüber, zu welcher Vorstellung ich dann kommen soll. Außerdem ginge es auch nicht, wegen dem Job von meinem Mann.


    Ich habe auch anderes überlegt, zB dass Großeltern Nr.1 zum Kleinen kommen und Großeltern Nr.2 dann zum Großen. Aber auch das wollen sie nicht (und bei Großeltern Nr.2 wackelt es terminlich auch schon :-| )


    Sie versteifen sich voll drauf, dass ich kommen muss und zoffen sich drum, zu wem ich wohl lieber gehe. Beiden ist es auch sehr wichtig, sie haben lange geübt. Es ist hier voll das Streitthema im Haus, jeden Tag haben sie sich jetzt momentan in der Wolle.


    Frage, was soll ich nur machen?


    Kann mich ja schlecht zerreißen. Zu gar keiner gehen wäre auch blöd. 20 Minuten da, 20 Minuten da funktioniert auch nicht, weil die Schulen (natürlich :-/ ) jeweils am anderen Ende der Stadt liegen und man mit dem Bus alleine 25 Minuten hintuckern müsste. Das Auto hat bis samstags nämlich mein Mann, der außerhalb arbeitet.


    Zu gar keiner gehen?


    Bin echt ratlos.


    Die Schule kann mir auch keinen Tipp gehen. Die wollen auch keine Aufführung zeitlich verschieben, was ich verstehen kann. :°(

  • 21 Antworten

    Ohje, verzwickt. Einer der beiden wird jedenfalls enttäuscht sein.


    Ich würde erstmal den Papa auf jeden Fall einspannen (Tag freinehmen), denn auch wenn sie jetzt nur dich wollen, ist es am Ende bestimmt trotzdem wichtig, dass er dabei war.


    Dann könntet ihr das Los entscheiden lassen, wer zur wessen Aufführung geht. Das wird im ersten Moment bitter für einen der beiden Jungs sein, aber so ist es leider manchmal im Leben.


    Beide Auftritte werden natürlich von euch mitgefilmt, danach könnt ihr doch den besonderen Tag trotzdem zu viert ausklingen lassen, indem ihr zu Hause die Videos der beiden Schulaufführungen anseht, Pizza bestellt oder Eis esst.


    Dann hat auch der Junge, den du nicht live gesehen hast, schon vorher die Gewissheit, dass du seinen großen Moment nicht ganz verpasst. Hinterher ist großes Lob natürlich Pflicht. ;-)

    Lass das Los entscheiden. Jeder schreibt seinen Namen auf mehrere Zettel, die werden ganz klein gefaltet und du ziehst einen Namen.


    Oder: eine neutrale Person würfelt. Bei einer geraden Zahl gehst du zu einer der Schulaufführungen und bei einer ungeraden Zahl zu der anderen.


    Das sollten auch Kinder als gerecht erkennen. Und dass du dich nicht aufteilen kannst, wissen sie ja (auch wenn es ihnen natürlich nicht passt)


    Gar nicht gehen bringt keinem was (finde ich halt).


    Darf gefilmt werden ? Wenn ja könnten die Großeltern den anderen Auftritt für dich filmen.

    Ich würde auf keinen Fall würfeln oder Lose ziehen. Da ist hinterher immer einer sauer und hat dann so gar keine Chance, dass er das diskutieren kann oder die Ablehnung begründet wird. Ich würde etwas aushandeln wie heute Du, das nächste Mal er, oder der eine wird besucht, der andere darf sich das Restaurant aussuchen, wo man hinterher gemeisam hingeht.

    Ich schließe mich nimue88 an. Die Kinder müssen auch lernen, dass sich nicht immer das ganze Universum nur um sie kreisen kann. Losen ist die gerechteste Lösung, kann man auch relativ kurzfristig machen, damit dann nicht ewig herumdiskutiert wird über das Ergebnis. Die Entscheidung zum Losen hingegen würde ich vorab klar aussprechen.


    Pädagogisch würde ich unbedingt diesem ganzen Hick-Hack gegensteuern, das nur zum Ziel hat, herauszufinden, wer denn nun der "wichtigere" ist und umso mehr bewundert und gelobt werden muss. %-|

    Besprich es gemeinsam mit den Kids. Du kannst Dich nunmal nicht teilen, das können auch Kinder in dem Alter verstehen. Damit sich das Kind, welches nicht mit einem Besuch beehrt wird, nicht zurückgesetzt fühlt, müsste eine Alternative im Sinne einer Entschädigung her. Dies muss allerdings auch in einem Verhältnis stehen. Beispielsweise eine Unternehmung ausschließlich mit diesem Kind, was seine Interessen betrifft.


    Schließ die Kinder in die Lösungsfindung ein: für was würdest Du auf den Besuch verzichten? (Mir ist an dieser Stelle selbst klar, dass die Formulierung unglücklich ist, vielleicht hat da jemand eine bessere zur Hand).


    Ziel wäre, dass das Kind aus eigener Überzeugung verzichtet, dahinter steht und sich fair behandelt fühlt. Vielleicht sogar besonders gut/groß, weil es die Bedürfnisse und Möglichkeiten anderer respektiert und ebenfalls geachtet wird.


    Ich fände es wichtig, beiden Kindern die Möglichkeit einer Lösungsfindung einzuräumen und nicht etwa sagen:"Du musst, weil Du der Ältere bist" oder ähnliches. Die Alternative wäre tatsächlich, dass Du an keiner Aufführung teilnimmst. Ich glaube, Kinder in dem Alter können eine immense Kreativität aufbringen, was das Finden von Lösungen betrifft - wenn man sie nur lässt. Und es wird mit Sicherheit besser akzeptiert, als eine von oben aufgezwungene "Lösung".

    Bei uns wird in solchen Fällen per Münzwurf entschieden. Der Verlierer bekommt eine angemessene Entschädigung.


    Langes Diskutieren und gemeinsam Lösung suchen räumt der Geschichte einen viel zu großen Stellenwert ein. Gehört einfach zur Lektion "das Leben ist nicht immer gerecht."

    Zitat

    Sie versteifen sich voll drauf, dass ich kommen muss und zoffen sich drum, zu wem ich wohl lieber gehe.

    Deine Kinder sollten lernen, dass sie nicht nur an sich denken sollten- sie sind nicht das Zentrum des Universums und nicht jeder Wunsch ist 1:1 erfüllbar, es geht auch um reale Umsetzbarkeit. Bei meiner Familie war es bei gleichzeitigen Veranstaltungen unserer Kinder so, dass wir uns als Eltern aufteilten- beim nächsten mal dann auch tauschten- da gab es keine Berechtigung für Zoff und es ging auch nicht um Bevorzugung und Benachteiligung irgendeinen Kindes- Kinder sollten auch teilen lernen. Außerdem: Dein Mann sollte sich mal einige Sorgen um seine Vaterrolle machen ...

    Nee, als Zentrum des Universums verstehen sie sich nicht, auch haben sie kein Mittelpunktsproblem. Die proben aber schon längere Zeit für diesen Auftritt und sind ganz stolz drauf, das zu präsentieren. Jetzt sind sie natürlich super enttäuscht, dass es so läuft. Darum geht's. Ich denke, das ist auch verständlich irgendwo.

    Zitat

    Außerdem: Dein Mann sollte sich mal einige Sorgen um seine Vaterrolle machen ...

    Wieso? ":/

    Meiner Meinung nach bauschst du/ihr das Thema viel zu sehr auf. "Katastrophe"?


    Es ist nunmal so, der Fakt ist nicht zu ändern - die Aufführungen sind gleichzeitig und es gibt deine Wenigkeit nur einmal. Blöd gelaufen.

    Zitat

    Dein Mann sollte sich mal einige Sorgen um seine Vaterrolle machen ...

    Zitat

    Wieso?

    Weil die Jungen so stark darauf geeicht sind, dass unbedingt die Mutter zu den Aufführungen kommt und den Vater diesbezüglich eher negieren. Zudem hätte ich mich als Vater darum gekümmert, in diesem eher seltenen Fall von der Arbeit frei zu bekommen, um wenigstens die Aufführung eines der Kinder wahrzunehmen.

    Also ich finde nicht, dass das Problem aufgebauscht wird. Für die Kinder ist es eben wichtig, dass die Mutter dabei ist. Wieso sollte man dieses Bedürfnis nicht ernst nehmen und sie noch mehr enttäuschen indem man sagt, sie wären nicht so wichtig?


    Schlag doch einen gemeinsamen Ausflug mit dir allein vor für den, der verzichtet.


    Vielleicht würde das ja für einen eine gute Entschädigung sein.

    Zitat

    Weil die Jungen so stark darauf geeicht sind, dass unbedingt die Mutter zu den Aufführungen kommt und den Vater diesbezüglich eher negieren.

    Zitat

    Für die Kinder ist es eben wichtig, dass die Mutter dabei ist.

    BTW: Die TE ist nicht die Mutter, es sind die Kinder ihres Mannes...


    Und zum Thema: Münze werfen, Lose ziehen, würfeln, whatever - und nächstes mal ist der andere dran. Das Leben ist eben manchmal unfair.