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    Ich möchte anmerken das "Zentrum der Gesundheit" keine gute Quelle ist für Informationen ^^

    Ich habs auch schon vermutet, dass ein Großteil der Schreiber seine Informationen aus dieser Seite bezieht.


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    Ich habs auch schon vermutet, dass ein Großteil der Schreiber seine Informationen aus dieser Seite bezieht.

    Lieber Regenpfeifer, das ist nicht der Fall. Allerdings fand ich die Anmerkungen auf der Seite, insbesondere, was die Eltern und Lehrer betrifft interessant, aber auch auf Bezug auf Ärzte...

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    dass nahezu alle Eltern, die "auffällige" Kinder haben, schlechte Menschen wären und in der Erziehung versagt haben?

    auch das ist eine Unterstellung.


    Könnte auch sein, dass in diesem Faden Pharmalobbyisten mitdiskutieren, könnte ich jetzt unterstellen.

    Ich habe ja niemanden mit Namen erwähnt.


    Die Erfahrungen von manchen Schreiber/innen hier im Faden kann ich so gar nicht teilen.


    Ich kenne einige Eltern mit betroffenen Kindern und diese Eltern sind alles andere als gleichgültig oder unfähig, ihre Kinder zu erziehen.


    In einer mir bekannten Akademiker-Familie sind 2 von 3 Kindern betroffen und die Kinder wurden nicht unterschiedlich erzogen, sofern man das so sagen kann. Kinder sind nunmal immer verschieden und können nicht genau gleich behandelt werden. Soviel dazu. Aber da frage ich mich doch, woher kann das da dann kommen?


    Anderes Beispiel: Frau mittleren Alters, auf dem Land aufgewachsen, intakte Familie, viel draußen herumgetobt, selten TV, sie selber betroffen, Geschwister nicht. Woher kommts?

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    Könnte auch sein, dass in diesem Faden Pharmalobbyisten mitdiskutieren, könnte ich jetzt unterstellen.

    Klar könnte das sein, aber ich bins jedenfalls nicht.

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    Ich möchte anmerken das "Zentrum der Gesundheit" keine gute Quelle ist für Informationen ^^

    Wer soll denn das verwendet haben? Meine Informationen habe ich aus Wikipedia gezogen.

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    Wenn euer Kind z.B. an Depressionen leidet, was würdet ihr tun?

    ... eine erfüllende und ausfüllende Aufgabe geben- am besten etwas mit Handwerklichem oder Sport.

    Zitat

    und diese Eltern sind alles andere als gleichgültig oder unfähig, ihre Kinder zu erziehen.

    Das würde ich nochmal trennen- die meisten Eltern sind in der Tat "bemüht"- mitunter so bemüht, das sie das problem unbewusst verschärfen. Die Fähigkeit, Kinder zu erziehen, ergibt sich nicht aus dem Bemühen, sondern darin, durch die Erziehung zum gewünschten Ziel zu gelangen- hierbei spielt nicht nur Intuition, sondern vor allem Bildung und Umsetzung eine Rolle (hier dürfte das Problem sein, an sinnvolle Informationen zu gelangen- gerade auf dem Gebiet der Erziehungswissenschaften gibt es auch viel Schrott.

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    sondern vor allem Bildung und Umsetzung eine Rolle (hier dürfte das Problem sein, an sinnvolle Informationen zu gelangen- gerade auf dem Gebiet der Erziehungswissenschaften gibt es auch viel Schrott.

    Wenn ich das jetzt mal genauso auseinanderpflücke, wie es hier mittlerweile üblich ist, komme ich zu der Annahme, dass Kinder von "gebildeten" Eltern seltener an ADHS leiden.

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    dass Kinder von "gebildeten" Eltern seltener an ADHS leiden.

    Naja, Bildung allein ist nicht hinreichend, insbesondere, wenn es an der Umsetzung fehlt.


    Ansonsten:

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    ADHS wurde häufiger bei Teilnehmern mit niedrigem sozioökonomischem Status diagnostiziert als bei Teilnehmern mit hohem Status.

    (leider keine quantitative Angabe)


    von hier

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    Wenn euer Kind z.B. an Depressionen leidet, was würdet ihr tun?

    Zitat

    ... eine erfüllende und ausfüllende Aufgabe geben- am besten etwas mit Handwerklichem oder Sport.

    Das wäre auch mein erster Ansatz. Was aber, wenn das nicht funktioniert? Würdest du eine medikamentöse Behandlung kategorisch ablehnen, obwohl Ärzte dazu raten würden?


    Mir gehts hier gar nicht darum, ADHS-Medikamente schönzureden oder gar Werbung dafür zu machen. Ich würde mir nur wünschen, dass Betroffene nicht ausgegrenzt und stigmatisiert werden. Die Kinder haben es schwer genug, in der Schule den Anforderungen gerecht zu werden und in der Freizeit Freunde zu finden und am normalen Leben teilzunehmen. Die Eltern werden zusätzlich zu ihren Selbstzweifeln noch verurteilt.


    Zum Thema Trennung/Scheidung habe ich noch eine (zugegebenermaßen etwas gewagte) Theorie:


    Angeblich ist es ja so, dass ADHS bei Kindern, deren Eltern geschieden oder getrennt sind, öfter auftritt.


    Ich kann mir vorstellen, dass MANCHMAL auch der umgekehrte Fall in Frage kommt: Nämlich dass die Eltern sich aufgrund der Schwierigkeiten mit dem Kind trennen, weil das Familienleben so gar nicht dem entspricht, was man sich vorgestellt hat und es über die Erziehung große Differenzen zwischen den Eltern gibt.


    Nur eine Vermutung von mir, vielleicht liege ich da auch falsch.

    Zitat

    Würdest du eine medikamentöse Behandlung kategorisch ablehnen, obwohl Ärzte dazu raten würden?

    Ja, ich würde eine medikamentöse Behandlung kategorisch ablehnen, obwohl Ärzte dazu raten würden. Insbesondere auch, weil ich Ärzte finde, die auch ohne medikamentöse Behandlung erfolgreich sind.


    Im Übrigen werden nicht wenige Depressionen erheblich verstärkt, weil die betroffenen Personen von der Berufswelt oder auch vom sozialen Umfeld (das können auch freunde, Verwandte oder Partner sein) mehr oder weniger ausgeschlossen werden.


    Menschen ohne Glücksmomente geraten immer mehr in einen Teufelskreis. Das passiert sogar Menschen die von ihrer genetischen Veranlagung eigentlich weniger anfällig sind.


    Ich sehe die zahlreichen psychischen Probleme auch gesellschaftlich/sozial stark verstärkt. Die Gesellschaft ist systembedingt krank, sie macht zahlreiche Bürger psychisch krank ... Medikamente verringern den Druck nach gesellschaftlichen Veränderungen und sind an den Zuständen mitbeteiligt.

    Zitat

    Ja, ich würde eine medikamentöse Behandlung kategorisch ablehnen, obwohl Ärzte dazu raten würden. Insbesondere auch, weil ich Ärzte finde, die auch ohne medikamentöse Behandlung erfolgreich sind.

    [...] Ich wünsche dir mal viel Spaß mit Handwerk und Sport bei einer psychotischen Störung. Und das Bullshit wegen der Leugnung der anerkannten Tatsache, dass häufig eine Therapie (egal welche Krankheitsform betreffend) erst angegangen werden kann, wenn es vorher eine medikamentöse Stabilisierung des Patienten gibt. Du verleugnest einfach medizinische Tatsachen. Und sprichst über Dinge, von denen du keine Ahnung hast.

    Ohne den Artikel ganz gelesen zu haben (und auch nicht alle Beiträge, das, was ich bisher gelesen habe, hat mir schon nicht gefallen), möchte ich mich als Betroffene gerne zu Wort melden.


    Ich bin heute 22, Studentin, und habe im Vorschulalter (oder war es erste Klasse?) ADS diagnostiziert bekommen. Ich wurde mit vielen Medikamenten behandelt, Pillen und Dosen wurden an mir ausprobiert, über Jahre. Ob es geholfen hat? Vielleicht. Aber ich habe mich nie wohlgefühlt mit der medikamentösen Behandlung. Die ganzen Jahre hatte ich das Gefühl, dass meine Familie "mich nur lieb hat" wenn ich meine Pillen geschluckt hatte, um weniger verträumt, konzentrierter und eben einfacher/unkomplizierter zu sein. Im Alter von etwa 12 Jahren habe ich mich dann geweigert, weiter Tabletten zu nehmen und die Therapie abgebrochen. Ich wollte einfach nicht mehr.


    Meine heutige Situation ist diese: Ich leide unter Depressionen und das schon mein Leben lang. Psychologen sind zu der Erkenntnis gekommen, dass ADS bei mir fehldiagnostiziert wurde und vom Symptom "Konzentrationsschwierigkeiten" auf die falsche Ursache geschlossen wurde. Genanntes sowie Aggressionen, Schwierigkeiten, soziale Kontakte zu knüpfen und noch vieles mehr sind nicht nur "Symptome" (in Anführungsstrichen aufgrund der Diskussion, ob es ADS nun überhaupt gibt oder nicht) für ADS sondern auch für Depressionen. Jahrelang habe ich umsonst Pillen geschluckt, die ADS bekämpfen sollten, das ich gar nicht hatte, und kein Mensch ist auf die Idee bekommen, dass ich eventuell Depressionen haben könnte, weil Depression bei Kindern einfach sehr viel seltener in Betracht gezogen wird, als die "Mode-Diagnose" AD(H)S.


    Ich muss sagen, dass ich sehr erschüttert darüber bin, dass ich mein ganzes Leben mit etwas verbringen musste, was eigentlich sehr gut behandelbar ist. Ich bin heute in Behandlung und muss erst mühsam lernen, dass es normal ist, wenn man Sonntagmorgens vom ersten Sonnenstrahl und Vogelgezwitscher geweckt wird, sich gut zu fühlen und Spaß am Leben zu haben.

    EDIT: Weil es ja gerade um Bildungsgrad der Familie geht (um der Diskussion nicht gaaaaanz fern zu bleiben ;-D )...


    Ich selbst komme aus der gutbürgerlichen Mittelschicht, Vater Akademiker, Mutter aus Akademikerfamilie. Psychologische Probleme können jeden treffen. Und auch Kinder werden mit ihrem eigenen Kopf geboren, die Eltern geben der Rohmasse eben nur ihre Form ;-) In meinem Fall heißt das, dass ich einfach eine Veranlagung für bestimmte Dinge habe und anfälliger für Depressionen bin als beispielsweise meine jüngeren Geschwister, die einfach aus einem ganz anderen Holz geschnitzt wurden.


    Verallgemeinerungen solltet ihr alle euch einfach sparen ]:D :-X . Bitte

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    Verallgemeinerungen solltet ihr alle euch einfach sparen

    ich kann in keinem der in diesem Thread geschriebenen Beiträge erkennen, dass jemand genetisch bedingte Unterschiede hier negiert hätte. Vielmehr geht der Streit darum, inwieweit eine Vermeidung oder Verringerung/Dämpfung von ADHS-Merkmalen zwingend auf Medikamente als Behandlungsmethode angewiesen ist bzw. inwieweit ADHS und seine Ausprägungen durch Erziehung bzw. dem Kind angepasste Erziehungsmethoden vermieden bzw. verringert werden kann.


    Auch bezüglich des Zusammenhanges zwischen der sozialen Herkunft und ADHS-Häufigkeit gab es hier keine Verallgemeinerungen. Ich selbst hatte nur die Ergebnisse einer wissenschaftlichen-statistischen Untersuchung über eine Sekundärliteratur zitiert. Das war also keine Meinung, sondern ein Messergebnis.

    Zitat

    Psychologische Probleme können jeden treffen.

    Dem würde hier vermutlich niemand widersprechen. Es geht hier aber vielmehr um die Ursachen.


    Wir werden hier aber noch lange diskutieren können, da die Wissenschaft sich bezüglich dieser Frage uneins ist. Man weiß immer noch viel zu wenig über ADHS-Ursachen. Deswegen bitte ich, meine Aussagen als Hypothesen (begründete Vermutungen) zu verstehen und nicht als fixierten Wahrheitsanspruch.

    Zitat

    Ja, ich würde eine medikamentöse Behandlung [von Depressionen] kategorisch ablehnen, obwohl Ärzte dazu raten würden.


    - sensibelmann -

    Da muss ich mich leider Schnecke anschließen: hattest du schon jemals eine richtige Depression (keine depressive Verstimmung), wo dein Hirn dir schlicht sagt: alles ist schlecht, alles hoffnungslos, wozu handwerklich betätigen, wozu Sport, wenn sowieso alles sinnlos ist? Wo du dich dann irgendwie zu etwas aufraffen konntest oder dich andere zu Aktivität geschleppt haben, nur um dann festzustellen, dass Dinge, von denen du weißt, dass du sie magst, dir ebenso sinnlos erscheinen wie alles andere? Du kannst sonst schlicht nicht beurteilen, ob es mit ein bisschen Handwerk getan wäre. Weißt du, wie es ist, seinem eigenen Hirnstoffwechsel und seinen Hormonen einfach ausgesetzt zu sein, zu wissen, dass nicht alles so scheiße sein kann, aber in dem Moment genauso wenig aus seiner Haut zu können, wie jemand einen Baum als grün sehen kann, dem man pinke Kontaktlinsen implantiert hat? Ich kann nur aus eigener Erfahrung davon sprechen, dass Medikamente sehr wohl einen Nutzen zu haben scheinen, die über ein "Dämpfen" weit hinausgehen. Weil nämlich plötzlich (bei saisonaler Depression) bei Wirkungseintritt das akute Bedürfnis verschwand, spontan an einer beliebigen Ampel in Tränen auszubrechen, weil sich alles so scheiße anfühlt, ohne irgendeinen konkreten Anlass? Ich hatte nichts, gar nichts an meinem Leben geändert und plötzlich konnte ich wieder klarer denken, ohne dass mein temporär aus den Fugen geratener Hirnstoffwechsel mich davon abhielt. Vielleicht können Frauen das ein bisschen eher nachvollziehen, da auch zyklusbedingte Hormonschwankungen zu deutlichen Unterschieden in der Wahrnehmung führen können und Männer im Normalfall keinen so extremen Schwankungen ausgesetzt sind, keine Ahnung.


    Vor einigen Seiten wurde diese Frage bereits gestellt und ich möchte sie gerne wiederholen: was treibt dich (und die anderen hier im Thread) an? Seht ihr euch der Rettung all der unschuldigen, mit Medikamenten zugedröhnten Kinder verpflichtet? Ich verstehe die Motivation dahinter nicht, so vehement ohne eigene direkte oder nächste Betroffenheit gegen die Erfahrungen von direkt Betroffenen zu argumentieren und diesen die eigene, oft jahrelange Erfahrung einfach abzusprechen. Wie kommt man zu einer derartigen Arroganz, einem derartig unerschütterlichen Glauben daran, mehr zu wissen als direkt Betroffene?

    ...und ergänzend, da ich die Frage ja auch schon gestellt hatte:


    wieso glaubt man, aufgrund [der Beiträge] hier auf Qualität der Autoren als Erzieher schließen zu können?


    Derartige Schlussfolgerungen sind auch in einem ordentlich geplanten Forschungsprozess (weil das immer wieder angeführt wurde) nur sehr schwer herzuleiten bzw. deren Mechanismen zu rekonstruieren. Der Nachweis ist nicht unmöglich zu erbringen, aber auf keinen Fall durch ein paar Äußerungen in anonymen I-Net Foren. Das ist einfach sinnbefreit und vor allem verletzend.

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    Zitat

    wieso glaubt man, aufgrund [der Beiträge] hier auf Qualität der Autoren als Erzieher schließen zu können?

    Du hattest schon einmal einen Thread eröffnet, bei dem es um den schwierigen Umgang deinerseits mit Studiumanfängern beschrieben hattest. Ich halte den Zusammenhang zur Kindeserziehung nicht ganz abwegig.


    Ganz allgemein ist es beispielsweise oft ein falscher Ansatz, wenn man aus einer Autoritätsposition heraus versucht, seinen eigenen Ansprüche auf andere Menschen aufzuoktruieren (in manchen dringenden Fällen ist dies sinnvoll- ich schließe das ja gar nicht gänzlich aus). Grundprinzip sollte immer sein, an die Selbstkontrolle und an die Eigenverantwortung der zu erziehenden Personen eindringlich zu appellieren und Situationen zu ermöglichen, bei denen die Selbstkontrolle der Personen gefördert wird- dabei sollten häufige Misserfolge vermieden werden. Kausalitäten zwischen Verhalten und Folgen sollten mit möglichst wenig Worten dargestellt werden, nicht zutexten.

    Zitat

    hattest du schon jemals eine richtige Depression

    Nein, ich bin nur aufmerksamer Beobachter- für Depressionen ist bei mir keinerlei Platz. Ich habe zwei Prinzipien: 1. Alle Probleme sind lösbar- wenn es nicht gelöst ist, macht man etwas falsch


    2. Wenn ich keine Lösung finde, kann ich schon mal sagen: "ist doch scheißegal" und träume von Meeresrauschen und schönem Strand ...


    Viele ärztliche Maßnahmen beginnen viel zu spät, weil das Hauptaugenmerk bei Ärzten und den anderen Bürgern viel eher auf Therapie denn auf Prophylaxe gelenkt ist.


    Was im Übrigen auffällig ist, dass die Selbstmordraten, die ja als Maßstab für schwere psychische Probleme angenommen werden können, von Land zu Land ziemlich unterschiedlich sein können. Es wäre interessant zu analysieren, was so unterschiedlich in der Lebensweise in Gesellschaften mit hoher Selbstmordrate und was so anders in Gesellschaften mit sehr niedriger Selbstmordrate ist.

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