• Die Große ist ein echter Grobian zum Baby- was kann ich tun?

    Hey, ich bräuchte mal eure Tipps und Erfahrungen! Mein Große (fast 2,5 Jahre alt) ist seit Januar große Schwester. Sie ist totall vernarrt in die Kleine, "versorgt" sie, zeigt ihr Bücher, bringt ihr Spielzeug etc. Allerdings tut sie ihr seit ca. 3 Wochen auch "gezielt" weh. Ich habe den Eindruck, um zu gucken, wann die Kleine weint. Kennt ihr das…
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    nd konkret? Anderthalbjährige wegsperren, vom Geschwister separieren, Prügel, wenn nichts hilft – alles inadäquat. Mit 18 Monaten sind das echt selber noch fast Babys, man kann intervenieren, zwei Schritte voraus sein... und dann kann's trotzdem passieren. Das ist ne Situation die für alle Parteien scheiße ist.

    naja, sie hat sich ja nicht schon im Kreißsaal kneifend auf mich gestürzt, also war sie keine 18 Monate mehr alt bzw jung, als das passiert ist (und noch einiges andere), das ist lediglich der Altersunterschied zwischen uns.

    Auch mit zwei blicken sie es nicht, mit zweeinhalb beginnt diese Erkenntnis hier ganz langsam. Und wir hatten hier immer eine Null-Toleranz-Grenze und trotzdem hatte das Baby nicht nur einen Kratzer oder eine Beule.. Und ich wüsste nicht, wie ich es hätte verhindern können.

    Wenn man weiß (aus anderen Vorfällen), dass die Gefahr besteht, dass das ältere Geschwisterkind das jüngere verletzt, muß man das eben wie mit Hunden und Babys handhaben und es nicht mit dem Baby alleine/unbeobachtet lassen. Denn man trägt ja auch für das Baby / jüngere Geschwisterkind die Verantwortung, es so weit es geht, zu schützen. Klar ist das schwer zu managen und aufwändiger als bei Familie Sonnenschein, aber grad wenn das ältere

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    hat sie der Kleinen breit grinsend drei Finger fast blutig gebissen

    muss man das jüngere schützen – neben den Strategien, bei dem älteren ein Umdenken/anderes Verhalten zu erwirken.

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    wir hatten hier immer eine Null-Toleranz-Grenze und trotzdem hatte das Baby nicht nur einen Kratzer oder eine Beule.. Und ich wüsste nicht, wie ich es hätte verhindern können.

    Gänzlich verhindern kann man es nicht, da hast du recht. Aber null Toleranz-Grenzen sind doch schon mal ein guter Ansatz!


    Als wir Kinder älter waren, war meine Mutter Tagesmutter für ein Geschwisterpaar r, die ältere (ca 4-5) hat die Jüngere (ca 1,5) regelrecht gequält. Das Balg hat auch unseren Hund gequält. Obgleich die beiden aus einem liebevollen, gebildeten Elternhaus stammen, war die Große eben leicht soziopathisch. Die Mutter wollte das lange nicht wahr haben, weil die eigenen Kinder ja immer gesund und normal sind und sowas nur in anderen Familien passiert.......

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    Gestern bin ich dann auch ziemlich ausgeflippt, habe es aber hinterher sehr bereut, so ausfallend gegenüber der Großen zu werden.

    Das finde ich nun nicht schlecht.


    Im Gegenteil.


    So ein Gewitter kann ganz schön beeindrucken und das Beste dabei...du bist dabei durch und durch authentisch und damit können Kinder besser umgehen und mehr damit anfangen als dieser ewige weichgespülte, unechte Tralala um das Kinderseelchen ja nicht anzuknacksen %-|


    Kinder merken was echt ist und was nicht und sie merken auch das die Schönwetter einfach nur gespielt ist.


    Als 1. würde ich zugucken das sie dem Säugling nicht mehr weh tun kann, bemerkt man Ansätze würde ich sie wegschicken oder zumindest kurz ausschließen, nur wer lieb ist bekommt Aufmerksamkeit und darf sich mit um das Baby kümmern ;-)

    Danke für eure Anregungen! @:)

    @ danae:

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    Gute erfahrung habe ich auch damit gemcht helfen zu lassen. Quasi den korrekten Umgang mit Baby zu üben.

    Daran war sie auch von Anfang an sehr interessiert. Da sie ja beide noch gewickelt werden, sind sie auch morgens und abends immer zusammen auf dem Wickeltisch. Dort cremt sie ihre Schwester ein, hilft beim Ausziehen und bürstet ihr sehr spärliches "Haar" ;-D . Ich habe mich auch immer bemüht, sie da machen zu lassen, nicht zu maßregeln, auch wenns mal nicht ganz "korrekt" zuging. Popocreme im Gesicht, macht nix... ;-) Ihr das Gefühl zu geben, sie darf immer dabei sein und helfen, wenn sie das möchte.

    @ NLena:

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    Das ist Eifersucht. "Die Große" ist enthront worden. Ok, sie ist die Ältere aber keineswegs eine Große. Sie ist noch eine ganz, ganz Kleine.

    Ja, da hast du recht! :)z Mit 2 oder jetzt fast 2,5 Jahren braucht man die Mama schon noch sehr! Jedoch habe ich den "Du-bist-doch-schon-groß"-Spruch ehrlich nie gebraucht. Ich finde ihn wirklich auch unangebracht, denn er bringt dem Kind gar nix. Tut mir sehr Leid, dass es für dich so schwierig war mit der Kleinen! Ich bin die Älteste von 4 Mädels... ;-) Ich kann mich an Eifersucht und tatsächliche Zurücksetzung nicht erinnern. Es besteht ein Unterschied zwischen Rücksicht nehmen, was auch Kleine in geiwssem Rahmen schon anwenden können, und tatsächlich zurückgesetzt werden. Das eine verlangt rücksichtsvolles Verhalten bei gleichzeitiger Gewissheit, dass man liebgehabt wird. Zurücksetzung ist immer auch mit emotionaler "Vernachlässigung" verbunden. Das ist natürlich echt schlimm, wenn Kinder das wegen des Babys erfahren müssen!

    @ dieKruemi:

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    Ich hätte mir gewünscht, meine Eltern hätten da ein bißchen besser aufgepaßt

    Ich kann nicht alles verhindern... Hast du auch 2 Kinder und kannst die immer beaufsichtigen? Wie machst du das? Ich kann zwar die Kleine oft mitnehmen oder auch die Große, aber unter ständige Aufsicht kann ich sie nicht stellen. Und dann passieren auch doofe Sachen, wo man sich zwar sagt: "Ich hätte es verhindern müssen!", aber man ist eben nicht Super-Woman.

    @ Mööp Mööp:

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    Ganz egal ob deine Große objektiv noch genauso viel Aufmerksamkeit und Zeit von dir bekommt wie vorher, subjektiv ist es für sie weniger, weil du auch dem Baby Aufmerksamkeit schenkst. So nach dem Motto: Da wäre noch mehr drin, wenn die Kleine nicht wär.

    Klar, "Da geht noch was!" ist die Lebenseinstellung im 3. Lebensjahr. ]:D Wahrscheinlich gibt es da wirklich keine objektive Beurteilung, nach dem Motto "Die Zeit ist doch gleichgeblieben". Wie sie sich tatsächlich fühlt, kann sie mir ja noch nicht sagen. Ich hoffe einfach nur darauf, dass sie die Kleine ja auch als Bereicherung sieht! Und ich glaube, wenn sie sie mal nicht gerade ausknockt %:| , tut sie das auch total! Wie sie mit ihr spricht, sie streichelt, ihr einen guten Morgen wünscht und sie abends nicht ohne Bussi ins Bett gehen lässt... Ich glaube, da hat sie auch einen deutlichen Zugewinn, auch wenn sie das noch nicht rational sondern "nur" emotional erfassen kann. Wenn ich stille (und das tue ich oft... %-| ) lese ich der Großen immer vor, wenn die sich das wünscht. Es ist für mich seeeehr anstrengend, weil ich nie einfach mal so dumm rumsitzen und das Baby anglotzen darf... Aber so will ich eben vermeiden, dass sie die Stillerei als Zeit empfindet, die ihr "weggenommen" wird.

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    Es ist auch eine Frage der Gewohnheit. Kinder, mit denen immer nur ruhig und leise geredet wird, sind schonmal geschockt, wenn sie mich schimpfen hören, meine eigenen nehmen das schulterzuckend hin und machen sich keine großen Gedanken

    Ich werde nur sehr selten laut. Dementsprechend fassungslos ist die Große dann auch, wenn es knallt und heult dann natürlich haltlos. Und bringen tuts auch noch nicht mal was. ":/ Ja, ich möchte meine Gefühle auch zeigen und das tue ich auch. Wenn's mir total dreckig geht, heule ich, wenn ich mich ärgere, bekommen sie das schon auch zu spüren. Ich kann da schon auch grantig werden, aber ich verliere da dann nicht die Beherrschung. Bei meinen "Ausfällen" aber schon. Und das kann ich gar nicht haben, finde es unfair und möchte das auch nicht haben. :|N

    Oh, da kam noch viel hinterher, was ich gar nicht mehr gesehen habe... @:)

    @ dieKrümi:

    Ob du es glaubst, das mit dem in den Fingern beißen ist passiert, als ich daneben saß! Und es war trotzdem für mich in dem Augenblick nicht verhinderbar, da ich Wäsche zusammengelegt und nur mit einem Auge bei den beiden war. Jaaaa, ich könnte die Wäsche auch abends zusammenlegen, wenn beide im Bett sind, aber hey, ich will auch mal Feierabend... Weißt was ich meine?

    @ ak-gs:

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    das Beste dabei...du bist dabei durch und durch authentisch und damit können Kinder besser umgehen und mehr damit anfangen als dieser ewige weichgespülte, unechte Tralala um das Kinderseelchen ja nicht anzuknacksen

    Es ist für mich ein schmaler Grad zwischen Authentizität und dem, was einem "Kinderseelchen" durchaus schaden kann. Und was auch mir schadet, weil es meine Beziehung zu meinem großen, meinem ersten geliebten Kind belastet. Und wenn man vor Mama Angst haben muss (und da hatte sie, ich habe die Furcht in ihren Augen und in ihrem Weinen gesehen und gespürt), finde ich das das Allerletzte. So eine Mama möchte ich einfach nicht sein.

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    bemerkt man Ansätze würde ich sie wegschicken oder zumindest kurz ausschließen, nur wer lieb ist bekommt Aufmerksamkeit und darf sich mit um das Baby kümmern

    Ich kann das zwar rational nachvollziehen, dass manche Eltern es so handhaben. Und auch ich greife wie ja erwähnt teilweise kurz auf räumlich Trennung zurück, allerdings weil ich weiß, dass es schlimmer wäre, würde ich komplett die Beherrschung verlieren. Siehe Erläuterung. Allerdings möchte ich nicht, dass meine Liebe sich so anfühlt, dass man sie verdienen muss. Ich liebe meine Tochter bedingungslos. Für sie fühlt es sich so an, wenn ich sie nur noch mitmachen lasse, wenn sie "lieb" ist, dass ich sie nur bei arigem Verhalten liebe. Dem ist nicht so. Meine Liebe muss sie sich nicht verdienen! Baut sie Scheiße, weise ich sie schon zurecht und verlange auch, dass sie es im Rahmen ihrer Möglichkeit wiedergutmacht. Ich sehe nicht über alles hinweg oder sülze sie nur süßlich zu! Aber geknuddelt, gespielt, vorgelesen, wird immer. Verhalten und Person sind getrennt zu betrachten.

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    Weißt was ich meine?

    Klar weiß ich das ;-)


    aber als ein inzwischen über 40-jähriges ehemals gepeinigtes jüngeres Geschwisterkind fand ich die Diskussion hier einfach zu einseitig.

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    Es ist für mich ein schmaler Grad zwischen Authentizität und dem, was einem "Kinderseelchen" durchaus schaden kann. Und was auch mir schadet, weil es meine Beziehung zu meinem großen, meinem ersten geliebten Kind belastet.

    es geht auch um die Unversehrtheit und das Seelchen des jüngeren Kindes. Nur weil es kleiner und hilfloser ist und sich noch schlechter artikulieren kann, heißt es doch nicht, dass derartige Verletzungen egal und spurenlos sind.

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    Für sie fühlt es sich so an, wenn ich sie nur noch mitmachen lasse, wenn sie "lieb" ist, dass ich sie nur bei arigem Verhalten liebe.

    und so fühlt es sich an, als wenn sie mitmachen darf, egal, ob sie dem Baby weh tut, oder nicht.

    Ich lasse es natürlich nicht einfach so zu, dass sie dem Baby weh tut. Wenn ich es verhindern kann, tue ich das (es gelingt auch viel häufiger, als dass es zu Übergriffen kommt!). Als "die Große" hab ich auch ganz oft was von meinen Kleinen aufs Dach bekommen. ;-) Da kommt dann auch nur der Spruch: Dann lass es dir halt nicht gefallen, du bist schließlich die Ältere. ;-) Böse bin ich trotzdem keiner, auch wenn es viel Zoff gab, sie haben mein Leben mehr bereichert als dass sie mir was genommen hätten.

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    und so fühlt es sich an, als wenn sie mitmachen darf, egal, ob sie dem Baby weh tut, oder nicht.

    Nein, es hat rein gar nichts mit Gleichgültigkeit zu tun! Es ist dabei doch zu beachten, dass sie nicht 5 oder 6 ist, wo die Empathie voll ausgeprägt ist, die Kinder planmäßig vorgehen und mit Absicht quälen! Sie ist noch nicht mal 2,5. So viel läuft da über Gefühle, nicht über die von den Erwachsenen als richtig empfundene Konsequenz. Ich denke, das Verhalten würde sich vermehren, wenn ich sie ausschließe!

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    Böse bin ich trotzdem keiner, auch wenn es viel Zoff gab, sie haben mein Leben mehr bereichert als dass sie mir was genommen hätten.

    Da hast du Recht, zu meiner älteren Schwester ist mein Verhältnis auch ungetrübt und ich bin froh, dass ich sie habe. @:)


    Was bei mir ist, wobei ich jetzt nicht sagen kann, ob es einen Zusammenhang gibt, weil meine Erinnerungen nicht so konkret sind, da ich noch so jung war: ich habe meine Mutter (inzwischen verstorben) stets sehr geliebt, jedoch hatte ich schon als ganz kleines Kind nie das Gefühl, dass sie mich beschützen könnte oder mir Sicherheit geben könnte. Ich war mit 3 Jahren schon so selbständig, dass ich meine Eltern in den Wahnsinn getrieben habe – aber ich war felsenfest überzeugt, dass nur ich selbst für mich verantwortlich bin/sein kann.

    Du musst das natürlich nicht beantworten, aber

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    jedoch hatte ich schon als ganz kleines Kind nie das Gefühl, dass sie mich beschützen könnte oder mir Sicherheit geben könnte

    Wie kam das?

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    ich war felsenfest überzeugt, dass nur ich selbst für mich verantwortlich bin/sein kann.

    Empfindest du das heute eher als positiv oder negativ? Wie war es "damals" für dich?


    Ich empfinde Selbstständigkeit ja eigentlich als etwas, was für die Kinder sehr wertvoll ist. Wenn sie erleben, sie können was und sie können die Welt verändern! Einfluss nehmen. Aber eben nur, wenn man gleichzeitig sicher sein kann, dass Mama und Papa immer da sind, wenn was schief läuft.

    Immer dabei sein ist schlicht ein Ding der Unmöglichkeit. Da muss ein anderes Verhalten erlernt werden, denn irgendwann muss ich auf Klo gehen und spätestens dann hat sie ihre Chance.


    Ich habe meine Großen ganz klar gesagt das ich sie lieb habe, aber nicht erlaube das sie dem Baby (oder dem treudoof lieben Nachbarskater) weh tut. Zumindest hier bin ich mir sicher das es nicht unbedingt um Eiferuscht geht, sie hat das selbe Verhalten schon vorher bei dem besagten Kater an den Tag gelegt. Das ist einfach Neugier und ein mangelndes Gefühl dafür das es dem Anderen weh tut. Ich fahr wirklich am Besten mit dem zarten machen. Gar nicht böse, sonern einfach ernst. Sie zieht dem Tier an den Ohren, ich schnappe sie mir, sehe ihr in die Augen und frage ob sie das mag wenn ich an ihren Ohren ziehe. Als das noch nicht zog hab ich sie weg gebracht. Nicht böse, aber bestimmt. Wer nicht vorsichtig mit anderen Lebewesen umgehen kann kann eben nicht bei denen in der Nähe sein und das hab ich auch gesagt.


    Ich denke es ist auch ein Unterschied ob man ein Kind wutschnaubend in sein Zimmer verfrachtet und brüllt: "Bleib da bis du wieder lieb bist!" oder ob man es ins Kinderzimmer setzt und bemerkt:"Hier kannst du wild spielen bis zu wieder vorsichtig sein kannst."

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    Wie kam das?

    ich vermute eben, dass es daran lag, dass sie mich als Winzling nicht gegen die Attacken meiner größeren Schwester beschützen konnte/ beschützt hat und das mein Urvertrauen erschüttert hat. aber es ist eben nur eine Vermutung, da ich mir keine andere Erklärung denken kann, denn meine Mutter war sehr liebevoll.

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    Empfindest du das heute eher als positiv oder negativ? Wie war es "damals" für dich?

    heute denke ich, dass es positiv war – aber auch nur deshalb, weil mir den den durchaus gefährlichen Situationen, in die mich meine frühe Selbständigkeit gebracht hat, nichts passiert ist. Vielleicht ist es aber auch einfach ein angeborener Charakterzug, der null und nix mit dem häuslichen Umfeld zu tun hatte.


    Wie ich es damals empfand, mhhhh, gute Frage. Es kam noch ein drittes Kind, und zwischen der Erstgeborenen und dem Nesthäkchen machte ich irgendwie immer "mein eigenes Ding".

    DieKruemi


    Also meine Große ist da auch so. Einfach nicht in der Lage zu akzeptieren das sie noch ein Kind ist, zieht immer ihr eigenes Ding durch und will alles alleine machen. Meinen Schutz und meine Hilfe akzeptiert sie nur hier und da Zähneknirschend oder wenn sie wirklich einen riesen Schreck bekommen hat.