Erfahrungen: Kein Interesse der Großeltern am Enkel?

    Ich wollte einfach mal in die Runde fragen, ob jemand mit sowas Erfahrungen gemacht hat.


    Als mein Sohn ein Baby war, waren meine Schwiegereltern (seine GRoßeltern hier in der Nähe) ganz verrückt nach ihm :-) Seitdem er fast 3 ist und mittlerweile seinen eigenen Charakter hat, ist das Interesse stark runtergekühlt. Der Opa kommt noch ab und zu, wenn er eingeladen wird. DIe Oma bleibt direkt zu Hause. Sie haben immer was zu tun, wenn man sie fragt.


    Das führt immer mehr dazu, dass Junior fragt: Wo ist denn mein Opa/meine Oma?


    Es ist ein starkes Kontrastprogramm zu früher.


    Bei keinem Geburtstag meines Sohnes wollten sie dabei sein.


    Auch nicht bei seiner Taufe.


    Darum haben wir die Situation auch mal angesprochen und das Gespräch gesucht. Haben dafür aber nur Unverständnis und Ausreden geerntet.


    Danach haben wir es noch einige Male versucht, die Familie immer mal wieder zusammen zu führen, in dem wir gemeinsame Ausflüge arrangiert haben, zum Beispiel in Parks. Mit dem Ergebnis, dass die Schwiegereltern mit schlechter Stimmung aufkreuzten. Schwiegermutter war sauer, weil ER die falsche Jacke dabei hatte, ER war kaum ansprechbar, wohl weil sie bei der Anfahrt heftig gestritten hatten.


    Muss auch dazu sagen: Deren Ehe ist zerrüttet, aber nach außen wird halt der schöne Schein gewagt, so gut es geht (sogar das bröckelt).


    Generell müssen IMMER wir uns melden, sie kommen nie mit Ideen.


    Nachdem in der Zwischenzeit wieder nichts passiert ist, müssen wir wohl einfach hinnehmen und akzeptieren: Die Großeltern haben kein Interesse mehr am Enkel. Man kann fast den Kontakt ganz abbrechen, das macht keinen Unterschied.


    Ich wollte mal fragen, wem es noch so geht.


    Wie habt ihr das euren Kindern erklärt, die ja immer nachfragen? :-(

  • 40 Antworten

    die Großeltern haben, wie Du selbst schreibst, offenbar eigene große, sie belastende Probleme ("Deren Ehe ist zerrüttet, ")


    Dass "nach außen wird halt der schöne Schein" Wahren dürfte viel Kraft kosten und sie werden das daher kaum öfter als unbedingt notwendig machen wollen.


    Wenn überhaupt, würde ich gemeinsame Ausflüge daher jeweils nur mit einem der Großeltern planen, also nur mit Opa oder nur mit Oma... Dann wäre ein Ausflug für sie nicht mehr die Belastung, gemeinsam schönen Schein wahren zu müssen, sondern im Gegenteil eine Auszeit von der zerrütteten Ehe und damit Entspannung!

    Zitat

    Nachdem in der Zwischenzeit wieder nichts passiert ist, müssen wir wohl einfach hinnehmen und akzeptieren: Die Großeltern haben kein Interesse mehr am Enkel. Man kann fast den Kontakt ganz abbrechen, das macht keinen Unterschied.

    Ich finde, das macht den großen Unterschied, dass es bei einem echten, angekündigten Kontaktabbruch kein Zurück mehr gibt. Du könntest einfach für Dich an Deiner Erwartungshaltung arbeiten, die anderen wirst Du nicht ändern. Vielleicht ändert sich irgendwann die persönliche Situation der beiden und sie haben auch wieder mehr Kapazität? Sei nicht zu streng, man kann das Interesse nunmal nicht einfordern.

    Zitat

    Die Großeltern haben kein Interesse mehr am Enkel. Man kann fast den Kontakt ganz abbrechen, das macht keinen Unterschied.

    Ich sage auch mal ganz spontan: Sie haben genug eigene Baustellen.


    Und ganz ehrlich, ich finde die Erwartungshaltung Deinerseits (Eurerseits) auch recht hoch.

    Zitat

    Wie habt ihr das euren Kindern erklärt, die ja immer nachfragen? :-(

    "Oma und Opa haben keine Zeit" und nicht dem Kind vorleben, dass Großeltern automatisch immer so sind wie im Bilderbuch. Für das Kind ist es sehr schnell Normalität, solange Du/Ihr da kein großes Ding draus macht.


    (Es ist dann allerdings ebenso (vielleicht) irgendwann das Problem der Großeltern und nicht Eures, wenn sie (vielleicht) die Beziehung zu dem Kind doch wieder vertiefen wollen und es hier dann Schwierigkeiten gibt).


    Wenn man erwachsen ist, dann sind die eigenen Eltern irgendwann nicht mehr verantwortlich dafür, was man aus seinem Leben macht. Soll heißen: Wenn Ihr ein Kind bekommt, dann ist das in erster Linie Eure Sache und heißt nicht automatisch, dass Eure Eltern in irgendeiner Verpflichtung sind.


    Es ist nicht so, dass ich Deinen (Euren) Wunsch nicht verstehen kann, wer möchte nicht gerne, dass die eigenen Eltern ihr Enkelkind genauso "wollen"/gernhaben wie man selber? Nur hat man nunmal keinen Anspruch darauf.


    Ich würde Dir raten sie einfach ein wenig in Ruhe zu lassen. Zurückzuschrauben, gar nicht mehr groß nachzufragen. Lasse sie auf Dich/Euch zukommen.

    Das würde ich gerne so pragmatisch sehen, tue mich aber ehrlich gesagt schwer damit :-( Finde die Entwicklungen traurig und schade. Hat jetzt nichts damit zu tun, dass ich den Anspruch hätte, dass sie sich irgendwie um uns kümmern sollen. Wir hatten ja schon mal probiert, mit ihnen darüber zu reden. Aber das endete in Dementi und Rausredereien, auch Für-Dumm-Verkaufereien. Sie sind generell schwierige Menschen, nehmen sie aber so, wie sie sind (zum Beispiel sollen wir mit Kind nicht zu Besuch kommen, weil es dreckig werden könnte im Haus). Finde es jetzt persönlich nicht zu hoch angesetzt, dass Kinder ab und zu mal was mit ihren Großeltern unternehmen sollten. Erst recht, wenn sie es so gewohnt waren, nun wird er aber fallen gelassen.


    Habe ja schon eingangs gesagt: Wir versuchen, das jetzt zu akzeptieren. Es geht mir nur darum, das meinem Sohn zu erklären. Dass die Großeltern keine Zeit haben, glaubt er mir nicht. Er nimmt das jetzt persönlich :(


    Die Idee, nur einen Großelternteil einzuladen jeweils ist aber ziemlich gut und naheliegend.

    Zitat

    Das würde ich gerne so pragmatisch sehen, tue mich aber ehrlich gesagt schwer damit :-( Finde die Entwicklungen traurig und schade. Hat jetzt nichts damit zu tun, dass ich den Anspruch hätte, dass sie sich irgendwie um uns kümmern sollen.

    Nimm's mir nicht übel - aber sicher hast Du diesen Anspruch. Ist ja auch legitim, nur liegt es an Dir wie Du nun damit umgehst, nicht an den Großeltern. Denn es ist Deine und nicht ihre Haltung.

    Zitat

    Wir hatten ja schon mal probiert, mit ihnen darüber zu reden. Aber das endete in Dementi und Rausredereien, auch Für-Dumm-Verkaufereien. Sie sind generell schwierige Menschen, nehmen sie aber so, wie sie sind (zum Beispiel sollen wir mit Kind nicht zu Besuch kommen, weil es dreckig werden könnte im Haus).

    Auch das nimm mir bitte nicht übel: aber Ihr nehmt sie somit eben nicht so wie sie sind.

    Zitat

    Finde es jetzt persönlich nicht zu hoch angesetzt, dass Kinder ab und zu mal was mit ihren Großeltern unternehmen sollten. Erst recht, wenn sie es so gewohnt waren, nun wird er aber fallen gelassen.

    Ich sagte ja oben schon, dass ich das gut verstehen kann. Nur ist es aber nicht so und zwingen könnt Ihr Niemanden. Und er hat ja auch Euch als Eltern, an denen es liegt wie er mit dieser Enttäuschung fertig wird.

    Zitat

    Habe ja schon eingangs gesagt: Wir versuchen, das jetzt zu akzeptieren. Es geht mir nur darum, das meinem Sohn zu erklären. Dass die Großeltern keine Zeit haben, glaubt er mir nicht. Er nimmt das jetzt persönlich :(

    Ja, ebenfalls verständlich.


    Aber es ist nun an Euch als Eltern Eurem Sohn nahezubringen, dass solche Enttäuschungen Teil des Lebens sind, ihn aufzufangen in dieser Enttäuschung, aber es ist nicht unbedingt konstruktiv hier mit "in die Kerbe zu hauen" und auf Teufel komm' raus zu versuchen ihm die Großeltern zu erhalten. Damit tut Ihr letztendlich keinem der Beteiligten einen Gefallen, weder Euch, weder den Großeltern, aber auch Eurem Sohn nicht.


    Eine souveräne Akzeptanz ist hier gefragt, vor allem Eurem Sohn gegenüber - ihm ein "ich kann das nicht akzeptieren" hilft nicht weiter....

    Isabell,


    nee, da verstehst du mich gerade ganz falsch :-( Ich habe keinen Anspruch, den ich durchsetzen will.


    Dass die Eltern anders sind als wir, muss ich auch so hinnehmen. Hab ich auch immer.


    Aber wie das nun mal so ist in menschlichen Beziehungen, hat sich unsere verändert zu den Großeltern. Und das finde ich traurig und bedauerlich. Das hat nichts damit zu tun, dass ich sie irgendwie ändern will. Es bleibt ein Arrangement gegenseitigem Auskommens! Das bedeutet in meinen Augen aber, dass alle an einem Strang ziehen. Sterbendes Interesse am Kind, Geburtstage zu denen man nicht geht sind nun mal etwas, was innerhalb einer Familie hart kommt. Da kann ich nicht drüber weg sehen. Hat aber nichts mit irgendwelchen überhöhten Ansprüchen zu tun.


    Und wie gesagt, bin ich ja dabei, das so hinzunehmen. Und gezwungen wird ja keiner. Aber es ist hier wie gesagt auch ein Kontrastprogramm. Gestern so, heute so. Suche nur Wege, damit umzugehen.

    Mir wird hier auch zu viel lamentiert.


    Dein Verständnis den Schiegereltern gegenüber deute ich wie null..


    Die sind in ihren eigenen Sumpf verstrickt, ich denke mal, sie wollen hier in keinster Weise dem Enkel was Böses,


    Aber sie merken eben auch Deinen Anspruch, und sie wollen und können dem eben momentan nicht gerecht werden.


    Von einer Akzeptanz merke ich nichts.


    Und tatsächlich, das Leben ist manchmal so. Ein Kind zu stärken ist wirklich Deine Aufgabe. Besonders bei Enttäuschung.


    Das macht das Kind stark, nicht geistig und körperlich abwesende Großeltern.

    Nicht immer liegt es an den Großeltern, sondern am Kind. Wenn es ein Rabauke ist, der meist nur rumschreit und alles pausenlos durcheinander wirbelt, kann einem das schon zu viel werden. Leider sehen das die Eltern des Kindes mit ganz anderen Augen - > mein Kind ist das tollste, beste, ruhigste, .... man muss es doch einfach lieb haben. Aber so hart es auch klingen mag: es gibt genug Kinder, die super anstrengend und sogar kleine Tyrannen sind. Viele Opas und Omas sind froh, wenn die wieder fort sind.


    Und da man ja immer höflich bleiben muss und keinen Fam.streit provozieren möchte, sucht man halt Ausreden. Denn nichts packt Eltern mehr an der Ehre wie der Satz: "dein Kind ist schlecht oder gar nicht erzogen". Dann sind sie oft sowas von beleidigt, dabei ist das nur die Wahrheit und nix anderes, die die Eltern nicht ertragen können.


    Also nicht nur die Großeltern kritisch betrachten und dort die Schuld suchen, sondern auch mal das Verhalten des Enkelkinds betrachten.

    Zitat

    Wir hatten ja schon mal probiert, mit ihnen darüber zu reden. Aber das endete in Dementi und Rausredereien, auch Für-Dumm-Verkaufereien.

    Wie sah denn das Gespräch aus, wenn sie so reagiert haben?

    Ich finde die Reaktionen hier seltsam. Ich meine, die Großeltern möchten den Enkel nicht mehr besuchen, der Kontakt lässt nach, Einladungen ausgeschlagen, das Gespräch abgewiesen, der Sohn ist traurig und ihre Enttäuschung darüber werden als zu hohe Ansprüche oder Erziehungsunfähigkeit oder sogar auf ein Fehlverhalten des Enkels geschoben und dass man diesen als besonders toll hinstellt. Und das obwohl sie den Zustand ja akzeptieren will? 🤔


    Ich finde, hier wird zu viel versucht zu lesen, was gar nicht dasteht.


    Zum Ausgansproblem finde ich, solltet ihr euch nochmals mit den Großeltern zusammensetzen und mal nachfragen, woran sie glauben, dasd es hakt. Ihnen muss der Unterschied damals-heute ja auffallen. Was auch gut kommt: Hilfe anbieten. Oder du sagst mal ehrlich, dass du enttäuschst oder verletzt bist über den schlechten Kontakt. Muss ja nicht jedem gleich bewusst sein.


    Bezüglich Gespräch mit Sohn: Sag ihm doch ehrlich, dass Oma und Opa nicht möchten. Ist nicht gelogen und auch nichts Verwerfliches dran.


    Vielleicht auch mal 3 Monate nicht melden und mal schauen, wies dann aussieht? Ich kann es jedenfalls nachvollziehen. Meine Großeltern haben sich auch nie für mich als Kind interessiert und das lag weder an mir noch an meinen Eltern, sondern an ihnen.

    Ich kann die TE auch verstehen. Die Großeltern haben mMn nicht "genug eigene Probleme", sondern der Enkel ist ihnen total egal. Niemand hat solche Probleme, dass er nicht zum Geburtstag und zur Taufe des Enkels kommen kann (Ausnahmen bilden Krankheiten, aber ich denke, das versteht sich).


    Wie groß sollen denn Eheprobleme sein, dass man unter einem Dach lebt, aber nicht zur Taufe erscheinen kann, weil einen die Anwesenheit des anderen krank machen würde? Also bitte...


    Ich kann dich verstehen und ich kann deinen Sohn verstehen. In abgespeckter Form Gong es mir früher auch so wie ihm mit meinen Großeltern. Das ist immer wieder eine riesengroße Enttäuschung, die je nach Kindesalter auch einfach tief ins Fleisch geht und die auch die Eltern nicht wegreden oder weglieben können. Da funktioniert auch keine Ablenkung, das Kind ist ja nicht blöd.


    Eine Lösung habe ich aber nicht. Ich schwanke zwischen "nehmen, was man kriegen kann" und "Kontakt abbrechen oder quasi bis auf Weihnachten (überspitzt gesagt) einschränken". Euer Sohn tut mir jedenfalls leid, bis er das wirklich verstehen kann, vergehen wohl noch ein paar Jahre. :-/

    Zitat

    werden als zu hohe Ansprüche oder Erziehungsunfähigkeit oder sogar auf ein Fehlverhalten des Enkels geschoben und dass man diesen als besonders toll hinstellt.

    Ja und ? Das ist doch immerhin eine Möglichkeit warum die Großeltern den Kontakt knapp halten. Du schließt das ja quasi schon aus. Warum weißt Du es besser ? Sein kann es trotzdem und es ist m.E. gar nicht mal so abwegig. Ich habe zB zwei rotzfreche und furchtbar unerzogene Nichten (3+5). Daher reicht es mir, wenn ich die einmal pro Jahr sehe, obwohl das durchaus auch öfter sein könnte. Wenn sie da sind, drehen sie fast durch und die Eltern lachen sogar noch über deren Verhalten. Aber es ist eigentlich zum Heulen. Solche Kinder kann man nicht unbedingt öfters ertragen.

    Burgmann, das ist aber doch reine Spekulation und bringt doch nichts. Genau so gut können auch einfach die Großeltern sch.... sein. Oder eben nicht. Dazu wurde aber gar nichts gesagt.


    Natürlich gibt es Kinder, die anstrengend sind. Es gibt aber auch Großeltern, die nur um sich selbst kreisen. Alles schon gesehen 😉