Alleinerziehend, 2 kleine Kinder und Vollzeit arbeiten. Geht das ohne dass die Kinder auf der Strecke bleiben??

    Hallo!


    Ich bin 37 Jahre alt und alleinerziehende Mutter von 2 Töchtern (4,5 Jahre und fast 2 Jahre). Der Kindsvater unterstützt uns null – also er zahlt nur und das auch leider auch immer wieder nur sehr unregelmäßig (kann mich deshalb auf die monatliche Zahlung nicht so unbedingt verlassen) und lässt sich auch nicht bei uns blicken. Nach eigener Aussage, weil es ja Mädchen sind und er deshalb eh nicht wichtig ist für sie (sondern nur ich als Mutter). Meiner Meinung nach ist es nur eine Ausrede um vor sich und anderen seine Abwesenheit als Vater zu rechtfertigen… Die Kinder erinnern sich beide gar nicht mehr an ihn; die Kleine hat er sogar nur kurz nach der Geburt mal besucht und das war es dann. Willkommen wäre er als Papa von meiner Seite durchaus, da ich schon der Meinung bin, dass für ein Kind beide Elternteile wichtig sind, aber zwingen kann ich ihn ja nicht. Meine Versuche waren unzählig, aber er möchte es einfach nicht. Gegenüber den Kindern lasse ich nichts verlauten, da ich ihnen nicht signalisieren möchte, dass ihnen grundsätzlich etwas oder jemand fehlt und sie bzw. wir als Familie irgendwie „unvollständig“ sind. Bisher kamen aber auch noch keine großartigen Fragen. Die Großeltern (also meine Eltern) leben direkt um die Ecke und wenn ich arbeite, betreuen sie momentan die Kleine und bringen die Große in den Kindergarten bzw. holen sie auch mal ab wenn ich gerade keine Zeit habe.


    Ich arbeite momentan 4 Tage/Woche voll (also 80%) – in der Regel von 6 Uhr bis 14:00Uhr und dann abends wenn die Kinder im Bett sind nochmal für ca. 2 Stunden (je nach dem wieviele Pausen ich gemacht habe). Der Haushalt wird eher so nebenbei gemacht. Ist sieht bei uns zwar nicht aus wie geleckt, aber nicht dreckig, staubig oder so ;-) Die Große geht von ca. 8 Uhr bis ca. 14:30 Uhr in den Kindergarten, die Kleine kommt in Kürze in die Krippe. Zum Kindergarten bringe ich die Große und hole sie am Nachmittag auch wieder ab (zumindest meistens) – nur Dienstags machen das meine Eltern und betreuen sie dann noch ein bisschen, da ich da dann immer den ganzen Tag beruflich weg bin (komme erst gegen 17 - 18 Uhr wieder). Soweit so gut.


    Wie oben geschrieben, wird die Kleine in Kürze in die Krippe gehen und ich habe vor ca. 3-4 Monate nach Abschluss der Eingewöhnung wieder Vollzeit zu arbeiten - 1 Tag auswärts und 4 Tage von zu Hause aus. Auch aus finanziellen Gründen, da ich meinen Kindern ja auch mal z.B. einen Urlaub bieten möchte - das gab es bei uns bisher trotz Sparen noch gar nicht. Die Arbeitszeiten wären wie bisher, nur müsste ich dann halt auch am Freitag arbeiten… Mein bisheriges „Arbeitsmodell“ klappt eigentlich sehr gut wie ich finde und ich kann – obwohl ich ja 80% arbeite – noch viel Zeit mit meinen Kindern verbringen. Finde ich zumindest. Trotzdem mache ich mir Sorgen, ob ich meine Kinder in irgendeiner Weise „vernachlässige“ wenn ich wieder voll arbeiten gehe… Es ist irgendwie so ein Gefühl, ich kann es nicht an Fakten festmachen. Ich schere mich eigentlich nicht groß um die Meinung von anderen, aber vielleicht liegt es doch ein bisschen daran, dass ich die einzige Kita-Mutter bin, die dann Vollzeit arbeiten geht und wenn ich einer anderen Mutter bisher von meinem Plan erzählt habe, dann wurden große Augen gemacht und das ein oder andere Mal kam auch ein „dann siehst du deine Kinder ja noch seltener als eh schon. das könnte ich nie!“. Fehlt nur noch ein „die arme Kinder“… Dabei ist meine Große noch nicht mal eines der Kinder, die besonders lange im Kindergarten sind - die Hälfte der Kinder wird schon um 7 :30 gebracht und erst nach 15 Uhr abgeholt.


    Findet ihr meine Sorgen wegen der Vernachlässigung sind in irgendeiner Weise begründet? Und verbringe ich eurer Meinung nach zu wenig Zeit mit meinen Kindern? Gibt es hier vielleicht auch Mütter, die Vollzeit arbeiten – wie sind da die Erfahrungen, wieviel Zeit verbringt ihr noch mit euren Kindern?

  • 12 Antworten
    Caro2225 schrieb:

    Findet ihr meine Sorgen wegen der Vernachlässigung sind in irgendeiner Weise begründet?

    Nein!


    Wenn andere Mütter von deinen Plänen hören und mit den Augen rollen oder dir ein schlechtes Gewissen einimpfen - wollen -, lass dich davon nicht beeindrucken. Kinder müssen auch nicht ununterbrochen betüddelt werden.


    Du bist nun mal Alleinerziehende und ich finde deine Planung sehr gut durchdacht.


    Abgesehen von dem Vater deiner Kinder, an den Du mMn keine weitere Energieen mehr verschwenden solltest, ist die Situation für deine Kinder ganz normal. Fragen nach dem Vater, die sicher iwann auftauchen werden, solltest Du schon wahrheitsgemäss und dem Alter deiner Kinder entsprechend beantworten.


    Wenn die Unterhaltszahlungen unregelmässig überwiesen werden, solltest Du dich mal erkundigen, wie Du das abschaffen kannst. Evtl. über das Familiengericht oder andere Beratungsstellen wie Caritas usw.

    Dazu gehört für dich z.Zt allerdings das konsequente Abnabeln von deinen Wünschen in Bezug auf - aber ich möchte meinen Kindern den Vater nicht nehmen, oder? Er ist der Erzeuger und will und wird niemals Vater sein wollen, wenn ich dich richtig verstanden habe.

    Ich finde Deine Sorge unbegründet! Ich war erstaunt zu lesen, wie viel Zeit Du mit den Kindern noch hast. Und dass es eine Betreuung innerhalb der Familie gibt, somit eine Stabilität, das ist auch gut.


    Eine Freundin von mir arbeitet auch fast Vollzeit. 2 Kinder, aber verheiratet mit gut verdienendem Mann. Sie möchte einfach auch ihren Job machen, auf den sie lange hingearbeitet hat. Sie macht sich keine Vorwürfe, das Familienleben läuft völlig normal. Und mittlerweile gibt es Momente, wo sie zu Hause ist, aber beide Kinder woanders spielen, Mama langweilig finden,...


    Trenne Dich von Gedanken, eine schlechte Mutter zu sein, nur weil Du arbeitest. Dir bleibt letztlich keine Wahl. Du hast aber noch erstaunlich viel Zeit mit den Kindern. Die scheinen mit den Regelungen auch gut klarzukommen.

    Also ist es so.

    Das alte Hausfrauen-Modell hat auch seine Tücken. Der blöde deutsche "Rabenmutter"-Begriff gehört auf die Tabu-Liste.


    Aber bzgl. Unterhalt würde ich auch überlegen, ob ich da nicht mehr Druck aufbaue pber das Jugendamt.

    Caro, ich finde auch, dass du dir da unnötig Gedanken machts. Du hast ja nachmittags schon auch mal Zeit und ich finde die Qualität, zählt nicht die Quantität. Wenn du Zeit mit den Kindern verbringst, dann sei einfach präsent, versuch nicht in Gedanken wo anders zu sein und wie du es schon machst, im Haushalt nicht zu Perfektionismus streben. Ich gehe mal davon aus, dass deine Eltern sich liebevoll um die Mädchen kümmern, das ist ja auch Familie und kann ein ganz grosser Gewinn für die Kinder sein.

    Es gibt so viele Familien-Modelle und ich finde bei dir hört es sich nach einem stabilen Umfeld mit einer fürsorglichen Mutter an, lass dich nicht von anderen verunsichern und gehe deinen/euren Weg. Wenn du zum Teil von zu Hause arbeiten kannst, bist Du ja auch als Ansprechpartner da und je größer die Kinder werden, desto leichter wirds.

    Ich wünsche Dir ganz viel Selbstvertrauen und Kraft im Umgang mit evt. besser wissenden Übermüttern und eine fröhliche und entspannte Zeit mit deinen Mädels @:)

    Letztendlich musst du dich damit wohl fühlen, nicht die anderen.


    Wieviele Stunden pro Woche sind denn Vollzeit bei dir und wieviel Fahrtzeit hast du?

    Ich habe zwischen Elternzeit von Kind Nr. 1 und Schwangerschaft von Kind Nr. 2 gemerkt, dass mir Vollzeit (40 h mit 30-40 min Fahrt eine Strecke) zuviel Arbeit und zu wenig Zeit zu Hause mit Kind ist. Zudem fühlte ich mich ziemlich gestresst, da Treffen mit Freunden mit Kindern häufig nur sehr kurz ausfielen und mich jeder Stau in dem ich Zeit verlor, furchtbar aufregte.
    Ich arbeitete von 6:30 bis 15 Uhr und war in der Regel vor 16 Uhr zu Hause. Der Kleine wurde in der Zeit entweder vom Papa oder von den Großeltern betreut. Bis zum ins Bett bringen waren es dann meist nur noch rd. 3 Stunden. Wenn ich dann nachmittags noch was anderes vor hatte (Arzttermin, Freundinnen ohne Kind treffen) hatte ich an diesem Tag quasi nichts von meinem Sohn. Zudem war ich dauermüde durch das frühe Aufstehen und nicht zeitig ins Bett kommen, da man irgendwann auch mal bisschen Haushalt oder Papierkram erledigen muss.


    Nach der Elternzeit von Kind Nr. 2 werde ich mit 80 % anfangen, d.h. mit 6 Stunden täglich. Die Kinder gehen dann in die Krippe und mein Partner und ich werden uns mit dem Hinbringen und Abholen abwechseln (d.h. ich werde dann entweder von 6:30 bis 12:30 oder von 9 bis 15 Uhr arbeiten) und die Omas bekommen in der Woche wohl auch einen festen Enkeltag, sodass wir dann auch mal Luft für Überstunden hätten.


    Dein Plan klingt für mich realistisch. Ich sehe nicht, warum deine Kinder einen Schaden nehmen sollten. Sie sind nicht sonderlich lange in der Kita und es ist doch was Tolles, wenn sie einen guten Draht zu den Großeltern haben.

    Ja, von diesem Wunsch habe ich mich mittlerweile auch schon verabschiedet. Klar, es ist immernoch meine Idealvorstellung, aber ich habe die Realität akzeptiert und verschwende auch keine Energie mehr an Kontaktversuche. Im Grunde haben wir nur noch Kontakt, wenn die Zahlung nicht da ist... Über das Jugendamt usw. habe ich bereits versucht eine Besserung zu erzielen, aber mehr als "reden" haben die bisher auch nicht gemacht bzw. vorgeschlagen - vor ihnen beteuert er ja auch immer wider, dass er zahlt und es nur aus xyz Gründen nicht konnte usw. Dann bessert es sich eine Weile und dann reißt es wieder ein.

    Ich finde auch, dass ich relativ viel Zeit mit meinen Kindern verbringe, dafür dass ich bereits 80% arbeite. Klar, ich habe natürlich kaum bis gar kein eigenes Leben mehr, aber das stört mich momentan eher weniger. Meine Kinder stehen ganz oben auf meiner Prio-Liste und in ein paar Jahren werde ich ja eh immer mehr abgeschrieben sein und deshalb möchte ich nun noch so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen ;-)

    Tatti74 schrieb:

    Caro, ich finde auch, dass du dir da unnötig Gedanken machts. Du hast ja nachmittags schon auch mal Zeit und ich finde die Qualität, zählt nicht die Quantität. Wenn du Zeit mit den Kindern verbringst, dann sei einfach präsent, versuch nicht in Gedanken wo anders zu sein und wie du es schon machst, im Haushalt nicht zu Perfektionismus streben. Ich gehe mal davon aus, dass deine Eltern sich liebevoll um die Mädchen kümmern, das ist ja auch Familie und kann ein ganz grosser Gewinn für die Kinder sein.

    Es gibt so viele Familien-Modelle und ich finde bei dir hört es sich nach einem stabilen Umfeld mit einer fürsorglichen Mutter an, lass dich nicht von anderen verunsichern und gehe deinen/euren Weg. Wenn du zum Teil von zu Hause arbeiten kannst, bist Du ja auch als Ansprechpartner da und je größer die Kinder werden, desto leichter wirds.

    Ich wünsche Dir ganz viel Selbstvertrauen und Kraft im Umgang mit evt. besser wissenden Übermüttern und eine fröhliche und entspannte Zeit mit deinen Mädels @:)

    Ich versuche diese Kommentare ja zu ignorieren und wie gesagt ist es mir eigentlich auch egal was andere über mich denken. Aber das scheint ein wunder Punkt bei mir zu sein...Ich gebe zu, dass ich auch etwas neidisch auf die Teilzeit-Mamas bin, die neben Job, Haushalt und Kindern auch locker noch Zeit finden um wöchentlich zum Frisör zu gehen und Shoppingtage oder Cocktailabende mit ihren Freundinnen zu planen.

    Irgendwie wird einem fast eingetrichtert: Alleinerziehend = keine Zeit für die Kinder. Dabei hole ich meine Große sogar täglich früher ab als die meisten anderen. Also rational denkend kann das doch gar nicht sein, oder?! Trotzdem zweifle ich, ob meine Kinder im Vergleich zu den anderen Kindern in der Kita genauso viel "Quality-Zeit" mit mir haben wie diese.

    Den Plan kann ich aber nur so umsetzen, weil bei meinem Job so flexible Arbeitszeiten haben und so viel arbeiten von zu Hause möglich ist. Jetzt wird das wegen Corona (darüber hinaus auch wegen dem Mangel an Büroräumen) bestimmt auch nicht weniger werden - mein Glück!


    Zu Hause kann ich halt mal schnell zur Kita fahren wenn etwas ist und die Kinder täglich hinbringen und abholen ohne viel Fahrtzeit zu investieren (mit dem Auto sind es keine 5 minuten). Klar ist jede Menge Disziplin und Organisation nötig, aber das versuche ich halt am Wochenende auszugleichen wo wir dann entspannte Ausflüge z.B. in den Zoo oder den Wasserspielplatz ohne Zeitdruck machen.

    Wenn du alles super geregelt bekommst und dich dabei auch wohl fühlst und selbst nicht auf der Strecke bleibst, solltest du die Kommentare anderer einfach überhören :)^


    Bei mir war es (trotz Partner und Omas im Hintergrund) leider nicht so. Ich fühlte mich gestresst und war einfach unglücklich mit der Gesamtsituation. Meine Arbeit lässt sich aber auch nicht so gut mit Home Office vereinbaren, auch wenn ich durch Corona auch die Möglichkeit hatte tageweise von zu Hause aus zu arbeiten. Mein Sohn hat es aber nicht so recht akzeptiert, dass ich auch mal ein oder zwei Stunden was tun muss. Der Papa musste dann meist mit ihm rausgehen, damit wir nicht zusammen in der Wohnung waren, sonst gab es bittere Tränen.

    Wenn ich einen Partner hätte, würde ich das sicherlich auch anders handhaben, vielleicht max. 50% arbeiten (vorausgesetzt natürlich der Mann verdient genug) und es alles im allen etwas entspannter handhaben. Als Alleinerziehende geht das aber natürlich nicht - zum einen aus finanziellen Gründen, aber viel mehr noch aus Zeitgründen! Klar, ich habe meine Eltern, die um die Ecke wohnen und jederzeit bereit sind mal einzuspringen. Aber sie sind halt auch nicht mehr die Jüngsten und ehrlich gesagt, will ich ihnen auch nicht so oft die Kinder aufs Auge drücken - meine Mädels sind zwar wirklich liebe und vergleichsweise ruhige Kinder, aber Kinder sind halt Kinder und öfter auch mal anstrengend. Vorallem im Doppelpack.


    Klar, ich habe unter der Woche einen straffen Zeitplan und praktisch auch am Wochenende keine Zeit für mich. Aber wie soll ich das ändern, ohne dass meine Kinder das Nachsehen haben? Außerdem sehe ich z.B. einen Tag im Zoo nicht als stressig - ich gehe gerne in den Zoo (habe ich auch vor den Kindern hin und wieder gemacht, natürlich nicht so oft wie jetzt *g*) und den Kindern kann da kaum was passieren. Also sie können nicht unter die Räder kommen oder so ;-) So gesehen ist es auch für mich dann auch ein schöner Tag und nicht nur "Arbeit". Klar könnte ich meine Kinder länger in der Kita lassen und in der Zeit einkaufen gehen o.ä., aber ich finde es auch schön dies mit meinen Kindern zusammen zu machen.

    Objektiv betrachtet finde ich schon, dass ich genug Zeit mit meinen Kindern verbringe und sie nicht "abschiebe". Ich verbringe die Nachmittage mit ihnen und die kompletten Wochenenden und Feiertage. Wenn ich Urlaub habe, bleiben sie bei mir und gehen nicht in die Kita (bzw. die Kleine zu Oma und Opa). Bei der Großen gab es da schon mal eine Ausnahme, aber nur, weil es an dem Tag ein Puppentheater gab bzw. der Nikolaus kam.


    Trotzdem treffen mich solche Äußerungen obwohl ich mir insgeheim denke "eigentlich kann das doch gar nicht sein - deren Kinder bleiben sogar länger in der Kita und sie verbringen nicht ihre komplette Freizeit mit den Kindern"! Warum ist das so? Warum lasse ich mir da so leicht ein schlechtes Gewissen machen?

    Von wem kommen denn diese blöden Äußerungen?


    Achte bei all dem auch auf Dich. Wenn Du mal einen Tag Auszeit brauchst, FÜR DICH (nicht Haushalt!), dann nimm ihn Dir. Es klingt so, als ob Du Optionen diesbzgl. hättest, also nicht zu ehrgeizig sein. Ich sehe eher das Risiko, dass Du zu hart zu Dir bist, als dass Deine Kinder leiden.