Freundin mit Kleinkind überfordert, hat es feste am Arm gezogen

    Hallo...


    Und zwar war ich heute mit einer Freundin und ihrem Kleinkind (3) unterwegs. Sie ist extrem überfordert im Moment, ist alleinerziehend und generell mit allem so unzufrieden (daran lässt sich derzeit leider nichts ändern). Sie würde sich zudem mehr Zeit für sich wünschen, ihr Ex will aber nie auf das Kind aufpassen, die Familie auch nicht - maximal alle 2 Wochen mal für 2, 3 Stunden. Das Kind geht zwar 3x wöchentlich zur Tagesmutter, aber länger als bis 13 Uhr bleibt es dort nicht. In der Zeit arbeitet sie in der Regel, macht den Haushalt und kocht - also keine Zeit für sich. Das Kind spiegelt sozusagen derzeit ihre Unzufriedenheit wider und macht viel Mist.. (schlägt aus Spaß, hört nicht, provoziert...)

    Heute kam eine Situtation vor, die mich geschockt hat. Es war sehr windig, und das Kind sollte sich draußen die Strickjacke überziehen lassen von ihr. Es sagte immer nur ''Ich will nicht, die ist doof'' und hat sich im Buggy festgeklammert, damit es sie nicht anziehen muss und laut geschrien. Nach ungefähr 7 Aufforderungen hat meine Freundin ihr Kind ganz abrupt an einem Arm aus dem Buggy gezogen und ihm schnell wütend die Jacke angezogen. das Kind fing sofort an zu weinen und hat erstmal ganze Zeit ''Aua'' gerufen... Mir tat das so leid, und ich war so sauer auf meine Freundin, da hab ich das Kind nach gut 10 Sekunden auf den Arm genommen und getröstet. Meine Freundin hat mich nur sauer angeguckt, da sie nicht wollte, dass ich dem Kind sozusagen Unterstützung biete, wenn es sagt ''Mama war böse gerade und hat mir weh getan''. Ich hab sie nur wütend angefunkelt und meinte dann nach 5 Minuten, nachdem sich die Lage gelegt hat, zu ihr, dass das so nicht geht. Da meinte sie, sie erträgt dieses andauernde Gemecker und diese Wutanfälle nicht mehr und schafft es nicht mehr, immer geduldig zu sein und nach mehreren Aufforderungen, wenn sie sich zum Beispiel eine Jacek anziehen soll, weiß sie nciht, wie sie sich verhalten soll.


    Also ich weiß, dass sie sehr wohl weiß, wie man sich einem Kind gegenüber verhält, wie gute, liebevolle Erziehung abläuft, und eigentlich hatte sie bis vor einigen Wochen ein super Verhältnis zu dem Kind, aber in letzter Zeit ist ihr alles zu viel und sie bereut gewisse Entscheidungen in ihrem Leben, die schwerwiegende Auswirkungen auf ihr jetziges Leben haben, woran sich nichts ändern lässt.

    Ich hab ihr angeboten, einen Abend jetzt in der Woche aufzupassen, so dass das Kind, zu dem ich ein tolles Verhältnis habe, dann bei mir schläft und mittags abgeholt wird. Aber ob das wirklich grundlegend was ändert, 1 Abend für sich?

    Was könnt ihr mir oder ihr raten? Ich weiß echt nicht, was ich noch so tun soll. Das war ein Ausrutscher, aber wenn sich nichts ändert, dann bleibt es wohl nicht dabei, da das Kind Wutanfälle hat und sie nicht mehr so gut damit umgehen kann und sich damit sehr alleine fühlt. Ich habe so Bauchschmerzen und denke primär an das Kindeswohl. Ich weiß, dass es dem Kind bei ihr eigentlicht echt toll ergeht, aber das war heute echt herzzerrei´ßend mitanzusehen. Hätte ihr am liebsten eine geknallt dafür. Ich bin dankbar für jeden Ratschlag.

  • 206 Antworten

    Mag sicher nicht gut gelaufen zu sein, aber wenn du selbst das


    Zitat

    Ich weiß, dass es dem Kind bei ihr eigentlicht echt toll ergeht,

    Zitat

    Also ich weiß, dass sie sehr wohl weiß, wie man sich einem Kind gegenüber verhält, wie gute, liebevolle Erziehung abläuft, und eigentlich hatte sie bis vor einigen Wochen ein super Verhältnis zu dem Kind


    sagst, dann würde ich als erstes mal das unterlassen:

    Zitat

    Ich hab sie nur wütend angefunkelt

    Zitat

    Hätte ihr am liebsten eine geknallt dafür.

    Oder inwiefern glaubst du, hilfst du ihr damit weiter?


    In dem Moment mit dem Kind aus der Situation gehen, damit sie sich beruhigen kann, dem Kind währenddessen die Jacke anziehen, die Freundin mal in den Arm nehmen und später nicht vor dem Kind mit ihr über die Situation sprechen und sie fragen, wie du sie unterstützen kannst - das würde ich mir an ihrer Stellen wohl von einer guten Freundin wünschen.

    Jeanne85 schrieb:

    Ich hab ihr angeboten, einen Abend jetzt in der Woche aufzupassen, so dass das Kind, zu dem ich ein tolles Verhältnis habe, dann bei mir schläft und mittags abgeholt wird. Aber ob das wirklich grundlegend was ändert, 1 Abend für sich?

    Ja, das ist eine ganze Menge, wenn deine Freundin regelmäßig einen ganzen Abend in der Woche frei hat.

    Ich finde es toll, dass du das machen willst und hoffe, dass deine Freundin wieder zu sich findet.

    Jeanne85 schrieb:

    Ich hab ihr angeboten, einen Abend jetzt in der Woche aufzupassen, so dass das Kind, zu dem ich ein tolles Verhältnis habe, dann bei mir schläft und mittags abgeholt wird. Aber ob das wirklich grundlegend was ändert, 1 Abend für sich?

    Finde ich gut und denke, ein Abend in der Woche für sich ist schonmal viel wert.


    Ansonsten ist hier noch nicht gesagt, dass das schlimmer wird, weil ihr diesmal die Hutschnur hochging.

    Zitat

    ch hab ihr angeboten, einen Abend jetzt in der Woche aufzupassen, so dass das Kind, zu dem ich ein tolles Verhältnis habe, dann bei mir schläft und mittags abgeholt wird.

    Finde ich gut. Das wird ihr sicher helfen.


    Zu deinem restlichen Text: Man merkt, das du kein Kind hast. Sei eine nette Tante die paar Stunden in der Woche... das ist in keinster Weise mit der Aufgabe deiner Freundin vergleichbar. Das 3 jährige nicht hören wollen ist ihrer Entwicklung geschuldet und völlig normal. Das man das Kind dann trotzdem nicht ohne Jacke rumlaufen läßt ist genauso normal. Nicht alles kann man durch tanzen und eine Tasse Tee klären.

    Jeanne85 schrieb:

    Hallo...


    Und zwar war ich heute mit einer Freundin und ihrem Kleinkind (3) unterwegs. Sie ist extrem überfordert im Moment, ist alleinerziehend und generell mit allem so unzufrieden (daran lässt sich derzeit leider nichts ändern). Sie würde sich zudem mehr Zeit für sich wünschen, ihr Ex will aber nie auf das Kind aufpassen, die Familie auch nicht - maximal alle 2 Wochen mal für 2, 3 Stunden. Das Kind geht zwar 3x wöchentlich zur Tagesmutter, aber länger als bis 13 Uhr bleibt es dort nicht. In der Zeit arbeitet sie in der Regel, macht den Haushalt und kocht - also keine Zeit für sich. Das Kind spiegelt sozusagen derzeit ihre Unzufriedenheit wider und macht viel Mist.. (schlägt aus Spaß, hört nicht, provoziert...)

    Natürlich ist sie unzufrieden, sie muss nur noch funktionieren und bekommt keine einzige Minute für sich.


    Ich weiß nicht wo ihr lebt, aber bei uns kann man eine Tagesmutter 25/30 Stunden ohne den Nachweis einer Tätigkeit buchen. Eine vom Jugendamt geförderte Tagesmutter kostet nur ca. 2 €/Std. bzw. wäre zu prüfen, ob sogar alle Kosten übernommen werden, weil sie zu wenig verdient.

    Jeanne85 schrieb:

    Heute kam eine Situtation vor, die mich geschockt hat. Es war sehr windig, und das Kind sollte sich draußen die Strickjacke überziehen lassen von ihr. Es sagte immer nur ''Ich will nicht, die ist doof'' und hat sich im Buggy festgeklammert, damit es sie nicht anziehen muss und laut geschrien. Nach ungefähr 7 Aufforderungen hat meine Freundin ihr Kind ganz abrupt an einem Arm aus dem Buggy gezogen und ihm schnell wütend die Jacke angezogen. das Kind fing sofort an zu weinen und hat erstmal ganze Zeit ''Aua'' gerufen... Mir tat das so leid, und ich war so sauer auf meine Freundin, da hab ich das Kind nach gut 10 Sekunden auf den Arm genommen und getröstet. Meine Freundin hat mich nur sauer angeguckt, da sie nicht wollte, dass ich dem Kind sozusagen Unterstützung biete, wenn es sagt ''Mama war böse gerade und hat mir weh getan''. Ich hab sie nur wütend angefunkelt und meinte dann nach 5 Minuten, nachdem sich die Lage gelegt hat, zu ihr, dass das so nicht geht. Da meinte sie, sie erträgt dieses andauernde Gemecker und diese Wutanfälle nicht mehr und schafft es nicht mehr, immer geduldig zu sein und nach mehreren Aufforderungen, wenn sie sich zum Beispiel eine Jacek anziehen soll, weiß sie nciht, wie sie sich verhalten soll.


    Wochen ein super Verhältnis zu dem Kind, aber in letzter Zeit ist ihr alles zu viel und sie bereut gewisse Entscheidungen in ihrem Leben, die schwerwiegende Auswirkungen auf ihr jetziges Leben haben, woran sich nichts ändern lässt.

    Das sollte nicht passieren, aber auch Mütter sind nur Menschen und sie selbst weiß, dass es falsch war. Deine Blicke machen es nicht besser.

    Jeanne85 schrieb:

    Ich hab ihr angeboten, einen Abend jetzt in der Woche aufzupassen, so dass das Kind, zu dem ich ein tolles Verhältnis habe, dann bei mir schläft und mittags abgeholt wird. Aber ob das wirklich grundlegend was ändert, 1 Abend für sich?


    Was könnt ihr mir oder ihr raten? Ich weiß echt nicht, was ich noch so tun soll. Das war ein Ausrutscher, aber wenn sich nichts ändert, dann bleibt es wohl nicht dabei, da das Kind Wutanfälle hat und sie nicht mehr so gut damit umgehen kann und sich damit sehr alleine fühlt. Ich habe so Bauchschmerzen und denke primär an das Kindeswohl. Ich weiß, dass es dem Kind bei ihr eigentlicht echt toll ergeht, aber das war heute echt herzzerrei´ßend mitanzusehen. Hätte ihr am liebsten eine geknallt dafür. Ich bin dankbar für jeden Ratschlag.

    Ein Abend bis zum Mittag, jede Woche hört sich nicht nach viel an, ist jedoch eine Menge.


    Für sie bedeutet das:

    1. Sie muss abends nicht kochen und kann sich einfach ein Brot machen.
    2. Kein Kind, was ins Bett gebracht werden muss, inkl. den Vorbereitungen.
    3. Sie kann etwas unternehmen oder einfach fernsehen.
    4. Mal tief schlafen.
    5. Usw....

    Dieser Abend bis zum Mittag ist viel mehr als du denkst.

    Hallo, erstmal danke für die bisherigen Kommentare. Also ich weiß selber, dass es nicht gerade förderlich war, das dieser verzweifelten Handlung noch böse Blicke zuzuwerfen. Ich war einfach sauer, dass sie im Affekt so gehandelt hat und dem Kind Schaden zugefügt hat. Ich finde, sie hätte sie bestenfalls normal rausnehmen und ihr dann die Jacke anziehen sollen... Aber gut, wahrscheinlich hätte das Kind sich erstmal auf den Boden geworfen und rumgestrampelt... Ach, ich weiß auch nicht so genau. Schon klar, dass wenn man das den ganzen Tag so erlebt, dass man dann irgendwann nicht mehr klar denken kann. Ich würde mir nur echt wünschen, dass es ihr und demnach auch dem Kind besser ginge. Wenn der eine Abend nicht reicht, werde ich sie wohl unter der Woche mal nehmen für einen Nachmittag paar Stunden...

    Halt mal den Ball flach, sie hat ihm keinen Schaden zugefügt, sondern durchgezogen was das Kind eh tun muss. Dass du ihr dann in den Rücken fällst ist super. Sie muss mit dem Kind zu recht kommen, für dich ist es wohlfeil dann mal da zu sein und die Beschützerin zu spielen. Kinder darf man nicht schlagen, aber manchmal musst du sie hochheben, gegen ihren Willen umziehen oder ihre Zähne putzen. Denn das kann das Kind nicht entscheiden, weil es eben ein Kind ist. Und mit 3 wissen sie, was sie tun sollten, aber testen halt aus wie lange dagegen getrotzt werden kann. da hilft es auch nix 20 minuten ein Erklärserenade drauszumachen. Kinder sind nicht so dumm, wie sich manche Leute ihnen gegenüber verhalten mit tausend Erklärungen zu einem Umstand, den die Zwerge gleich durchschaut haben, aber sich halt dagegegnstemmen.

    Jeanne85 schrieb:

    Ich war einfach sauer, dass sie im Affekt so gehandelt hat und dem Kind Schaden zugefügt hat.

    Ich war nicht dabei, ich weiß nicht wie ruppig die Mama war. Aber alle Kinder die ich kenne schreien gerne 'Aua', wenn sie etwas nicht wollen. Aus der Ferne würde ich vermuten, dass die Kleine eher wütend darüber war, dass sie ihren Willen nicht durchsetzen konnte und so machtlos fremdgesteuert wurde.

    Einen wirklichen Schaden wird die Mama da aber nicht angerichtet haben. Die kleinen sind ganz schön robust.

    So ist das eben mit einem Kind. Man wird seinen eigenen Idealvorstellungen eben nicht gerecht und hin und wieder verliert man sich mal die Nerven. Völlig normal.


    Das Kind befindet sich wahrscheinlich mitten in der Trotzphase, da sind Reibereien Vorprogrammiert. Mit graut es auch vor der Vorstellung, wie sich unser Kleiner schreiend auf den Boden schmeißt und sich vermeintliche Experten darüber das Maul zerreißen. Gibt man nach, heißt es das Kind werde verwöhnt. Greift man durch, ist man eine Rabenmutter.

    Mütter sind auch nur Menschen, vergess das mal nicht.


    Meine Mutter hat mir früher auf offener Straße eine geknallt und keiner hat was gesagt. So viel dazu wie die Zeiten sich ändern. Ich will das natürlich nicht gutheißen, aber der Druck auf Mütter ist heutzutage sehr hoch alles richtig zu machen. Zumindest empfinde ich das so.


    Hochachtung dafür, dass du deine Freundin entlasten willst. Aber stell dir nun mal vor, du passt auf ihn auf und er weigert sich eine Windel anzuziehen, oder ähnliches. Glaubst du, du würdest auf Dauer die Nerven bewahren?

    Ich finds gut dass du deine Freundin entlasten willst. Soso der Kindsvater kümmert sich nicht...das ist es was mich so oft aufregt, das schreien die Väter nach Rechten aber viele wollen sich doch gar nicht künmmern !

    Ach ja, eigentlich könnte man ein bisschen mehr auf die Bedürfnisse eines Kindes Rücksicht nehmen. Jacke anziehen - wenn es nicht will dann friert es wohl ohne Jacke auch nicht.