@ In-Kog Nito

    Zitat

    ....also wenn meine Kinder was sein wollen/was haben möchten, was absolut nicht geht, dann erkläre ich ihnen das im ruhigen Ton und korrigiere, wenn nötig.

    ... und wenn du damit bei einem 3 1/2 – Jährigen das Gegenteil erreichst???

    Ich wollte mit 9 sogar noch gern ein Junge sein und mache sogar heute noch gerne "Jungszeug", zumindest was die elementaren Dinge wie Berufswunsch, Hobbys etc. angeht. ;-)


    Aber ich bin schon ganz gern ne Frau.


    Ich denke mal ihr müsst abwarten. Dann später werdet ihr ja merken, ob es ernst ist oder nicht. Rosa Sachen anziehen hat jedenfalls nix mit Junge oder Mädchen zu tun, sondern ist Geschmackssache. Dass nur Mädchen rosa mögen dürfen, ist eine gesellschaftliche Einbildung und hat gar nix mit der sexuellen Orientierung etc. zu tun...


    Und ich denke, die Einsicht, was Mädchen sein und Junge sein wirklich ausmacht, hat ein 3jähriger nicht. Also selbst wenn ihr es ihm erklärt, dass er nicht behaupten soll, er sei ein Mädchen, wird nicht dazu führen, dass er das schon versteht. Da ist er einfach noch zu klein für. Später, wenn er dann langsam versteht, wie die Welt "funktioniert" (und dass die Babys nich der Klapperstorch bringt ;-)), wird er schon einschätzen können, ob er wirklich ein Mädchen sein will, selbst wenn das alle komisch finden, oder ob er sein Verhalten "normalisiert".


    Man sollte ihn halt dann nicht zwingen, sich für eine bestimmte Seite zu entscheiden, sondern zu ihm stehen, egal was ist. Aber jetzt würd ich das erstmal noch als "Spiel" betrachten oder so eine Art "Phantasiegespinst", wie es Kinder halt manchmal haben. ;-)

    Zitat

    ....also wenn meine Kinder was sein wollen/was haben möchten, was absolut nicht geht, dann erkläre ich ihnen das im ruhigen Ton und korrigiere, wenn nötig.


    ... und wenn du damit bei einem 3 1/2 – Jährigen das Gegenteil erreichst ???

    öh,


    also mit 3,5 schaffe ich es dann doch noch so gerade, den Kindern eine Richtung zu geben....


    was natürlich schwierig wäre, wenn er wirklich transs. ist, weil dann geht das nicht...


    ist es eine Phase, ja, dann würde ich mir zutrauen, ihm eine sozialverträgliche Identitätsrichtung vor zu geben....

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    also mit 3,5 schaffe ich es dann doch noch so gerade, den Kindern eine Richtung zu geben....

    Die Frage ist ob das nötig ist. Wenn das Kind – wie es meines Erachtens wahrscheinlich ist – einfach nur eine Phase ist, dann wird es irgendwann von selbst das Interesse daran verliern Mädchen zu spielen – oder sich einzureden eins zu sein. Da braucht man dann aber auch nicht "nachzuhelfen"...

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    was natürlich schwierig wäre, wenn er wirklich transs. ist, weil dann geht das nicht...

    Ja, und wenn man dann versucht hat dem Kind auszureden was es fühlt, dann geht es nicht nur nicht sondern es ist sogar schädlich.


    Ich würde dem Kind vermitteln, dass ich es toll finde und gar nicht erst versuchen ihm etwas aus – oder einzureden...

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    ist es eine Phase, ja, dann würde ich mir zutrauen, ihm eine sozialverträgliche Identitätsrichtung vor zu geben....

    Auch Transsexualität ist "sozialverträglich". Oder siehst Du das anders :-o

    .....später vielleicht schon,


    Kinder hingegen sind oft noch sehr in den offiziellen Vorgaben der Geschterrollen gefangen und gehen Abweichler dementsprechend an.


    Und ja,


    ich denke und weiß – als Elternteil und als jemand, der damit beruflich zu tun hat – ein 3,5 jähriger braucht Hilfe bei der I.-Findung. Der ist emotional und sozio-kulturell noch (fast) tabula rasa.

    das ist ja in dem Falle die Krux;


    du prägst ihn sozialverträglich in eine bestimmte Richtung mit Normen, Werten und Verhaltensweisen, die ihn später in dieser ihn umgegebenen Gesellschaft hoffentlich erfolgreich werden lassen (Sozialkontakte aufbauen, Freunde finden etc.).


    Nur entspricht das Selbstbild eines Transsex. leider dem gängingen gesellschaftlichen Bild;


    bis er sein Selbstbild bewußt verteidigen kann, vergeht eine lange Leidenszeit – nicht jeder ist schon als 5 oder 8-jähriger für die gesellschaftlichen Repressalien stark genug.

    Zitat

    Ich wollte mit 9 sogar noch gern ein Junge sein und mache sogar heute noch gerne "Jungszeug", zumindest was die elementaren Dinge wie Berufswunsch, Hobbys etc. angeht. ;-)


    Aber ich bin schon ganz gern ne Frau.

    Jep, ist bei mir genauso. Bin Ingenieurin, und in meiner Freizeit bin im vollbestrassten Prinzessinnenkleid aufder Tanzfläche unterwegs.


    Für mich klingt die Gedankenkette "das Baby ist ein Mädchen und wird von A bis Z betüdelt, und es darf meine Lieblingsfarbe anziehen ==> ich will auch ein Mädchen sein" am plausibelsten.

    ....okay, ganz unpsychologisch:


    ich wolllte immer ein Junge sein, weil die hatten Kumpels, sind gerannt und haben gerauft und mußten keine Kleider anziehen.


    Hatte kurze Haare etc...


    und was kam raus:


    Familienmama mit drei Kindern.


    Hätte ich selbst als Kind nie gedacht, habe mich selbst immer als geschlechtslos Tendenz männlich (auch vom emotionalen her und so) begriffen.

    Zitat

    Kinder hingegen sind oft noch sehr in den offiziellen Vorgaben der Geschterrollen gefangen und gehen Abweichler dementsprechend an.

    Wenn du so willst, sind Kinder ziemlich grausam. Die pflücken sich so ziemlich alles raus, was ihnen irgendwie komisch vorkommt, ob das eine Brille, eine Zahnspange, komische Hosen, komische Haare, Seegelohren, X-Beine oder weißderhimmel was ist. Ich persönlich behaupte, dass Kinder dafür aber auch sehr viel tolerieren und mit einigen Dingen viel normaler umgehen, als Erwachsene. Ob ein Kind in eine Gruppe integriert wird oder nicht, liegt m.E. vor allem an der Persönlichkeit eines Kindes – weniger daran, wie es aussieht und was es trägt.

    Zitat

    bis er sein Selbstbild bewußt verteidigen kann, vergeht eine lange Leidenszeit – nicht jeder ist schon als 5 oder 8-jähriger für die gesellschaftlichen Repressalien stark genug.

    Du bist aber verantwortlich dafür, dass du kein Kind stark machst. Das geschieht aber garantiert nicht, indem du ihm durchweg zeigst, dass er nicht normal so ist, wie er ist und dass er doch gefälligst genau in das Bild zu passen hat, was seine Umfeld für richtig erachtet.

    Zitat

    Du bist aber verantwortlich dafür, dass du kein Kind stark machst. Das geschieht aber garantiert nicht, indem du ihm durchweg zeigst, dass er nicht normal so ist, wie er ist und dass er doch gefälligst genau in das Bild zu passen hat, was seine Umfeld für richtig erachtet.

    DAS habe ich nicht gesagt.


    Ihc habe gesagt, dass ein 3jähriger Hilfe bei der Identitätsfindung braucht und ja, dass er sozial kompatibel werden muß.


    Und ich habe auhc gesagt, dass das im vorliegenden Fall ein Drahtseilakt ist.


    Wie lebenstüchtig machst Du ihn, nun ernsthaft, wenn Du ihn als offensichtlichen Jungen ständig auf dem Abweichkurs "Mädchen" steuern läßt.


    So stark ist keiner.


    Er muß stark werden, seine eigenen Entscheidungen zu treffen, das ist er nicht von heute auf morgen.


    Und bis dahin braucht er einen Kompass, an dem er sich orientieren kann.


    Ich habe eienn Vierjährigen – ich würde ihn NICHT KOMPLETT im Mädchen-Sein bestärken, falls es so wäre.


    Eher mit Gefühl ran gehen und versuchen, das sozial-verträglich zu steuern.


    Ein Junge, der in Kleidchen und rosa rumläuft bzw. sich nur mit klischeehaftem Mädchen-Zeug identifiziert (weil zumindest transs. Erwachsene erfüllen mehr weibliche Klischees als die Weiber selbst), KANN nur anecken.


    Das würde ich meinem Sohn ersparen.

    danke für eure anteilnahme und eure gedanken.


    wir haben auch angst, dass er später gehänselt wird.


    ich versuche morgen, einen kinderpsychologen in der nähe zu finden. wir brauchen einfach eine diagnose. und ich will wissen, wie wir uns ganz konkret verhalten sollen, wenn er rosa tragen will und wenn er abstreitet, ein junge zu sein. nach längerem nachdenken glauben wir eher, dass es angefangen hat, bevor ich wusste, dass ich ein mädchen bekomme.

    Zitat

    andererseits frage ich mich, ob es nicht viell mit der geburt seiner schwester vor 6 wochen zusammenhängt. wir haben ihn zwar nicht vernachlässigt, aber er weiß seit einigen monaten, dass wir noch ein mädchen bekommen.

    Ich denke, da liegt der Hund begraben! Wahrscheinlich wird Dir das jeder Kinderpsychologe auch so bestätigen. Es ist für ein so kleines Kind schwer zu ertragen, dass es plötzlich nicht mehr allein im Mittelpunkt des Interesses steht. Er fühlt sich zurückgewiesen (was natürlich nicht der Fall ist). Wahrscheinlich ist das einfach als "Schrei nach Liebe" zu verstehen, dass er gerne auch ein Mädchen sein will – genau wie das neue Baby.

    Zitat

    ich versuche morgen, einen kinderpsychologen in der nähe zu finden.

    Gute Idee! :)^


    Ihr seid ganz offensichtlich verunsichert, und bekommt hier jede Menge Ratschläge von Laienpsychologen, die euch im Endeffekt nicht helfen.

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    wir brauchen einfach eine diagnose.

    Und ich hoffe sehr, dass ihr die nicht bekommt. Ganz ehrlich, für eine Diagnose ist das Kind zu jung und außerdem in einer zu "anstrengenden" Lebenssituation (bezogen auf die familiären Veränderungen der letzten Zeit).


    Was ihr euch erhoffen könnt, sind Tipps hinsichtlich des geeigneten Umgangs mit dem Kind und der Situation im Allgemeinen. Vielleicht auch eine Einschätzung, und eine fachliche "Beobachtung" der weiteren Entwicklung.

    also ich glaube, ich habe niemals in seiner gegenwart gesagt, dass ich lieber ein mädchen gehabt hätte (was ihn betrifft). aber viell hab ich in seiner gegenwart erwähnt, dass ich mir jetzt (bei dieser schwangerschaft) ein mädchen wünsche? das weiß ich nicht genau, kann es aber nicht ausschließen.


    er steht aber eigtl immer noch mehr im mittelpunkt als seine schwester, aber das mag subjektiv anders sein.