Liebe Emma


    Ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen.


    So, nach zwei Söhnen bekam ich meine Tochter (2einhalb Jahre alt) und die ist toll.


    Gut sie bringt mich manchmal auch zur Weißglut ]:D .


    Aber mehr Mädchen als sie kann man nicht sein, sie tanzt wie ne Ballerina, trällert die ganze Zeit und hat jetzt schon eine Handtaschensammlung. Sie liebt Kleider und Spängchen im Haar.


    Auf dem Spielplatz lässt sie sich nichts gefallen und beschützt ihre großen Brüder :=o , zur Not gibt es eine mit der Schaufel rüber ]:D . Es ist herrlich sie im Kontrast mit ihren Brüdern zu sehen, vor allem wie sie die um die Finger gewickelt hat.


    Meine Jungs wollten keine Schwester (ist ja ein Mädchen %-| ) haben, vor allem der große, aber als sie da war meinte er großzügig wir könnten sie "trotzdem" mit nachhause nehmen ;-D .


    Meine kleine ist viel hilfsbereiter und selbstständiger als ihre Brüder. Wenn einer weint rennt sie schon mit ihrem Arztkoffer hin, sie tröstet gerne und kuschelt viel.


    Sie redet viel. Ach, meine Kinder sind eh die tollsten ;-) (vor allem wenn sie schlafen).


    Freu dich auf dein Mädchen :)z .

    Biologisch gesehen, hast du sogar die Chance 51/49, dass es ein Mädchen wird ;-)


    Ich könnte mir vorstellen, dass du, wenn deine Tochter etwas älter wird, wieder Bedarf hast, deine Therapie weiterzumachen.


    Du bist mit deiner Therapie noch nicht zu Ende. Auch wenn es hart klingt und es sollte nicht so sein, auch deine Tochter wird ein Teil deiner Therapie sein.


    Ich hatte eine sehr harte Kindheit und ich wußte vieles nicht mehr aus der Kind- und Jugendzeit. Durch meine Tochter mußte ich durch jedes Alter wieder durch, mir vielen so viele schlimme Dinge wieder ein, ich wollte das nicht, doch es ging nicht anders.


    Ich bin wieder in eine Therapie gegangen, sie tat mir gut, sicherlich, war aber auch besonders hart, da ich zweifach Mitten im Thema war.


    Ich kann dich super gut verstehen, aber du wirst es jetzt nicht mehr ändern können. Ich hoffe, dass dein Mann einen super Draht zu eurem Mädchen aufbauen kann, dass es Papas Prinzessin sein kann und du dich dadurch stärker fühlen kannst, sicherer in deinen Entscheidungen.

    Dumal

    Zitat

    Deshalb ja mein Tipp nicht das Geschlecht im Fokus zu haben, sondern das kleine Persönchen.

    @:) Ich weiß... theoretisch... es will nur nicht in meinen Kopf! :-(


    Aber gut, vielleicht ist das auch nichts, was ich jetzt innerhalb weniger Tage mit Gewalt verinnerlicht bekomme. Es ist wohl ein Anfang, sich überhaupt damit auseinanderzusetzen und es tut gerade gut, das alles mal aufzuschreiben, weil ich damit den ganzen wirren Kram in meinem Hirn etwas sortiert bekomme.


    Gleichzeitig habe ich schon wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich mir einrede, allein der Faden ist der Anfang vom Ende. Sozusagen das schriftliche Statement, dass ich dieses Mädchen nicht will. Ist das krank? Keine Ahnung... %:|


    Aber ich möchte diese Gefühle auch nicht einfach in mir wüten lassen, sondern ihnen einen Raum geben, um zu schauen, was wirklich dahinter steckt und um ein wenig Abstand dazu zu bekommen.

    Emma_Peel

    Ich kann all Deine Gründe nachvollziehen. Da ich aber auch fest davon überzeugt bin, dass es keine Zufälle im Leben gibt, sondern dass es immer das Fällige ist, das einem zufällt, ist es vermutlich genau DIE Chance in Deinem Leben, Dich einigen Fragen grundsätzlich zu stellen. Und offensichtlich tust Du gerade DAS.


    Ich habe einen Sohn und eine Tochter.


    Mein Sohn war in der Schule der Beste beim Stricken und Häkeln, ist nie auf Bäume geklettert (er hatte Angst) und war reger Gast bei den Mädchen-Geburtstagen. Aber er ist ein guter Handwerker, manchmal etwas kompliziert. Wir werden sehen, wie er sich weiter entwickeln wird.


    Meine Tochter kann prima auf Bäume klettern, hatte eine Rosa- und auch eine Prinzessinnen-Phase, mag heute aber leidenschaftlich grün und findet alles, was pink ist tussi-mässig. Ja, sie mag Pferde, liest auch Bücher darüber, aber nix mit Glitzerpony oder sowas in der Art. Barbie hat(te) sie, aber sie hat sie nie wirklich bevorzugt behandelt und beim letzten Umzug hat sie diese Dinge alle freiwillig weiter gegeben.


    Meine Kinder sind beide total unterschiedlich. Aber weder mein Sohn ist ein "typischer" Junge, noch meine Tochter das "typische" Mädchen von der Art her. Also, wenn man jetzt nach den "Vorurteilen" geht.


    Ich war bei beiden Kindern einfach nur froh, dankbar und glücklich, dass sie gesund zur Welt gekommen sind und schaue, was sie mir so täglich an Überraschungen bescheren. Ich finde nicht alles toll, was sie cool finden und umgekehrt. Was soll's? Wir sind alle Menschen und haben gelernt das zu respektieren und zu akzeptieren.


    Ich wünsche Dir von Herzen eine gute und gesunde Schwangerschaft, ein erfüllendes Geburtserlebnis und viele schöne Momente und Überraschungen mit Deinem Töchterchen. Und wer weiss – vielleicht wird sie ja sogar Fussball mögen? ;-)

    Zum Thema Spielzeug, meine Tochter verkleidet sich momentan gerne als Pirat. Vorbilder sind die Brüder.


    Und die Playmobilburg findet sie auch toll, überhaupt findet sie die Spielsachen der großen viel interessanter.


    Wobei mein 5jähriger die Barbiepuppen schon gründlich beäugt hat :=o , er wollte halt sehen ob die Unterwäsche tragen...

    Übrigens – du hast zwar keine guten Vorbilder – aber dadurch hast du eigentlich irgendwie auch alle Freiheit der Welt. Anders als die Eltern wollen es so oder so die meisten machen, grade bei Mädchen.


    Vielleicht können wir dir helfen, das Mädchenbild positiv zu besetzen? Kennst du tolle Frauen? Kennst du Frauen, die grad durch ihr Frausein manche Sachen besser machen? Meine Chefin ist so ein Exemplar – fördert Frauen, wo sie kann. Ich kenn auch ein paar wirklich beeindruckende Pfadimädchen, die haben viel auf dem Kasten. Das gute Vorbild muss ja nicht in der Familie sitzen.

    Hallo Emma,


    erstmal GW zur Schwangerschaft und ICH KANN DICH VERSTEHEN.


    Ich hatte das Problem umgekehrt. ich wollte immer ein Mädchen und habe einen Jungen und auch heute nach zwei Jahren habe ich immernoch keinen richtigen zugang zu meinem kleinen (B)Engel gefunden. Jungsspiele sind einfach nix für mich. Ich hab keinen Spass daran mit Matchbox-Autos durch die Gegend zu kurven oder LEGO-Türme zu bauen oder Eisenbahn zu speilen. Lieder würd eich mit der Puppenküche kochen, babypuppen pflegen und Barbisachen kaufen.


    Leider hat der Papa zu wenig Zeit und so MUSS ich halt ran. Das einzige was meinen Sohn und mich verbindet sind Bücher. er ist NOCH so eine Bücherratte wie ich und so verschlingen wir Massen an Kinderbüchern und lesen oder puzzeln viel.


    Als ich erfahren habe das es ein Junge wird hatte ich auch ein riesengroße Enttäuschung in mir und wusste nicht wohin damit.


    Ich und mein Mann wir hatten und sooo ein Mädel gewünscht.


    ich habe eine gute Beziehung zu meiner Mutti und mache viel mit ihr, was mein Sohn leidernicht mit mir machen wird (Sauna, Hausfrauenmesse, Shopping, u.sw.)


    Klar können jetzt viele sagen.


    "Aber das kann doch sein Sohn auch mti dir machen"


    Aber wennman ehrlich ist, ist ein mann der ein SEHR gutes, enges verhältnis zu siener Mutter und das auch offen nach außen trägt, ja meist schon arwönisch beäugt oder wird als Muttersöhnchen abgestempelt.

    happynow

    Zitat

    Hast Du schon mal – wenn Du merkst, Du kannst schlecht mit Deiner Vergangenheit umgehen – an eine Art von Therapie gedacht in der Du alles aufarbeitest

    Dazu hatte ich oben an Jens Lover schon ein paar Zeilen geschrieben.


    Puh, der Faden wird zum Seelenstriptease, aber wenn ich schon dabei bin... Ich denke, die derzeitige Situation ist schon das Maximum an Zufriedenheit, das ich erreichen kann. Ich unternehme keine Selbstmordversuche, verletze mich nicht selbst, hungere und kotze nicht... stehe morgens auf, pflege ein paar soziale Kontakte... und fühle... das ist für mich eine ganze Menge und viel mehr als ich mir vor zehn Jahren erhofft hätte.


    Dass ich "normal" werde – also so normal wie jemand ist, der eine etwas unbeschwertere Vergangenheit hat – wird für mich nicht erreichbar sein und ich sehe es auch nicht unbedingt als Makel. Es hilft ja nichts, etwas hinterherzutrauern, was man nicht ist, schließlich kann ich die Vergangenheit nicht löschen. Und das soll nicht resigniert klingen, es ist okay für mich. Schwierige Situation versuche ich so gut es geht zu reflektieren. Genug Therapierfahrung, um zu wissen, was sich da dann in mir abspielt, bringe ich mit.

    Zitat

    und Du brauchst auch keine Angst zu haben mangelnde Nähe zu ihr zu fühlen nur weil sie ein Mädchen ist.

    Genau das ist eine meiner Ängste. :-/


    Wobei meine Freundin gestern Abend zu mir etwas sagte, was mich nachdenklich machte. Sie meinte, man sei entweder ein liebender Mensch oder man sei keiner. Dass ich meinen Sohn so sehr und vor allen Dingen aufrichtig lieben würde, zeige ihr, dass ich das mit jedem anderen Menschen auch könne – ganz egal, welches Geschlecht er hat und das sei der entscheidende Unterschied zu meiner Mutter. Keine Ahnung, ob man das so pauschal sagen kann... aber es hat mich ein kleines bisschen beruhigt.

    Emma, ich kann dir nicht viel sagen. Nur das: Ich habe vom ersten Moment, in dem ich von der Schwangerschaft erfuhr, an gebetet habe, es möge doch bitte ein gesundes Mädchen werden. Und ich habe wirklich gesagt "Lieber Gott, bitte mach...". Mir war das scheißernst. Ich hatte Panik vor einem Jungen und vor jeder Ultraschalluntersuchung die Angst "Und was, wenn es nun ein Junge ist?". Es wurde übrigens ein Mädchen.


    Nun planen wir das zweite Kind irgendwann, es wäre nicht mehr der Weltuntergang aber ich weiß, dass ich auch beim zweiten Mal aus dem Grunde des Herzens auf ein Mädchen hoffe. Ich weiß, man soll so nicht denken und bescheuert ist es obendrein aber ich kann mir nicht helfen und du dir auch nicht. Das ist halt so. Ich kann dir also nur sagen, dass ich deine Gedanken ganz normal finde. Wie du nun aber damit umgehen sollst, das weiß ich nicht. Aber ich hoffe dass du dich schnell daran gewöhnst und vielleicht doch deinen Frieden mit dem Mädchen machen kannst.

    white magic


    Meine Jungs wollten eine Spielküche haben, sie hatten auch eine Jungs-Bade-Puppe (von Götz mit Pipimann ;-D ).


    Und es gibt von Playmobil so tolle Unisex Spielsachen z.B Krankenhaus, Schule und im Herbst sogar ein Hotel ;-) .


    Mein ältester Sohn interessiert sich fürs Backen und kochen (nur fürs hinterher saubermachen nicht >:( ).


    Mein mittlerer Sohn ist Kuscheltierverrückt, der fand Autos eher langweilig...


    Kinder sind verschieden.

    Zitat

    allein der Faden ist der Anfang vom Ende. Sozusagen das schriftliche Statement, dass ich dieses Mädchen nicht will. Ist das krank? Keine Ahnung

    Und gerade diese Personen machen es dann letztendlich, wenn es darauf ankommt, am besten ;-) So meine Beobachtung und Erfahrung...


    Gerade weil du dich so intensiv damit auseinandersetzt (obwohl sie noch gar nicht geboren wurde) wird es bestimmt gaaaaaaanz anders kommen.


    Die Geschlechtspräferenz beruht ja eigentlich nur auf VORSTELLUNGEN! Du stellst dir vor, dass ......


    Und wie oft stimmen Vorstellungen mit der Realität überein?

    Ich kann Emma-Peel auch verstehen.


    Ich konnte nie etwas mit Jungs anfangen ( ich hatte da auch nur Horrobeispiele in meinem Kopf) und konnte so einige Jungs in der Familie meines Mannes kennenlernen und hab innerlich immer gebetet, ja keinen Jungen, so schrecklich wie die alle sind von diesem Schlag – ich weiß auch nicht fair, denn diese Kinder sind nicht so auf die Welt gekommen, sie wurden so erzogen. :(v


    Und das ist das Traurige daran.


    Damals war ich aber noch so unerfahren und konnte das noch gar nicht richtig verstehen so sagte man mir bei meinem damaligen Ultraschall da ist ein Junge dabei :(v und ich dachte mir nur, Hoffentlich nicht, ich will keinen Jungen ( ich hatte auch nur einen Jungennamen, den ich in Betracht zog und dachte mir, wie hoch ist die Chance, dass das noch ein Mädchen wird?) Ich war tot unglücklich, und hatte immer noch gehofft, dass es zumindest noch ein Mädchen werden könnte. Und wie kam es? Ja Mädchen ;-D und ich war happy.


    Und heute denke ich mir, nachdenk ich die Welt der Glitzerponys kennenlernen durfte – dass es doch ganz schön gewesen wäre, wenn da noch ein Junge rumhüpfen würde x:)


    Heute, nachdem ich meine Mädels habe und total happy damit bin, lieg ich meinem Mann in den Ohren noch einen Sohn haben zu wollen – obwohl dies nicht mehr geht und ich darüber zemlich traurig bin und mittlerweile bin ich sogar wütend auf mich selbst, dass ich überhaupt mal so denken konnte.


    Es ist gekommen, wie es kommen sollte, aber ich bin mir sicher, hätte der kleine Wurm in meinem Bauch tatsächlich ein Bub werden sollen, wäre ich wohl heute auch eine glückliche Mama, eines Piraten oder zwei ;-) ;-D

    upela

    Zitat

    Das gute Vorbild muss ja nicht in der Familie sitzen.

    Hm, ich weiß. Schwierig... ich denke, ich habe Frauen immer weitestgehend gemieden, wohl auch aufgrund meiner schlechten Erfahrungen. Ich habe sie immer als falsch und hinterhältig erlebt und auch wenn ich weiß, dass das nicht auf alle zutrifft, so habe ich Schwierigkeiten, meine innere Distanz abzulegen.

    white magic

    Das wusste ich gar nicht. @:) Wie ist denn dein Mann mit seiner Enttäuschung umgegangen? Hat er es besser verarbeitet?

    Zitat

    Dass ich meinen Sohn so sehr und vor allen Dingen aufrichtig lieben würde, zeige ihr, dass ich das mit jedem anderen Menschen auch könne – ganz egal, welches Geschlecht er hat und das sei der entscheidende Unterschied zu meiner Mutter.

    So sehe ich das auch. Genauso.


    Und genau das ist im Endeffekt was ich Dir auch sagen wollte... Du wirst Dein Kind als einen kleinen Menschen leben - man liebt ja nicht das Geschlecht eines Menschen sondern dessen Person...


    Und...es ist im Übrigen auch eine ganz normale Angst von gerade Mamas die ihr erstes Kind sehr lieben, dass sie irgendwie befürchten ihr weiteres Kind nicht so lieben zu können. Jedenfalls kenne ich derartige Ängste auch von einigen meiner Schwestern und auch von anderen Mamas mit denen ich befreundet bin.


    Und bisher haben noch alle gesagt, dass sich ihre Angst nicht bewahrheitet hat - eben weil das neue Kind eben eine ganz eigene kleine Person ist, sich schon als Säugling anders verhält als das erste Kind - und zwar egal welches Geschlecht es hat - so dass man meistens wohl ganz erstaunt ist wieviel Persönlichkeit schon so ein Winzling mitbringen kann....


    Insofern - es wird sicher alles gut. Und Du bist mit Sicherheit eine liebende Mama, sonst würdest Du Dir gar nicht soviele Gedanken darum machen.

    Toffifee

    Puh... ich hoffe es so sehr. Deshalb schreibe ich wohl auch hier. Ich möchte diese ganzen bösen Gedanken einfach mal loswerden und der Sache auf den Grund gehen, weil ich hoffe, damit die größte Gefahr, diese nagenden, unterbewusste Unzufriedenheit, direkt im Keim zu ersticken, bevor sich daraus Negatives entwickeln kann.