Meine Kleine ist 2 1/2 Jahre alt. Sie ist seit November in der Kita. Anfangs war ich bei der Eingewöhnung lange dabei und seit Dezember ging sie alleine hin. Sie war sehr zurückhaltend und ängstlich anderen Kindern gegenüber. Ihre Kitabezugsperson Vroni hat sich mit ihr beschäftigt und von da an, hing sie regelrecht an ihr. Vroni hat sich dann einfallen lassen, ein Geschirrtuch in ihre Gesäßtasche zu stecken, an dem sich meine Kleine immer festhielt. Die Erzieher haben nie etwas negatives gesagt. Dann sollte Vroni Urlaub machen - für 3 Wochen und Vroni hat meine Kleine öfter mit einer anderen Erzieherin spielen lassen. Vroni konnte in den Urlaub und es gab keine Schwierigkeiten...


    Gut, die Kita hat in der Gruppe nur 12 Kinder. Im Kindergarten sinds ab 20 aufwärts. Das ist schon ein riesiger Unterschied darin, wie sich die Betreuer kümmern können. Aber die Kinder sind ihr Beruf - und jeder vernunftbezogene Mensch weiß, dass jedes Kind ein Individuum ist und auf jedes Kind anders eingegangen werden muss.


    Nicht Deine Tochter sollte sich ändern, sondern die Einstellung des KIGAs. Wenn es für Deine Tochter an der Zeit ist, löst sie sich. Man muss ihr nur Zeit geben und sie darin unterstützen. Deine Tochter wird nicht auf Ewigkeit ein Schatten der Erzieher sein, denn das wird ihr auf die Dauer zu langweilig - die Spielsachen oder Spiele mit anderen Kindern wird spannender für sie werden. :)z

    SallyB

    Zitat

    also es wird mir sehr sachlich und direkt ohne Umschweife gesagt.

    Das ist natürlich nicht Geschmack von jedem. Da wäre dann ggfls. dir gegenüber ein anderes Vorgehen angemessen. Wenn du es aber sachlich mitgeteilt bekommst, solltest du es letztendlich so annehmen: als sachliche Informationen, die für dich wichtig sind.

    @ Dumal

    Du hast vollkommen recht. Aber es ist soooo schwer als Frau einem Mann gegenüberzustehen und emotionsbeladen über das eigene Kind zu sprechen. Man fühlt sich "angegriffen" und das eigene Kind nicht so versorgt wie man sich das vorstellt.


    Ich muß da vielleicht auch an mir arbeiten----

    SallyB

    Zitat

    Man fühlt sich "angegriffen" und das eigene Kind nicht so versorgt wie man sich das vorstellt.

    Hattest du denn vorher, also bis zu dem Gespräch, dass es deiner Tochter dort nicht gut geht? Hast du den Eindruck, mit ein wenig Abstand, immer noch?

    das abnabeln eines so kleinen kindes aus dem gewohnten umfeld ist nunmal schwierig. wenn die erzieherinnen damit ein problem haben, würde ich den kiga wechseln.


    mein kind kam in einen kinderladen und das problem wurde ganz einfach gelöst. am anfang war mama dabei, dann mal eine stunde weg und so weiter.


    das tollste dabei war. die erzieherin hat mit dem kind die mama rausgeschubst.


    ein spaß, dem kind beizubringen, dass es auch ohne mama geht. :)z

    @ Dumal

    es sind immer up and downs. Aktuell geht es mir nach dem Schreiben hier besser. Ich habe es von der Seele geschrieben und ein wenig Abstand bekommen.


    Mich irritiert nur, daß die Teilzeit Erzieherin in der Gruppe das alles nicht so hoch hängt und "er" gleich n die Vollen geht.


    Sie ist dort gut versorgt aber irgendwie fährt alles nur auf dem Dienst-Nach-Vorschrift-Boot und alles wird irgendwie in 0815 Formen gepreßt.


    VErstehst Du was ich meine ?

    Zitat

    Meine Tochter geht seit November 2011 in den KIGA und hat gleich zu Anfang einen sehr schlimmen, unfreiwilligen Krankenhausaufenthalt über sich ergehen lassen müssen.

    Steht in deinem Eingangsbeitrag.


    Was war denn das für ein Aufenthalt? War sie da über Nacht oder so, war sie da allein? Bzw. hatte Zeiten, wo ihr einfach nicht bei ihr sein konntet?


    Kann durchaus sein, dass sie jetzt so klammert, weil sie den Aufenthalt nicht verarbeitet hat. Sie ist dir früher auch nicht bis aufs Klo gefolgt, da steckt schätz ich schon was dahinter. Für ne 3-Jährige, wo Mama früher immer da war, ist es meiner Meinung nach schon ein Erlebnis, wenn auf einmal irgendwas passiert und Mama von null auf hundert erst mal nicht da ist.

    Zitat

    Die Bezugserzieherin BEKOMMT ein Kind nicht, sondern es sucht sich diese von selbst!

    In unserem Kiga war die vorbestimmt.

    Zitat

    Bitte scher nicht alle Erzieher über einen Kamm. Es gibt durchaus auch fähige Leute in dem Beruf. Wie in allen Branchen gibt es solche und solche. Es ist nicht typisch, dass Erzieher so inkompetent handeln

    Wie erwähnt, in jedem Beruf gibt es Luschen. Hier scheint es sogar mehrere zu geben.

    könntest du nicht mal ein gespräch mit der kita-leitung ausmachen? was die dazu meint?


    ich weiß nicht,ob ein neuer kindergarten das richtige wäre,denn das wären ja wieder neue eindrücke. weder was neus,was die maus verdauen muss ":/


    ich arbeite momentan selbst in ner u3-gruppe und wir haben nun 10 kinderrn erfolgreich eingewöhnt.


    ich persönlich finde es eher angenehm,wenn eltern sehr intressiert sind und nachfragen zu methoden,konzepten, etc...das ist dein gutes recht und ich würde das auch machen wenn ich mal ein kind habe. :)=

    hallo !


    Ich hab nicht alles gelesen – ich gebs zu ...


    Das werd ich morgen früh aber noch nachholen.


    Ich kann nur sagen, daß das nach der kurzen Zeit die deine Tochter bisher da verbracht hat das durchaus normal sein kann.


    Jedes Kind ist anders und gerade Krankenhauserfahrungen sind oft Erfahrungen, die einschneidend sind und in denen das Kind lernt Erwachsenen zu vertrauen.


    Und dieses Vertrauen sucht sie einfach auch im Kiga und ich persönlich halt das für normal.


    Klar ... man hat nicht nur ein Kind, aber .... auch anhängliche Kinder kann (und so hart es sich anhört ) und muß man auch mal stehen lassen (und wenn sie "nur" vor der Toilette stehn und warten).


    Aber es gibt einfach halt Grundbedürfnisse und die muß man auch sich selbst zugestehen – auch wenn Kinder noch so anhänglich sind.


    Ich hab eine Kleine gehabt in meiner Gruppe die von Anfang an total an mir hing (obwohl ich auch manchmal ein bißchen bestimmter war im Ton und meinte "nun mußt du einfach einen Moment warten") und die ganz große Schwierigkeiten hatte, wenn sie bei jemandem anderen sein / bleiben mußte oder ich auf Toilette war. Ich mußte sie auch aus der Personaltoilette rausschieben, sonst hätt sie da kein Thema mit gehabt mit zu gehn um bei mir zu sein.


    Aber sie hat es gebraucht und durch viele Gespräche (naja .... wie man das auch immer sehen will da sie anfangs nie eine antwort gab) und Zuwendung – aber eben auch mal stehn lassen – hat sie es irgendwann auch hinbekommen mal mit den Kindern zu spielen und sogar viel zu reden.


    Klar muß man den Kids begreiflich machen, daß man nicht nur immer für sie da sein kann und eben auch mal sagen "nein – jetzt kannst du mal nicht auf den Schoß " aber immer dabei eben auch liebenswürdig bleiben und dem Kind auch zeigen, daß man trotzdem froh ist, daß es da ist und es sich auch daneben stellen kann und zuschauen.


    Ich werd morgen früh schauen und evtl. ein bißchen ausführlicher zu antworten versuchen.


    *:)

    Jetzt krieg ich wahrscheinlich Dresche, weil ich nicht in die allgemeine Kiga-Schelte einstimme, sondern den Blick mal auf einen ganz anderen Aspekt lenken möchte.


    Ich bin ganz sicher, es braucht weder einen Psychologen noch einen anderen Kindergarten, selbst wenn dieser nicht perfekt ist (wer oder was ist schon perfekt?). Es braucht nur einen Perspektivwechsel. Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht... ;-)


    Versetzten wir uns mal in das Kind. Ein Kind, das sich so verhält wie Sallys Tochter, ist offenkundig ängstlicher, unsicherer und weniger expansiv, weniger explorativ und weniger "robust" als andere. Warum das so ist, mag dahingestellt bleiben; hier ist das sicherlich mitbedingt durch vielleicht traumatisierende Krankenhaus-Erfahrungen; Knuffeltje hat das schon angedeutet. Was braucht oder vermisst ein solches ängstliches, unsicheres Kind? Na klar, neben Liebe vor allem eins: Halt und Sicherheit! Wer kann ihr das am ehesten geben? Sally, ihre Hauptbezugsperson! Nicht nur weil das ihre angestammte, natürliche Aufgabe als Mutter ist, sondern sie ist auch "am nächsten dran", hat am meisten Einfluss und damit die beste Position, um etwas positiv zu verändern. Gibt Sally ihrer Tochter momentan hinreichend Halt und Sicherheit, um das irgendwie entstandene Defizitkonto auszugleichen? Nein, das glaube ich nicht. Liebe ja, aber Halt und Sicherheit (im emotionalen Sinne) wahrscheinlich nicht genug. Nicht weil sie eine schlechte Mutter ist, sondern weil sie selbst ambivalent und verunsichert ist, das ist aus jeder Zeile zu spüren. Sie hat vielleicht das Gefühl, die negative Krankenhauserfahrung mit besonders viel Liebe und Zuwendung ausgleichen zu müssen, hat deshalb vielleicht in einem Winkel ihres Selbst sogar ein schlechtes Gewissen, das Kind überhaupt zeitweilig aus der Hand zu geben. Vielleicht hat sie selbst kein perspektivisches Bild von ihrer Tochter als einem expansiven, robusten Kind im Kopf, sondern eher das Bild eines zarten, schutzbedürftigen Wesens. Sowohl aus diesen Gründen, als auch verstärkt durch die aktuellen Erfahrungen, mag sie zunehmend ambivalent in Bezug auf den Kindergarten sein und obendrein auch noch Angst haben, in den Augen der anderen als Mutter zu versagen.


    Dies wuchtige Konglomerat an unsicheren, ambivalenten Gefühlen überträgt sich unbewusst auf die Tochter. Gerade wegen der engen Bindung geht daran kein Weg vorbei. Und genau diese Ambivalenz sehen wir deshalb ja auch bei Sallys Tochter. Bzw. was wir sehen, ist deren Versuch, diese durch symbiotische Anhänglichkeit aufzuheben und nicht spüren zu müssen.


    Ohne es zu wollen, macht Sally es ihrer Tochter auf unbewusste, subtile Weise schwer, sich auf den Kindergarten einzulassen. Und ich hoffe, ich habe mich sensibel genug ausgedrückt, dass das gar nicht erst als vermeintliche Schuldzuweisung in den falschen Hals kommen kann. Das wäre das Letzte, was ich wollte. Ich rede nicht von Schuld, sondern von einer unglücklichen Entwicklung, die sich mit einer gewissen Zwangsläufigkeit selbst weiter hochschaukelt. Aber einmal erkannt, kann man sie verändern, und aus vermeintlichen Sackgassen können Wege werden.


    Aus den genannten Überlegungen heraus erscheint es mir übrigens höchst unproduktiv und problemverewigend, die Verantwortung auf unfähige Erzieher-"Luschen" zu schieben. Ich bin gegen jede Art von eifriger Schuldzuweisung, auch diese. Das ist zwar sicher gut gemeint und mag vordergründig solidarisch und entlastend für Sally sein, aber zugleich verstärkt es noch ihre Kita-Ambivalenz und damit das Problem! Es mag ja sogar was dran sein, dass die Erzieher(innen) sich nicht optimal verhalten. Aber das gibt's überall, und ohne Not sollte man sich nicht mit Dingen aufhalten, die man eh nicht oder nur schwer verändern kann. Kinder brauchen ja gar keine perfekten Übermenschen. Sie sind robust genug, auch mit "durchschnittlichen" Menschen und deren Eigenheiten klar zu kommen, ja sie brauchen sogar die Übung, sich an menschlichen Unebenheiten zu reiben, um fürs Leben gerüstet zu sein.

    @ Sally

    Kannst du dich mit einem etwas "robusteren" Menschenbild anfreunden? Ich möchte dich dafür sensibilisieren, dass "Mutter sein" nicht nur bedeutet, Liebe zu geben – das tust du zweifellos in einem Maße, wie ich es mir rückwirkend für mich als Kind gewünscht hätte. ;-) Es bedeutet auch, die Führungsrolle inne zu haben, stark zu sein, den Weg zu kennen und zu zeigen, wo's langgeht, also Stärke und sicherheit auszustrahlen. Kinder brauchen nicht nur liebe, sondern auch starke Eltern! Versuche dir eine Haltung zu erarbeiten, dass du deine Tochter frohen Herzens zeitweilig loslassen kannst, dass es gut und richtig und förderlich ist, ihr die vielfältigen sozialen Erfahrungen im Kindergarten zu ermöglichen, dass du ihr das auch zutraust, dass sie das kann und davon profitiert – und dass du diese Tochter-freie Zeit als eine Zeit für dich begreifst, während deine Tochter in guten Händen ist, Spaß hat, mit der Zeit Freunde findet und beiläufig viel lernt. Kannst du dich an dieser Vorstellung erfreuen, oder macht sie dir Angst?


    Wenn Du durch und durch sicher und davon überzeugt bist, dass das so richtig und eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten ist, wenn du mit dir diesbezüglich im Reinen bist, wird das auf deine Tochter ausstrahlen, und die Probleme werden sich sehr schnell verflüchtigen. Deine Haltung ist der Schlüssel zu dem Problem! Und damit das nun auch wirklich nicht in die Schublade "Schuldzuweisung" fällt, sage ich es noch mal anders: du trägst die Kraft zur Lösung längst in dir. @:)