Erste Trennung in der Kita: Kind zeigt null Reaktion - kein Weinen oder Rufen. Normal?

    Hallo ihr Lieben!


    Meine Tochter (fast 2) wird gerade in die Krippe eingewöhnt. Heute war der 3. Tag und damit die erste Trennung von 15 Minuten. Ich habe mich von meiner Kleinen kurz verabschiedet und bin dann raus. Sie hat laut den Erzieherinnen nur kurz "Mama" gesagt und ansonsten war nichts - sie stand rum, hat beobachtet und hat weder geweint noch nach mir gerufen.


    Jetzt mache ich mir Gedanken: ist es "normal", dass ein Kind bei der 1. Trennung von der Mama so reagiert und null Bindung zeigt? Normalerweise weinen die Kinder doch und rufen nach Mama - so zumindest wurde es mir vorab immer berichtet und auch das andere Kind das heute die 1. Trennung hatte, reagierte mit viel Geweine. Ich habe natürlich gehofft, dass meine Kleine nicht zu sehr verzweifelt und zu sehr weint, aber so gar nicht? Und dann auch nicht mal nach mir rufen? Ganz ehrlich: ein bisschen verunsichert mich die Reaktion meiner Tochter. Heißt das nun etwa, dass wir keine gute Bindung zueinander haben?

  • 42 Antworten

    JA! Unsere Beiden waren auch so. Die waren total gespannt und wollten unbedingt in den Kindergarten. Der Kindergarten macht ja so ein Aufhebens, mit Eingewöhnungsphase und Pflicht für die Eltern über Tage, manchmal Wochen, morgens da zu bleiben, zumindest im Elterncafe (alles lange vor Corona...).


    Da sassen meine Frau und ich dann abwechselnd rum. Beide Kinder sind da rein und waren sofort "drin". Spielsachen entdecken, andere Kinder neugierig beobachten, alles kennenlernen.


    Wir Eltern waren da abgemeldet. Manchmal hatte ich den leisen Verdacht, dass die Eingewöhnungsphase eher für uns Eltern war, weil es sich total komisch anfühlt, die Kinder in den ersten Tagen da abzugeben und die verschwenden einfach keinen Gedanken mehr an uns Eltern.


    Natürlich sind nicht alle Kinder gleich, aber freu Dich doch, dass Dein Kind so offen ist und so selbstsicher! Das zeigt ja auch, dass Du viel richtig gemacht hasst, finde ich.

    Quatsch! Nicht jedes Kind heult sofort, wenn die Mama nicht in Sichtweite ist. Das Heulen kommt eher dann, wenn du morgens das Kind bringst und die merken, dass du wieder weggehst und es alleine bleiben soll. Aber bloß, weil du mal 15 Min in einen anderen Raum gehst, heult es doch nicht gleich.

    Das kann ich alles so zu 100% unterstreichen.

    Unsere beiden Mädels waren ebenso und ich war da sehr froh drum.

    Das ist total individuell. Manchmal weinen Kinder gar nicht, manchmal anfangs viel, teilweise erst nach ein, zwei Wochen.


    Wir hat hatten gerade den Wechsel von Tagesmutter zu Kita: Erste Woche super, ich war angemeldet. Zweite Woche krank zu Hause, dritte Woche war unser Sohn ganz anhänglich und wollte nicht, dass ich gehe. Heute ist der erste Tag, wo der Kleine wieder alleine ist. Ich würde da auch auf dein Gefühl ein bisschen achten.

    Danke euch für die schnellen Antworten! Man wurde halt ab der Krippenanmeldung mehrmals "vorgewarnt", dass die Kinder anfangs oft und viel weinen und man trotz Schreien dann halt rausgehen soll. Und überall liest man, dass Kinder die weinen und nach Mama rufen eine "sichere Bindung" haben - das heißt im Umkehrschluss, wenn ein Kind nicht weint, nicht nach Mama ruft eher keine/eine unsichere Bindung hat, oder?! Dementsprechend bin ich nun natürlich verunsichert, denn dass ein Kind so null Reaktion zum Weggang der Mama zeigt scheint ja eher untypisch zu sein.


    Ich habe bei meiner Tochter halt z.B. schon anfangs auf dem Spielplatz gesehen, dass die da ca. 20minuten nur auf einem Fleck stand und den anderen zuschaute und sie beobachte. Erst nach unserem gefühlt 10. Spielplatzbesuch oder so wurde sie "aktiver" und jetzt läuft sie dort gleich von selbst los, klettert, setzt sich auch mal zu den anderen (fremden) Kinder hin, geht selber zu den Gerüsten usw. Meint ihr es könnte bei der Krippe ähnlich sein? Dass sie aktuell so mit der neuen Situation, den neuen Leuten, der neuen Umgebung beschäftigt ist und vor lauter Beobachten mich deshalb nicht vermisst oder irgendeine Reaktion zeigt? Wenn ja, würde das ja heißen, dass sich ihre "Reaktion" auf die Trennung von mir um einige Wochen verzögert, oder?!

    Haben sie denn dann später eine Reaktion gezeigt oder gar nie?

    Es ist schon sehr auffällig, wieviel Threads Du schon eröffnet hast und auch wohl noch eröffnen wirst.

    Stelle dich dem Leben und lass deine Tochter mal einfach in Ruhe alles erfahren und ihren Weg gehen. Sie fängt doch gerade erst mal an.


    Deine Kontrolle und Ängste, es könnte etwas nicht mit ihr stimmen, hat nur mit dir zu tun. Vllt. solltest Du dir mal therapeutische Hilfe suchen, wenn Du sonst niemanden haben solltest, mit denen Du ein ganz normales Gespräch führen kannst.


    Und nein, nicht alle Kinder weinen wenn Mutti mal nicht da ist.

    Bin nicht falsch verstehen: ich will natürlich nicht, dass meine Tochter verzweifelt weint und die Ternnungsphase ein Horror für sie ist. Aber so ein bisschen ein Zeichen dass sie möchte dass ich bei ihr bleibe wäre schon schön gewesen... Jetzt befürchte ich fast schon, dass meine Kleine keine gescheite Bindung zu mir hat, nicht ihre Gefühle zeigen kann o.ä. Keine Ahnung...

    Hä? Ich habe 4 Beiträge hier im Forum eröffnet und eines davon betrifft meine SS und eines hat nichts mit meinen Kindern zu tun. Wie kommst du denn bitte nun darauf, dass ich mit "therpeutische Hilfe" suchen soll und ständig denke, dass mit meiner Tochter was nicht stimmt???

    Da geht es dann aber um dich und nicht deine Tochter ;)

    Zitat

    Aber so ein bisschen ein Zeichen dass sie möchte dass ich bei



    Warte einfach ab, sei da und beobachte. Und du kannst ja auch den Erzieherinnen Fragen stellen, bei uns berichten sie auch

    Mausilein35 schrieb:

    Haben sie denn dann später eine Reaktion gezeigt oder gar nie?

    Nie. Nicht im Kindergarten, in der Schule, beim Sport oder in anderen unbekannten Situationen. Beide Kinder sind total offen für Neues. Keine Angst vor Menschen oder Situationen.


    Ich geb mal ein Beispiel: Meine Frau kümmert sich ehrenamtlich um ein internationales Jugendaustauschprogramm. In dem Zusammenhang waren fast hundert Jugendliche zwischen 16 und 20 zu einer Veranstaltung hier, meine Tochter, damals 11, ist mit meiner Frau da hin. Sofort im Gespräch, total interessiert und kein bisschen scheu. Dann fragte ein Mädchen, ob sie denn auch mal auf so ein Austauschprogramm möchte. Natürlich! Und wohin, Asien, Südamerika, ...? Egal, alles total spannend, sie will das unbedingt!


    Wir legen in der Erziehung viel Wert darauf, dass unsere Kinder uns nicht "brauchen". Das ist manchmal schwer zu schlucken für uns Eltern, wenn wir damit erfolgreich sind. ;-) Und umgekehrt müssen die Kinder natürlich wissen, dass wir immer da sind, vor allem, wenn sie sich mal "etwas weit rausgewagt haben", oder eben mal Probleme haben. Und das machen die auch. Aber, ich möchte, dass die "klarkommen", ohne je die Bindung zu verlieren, immer zu wissen, ich kann alles machen, aber sehe nie alleine da.


    Es geht ja auf Goethe zurück, der sagte, man muss Kindern "Wurzeln und Flügel" mitgeben. Das ist uralt, sicher total vereinfacht, aber für uns immer eine gute Basis. Und das geht dann eben schon vor dem Kindergarten los und dann kommt dieser Moment, wo sie einfach loslaufen ohne sich noch mal umzudrehen - schluck, das ist dann schwierig und verunsichert, aber eigentlich ist das doch super toll! Ich verstehe Dich also völlig, aber eigentlich ist es ein Grund, Dich zu freuen!

    Mausilein35 schrieb:

    Jetzt befürchte ich fast schon, dass meine Kleine keine gescheite Bindung zu mir hat, nicht ihre Gefühle zeigen kann o.ä. Keine Ahnung...

    Du befürchtest! Was ist denn für dich eine gescheite Bindung? Wenn sie nicht weint hat sie keine Gefühle?

    Vllt ist deine Tochter ein kleines Wesen, dass sehr aufmerksam seine Umwelt wahr nimmt und damit genug zu tun hat, diese Dinge zu verarbeiten. Auf ihre Art und Weise.


    Funktionieren muss und sollte ein Kind nach Schablonen und sonstigen Richtlinien nicht.

    Erinnere dich mal an den Thread mit den Stiften.


    Und ich bin eine Userin, der eben nicht erst nach mehreren Threads auffällt, wie unsicher Du bist. Das geht vielen Müttern und Vätern so, da bist Du nicht alleine. Nur solltest Du wirklich deine Tochter aus dem Spiel lassen und das nächste Mal einen Thread eröffnen, indem Du deine Bedenken, Ängste schilderst. Du verstehst?!

    Zitat

    Wir legen in der Erziehung viel Wert darauf, dass unsere Kinder uns nicht "brauchen". Das ist manchmal schwer zu schlucken für uns Eltern, wenn wir damit erfolgreich sind. ;-) Und umgekehrt müssen die Kinder natürlich wissen, dass wir immer da sind, vor allem, wenn sie sich mal "etwas weit rausgewagt haben", oder eben mal Probleme haben. Und das machen die auch. Aber, ich möchte, dass die "klarkommen", ohne je die Bindung zu verlieren, immer zu wissen, ich kann alles machen, aber sehe nie alleine da.

    Nichts für ungut: Ich finde euer Ziel toll. Halte es jedoch für etwas sehr, wie soll ich es formulieren, sehr mutig zu behaupten, dass alles durch euch beeinflussbar ist. Erinnert mich ein bisschen an die Eltern, die es alles als ihre Lorbeeren sehen, wenn ihr Kind mit drei Monaten durchschläft, mit 12 Monaten läuft oder gut in Mathe ist ;). Da spielen viele Faktoren mit rein. Erziehung definitiv, aber auch viel der eigene Charakter.


    Zumal es sich auch nicht widerspricht: Ein Kind kann die ersten Wochen Trennungsangst zeigen und dennoch „stabil“ sein und die Welt erkunden.