"Neurobiologische- und psychologische Studien konnten bei ADHS-Betroffenen Veränderungen in einigen Gehirnstrukturen und deren Funktionen nachweisen. Diese Veränderungen bewirken einen gestörten Stoffwechsel der Botenstoffe Dopamin, Serotonin und Noradrenalin im Gehirn und werden als Grund für die Aufmerksamkeitsdefizite angesehen. Die Botenstoffe wirken sich unter anderem auch regulierend auf den Antrieb und die Motivation aus. Weil die Signalübertragung im Gehirn von ADHS-Betroffenen nicht ausreichend gehemmt wird, kommt es zu einem Informationsüberfluss und man verliert den Fokus. Zudem wurde nachgewiesen, dass das Muster der Gehirnwellen bei ADHS-Betroffenen von dem gesunder Personen abweicht. Bei ADHS-Betroffenen gibt es vermehrt langsame Gehirnwellen bei einer gleichzeitigen Verminderung von schnellen Gehirnwellen. Das bedeutet, dass manche Bereiche des Gehirns zu Zeiten aktiv sind, an denen sie in vergleichbaren Situationen bei Personen ohne ADHS inaktiv sind. Dies könnte mit Hilfe eines Elektroenzephalogramms (EEG) nachgewiesen werden. Ein EEG zeichnet die Gehirnwellen auf und macht sie sichtbar. "


    quelle uni tübingen, aber die haben wohl keine ahnung :)D

    Stellt sich mir die Frage: Was ist die Norm? Und vor Allem - welche "Norm" sollten die Eltern haben? Autoritär? Weich? Streng? Konsequent? Was auch immer?


    Ich kann es aus meiner eigenen Erfahrung mit zwei als ADHS diagnostizierten Buben sagen: Sie brauchen einen liebevollen aber konsequenten Prellbock! Medis haben wir nie gebraucht - auch wenn sie uns von sämtlichen Ärzten empfohlen wurden!


    Ich wage sogar ebenfalls Zweifel an dem Phänomen ADHS zu haben - ich wäre wohl defininitiv auch ein solches Kind gewesen wenn vor 40 Jahren sich da Jemand drum gekümmert hätte...so what?


    Ich hatte für meine Kinder GsD Lehrer die mit uns zusammengearbeitet haben, die akzeptiert haben dass die Aufmerksamkeitsspanne bei meinem Grossen manchmal nur fünf Minuten war. Es wurde einfach adequat drauf reagiert indem er sich bewegen durfte. Mir ist aber auch klar dass das deutsche Schulsystem für sowas (noch?) nicht geeignet ist!


    Heute ist er fast 19 und wird (immer noch ohne Medis) bald seine LAP mit Auszeichnung machen...


    Ich weiss also aus eigener Erfahrung dass es geht! Und ich hatte Ärzte dabei die mich nach Terminen gefragt haben "wie es sein kann dass ich noch nicht im Irrenhaus bin?"......


    Ob ADHS existiert wage ich nicht zu sagen - ich tippe aber eher auf nein! Es ist wohl mehr dem gegenwärtigem Trend geschuldet das beste und bravste Kind zu haben und ja nicht aus der Norm zu fallen! Konformität für Alle! Brrrrr! :=o ":/

    Zitat

    Heute ist er fast 19 und wird (immer noch ohne Medis) bald seine LAP mit Auszeichnung machen...

    Super, das find ich richtig toll! Da ist bei euch alles gut gelaufen! :)^


    Leider schafft das nicht jedes Kind ohne Medis. Viele lernen eben erst unter der Medikation ein "einigermaßen angepasstes Verhalten".


    Ich schreibe das in " ", weil ich auch der Meinung bin, dass nicht alle Menschen gleich sein können und müssen.


    Aber für einen geregelten Schulbesuch ist eben ein Mindestmaß an Selbstkontrolle nötig.


    Man muss genau abwägen, ob überhaupt, wenn ja welches Medikament in welcher Dosis Sinn macht.


    Gut finde ich auch, wenn immer mal wieder Auslassversuche durchgeführt werden und das Kind selber spürt, welche Fortschritte es gemacht hat, wo es schon ohne Medis auskommt und an welchen Punkten noch gearbeitet werden muss.

    Danke Regenpfeifer! *:)


    Aber mir ist auch klar dass dazu eine gewisse "Art" von Mama (oder Eltern) nötig ist...ich hatte die Stärke und den Sturkopf dafür - Anderen haben den vielleicht nicht! Ich nehme das Leben generell mit Humor...


    Mein jüngerer Sohn (knapp 16) ist zusätzlich noch Autist und geistig behindert - da eröffnen sich noch ganz andere Baustellen. Aber darum geht es hier nicht.... 8-)

    Zitat

    Stellt sich mir die Frage: Was ist die Norm?

    Das ist eine Laienfrage. Psychologen/Soziologen können genau sagen, was die "Norm" ist, auch, was "normal" ist. ;-) Sonst wäre keine Diagnostik und dann auch keine Hilfe nirgendwo möglich, nicht bei Suchterkrankten, Traumaopfern, Depressiven und ja, auch bei ADHS-Kindern nicht.

    Ich meinte die Norm bei den Eltern.... :=o


    Und wie gesagt zweifle ich doch stark an dass ADHS etwas Pathologisches ist...genauso übrigens wie Autismus und Asperger. Es ist (für mich!) einfach eine andere Daseinsform...


    Ist das Kind "schuld"...oder vielleicht eher die Gesellschaft die mit seinem Verhalten nicht umgehen kann? Wer bestimmt die Norm?


    Ich finde darüber sollte man doch mal nachdenken dürfen....

    lieselotte, so wie du schreibst, hört sich das fast so an als wären einige einfach zu bequem, oder zu "schwach" ein adhs kind in den griff zu bekommen.


    ich denke mal dass es bei jeder art von krankheit, schwere fälle und weniger schwere gibt. und es nicht immer in der macht der eltern liegt.


    es ist schön dass es bei dir so geklappt hat, aber ich habe auch das genaue gegenteil im bekanntenkreis. da verzeifelten eltern, lehrer und therapeuten gleichermaßen. aber am allermeisten das kind.


    seit der medikamentösen behandlung ist ein halbwegs normales leben möglich.

    Stimmt, ich denke dass man so gut wie Alle "ADHS" Kinder in den Griff kriegen kann - aber nicht durch Stärke (was ja hier das Gegenteil wäre) sondern dadurch dass man sich davon verabschiedet sie in ein Schema zu pressen. Da passen sie einfach nicht rein! Um das Ganze zu händeln muss es einem auf gut österreichisch "wurscht" werden.


    Wer sagt uns denn dass nicht "die Normalen" das Auslaufmodell sind?


    Schulkinder die es brauchen können natürlich Hilfe durch Medis bekommen, wenn sie es selber wollen - ich hab aber die Erfahrung gemacht dass schon Dreijährigen diese "empfohlen" (oder besser gesagt "aufgedrängt") bekommen. Nicht nur bei meinen Eigenen....


    Ich hatte fast das Jugendamt im Nacken weil ich es verweigert hab....


    Nein, da hört die Anpassungnotwendigkeit der Kids bei mir eindeutig auf!

    Zitat

    Und wie gesagt zweifle ich doch stark an dass ADHS etwas Pathologisches ist...genauso übrigens wie Autismus und Asperger. Es ist (für mich!) einfach eine andere Daseinsform...

    Ohne Diagnose gibt es aber keine Behandlung bzw Hilfen. Erst mit einer Diagnose stehen einem Unterstützung zu. Und die den Kindern vorzuenthalten ist fatal (auch Psychotherapien werden nur bezahlt, wenn eine Krankheit vorliegt). Viele Kinder leiden selbst sehr unter ihren Symptomen, haben eher Misserfolge etc. Daraus können sich weitere psychische Krankheiten entwickeln.


    Adhs ist von der Weltgesundheitsorganisation eine anerkannte Krankheit. Man darf die Diagnose nur vergeben, wenn bestimmte Kriterien vorliegen.

    Nur kurz und knapp:


    Ich glaube an die Diagnose (oh ja, böse Psychologen, die alles nur erfinden um die Pharma-Industrie reich zu machen. Blödfug.) Ich glaube aber auch, dass sie z.T. zu schnell vergeben wird.


    Ich sehe auch Menschen mit vernünftiger Erziehung, die dieses Problem haben. Wo die Familien DURCH das Problem an die Grenzen kommen; verunsichert sind. Und nicht Familienverhalten als Ursache.


    Und was ist mit der Tatsache, dass bei Menschen mit ADHS best. psychologische Testverfahren mit vs. ohne Medikation drastische Unterschiede zeigen; Menschen ohne ADHS aber bei diesen Test mit vs. ohne Medikation KEINE Unterschiede zeigen? Warum zeigen ADHS'ler obendrein PARADOXE Effekte auf die Medikamente (ruhiger werden statt aufgeputscht?)


    Ich stehe aber auch dazu, dass für die Diagnose ein lange Diagnostik erforderlich ist und zur Behandlung inkl. Einzel- & Familien-Verhaltenstherapie gehört.


    Und wenn man die Diagnose nur wegen der grundlegenden Klassifikations-Methodik anzweifelt: Dann gibt es auch keine Depression, kein Rheuma, kein XYZ. Weil letztlich ALLES Diagnosen auf der Zusammenfassung einzelner Symptome beruhen. Ja, das Ganze ist statistisch, aber was bleibt sonst? Jedem Menschen eine komplett individuelle Diagnose? Dann hat Person A Knupfen und Person B Schniepfen? Statt einfach "Schnupfen?". Es gibt immer ein allgemeines Muster mit individueller Ausprägung.

    Zitat

    Stimmt, ich denke dass man so gut wie Alle "ADHS" Kinder in den Griff kriegen kann - aber nicht durch Stärke (was ja hier das Gegenteil wäre) sondern dadurch dass man sich davon verabschiedet sie in ein Schema zu pressen. Da passen sie einfach nicht rein!

    Aus meiner Elternerfahrung:


    nur das Schema rettet diese Kinder und läßt sie im sozialen Umfeld bestehen. WEil sie einfach nach anderen Schema als Nicht-Betroffene reagieren und Hilfe bedeutet, sich damit auseinander zu setzen. Welches nicht Betroffene Kind "muss" z.B. ständig seinen Platz in der Schule wechseln, damit es überhaupt was mitbekommt? Sieht man das bei einem betroffenen KInd und kann diesem durch die Erlaubnis zum Wandern helfen, ist man mit dieser Art Hilfe beim zweiten schon schneller, das Schema hilft. NIcht absolut, aber doch determinierend. Gott sei Dank, sonst geht man als Lehrer bzw. Eltern von betroffenen Kindern echt selbst vor die Hunde. Es ist unglaublich schwer einen 12 jährigen zu haben, der immer noch nicht oder nie das Ansage-Umsetzung-Prinzip versteht, seine Sachen nicht einmal findet, wenn sie vor ihm liegen, der kein Zeitverständnis hat, für dne 10 min so lang sind wie 4 Stunden oder der nicht weiß, welche Worte wie beim Gegenüber ankommen.

    Je leichter und man bei einem Kind eine psychische Erkrankung "nachweisen" kann, um so einfacher fällt es, den Anteil, den die Eltern an der Situation haben, auszublenden. Und je detaillierter man diese Erkrankung beschreiben kann und den Beobachtungen dann Attribute wie "Stoffwechselstörung" anhängen kann, um so überzeugender klingt dieser Nachweis.


    Meinem Standpunkt nach handelt es sich dabei lediglich um Verdrängungsmechanismen der "Erwachsenenwelt". Beispielsweise um die Eltern vor der Konfrontation mit den unter der Oberfläche schwelenden Themen zu bewahren. Man stelle sich mal vor, Eltern, die augenscheinlich ihr eigenes Leben "unter Kontrolle" haben und dann aber Probleme mit dem Verhalten ihres Kindes haben, würden von einem Arzt gesagt bekommen, dass nicht das Kind krank sei, sondern sie selbst ein "Problem" hätten. Das wäre doch ungeheuerlich, nicht? Und welche Eltern würden schon zu so einem Arzt oder Therepeuten gehen? (Die Antwort ist relativ einfach: Eltern, denen es ein wichtiges Anliegen ist, ihre eigenen verdeckten Themen/Probleme/Traumatisierungen aufzuarbeiten und dafür auch bereit sind, sich schmerzhaften Erkenntnissen und Erinnerungen zu stellen.)


    In der "systemischen Theorie", also einer Theorie wo Menschen in ihrem Umfeld eingebettet betrachtet werden, gibt es ein interessantes Modell, welches viele "Verhaltensauffälligkeiten" von Kindern erklären kann (und nebenbei einen sehr konstruktiven Therapieansatz unter Einbeziehung der Eltern liefert): Für Kinder ist es ein Überlebensinstinkt, sich die maximale Aufmerksamkeit ihrer Eltern zu erarbeiten. Wenn bei unseren Vorfahren ein Kind übersehen oder "vergessen" wurde, hatte es kaum eine Überlebenschance. Dieses intuitive Wissen ist tief in unseren Genen verankert. Und auf Basis der daraus resultierenden Instinkte entwickelon Kinder Verhaltensmuster, mit denen sie die Aufmerksamkeit ihrer Eltern erlangen können. Um die Dimension deutlich zu machen: In Extremfällen bedeutet sogar körperliche Gewallt und Misshandlung ein Mehr an Aufmerksamkeit als ignoriert/übersehen zu werden. Oder um nochmal auf unsere Vorfahren einzugehen: Selbst ein Kind, das misshandelt wurde, hatte damals höhere Überlebenschancen als eines, das vergessen wurde. Mit diesem Modell lassen sich beispielsweise auch Fälle erklären, wo Kinder "unartig" sind und durch ihr Verhalten Zurechtweisung und Strafe provozieren, und in nicht wenigen Fällen sogar körperliche Gewalt (Ohrfeigen, Schläge). Wobei hier der Vollständigkeit halber auch Formen seelischer Gewalt zu nennen sind.


    Die entscheidende Frage an diesem Punkt ist: Warum gehen manche Kinder so weit, während andere in scheinbar vollständiger Harmonie mit ihren Eltern leben können? Eine konstruktive Antwort findet man, wenn man sich mit dem Prinzip der Traumatisierung etwas näher auseinandersetzt. Eine Traumatisierung findet in dem Moment statt, wo man sich einer Situation ausgesetzt sieht, die man (bzw. das Unterbewusstsein) als lebensbedrohlich empfindet, und mit der man nie umzugehen gelernt hat (oder schlichtweg keine Möglichkeit hat, sich zu "schützen"). In der Konfrontation mit dieser Situation ist man also handlungsunfähig. Nun hat das Gehirn die Möglichkeit, seine Informationsverarbeitung derart umzustellen, dass alle Einflüsse, die zu einer Konfrontation mit dieser bedrohlichen Situation führen würden, ausgeblendet werden. Dadurch vermeidet das Gehirn, in die Handlungsunfähigkeit zu rutschen. Der große Vorteil ist: Es kann seine übrigen Ressourcen optimal für den Selbstschutz einsetzen. Das ist das Prinzip und der Sinn von "Traumatisierung". Ein Beispiel: Wer in Kriegszeiten auf der Flucht ist, hat nicht die Zeit, um die Toten und die erlittenen Verluste zu trauern. Diese Themen werden ausgeblendet, um alle noch verfügbaren Kräfte für die Flucht mobilisieren zu können. Und in Situatione wie diesen ist dieser Mechanismus auch sehr sinnvoll.


    Der Preis dafür ist allerdinge eine beschränkte Wahrnehmungsfähigkeit. Und hier sind wir dann auch bei den Kindern angekommen. Wenn Eltern keine Möglichkeit hatten, ihre Traumatisierungen irgendwann aufzuarbeiten, dann wirken diese Muster weiter. Wie zum Beispiel dass gewisse Formen von Leiden und Schmerz ausgeblendet werden. So sind die Eltern dann auch nicht in der Lage dazu, gewisse Gefühle und Bedürfnisse ihrer Kinder wahrzunehmen. Oder anders gesagt: Sie sind nicht in der Lage, ihre Kinder so intensiv wahrzunehmen wie sie es wären, wenn sie nicht traumatisiert wären.


    Die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder reißen die Eltern aus ihrer "Trance" (die sie selbst als "normal" wahrnehmen) heraus und konfrontieren sie mit Situationen, mit denen die Eltern nicht umgehen können. Wenn eine seelische Verletzung des Kindes von den Eltern ausgeblendet wird, weil es aufgrund der vorher stattgefundenen Traumatisierung vom Unterbewusstsein der Eltern nicht als "wichtig" wahrgenommen wird, dann kann es sein, dass die Kinder ihre Eltern unbewusst (und oft auch ohne es zu wollen) mit Dingen konfrontieren, die für die Eltern "wichtig" oder "bedrohlich" sind. Das können in harmloseren Fällen schlechte Noten in der Schule sein (Konzentrationsstörungen? Und schon sind wir bei AD(H)S). In ernsteren Fällen können es körperliche Verletzungen sein (Unfälle, aber auch selbstverletzendes Verhalten - oder Partnerschaften, in denen man misshandelt oder gar vergewaltigt wird).


    Wie gesagt, diese Mechanismen laufen unterbewusst ab. Aber sie zu verstehen eröffnet Möglichkeiten der Therapie, die aktuell offensichtlich nur selten in Betracht gezogen werden. Für die aber im Idealfall die Mitarbeit der Eltern erforderlich ist, und ansonsten gewisserweise "gegen" die Eltern therapiert werden müsste - so dass das Kind lernt, seine Eltern und ihre verdeckten/verdrängten Themen loszulassen. Wsa zwangsläufig zu einer größeren emotionalen Distanz zwischen Kind und Eltern führen wird... und hierdurch oftmals auf andere Weise wunde Punkte bei den Eltern berührt (bzw. ihre Illussion einer "heilen Welt" zerplatzen lässt).


    Einfacher ist es da natürlich, Strukturen und Stoffwechselvorgänge im Gehirn zu untersuchen und da Unterschiede zu "normalen" Menschen festzustellen. Die ich auch gar nicht anzweifeln möchte. Ich gehe sogar so weit und behaupte, dass sich in meinem eigenen Gehirn irgendwelche Abweichungen feststellen lassen, wenn ich mich unentwegt über etwas aufregen würde. Das ist das normalste der Welt. Denn Emotionen und Gefühle werden in unserem Körper durch Hormonausschüttungen ausgelöst. Wer hier von einer "Stoffwechselstörung" spricht, blendet in der Regel die Ursachen für diese Vorgänge aus. Woraus dann die Annahme folgt, dass man "nur" den Stoffwechsel durch äußeres Einwirken wieder in ein "normales" Verhältnis bringen muss und dann ist die Person "geheilt". Das passiert z.B. beim Verabreichen von Ritalin. Es mag sein, dass dies "Stand der Medizin" ist. Es ist aber zutiefst unwissenschaftlich. Und das ist der Punkt an dem sich die "Schulmedizin" auch keiner Kritik entziehen kann: Viele ihrer Aussagen und Schlussfolgerungen sind unbewiesene Hypothesen und Vermutungen, die in keinster Weise den formalen Kriterien der empirischen Wissenschaft genügen. Ja, durch Ritalin (oder gewisse Psychopharmaka) lassen sich neurobiologische Vorgänge so manipulieren, dass sie wieder denen "gesunder Menschen" ähnlich sind. Die Schlussfolgerung, dass der Mensch dadurch "geheilt" sei oder es ihm "besser" gehen würde sind aber zutiefst unwissenschaftlich, genau so wie die wahren Ursachen für die "Störungen" ausgeblendet werden und die damit verbundenen Regelkreise des Körpers, auf die sich die "Terapie" wiederum auswirkt und zu anderen teils schwerwiegenden Effekten führen kann. ("Emotionslose Zombies" durch Ritalin.)


    Neben dem Ausblenden des elterlichen Anteils kann man in der AD(H)S-Diagnose noch einen weiteren Verdrängungsmechansimus erkennen, der die Allmachtsphantasien mancher Mediziner weiter aufrecht erhält. In vielen Bereichen setzt sich ja immer mehr ein Menschenbild durch, nach dem der Körper nach Belieben manipuliert und repariert werden kann (ohne dass er es einem übel nimmt). Und spätestens hier geht es auch wieder um Macht- und Geldinteressen. Eine Therapie mit systemischem Ansatz hingegen ist oft zeitaufwendig und "Low Tech", mit kleinen Praxen und oft eigenständig arbeitenden Therapeuten lässt sich eben nicht das große Geld machen...


    Um noch einen etwas distanzierteren Blick auf den Themenbereich zu werfen: In weiten Bereichen unserer Gesellschaft und vor allem der Medienlandschaft scheinen (meiner subjektiven Wahrnehmung nach) Verdrängungsmechanismen immer mehr zuzunehmen und eigenständiges, kritisches (und vor allem selbstkritisches) Denken wird immer unpopulärer. Oft kommt es mir so vor, als sei es wichtiger, eine "eigene Meinung" zu haben und diese zu verteidigen, als tatsächliches Wissen zu haben bzw. sich unvoreingenommen zu informieren. Diese Muster lassen sich in allen Bereichen unserer Gesellschaft wiederfinden, in den letzten Jahren auch aufs Extremste in der politischen Berichterstattung. Probleme werden schöngeredet und der eigene Anteil an Problemen komplett ausgeblendet (z.B. Flüchtlingskrise und politische Konflikte). Diejenigen, die am lautesten "Fake News" scheien, produzieren die meisten selbst. Wen wundert es, dass in so einer Gesellschaft kein ernsthaftes Interesse daran besteht, die wahren Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten und "psychische Störungen" bei Kindern beim Namen zu nennen? In unserer "Wohlfühlgesellschaft" ist es immer einfacher, nach Sündenböcken zu suchen, als an sich selbst zu arbeiten und zu versuchen, an seinen persönlichen Herausforderungen zu wachsen...


    Kurze Schlussbemerkung: Manche Heilpraktiker und Physiotherapeuten arbeiten mit Methoden, die auf die neuronalen Regelsysteme des Körpers einwirken und ebenfalls ein hohes Potential bei der "Behandlung" von AD(H)S bieten. Hier aber mit dem Ziel, neuronale Verarbeitungsprozesse bei den betroffenen Personen anzustoßen.

    In die Behandlung der Kinder mit Adhs ist es notwendig, auch die Eltern miteinzubeziehen. Elterntrainings oder Bezugspersonenstunden in der Therapie sind wichtige Behandlungselemente.

    Zitat

    Manche Heilpraktiker und Physiotherapeuten arbeiten mit Methoden, die auf die neuronalen Regelsysteme des Körpers einwirken und ebenfalls ein hohes Potential bei der "Behandlung" von AD(H)S bieten. Hier aber mit dem Ziel, neuronale Verarbeitungsprozesse bei den betroffenen Personen anzustoßen.

    Im Gegensatz zu verhaltenstherapeutischen Maßnahmen sind diese aber eben meist nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht.


    Adhs ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Es gibt klare, wissenschaftlich fundierte Leitlinien, welche Behandlung indiziert ist.

    Genau. Die Diagnostik schließt neben Testverfahren die Fremdbeurteilung durch Eltern und Lehrer (evtl noch anderen Personen wie Hort, Nachhilfe..), sowie die Selbstbeurteilung bei älteren Kindern mit ein. Die Symptomatik muss in verschiedenen Situationen auftreten ( zum Beispiel in der Schule und daheim).

    Zitat

    ... konnten bei ADHS-Betroffenen Veränderungen in einigen Gehirnstrukturen und deren Funktionen nachweisen. Diese Veränderungen bewirken einen gestörten Stoffwechsel der Botenstoffe Dopamin, Serotonin und Noradrenalin im Gehirn und werden als Grund für die Aufmerksamkeitsdefizite angesehen.

    "Stoffwechsel" steht für chemische (biochemische) Vorgänge. Bei Kindern mit (z.B.) ADHS sollte man sich diese Vorgänge bzw. diverse Substanzen, auf denen sie basieren, möglichst genau anschauen. Sehr interessant finde ich in diesem Zusammenhang die HP von Dr. Gahlen: http://LINK


    Siehe u.a. auch hier.