Die Große ist ein echter Grobian zum Baby- was kann ich tun?

    Hey,


    ich bräuchte mal eure Tipps und Erfahrungen! Mein Große (fast 2,5 Jahre alt) ist seit Januar große Schwester. Sie ist totall vernarrt in die Kleine, "versorgt" sie, zeigt ihr Bücher, bringt ihr Spielzeug etc. Allerdings tut sie ihr seit ca. 3 Wochen auch "gezielt" weh. Ich habe den Eindruck, um zu gucken, wann die Kleine weint. Kennt ihr das auch? Ich versuche, es nicht zu sehr hochzuspielen, unterbinde es, sage "Stopp, das tut weh!", aus die Maus. Allerdings wird es immer schlimmer (gestern hat sie der Kleinen breit grinsend drei Finger fast blutig gebissen). Gestern bin ich dann auch ziemlich ausgeflippt, habe es aber hinterher sehr bereut, so ausfallend gegenüber der Großen zu werden. Habt ihr Tipps? Wie seid ihr damit umgegangen /was würdet ihr tun, was war erfolgreich, was weniger?

  • 69 Antworten

    Falls dich das beruhigt: Fast alle Kinder (Ausnahme sind die Lämmchen, die jeder gern hätte), die in diesem Alter Geschwister haben, machen das. Der richtige Umgang hängt vom Kind und seiner Intention ab. Bei manchen hilft nur schimpfen, bei anderen ein prophylaktisch allgemein hohes Maß an Aufmerksamkeit, viel Zeit mit dem Geschwister verbringen.. Und ganz gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, nicht alles aufs Baby schieben. Also statt "Ich kann gerade nicht, weil das Baby..." sondern "Sobald ich die Hände frei habe komme ich zu dir". Und natürlich niemals sagen "Jetzt gehst du da und da hin damit ich Zeit für das Baby habe". Also generell versuchen Eifersucht so klein als möglich zu halten.


    Bei uns war das mal ein paar Wochen ausgeprägt und wenn die mittlerweile Einjährige aufmüpfig wird bekommt sie immer noch von der Großen eins drauf, aber das ist das normale geschwisterliche Maß.

    Achso, und wir versuchen die Gefühle der Großen zu verbalisieren - so was wie "Mich würde das auch nerven wenn die Kleine dauernd meinen Turm kaputt hat, da darfst du auch sauer sein. Aber dann ruf mich und ich nehm sie mit".

    Meist hilft schon die Gewissheit, nicht alleine zu sein! Ich hatte bisher immer das Gefühl sie sei nicht eifersüchtig... Ist das ein Zeichen von Eifersucht, so zu reagieren? Den Grund kann ich wirklich nicht genau erspüren... Sie hat dabei diesen Gesichtsausdruck, der mir schon sagt, dass sie "weiß" was sie tut, aber ich weiß halt auch, dass sie noch nicht die Empathie hat, zu wissen, dass es dem anderen echt körperlich weh tut.

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    "Ich kann gerade nicht, weil das Baby..."

    Darauf werde ich achten! Ich bin mir oft dessen gar nicht so bewusst, da bei mir der Eindruck dominiert, dass die Große hier ganz eindeutig das Ruder in der Hand hat und sie durch die Kleine aktuell weniger Einschränkungen erlebt. Ich habe eher immer ein ungutes Gefühl, weil ich mich sorge, der Kleinen nicht das angemessene Maß an Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Aber so viel wie beim Ersten ist eben nicht mehr drin!

    Habe das in den letzten Wochen bei einer Freundin erlebt... Zum einen half das, was schon geschrieben wurde: Nicht alles mit "das Baby" begründen.


    Zum anderen half bei ihr, der Großen deutlich zu machen, dass das WEh tut und SIE doch auch nicht möchte, dass man das mit ihr macht. Dass es niemand mit ihr macht. Sowas in der Art. Allerdings ist die Große 4 und versteht das schon besser?


    Die Große ist übrigens grundsätzlich auch total lieb zur Kleinen... Knuddelt, bringt ihr Spielzeug,... Keine grundsätzlichen und ständigen Eifersüchteleien. Aber es wurden doch gewisse Grenzen ausgetestet!

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    dass das WEh tut und SIE doch auch nicht möchte, dass man das mit ihr macht. Dass es niemand mit ihr macht. Sowas in der Art. Allerdings ist die Große 4 und versteht das schon besser?

    Ja, das ist mein grundsätzliches Probelm... Ich glaube, mit Erklärungsversuchen (generell zu vielen Worten ":/ ) komme ich da nicht weiter. Sie kann die Innenperspektive der Kleinen noch nicht einnehmen, sich noch nicht in die Schmerzen einfühlen. Ich habe den Eindruck, für sie ist es viel mehr zu erforschen, wann die Kleine heult. Es bringt mich aber trotzdem innerlich suuuper auf die Palme! Und gestern bin ich eben auch extrem laut geworden, das war unangemessen. Das würde ich gerne in Zukunft so gut es geht verhindern, jedenfalls in dem unangemessenen Maß. Ein gescheiter Anschiss von Zeit zu Zeit ist ja manchmal doch nötig. :=o

    Das sind auch noch noch ganz stark die Hormone, dass es dich SOO wütend macht (kenne ich gut! Der Liebling wird zum Monster und die Mami heult), wenn die Kleinen dann motorisch fitter werden gibt es wenigstens ausgleichende Gerechtigkeit :=o


    Ich empfand das durchaus als Eifersucht, nie aber als boshaft. Neugierig, ein bisschen missgünstig aber auch "wenn das Baby heult nimmt Mama es auf den Arm und wir setzen uns auf den Boden und kuscheln". Zweijährige meinen das ehrlich nicht böse, aber ein bisschen dusslig sind sie halt noch ;-D Sie können einfach nicht sagen, was mit ihnen los ist. Das ist auch sehr gemein.

    Gott ja, die Hormone... %-| Aktuell sorgt ihr Absturz bei mir für Haarausfall vom Feinsten. Unglaublich, dass ich noch nicht kahl bin. Auch wenn ich rational weiß, dass es keine geplante Boshaftigkeit gegenüber der Kleinen oder ein bewusste Provokation an mich ist: Man muss sich immer wieder zwingen, nicht "enttäuscht" zu sein. Bisher war die Große immer (wirklich!) sehr vorsichtig und rücksichtsvoll mit kleineren Kindern, hat sie liebevoll umsorgt, war da echt vorbildlich... Und dann sowas... Das erschüttert doch das innere Bild, das man sich von seinem Kind macht und man ist erstmal hilflos... Ich glaube, das trägt auch tierisch zu meiner Wut bei. Ich möchte eigentlich nicht mit der berühmten "Auszeit" arbeiten, weil ich es so verachtend finde und es sich auch sicherlich wie Liebesentzug anfühlt. Aber wenn sie dann so total aufdreht, der Kleinen fast die Finger abknabbert oder ihr gestern eine deratige Kopfnuss verpasst, dass gleich ein Gänseei auf der Stirn des Zwergs entsteht... >:( Da muss ich sie entfernen oder ich mich entfernen, um sie vor meinem Ausbruch zu bewahren. Da geht mein Temperament mit mir durch!!!

    Haben wir hier auch, in beinahe der selben Kombination. Die Kleine kam im Januar, die Große ist gerade drei geworden.


    Ich achte ganz stark darauf möglichst wenig mit Baby zu begründen. Gute erfahrung habe ich auch damit gemcht helfen zu lassen. Quasi den korrekten Umgang mit Baby zu üben. Wenn sie im Gesicht rumgepiekt hat hab ich gesagt das geht nicht, lieber streicheln, etc. Das was sunflowers Bekannte erklärt hab ging bei meiner auch ganz gut. Allerdings nicht rein verbal. Einmal hat sie wirklich feste Gekniffen, da hab ich ihr dann auch in die Wange gekniffen. Nicht doll schmerzhaft, aber schon ein wenig unangenehm und gefragt ob sie das mag. Da kam ein klares NEIN zurück und ich hab dann gesagt das man bei anderen nicht einfach machen darf was man selbst nicht mag. War offenbar schwer beeindruckend, seit dem erkundigt sie sich auch bei mir immer sehr nett ob ich das mag wenn man mich beißt oder so und zuckelt enttäuscht ab wenn ich sage das es mir nicht gefällt.


    rausgeflogen ist sie allerdings als sie anfing Zeug nach der Kleinen zu werfen. Sie fliegt allerdings auch raus wenn sie Zeug nach mir wirft. Das kann sie im Kinderzimmer machen, aber nicht im Raum-für-alle auch bekannt als Wohnzimmer oder Kuschelecke.

    Das ist Eifersucht. "Die Große" ist enthront worden. Ok, sie ist die Ältere aber keineswegs eine Große. Sie ist noch eine ganz, ganz Kleine.


    Ich war auch die Erstgeborene und als meine Schwester kam, war ich als Kleinkind auf einmal die Große und immer wurde gesagt: "Du bist doch schon groß...!!!"


    Aha, das ist man dann vollautomatisch, wenn Nachschub ähh Nachwuchs kommt.


    Abhilfe: Kümmere Dich gut um die Ältere und versuche, Sie immer mit einzubinden, wenn Du bei dem Baby bist. Sie darf sich nicht ausgeschlossen oder zurückgesetzt fühlen.


    Bei mir war das damals so. Bei mir enstand das Gefühl, dass nun ein neues Baby da ist, und ich abgeschrieben bin. Da ich deswegen herumzickte und auch meine kleine Schwester zwickte und zwackte, reagierten meine Eltern nur noch aggressiv auf mich und ich stand auf Dauer als Böse nur noch in der Ecke.


    Der Konflikt ist für immer so geblieben.

    Zitat

    Ich war auch die Erstgeborene und als meine Schwester kam, war ich als Kleinkind auf einmal die Große und immer wurde gesagt: "Du bist doch schon groß...!!!"

    Ich war die Zweitgeborene, meine Schwester 18 Monate älter. Und ich habe heute noch Narben im Gesicht davon, dass sie mir ins Gesicht gekniffen hat. Ich hätte mir gewünscht, meine Eltern hätten da ein bißchen besser aufgepaßt und nicht nur "eiteitei alles wird gut, sei schön lieb zu dem Baby" gemacht.......

    Ganz egal ob deine Große objektiv noch genauso viel Aufmerksamkeit und Zeit von dir bekommt wie vorher, subjektiv ist es für sie weniger, weil du auch dem Baby Aufmerksamkeit schenkst. So nach dem Motto: Da wäre noch mehr drin, wenn die Kleine nicht wär. Also so ein bißchen Eifersucht hat wirklich jedes große Geschwisterkind.


    Was den Umgang mit diesen "Ausfällen" angeht: Ich finde es nicht unbedingt unangemessen, wenn Mama dann auch mal der Kragen platzt und sie laut wird. Natürlich vorausgesetzt, daß es sich nicht nur um eine Lappalie handelt, die sonst mit einem neckischen "dududu" geahndet wird. Ich weiß, daß manche Ratgeber empfehlen, immer souverän und ruhig zu bleiben und sich nicht provozieren zu lassen, aber meinem Gefühl geht das komplett entgegen. Wenn mich etwas sauer macht, warum sollen meine Kinder nicht merken, daß ich sauer bin? Mal abgesehen davon krieg ich das einfach nicht hin, also gibt es hier regelmäßig ein lautes kurze Donnerwetter und dann ist kurz betretenes Schweigen und dann ist auch wieder gut. Es ist auch eine Frage der Gewohnheit. Kinder, mit denen immer nur ruhig und leise geredet wird, sind schonmal geschockt, wenn sie mich schimpfen hören, meine eigenen nehmen das schulterzuckend hin und machen sich keine großen Gedanken ;-D

    Ach so, wenig Zeit nicht aufs Baby schieben kann ich auch nur empfehlen. Und Versprechen halten, also z.B. sagen: "Ich muß jetzt stillen und danach wickeln, aber dann hab ich Zeit für dich" und sich dann nach Möglichkeit auch wirklich dran halten. Was meine auch beruhigt hat, war, wenn ich selbst ein bißchen genervt getan hab: "Himmel, hast du schon wiiiiieder Hunger? Hmpf, da hilft nix, jetzt muß ich doch wirklich schon wieder stillen, sowas!" Das darf man natürlich nicht zu weit treiben, nicht daß die Großen dann glauben, das Baby sein grundsätzlich ein Störfaktor, aber das war dann meine Taktik, wenn ich ein Versprechen eben mal wieder rausschieben mußte, weil unvorhergesehenes dazwischen kam wie Hunger, volle Windel die 27. oder sowas ;-)

    Zitat

    Ich war die Zweitgeborene, meine Schwester 18 Monate älter. Und ich habe heute noch Narben im Gesicht davon, dass sie mir ins Gesicht gekniffen hat. Ich hätte mir gewünscht, meine Eltern hätten da ein bißchen besser aufgepaßt und nicht nur "eiteitei alles wird gut, sei schön lieb zu dem Baby" gemacht.......

    Und konkret? Anderthalbjährige wegsperren, vom Geschwister separieren, Prügel, wenn nichts hilft - alles inadäquat. Mit 18 Monaten sind das echt selber noch fast Babys, man kann intervenieren, zwei Schritte voraus sein... und dann kann's trotzdem passieren. Das ist ne Situation die für alle Parteien scheiße ist.