• Die Große ist ein echter Grobian zum Baby- was kann ich tun?

    Hey, ich bräuchte mal eure Tipps und Erfahrungen! Mein Große (fast 2,5 Jahre alt) ist seit Januar große Schwester. Sie ist totall vernarrt in die Kleine, "versorgt" sie, zeigt ihr Bücher, bringt ihr Spielzeug etc. Allerdings tut sie ihr seit ca. 3 Wochen auch "gezielt" weh. Ich habe den Eindruck, um zu gucken, wann die Kleine weint. Kennt ihr das…
  • 69 Antworten

    @ danae87

    hihi, das hätte auch meine Mutter über mich sagen können :-)


    Ihre Lieblingsgeschichte:


    ich bin 3,5 Jahre alt, wir wohnen auf dem ganz platten Land. ein fürchterliches Gewitter mitten in der Nacht. Mutter steht auf, um nach den Kindern zu sehen, das Bett von Kruemi ist leer. PANIK! Mutter sieht, dass Regenmantel und Gummistiefel der Kleinen weg sind, also machen sich Mutter, Vater, Oma auf die Suche nach Kruemi – und finden sie auf der benachbarten Pferdeweide, wo sie mitten zwischen den Perden steht und denen erklärt, dass man bei Gewitter keine Angst haben braucht – immerhin sei sie ja jetzt da, um aufzupassen.

    Zitat

    Nein, es hat rein gar nichts mit Gleichgültigkeit zu tun! Es ist dabei doch zu beachten, dass sie nicht 5 oder 6 ist, wo die Empathie voll ausgeprägt ist, die Kinder planmäßig vorgehen und mit Absicht quälen! Sie ist noch nicht mal 2,5.

    Da traust du deiner Kleinen aber sehr wenig zu, sie ist kein Dummchen sondern ein Kind das sehr wohl schon mitbekommt das sie dem Baby nicht weh tun darf/soll.


    Wann sie es jetzt nicht lernt wo es aktuell ist wann denn dann???

    Zitat

    Es ist für mich ein schmaler Grad zwischen Authentizität und dem, was einem "Kinderseelchen" durchaus schaden kann. Und was auch mir schadet, weil es meine Beziehung zu meinem großen, meinem ersten geliebten Kind belastet. Und wenn man vor Mama Angst haben muss (und da hatte sie, ich habe die Furcht in ihren Augen und in ihrem Weinen gesehen und gespürt), finde ich das das Allerletzte. So eine Mama möchte ich einfach nicht sein.

    Auch da unterschätzt du die Kleine total!


    Sie weiß sehr genau das du grundsätzlich nicht böse bist sondern sie lernt jetzt bestenfalls das du wenn sie dem Baby weh tut böse wirst und das ist vollkommen natürlich.


    Warum muss das verfälscht werden?


    Warum dieses unrealistische Blümchenwiesenbilderbuch vorgaukeln?

    Zitat

    dass ich sie nur bei arigem Verhalten liebe. Dem ist nicht so. Meine Liebe muss sie sich nicht verdienen! Baut sie Scheiße, weise ich sie schon zurecht und verlange auch, dass sie es im Rahmen ihrer Möglichkeit wiedergutmacht. Ich sehe nicht über alles hinweg oder sülze sie nur süßlich zu! Aber geknuddelt, gespielt, vorgelesen, wird immer. Verhalten und Person sind getrennt zu betrachten.

    Meinst du wirklich dein Kind denkt so kompliziert und merkt nicht wie der Hase läuft?


    Sie wird deine Liebe nicht in Frage stellen nur weil du sie zurecht weist und mal lauter wirst und mal altersgerechte Konsequenzen ziehst.


    Nochmal, wenn sie es jetzt in dem Augenblick nicht lernt, wann dann?


    Du tust ihr damit keinen Gefallen denn später wirst du nicht immer dabei sein können wenn sie kindlichen Mist baut und dann dafür gerade stehen musst.


    Klar später denkt sie anders aber ich glaube nicht das du wenn du dir jetzt schon so schwer tust es später dann schaffst.

    Mir kommt es irgendwie vor als hättest du wahnsinnige Angst davor das dich dein Kind nicht mehr liebt oder du nicht mehr ihre beste Freundin bist wenn du durchgreifst und mal Stop sagst.


    Kann das sein?

    Eine Mutter ist nie die beste Freundin, wir sind hier nicht bei den Gilmore Girls. ;-D Allerdings reden wir aneinander vorbei denke ich. Ich bin nicht der Blümchenwiesen-Typ. Ich finde jedoch, dass Angst in der Erziehung nichts zu suchen hat. Und Ausschluss ist für meine Tochter nicht altersgerecht. Sie geht nicht planvoll an die Sache heran, sie kann die Schmerzen, die sie zufügt, noch nicht überreißen. Das zeigen viele entwicklungspsychologische Experimente zur Empathiefähigkeit von Kleinkindern. Ich unterschätze sie da nicht. :|N Sie ist bereits jetzt ein rücksichtsvoller, freundlicher Mensch. Sie tut ihrer kleinen Schwester viel viel mehr Gutes, als dass sie über die Stränge schlägt! In der Krippe füttert und umsorgt sie die Kleinen. Ich muss ihr da kein Lehrmeister sein, nach dem Motto: Wenn sie es jetzt nicht lernt... Sie ist zu 95% der Fälle ganz toll mit den Kleinen. Deswegen, weil es ein so unbekannter Zug an ihr für mich ist, weiß ich auch noch nicht so recht, wie es am Besten einzuordnen ist.

    @ Kruemi:

    ganz tolle Geschichte! :)^ Starke Persönlichkeit!

    Zitat

    Eine Mutter ist nie die beste Freundin

    Doch! x:) Definitiv! Mit meiner Mutter kann ich IMMER reden und mit jedem Problem zu ihr kommen, das konnte ich damals und heute immer noch :)^ Sie ist mein Halt, jemand zu dem ich aufblicke, der mir Vorbild ist... x:)

    Emmi, so ist das auch nicht gemeint! Natürlich wünsche ich mir auch ein schönes, vertrauensvolles Verhältnis. Jedoch hat das Mutterdasein einen anderen Charakter. Man liebt, versorgt, weist zurecht, unterstützt, begleitet, hat mehr Macht, mehr Lebenserfahrung. Das ist was anderes als Freundschaft, das ist unendlich viel mehr!

    Das muss auch mehr sein denn eine Freundschaft bietet nicht soviel Sicherheit wie verlässliche Eltern. ;-)


    Birnbaum


    Ich verstehe dich gut, so sehr gut. Nichts will ich weniger als Angst in den Augen meines Kindes sehen, aber genau die sieht man da ganz klar wenn ich ausraste. Bei meiner kleinen Provokateurin ist es mir schon passiert und ich schäme mich grauenhaft dafür. Von da aus hat es auch ein Weilchen gebraucht bis es wieder angstfrei zwischen uns war und das fand ich grauenhaft. Respekt ist ok und notwendig, Angst grauenhaft.


    DieKruemi


    Könnte meine sein. Ich bemühe mich darum mehr so eine unterstützende und anleitende Position einzunehmen. Wenn sie schneiden will darf sie das, nur eben neben mir, mit Erklärung und zeigen. In dieser Rolle kann sie vieles sehr viel besser annehmen und wenn sie mal wirklich Angst hat oder nicht weiter weiß flieht sie dann doch zu mir. Abnehmen lässt sie sich ihre Probleme allerdings nie, sie braucht das Gefühl die Macht und Kraft zu haben es selbst zu bewltigen. Ich habe den Eindruck Machtlosigkeit und Ausgeliefertsein ist das was sie mehr als alles anderes fürchtet.

    Zitat

    Sie geht nicht planvoll an die Sache heran, sie kann die Schmerzen, die sie zufügt, noch nicht überreißen. Das zeigen viele entwicklungspsychologische Experimente zur Empathiefähigkeit von Kleinkindern. Ich unterschätze sie da nicht. :|N Sie ist bereits jetzt ein rücksichtsvoller, freundlicher Mensch. Sie tut ihrer kleinen Schwester viel viel mehr Gutes, als dass sie über die Stränge schlägt! In der Krippe füttert und umsorgt sie die Kleinen.

    wenn sie Rücksicht zeigt, ist das denn keine Empathie? und wenn dein Eindruck ist, dass sie testen will, wann die Kleine weint, ist es dann nicht doch das bewußte Zufügen von Schmerz? btw, sie muss nicht verstehen, wie doll der Schmerz ist, den sie der Kleinen zufügt, es reicht doch, wenn die weiß und beachtet, dass sie die Kleine nicht traktieren darf – ob das weh tut oder kitzelt, ist dabei doch eher unerheblich. du verbietest ja nicht nur Dinge, die Schmerzen bereiten, oder gibt es für das Kind garkeine Regeln?

    @ danae

    Zitat

    Abnehmen lässt sie sich ihre Probleme allerdings nie, sie braucht das Gefühl die Macht und Kraft zu haben es selbst zu bewltigen. Ich habe den Eindruck Machtlosigkeit und Ausgeliefertsein ist das was sie mehr als alles anderes fürchtet.

    du scheinst da wirklich eine kleine Kruemi zu Hause zu haben. Wenn ich meinen Eltern glauben kann, ist es für Eltern eine mitunter harte Zeit, aber für dein Kind nicht schlecht ;-) Ich dachte sehr lange, dass ich schlichtweg alles kann, was ich mir vornehme, bestand auf eine Einschulung mit 5 Jahren, habe mit 13 einen Trip alleine mit Bahn und Fähre zu meiner Cousine nach England gemacht – und manchmal denke ich immer noch, dass ich alles schaffe, was ich mir vornehme ;-) und deine Einstellung und Einschätzung von deinem Kind finde ich großartig!! @:)

    DieKruemi


    Danke, ich gebe mir Mühe auch wenn es mich zwischendurch den letzten Nerv kostet. ;-D ;-D


    Was die Empathie angeht erlernen die Kinder die erst im Zuge der Trotzphase. Alles vorher ist mitgerissen werden, Immitation von erwachsenen Verhalten und soweiter. Empathie muss zudem erlernt werden.


    Empathie


    Birnbaum, dir könnte besonders Seite 3 weiter helfen.

    Gute Güte, klar gibts hier Regeln. ;-) Wo hab ich hier den Eindruck vermittelt, ich würde sie einfach alles tun lassen, nur weil ich nicht mit Anbrüllen und in die Ecke stellen erziehen möchte?


    Nein, das ist keine Rücksicht, weil sie, wie danae richtig schrieb, das liebevolle Verhalten nachahmt. Sie spricht mit den gleichen Worten, liebkost und streichelt ähnlich wie ich, füttert wie die Erzieherinnen die Kleinen. Und wenn Erziehung dadurch funktionieren würde, dass man einmal was sagt, und das Kind hält sich dran, hätte ich den Fäden wohl nicht eröffnet. ;-D Es "reicht" eben nicht, es zu verbieten.

    @ danae:

    ja, mit der Empathie "lernen" ist es wohl wie mit dem Schlafen. Man kann es fördern, doch die Voraussetzungen in der Reife kommen vom Kind. Danke für den Link!

    Zitat

    Gute Güte, klar gibts hier Regeln. ;-) Wo hab ich hier den Eindruck vermittelt, ich würde sie einfach alles tun lassen, nur weil ich nicht mit Anbrüllen und in die Ecke stellen erziehen möchte?

    so meinte ich das nicht @:) . ich kann nur nicht ganz nachvollziehen, dass Empathie zwingende Voraussetzung sein muss, um zu erreichen, das ein Geschwisterkind das andere nicht traktiert. Dass nicht jede Regel immer befolgt wird, ist klar, so funktionieren Kinder nicht. aber mit 2 Jahren ist ein Kind nicht zu jung, zu begreifen, dass Regelverstößen Konsequenzen folgen, insbesondere, wenn du auch sonst Regeln aufstellst. natürlich nicht durch anbrüllen, in die Ecke stellen etc. natürlich ist das nicht einfach und wird nicht immer funktionieren, doch mich hat von Anfang an hier etwas gestört, dass nur das Verhältnis Mutter-älteres Kind beleuchtet wird. da liegt ein dritter, hilfloser Mensch und es geht auch jetzt schon um dein Verhältnis zu diesem Kind und um das Verhältnis der Kinder untereinander.

    Zitat

    Nein, das ist keine Rücksicht,

    ok, dann hab ich dich falsch verstanden. ich nahm deine Aussage, sie sei rücksichtsvoll, wörtlich.

    Zitat

    aber mit 2 Jahren ist ein Kind nicht zu jung, zu begreifen, dass Regelverstößen Konsequenzen folgen, insbesondere, wenn du auch sonst Regeln aufstellst.

    Also es kann sein, dass da mein Kind aus der Reihe tanzt... Ich habe nicht die größte Erfahrung mit Kleinkindern, außer der, die ich mit den eigenen gerade mache. Aber sie überreißt die Folgen von Handlungen oft erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und bis wirklich zuverlässig eine Verbindung entsteht... Puuh, kann ich gar nicht sagen, wie oft das da passieren muss. ;-D Und dann kommt noch die kindliche Neugier hinzu, die sowieso stärker ist als jegliches Wissen um "Konsequenzen" (diese so beliebte erwachsene Kategorie)... Und man könnte es ja auch, obwohl man eigentlich weiß, dass dieses und jenes passiert, es nochmal machen, bloß um zu schauen, ob es auch wirklich geschieht... Sind eben in dem Sinne noch echte Freigeister, unsere Kleinen. Ich liebe diese Eigenschaft, jedoch ist sie auch extreeeeeem anstrengend. Das mit der Rücksicht... Ja, doof ausgedrückt, mir ist nur irgendwie kein passenderes Wort eingefallen.

    Meine nimmt die Konsequenzen auch wissend in Kauf, fordert sie sogar ein, gibt wohl ein Gefühl von Sicherheit weil alles ist wie es sein sollte. Wenn sie also verunsichert ist, sei es weil sie gerade etwas neues gelernt oder entdeckt hat oder weil ich einen schlechten tag habe kann es sein das sie ihre Schwester kneift um die Knsequenz zu erfahren. Sie reagiert sogar richtig sauer und wird wirklich brutal wenn sie dann ausbleibt. Da hat das Kneifen die selbe Qualität wie auf die Straße zu laufen, den Herd anzuschalten oder den Boden mit Filzstiften zu bemalen, einfach weil es an echter Empathie mangelt.


    Ich verstehe aber was du meinst. Der Schutz des Kleinen muss eine Rolle spielen, sie ist eben kein Boden sondern ein Mensch und da darf man durch die Art der Reaktion auch einen Unterschied machen. Da darf man wütend werden oder einen Bankreis ums Baby ziehen den nicht betreten darf wer nicht vorsichtig ist.

    Zitat

    doch mich hat von Anfang an hier etwas gestört, dass nur das Verhältnis Mutter-älteres Kind beleuchtet wird. da liegt ein dritter, hilfloser Mensch und es geht auch jetzt schon um dein Verhältnis zu diesem Kind und um das Verhältnis der Kinder untereinander.

    Durchaus richtig! Jedoch ist es glaube dadurch eher auf die Große konzentriert gewesen, weil ich ganz konkret nach Tipps für den Umgang mit ihr gesucht hab. Die Kleine wird nicht immer hilflos bleiben, schon in wenigen Monaten wird sie sich in gewisser Weise wehren können. Haare ziehen, beißen, Duplobauwerke zerstören... Cao sagte ja schon ausgleichende Gerechtigkeit. :=o Ja, ihr Schutz ist mir enorm wichtig und ich tue alles mir mögliche dafür. Und ich liebe sie so stark wie die Große. Aber anders. Zeitweise ist einem das Baby ja emotional dann näher, weil man eine neue Bindung aufbauen muss.

    Zitat

    fordert sie sogar ein, gibt wohl ein Gefühl von Sicherheit weil alles ist wie es sein sollte.

    gut, das Einfordern liegt meiner Tochter zwar fern... ;-) Aber ja: Verlässlichkeit ist ein Zeichen größter Wertschätzung.