• Die Große ist ein echter Grobian zum Baby- was kann ich tun?

    Hey, ich bräuchte mal eure Tipps und Erfahrungen! Mein Große (fast 2,5 Jahre alt) ist seit Januar große Schwester. Sie ist totall vernarrt in die Kleine, "versorgt" sie, zeigt ihr Bücher, bringt ihr Spielzeug etc. Allerdings tut sie ihr seit ca. 3 Wochen auch "gezielt" weh. Ich habe den Eindruck, um zu gucken, wann die Kleine weint. Kennt ihr das…
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    @ danae:

    Zitat

    Das was sunflowers Bekannte erklärt hab ging bei meiner auch ganz gut. Allerdings nicht rein verbal. Einmal hat sie wirklich feste Gekniffen, da hab ich ihr dann auch in die Wange gekniffen. Nicht doll schmerzhaft, aber schon ein wenig unangenehm und gefragt ob sie das mag. Da kam ein klares NEIN zurück und ich hab dann gesagt das man bei anderen nicht einfach machen darf was man selbst nicht mag. War offenbar schwer beeindruckend, seit dem erkundigt sie sich auch bei mir immer sehr nett ob ich das mag wenn man mich beißt oder so und zuckelt enttäuscht ab wenn ich sage das es mir nicht gefällt.

    Das hat meine Bekannte allerdings auch gemacht. Wollte es nicht so offen schreiben, aber sie hat die Große (die Baby v.a. gerne BISS), dann auch mehrfach gebissen. Nicht doll schmerzhaft, aber schon mit deutlichem Effekt. Und derselben Begründung. Das – plus gezielte Zeit für die Große und wenig Baby-Ausreden – wirkt.


    Die Große bekommt jezzt ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit... wird auch körperlich mehr geknuddelt, als sie es vor dem Baby noch einforderte. Und ist gleichzeitig stolze große Schwester, weil sie ganz viel Lob dafür bekommt, was sie mit dem Baby GUT macht. Statt Schimpfe für die "Übergriffe" aufs Baby. Denn das ist halt auch Aufmerksamkeit, die man bekommt. Wenn auch negative.

    sunflower


    Laut Erzieherin i Kindergarten der Großen machen die das da auch ganz genauso um den Kindern beizubringen sich in andere einzufühlen. Nicht wirklich schmerzhaft, aber so das sie den Brückenschlag lernen können. Da meine inzwischen von selbst ankommt und sich auch bei anderen Menschen erundigt ob sie a oder b gerne mögen scheint es in Ordnung zu sein ohne sie zu schockieren, geweint hat sie dabei jedenfalls nie.

    Ich habe auch nur eher verblüffte Blicke erlebt bei der Großen.


    Mochte es aber nicht schreiben, ist ja nicht mein Kind und hatte Sorge, hier dann angefeindet zu werden, weil Mama Kind beißt. ;-)

    Zitat

    hier dann angefeindet zu werden, weil Mama Kind beißt.

    Ich persönlich würde es nicht tun. In meinem Empfinden kann ich nicht einerseits sagen: Beißen tut weh! Lass das! und dann das Kind beißen, selbst wenn es nicht doll ist. Der Grat wäre mir zu schmal. Ich möchte außerdem mein Kind schlicht nicht beißen, auch nicht "sanft". Wenn andere damit kein Problem haben, kann ich das so stehen lassen, würde es aber nie selbst anwenden.

    Das "Zurückbeißen" ist ja nicht die Strafe, sondern dient eher zu Demonstrationszwecken. Und das habe ich auch schon gemacht, als sie nämlich MICH gebissen hat.

    Und man macht's ja nicht so doll... Anders bekommen die Kleinen diesen "Perspektivwechsel" ("Wie fühlt sich das, was ich mache, beim anderen an?") auch kaum hin. Es fehlen halt die geistigen Fähigkeiten, sich so gezielt in andere zu versetzen.

    Ja, es ist für mich schon auch "nachvollziehbar", auch dass es nicht bestrafend gedacht ist. Jedoch bedenke ich, jetzt mal nur auf mein Kind bezogen, eines mit: Aktuell ist mein Verhalten das, was ihres am meisten beeinflusst. Mehr als alle Worte etc. Wie kriegen die Kinder da die Trennung hin? Ich weiß nicht, für mich passt es intuitiv nicht zusammen.

    Ich frage mich immer "Würde ich wollen, dass sie sich anderen Kindern gegenüber so verhält?". Und da finde ich einen Warnbiss total okay, so wenn sie sagt "Lass das! Das tut weh! Schau! *haps*. Intensität ist ein Liebesbiss, es soll wirklich nicht wehtun, finde ich. Unangenehm sein schon. Aber das ist eh eine Notmaßnahme wenn nix gegriffen hat.

    Zitat

    Ja, es ist für mich schon auch "nachvollziehbar", auch dass es nicht bestrafend gedacht ist. Jedoch bedenke ich, jetzt mal nur auf mein Kind bezogen, eines mit: Aktuell ist mein Verhalten das, was ihres am meisten beeinflusst. Mehr als alle Worte etc. Wie kriegen die Kinder da die Trennung hin? Ich weiß nicht, für mich passt es intuitiv nicht zusammen.

    Da findet aber gerade in dem Alter in dem deine Tochter gerade ist schon ein gewisser Reifungsprozess statt. Klar ist dein Vorbild immernoch das entscheidende, aber du beißt ja auch nicht wild in der Gegend rum. Trotzdem erlangen sie langsam durchaus die Fähigkeit nachfogende Erklärungen einzuordnen.


    Dazu kommt für mich der Punkt den Caoimhe anspricht: finde ich es in Ordnung wenn sie mein verhalten immitiert, also anderen Menschen gegenüber? Und da kann ich eine nette Geschichte schreiben die eigentlich in den Kindermundfaden sollte. Meine Große wurde immer viel von ihren Papas gekitzelt. Ich hatte schnell den Eindruck das sie hier und da das richtige Maß nicht fanden, aber nun gut. Neulich kizelte mein Partner das Kind wieder und da sagte sie laut "Ich möchte das nicht!" und als er nicht sofort aufhörte fing sie an ihn zu kitzeln und fragte ihn "Magst du des wenn ich des bei dir mache?" ;-D ;-D


    Ich will damit nur sagen: sie werden größer, begreifen mehr Zusammenhänge und da kann man als Mutter schonmal einen Versuch wagen. Wirkt das Kind damit total überfordert schiebt man das eben noch nach hinten.

    *:)


    Wir waren mal eine Woche im Urlaub. Seither ist das Problem "irgendwie" weg... Ich musste sie nicht mal beißen. ;-D ;-) Aktuell passieren eher Unfälle, keine Pieksereien mehr um zu gucken, ob Schwesterchen tatsächlich wieder losheult. Mal schauen, ob es so bleibt...

    Danke für den Hinweis auf diesen Faden Birnbaum


    Jetzt kommt hier die Rabenmutter, die ich nie sein wollte :°( nicht, weil man nicht auch mal Rabenmutter sein darf, sondern weil ich mittlerweile wirklich vermehrt ausflippe.


    Aber mal zu Anfang: Die Große ist jetzt 2 1/2, die Kleine 7 Monate.


    Am Anfang lief alles prima, die Große war ganz lieb, sorgte sich um die Kleine und versorgte sie mit allem was nötig war. Diese Zeiten gibt es zwar immer noch und dafür wird sie auch total gelobt, aber dann auf einmal, als würde sich ein Hebel umlegen, wird sie richtig fieß. Sie fängt zB an die kleine zu drücken, dann macht es "klick" und die kleine wird fast erdrückt/ gewürgt. Das alles hört sich ja so an wie bei dir Birne.


    Aber seit ein paar Wochen ist es jetzt so, dass die Große wenn sie sauer ist oder mal schlechte Laune hat, Dinge nach der kleinen wirft. Da ist nicht selten mal ein schwerer Gegenstand dabei und das geht bei mir garnicht!!


    Also wieder angefangen damit, die kleine aus dem geschehen zu nehmen und den Raum zu wechseln, der großen also keine Beachtung zu schenken- vergeblich, die Zeiten sind wohl vorbei...


    Als nächstes probiert mit Erklärungen: vergeblich


    Anschreien und Ausflippen meinerseits (ich schäme mich sehr, kann aber dann nicht an mir halten :-( ): natürlich ebenfalls kein Erfolg


    Als letzten Versuch die Große in ihr Zimmer gesetzt, tür zu, warten.... dann kommt sie kleinlaut raus und will kuscheln ich nehme sie zu mir auf den Schoß, erkläre,... sie soll sich bei der kleinen entschuldigen. Was macht das große Fräulein? streichelt ganz lieb und dann gibt es zwei Varianten 1. aus streicheln wird grobes drücken über babys Gesicht 2. Variante: es wird gestreichelt und zack hat die kleine eine kleben >:(


    Ich kann ja schon froh sein, wenn sie "nur" mal zu wild mit der kleinen Spielt aber hier fliegen fast nurnoch hände, Füße oder Gegenständ. Es ist zum heulen!


    Dann kommen so Tage wie heute, ich war mit den Kids und zwei befreundeten Müttern mit jew. einem Kind im Tierpark, das war super. Da war sie wieder, meine liebe kleine Große Maus, ein vorzeigeexemplar, so unkompliziert, freundlich, hat toll mit allen gespielt...


    Ich musste das hier mal loswerden. Meine eigenen Ausraster werden teils immer stärker, nicht dass ich hier jemandem weh tun würde aber ich bin scheinbar echt jähzornig. Wie schäme ich mich dafür. Wie sollen denn die Kinder davon lernen??

    Zitat

    weil ich mittlerweile wirklich vermehrt ausflippe.

    *:) Wunderkind, Patentrezept habe ich auch nicht gefunden, bei uns hatte es sich nach ein paar Wochen erledigt... Zu dem vermehrt ausflippe: Ja, ich kenne es auch. :)_ Dazu 2 kurze Anmerkungen. Die erste ist irgendwie gruselig, aber ich habe erst kürzlich in einem Semnar gelernt, dass sich dieses Verhalten, je öfter man es zeigt, verfestigt. Ein Neurobiologe nannte das "Autobahnen im Gehirn". Wir nehmen immer wieder und wieder die Ausfahrt "Losschreien". Selbst wenn es nicht immer gut klappt und wir uns wahnsinnig dafür schämen hinterher. Das verfestigt sich, besonders stark natürlich, weil wir uns ganz kurzfristig besser fühlen und die kleinen Monster wenigstens für 3 Sekunden den Rand halten. :-X Aber natürlich haben wir andere Ansprüche an uns, weil Anschreien respektlos ist und wir unsere Kinder so nicht erziehen wollen. Also die gute Nachricht: Man kann lernen, diese "Ausfahrt" zu verhindern, indem wir schon viel früher von der Autobahn abfahren! Dazu muss man sich selber und die Situationen besser kennen lernen, in denen die Ausraster passieren. Beim leisesten Anzeichen von Stress, innerem Druck erstmal warten. Nicht übergehen!!! und weitermachen, nach dem Motto: Wird schon besser, schnell fertig machen! Sich fragen: Was würde jetzt helfen? Hilfe holen, wenn es geht! Mann, Oma,... wer gerade da ist. Oder: Verbalisieren. Der Großen sagen: "Ich merke, dass ich unheimlich wütend werde, wenn du das (XY-Verhalten) machst! Ich muss jetzt versuchen, mich wieder zu beruhigen. Hilfst du mir dabei?" Und dann vielleicht gemeinsam ruhig atmen oder was auch immer dir hilft, runter zu kommen. So lernen die Kinder auch gleich, wie man sich bei Wut und Stress beruhigen kann und das auch Mamas Gefühle haben, auf denen man nicht rumtrampeln darf. Den Tipp hab ich auch von der Internetseit, die ich oben angegeben habe, ich finde da manche Artikel echt ganz lesenswert. Nicht immer völlig realistisch für meine Erziehungsvorstellung, aber Anregungen kann man sich ja holen!


    Wenn sie Dinge schmeißt, kann ich mir vorstellen, wie es dich auf die Plame bringt! Ich würde auch echt erst mal mit dem Baby gehen, nicht sofort zu reagieren, sondern mich zu beruhigen. Ich bin der festen Überzeugung, dass sie Ina nicht weh tun will, sondern sie sich in der Situation nicht anders helfen kann und irgendwer kriegst halt ab. In dem Fall das schwächste Glied in der Kette. Von demher halte ich da "Strafe" und harte Konsequenz für verkehrt, weil sie ja dann nur noch hilfloser und beschämter wird. Auch Erklärungen.... Ich kenne das ja, helfen eigentlich null. :|N Ich halte für wichtig, dass du in den Situationen, die aktuell am ehesten eskalieren, Hilfe hast! Die musst du dir besorgen! Sodass du oder ein anderer sich nur um Ina kümmern kann und die nicht dauernd in der Schusslinie ist, aber auch Emmi die ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt. Dann ist vieles oft leichter zu ertragen und der große Knall zu vermeiden. :)_ Wir können nicht immer alles alleine schaffen, wir sind auch Menschen mit Gefühlen und Belastungsgrenzen. Nur weil wir auf einmal Mamas sind, hat sich das nicht geändert.

    Wunderkind


    Ah das hatten wir hier in dem Alter auch, in Ermangelung eines Geschwisterchens hat die Große das bei mir probiert. Das war einfach ein Spiel für sie. Sie hat mich gehauen und getreten, gebissen, gekratzt und gekniffen. Schreien hat nichts genützt, eher eskalierte dann alles noch mehr. Eine Weile lang half es sie rauszuwerfen und sie mich im Anschluß streicheln zu lassen mit einer Entschuldigung. Nicht lange und auch das wurde zum Spiel und sie biss mich gleich wieder um dann in der Auszeit zu verschwinden. Wieder raus und Spiel von vorne. Irgendwie hab ich lange nicht die Antwort auf ihr Verhalten gefunden die ihr die Grenze deutlich gemacht hat.

    Zitat

    Man kann lernen, diese "Ausfahrt" zu verhindern, indem wir schon viel früher von der Autobahn abfahren! Dazu muss man sich selber und die Situationen besser kennen lernen, in denen die Ausraster passieren.

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    Der Großen sagen: "Ich merke, dass ich unheimlich wütend werde, wenn du das (XY-Verhalten) machst! Ich muss jetzt versuchen, mich wieder zu beruhigen. Hilfst du mir dabei?"

    Stimmt. Allerdings würde ich dein Kind da total rauslassen, sie nicht mit einbeziehen. Deine Baustelle, sie ist schon genug mit sich beschftigt in diesem schweren Lebensabschnitt, nicht das sie noch das Gefühl bekommt für dich verantwortung mitzutragen.


    Mein Tipp: Beende die Situation frühzeitig. Warte nicht erst lange bis du kochst, ziehe das durch was du dir vorher überlegt und vorher angekündigt hast. Halt dich daran fest.


    Ich würds so versuchen: Kind fliegt raus wenn es nach einmaliger Warnung und zeigen wie es richtig geht als "Nicht so doll, so mag Baby das gerne." weiter macht. Nicht böse sondern ruhig so im Stile von: Oh, du bist also gerade wild? Kein Problem du kannst dich hier im Kinderzimmer in Ruhe austoben und wild sein und Sachen werfen. Wenn du dann fertig bist kannst du wieder rauskommen. Gibt beinahe sicher Tanz und Gebrüll, aber zum baby kommt erst wieder wer nicht mehr so wild sein muss, sonst ist es zu gefährlich, leider. Geht es dann gleich wieder los wenn sie im Wohnzimmer ist dann erschrocken feststellen, dass sie wohl noch immer wild sein muss und ab wieder zurück.


    Man kann dazu noch Alternativen zur Verfügung stellen, so je nach Kind. Mehr als eine (zum Beispiel wild im Kreis rennen) würde ich aber in dem Alter noch nicht anbieten.