Gras bei 14-Jähriger gefunden

    Hallo liebes Forum,


    ich bin in einer Beziehung mit einem Mann, der aus einer früheren Beziehung eine 14-jährige Tochter hat. Wir sind seit fast 8 Jahren zusammen; dementsprechend kenne ich die Tochter, die bei der Mutter lebt und alle paar Wochen zu uns kommt, seit ihrem 7. Lebensjahr.

    Guter Kontakt zwischen meinem Freund und der Mutter besteht leider kaum; beide sind da nicht besonders engagiert hinterher. Letztes Jahr fand ein einziges einstündiges Telefonat statt. Das Jahr davor keines. Dieses Jahr bisher auch nicht. Auch sonst gibt es keinen Kontakt.

    Und ich würde sagen, das ist mit ein Problem dafür, dass viele Dinge sich entwickelt haben, wie sie heute sind.


    Ich nenne die Tochter mal Lena.

    Lena ist seit etwa zwei Jahren in der Pubertät. Freunde/Freundinnen, soziale Netzwerke und Netflix sind momentan oben auf der Prioritätenliste. In der Schule hat sie laut Zeugnis pro Halbjahr manchmal Fehltage weit im zweistelligen Bereich, teilweise unentschuldigt. Vom Verhalten ist sie überwiegend umgänglich, manchmal fröhlich oder verkuschelt, jedoch oftmals auch ruppig, gelegentlich respektlos (besonders im Umgang mit meinem Freund), tendenziell depressiv (ich weiß zB, dass sie ritzt und auch in der letzten Zeit beim Psychologen war) und verschlossen. Dennoch erzählt sie mir manchmal von Partys, wo auch Alkohol getrunken wird, oder dass sie mit Freundinnen nachts durch die Gegend geistert. Uns beiden erzählte sie, dass sie viele Gleichaltrige kennt, die Drogen, auch härtere Sachen, nehmen. Es ergab sich hierauf ein Gespräch, in dem wir unsere Meinung zu Drogen durchblicken ließen, ohne ihr jedoch Dinge zu unterstellen.


    Lenas Mutter hat 2018 mit ihrem neuen Partner ein weiteres Kind bekommen; von dem neuen Geschwisterchen haben wir (offiziell) erst kurz vor seinem 1. Geburtstag erfahren, als es mein Freund nach ungefähr 2,5 Jahren Funkstille geschafft hatte, mit seiner Ex-Frau zu telefonieren. Lena hatte sich laut der Ex-Frau entschieden, dass ihr Vater nichts von dem Geschwisterchen wissen sollte. Die Gründe kennen wir alle nicht.

    In diesem Gespräch erfuhr mein Freund auch, dass Lena offenbar in der Zeit nach der Geburt mehrere Zusammenbrüche hatte und in psychologischer Behandlung war.

    Inzwischen hat Lenas Mutter mit ihrem neuen Freund ein Haus gekauft (das gerade eine halbe Baustelle ist), in das auch Lena eingezogen ist. Den Freund kann sie nicht leiden, ebenso wenig dessen 16-jährige Tochter, die phasenweise auch mit im Haus lebt. Laut Lena ist das Haus für 4-5 Personen (plus großer Hund und zwei Katzen) zu klein, beispielsweise gebe es nur ein Bad und, das Wohnzimmer eingerechnet, nur vier Zimmer.


    Aktuell hat Lena Ferien und ist bei uns zu Besuch. Hierbei wechseln wir zwischen dem Haus meines Freundes und meinem Haus (wir leben nämlich nicht zusammen).

    Mittwoch war mein Freund mit Lena bei seiner Mutter auf dem Geburtstag (ich konnte nicht mit), als Lena plötzlich eine WhatsApp-Nachricht von einer Freundin bekam: sie habe Karten zu einem Konzert (das Konzert war gestern). Sie wollte wissen, ob Lena mitwollte.

    Das Konzert fand etwa 500km von hier entfernt statt und die Mutter der Freundin wollte die Mädels hinfahren und begleiten. Übernachtet werden sollte beim Vater der Freundin. Lena wollte von meinem Freund wissen, ob sie mit dürfe, wovon mein Freund nicht so begeistert war, weil wir für das Wochenende andere Pläne mit ihr hatten. Er wollte das nicht erlauben (u. A. kann er das auch nicht, weil er kein Sorgerecht hat).

    Lena fing daraufhin an vor meinem Freund, der Oma, dem Onkel und den anderen Familienangehörigen zu heulen und zu toben, um das durchzuboxen. Diese Heul- und Tobsuchtsanfälle soll sie laut meines Freundes auch auf der gesamten Rückfahrt von der Oma gehabt haben. 40km Heulen und Wüten.

    Ende vom Lied: Lena fragte ihre Mutter, die gerade mit ihrem Freund und dem Kind im Ausland im Urlaub ist, per WhatsApp um Erlaubnis. Sie durfte.

    Danach war erstmal Sonnenschein auf Lenas Seite. Mein Freund war darüber sehr verärgert, weil die Mutter sich nicht mit ihm in Verbindung gesetzt hatte und Lena nun verlangte, er solle sie am Freitag zu ihrer Freundin fahren (knapp 50km), von wo aus sie in die 500km entfernte Stadt aufbrechen wollten. Lenas Mutter hatte zudem gebeten oder gefordert (ich weiß es nicht), dass mein Freund Lena ein Taschengeld mitgebe.


    Ich kann Lenas Wunsch, am Konzert teilzunehmen verstehen. Unangebracht find eich jedoch die Art wie sie das durchboxen wollte. 14-Jährige sollten nicht heulen und toben, um etwas durchzusetzen, schon gar nicht auf einer Geburtstagsfeier.

    Die Mutter wusste nichts von diesem Verhalten, aber indirekt wurde Lena für ihre Hartnäckigkeit nun belohnt.

    Schuld ist natürlich die Funkstille zwischen ihren Eltern.


    So viel zum Hintergrund.


    Lena war/ist also nicht da.


    Ich schwöre, dass ich gestern ohne Hintergedanken ins Gästezimmer gegangen bin, wo Lena immer schläft, wenn sie hier ist. In ihrer Anwesenheit, auch dann, wenn Sachen von ihr im Zimmer liegen, sie selbst aber woanders ist, betrete ich das Zimmer nie. Ich war aber davon ausgegangen, dass sie ihre Sachen mitgenommen hätte.

    Ich betrat also das Zimmer und ging direkt zum Fenster, um zu lüften; weil es ein Velux-Fenster ist, habe ich direkt nach oben zu der Leiste geschaut, mit der man das Fenster öffnet. Dass etwas auf dem Boden liegt, habe ich erst gemerkt als ich mit dem Fuß drauf stand. Es war ein vermuddelter Kleiderhaufen aus dem ein Tütchen hervorschaute. Gras.


    Ok, ab diesem Punkt wurde ich ein indiskretes Schwein: ich habe eine Jeans und ein Shirt angehoben. Darunter: irgendso ein Rauchgerät (ähnlich diesen Teilen, die man zum Rauchen von E-Zigaretten braucht), Zigarette und mehrere leere Tütchen, in denen wohl Gras und/oder Tabak gewesen waren.


    Ich habe zunächst überlegt, es für mich zu behalten. Inzwischen habe ich mich aber entschieden, es meinem Freund mitzuteilen. Insbesondere deswegen, weil ich schon lange der Meinung bin, dass er wieder den Kontakt zu der Mutter suchen sollte. Egal, ob sie sich entzieht oder nicht. Ich bin der Meinung als Eltern ist man auch über eine Trennung hinweg in der Pflicht, sich um das gemeinsame Kind zu kümmern. Das geht, meiner Ansicht nach, jedoch nur, wenn beide über die wichtigsten Eckdaten im Lebensalltag des Kindes bescheid wissen.


    Ich habe es ihm also erzählt, damit wir eine Lösung finden. Es ist schwer. Wir sind gerade beide etwas verärgert über Lenas Verhalten wegen des Konzerts: die Art, ihren Willen durchzusetzen, und darüber, dass unsere Pläne für das gemeinsame Wochenende gesprengt wurden.

    Wir wollen nicht, dass diese Emotionen in unsere Reaktion auf das Gras einfließen. Zudem - Asche auf mein Haupt - müsste ich/wir erklären, wie wir das Zeug in ihrem Zimmer gefunden haben. Versteckt war es nicht wirklich. Hätte sie es beispielsweise in eine Schublade getan, hätte ich es nicht gefunden. Ich schnüffele ihr für gewöhnlich nicht hinterher.

    Verbote wirken kontraproduktiv: es macht die Sache bloß interessanter. Und: sie würde nicht mehr zu Besuch kommen.

    Es ihrer Mutter "petzen"? Das hätte vermutlich ebenfalls zur Folge, dass sie nicht mehr käme.


    Ich (und mein Freund ebenso) bin zwiegespalten: auf der einen Seite finde ich sie zu jung, um dieses Zeug zu konsumieren. Generell finde ich Drogen scheiße. Bei ihr jedoch besonders, weil ich weiß, dass es ihr psychisch nicht gut geht und ich befürchte, dass sie weiter abrutschen könnte. Ich will es nicht fest unterstellen, aber es könnte passieren. Sie hat öfter verlauten lassen, dass sie ihr Leben, oder Leben generell, hasst. Es sei alles so anstrengend.

    Andererseits ist sie in einem Alter, wo das Rütteln an Grenzen und Ausprobieren normal ist. Kann dies auch für Gras gelten, mit 14?

    Wir wollen nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Aber ist Gras noch ein "Spatz"?


    Wer sollte das Gespräch zu ihr suchen? Mein Freund (weil er der Vater ist), ich (weil ich es entdeckt habe und das Schnüffelschwein bin)? Wir beide? Sollte die Mutter ins Boot geholt werden?


    Das einzige, wo ich definitiv weiß, dass es richtig ist, ist dass der Kontakt zwischen den Eltern wieder aufgenommen werden muss.


    Wie würdet ihr reagieren an unserer Stelle?

  • 23 Antworten

    ich habe den eindruck, daß lena zwar "alle paar wochen" zu euch kommt, der kontakt aber nich besonders gut sein kann.

    sie hat ja scheinbar null vertrauen. warum habt ihr erst ein jahr nach geburt von den zusammenbrüchen von lena verfahren?

    wie is der kontakt zwischen ihr und ihrem vater, wenn sie bei der mutter is?

    und warum um alles in der welt kommst du auf die idee, statt mit lena selber mit ihrer mutter zu reden?

    das macht das letzte bissel vertrauen doch auch noch kaputt


    der vater, nicht du, der vater sollte mit ihr reden. im vertauen, auf augenhöhe. fragen, warum sie das macht, was ihr fehlt usw... aber nich noch die mutter vorschicken..

    Birkenzweig schrieb:

    und warum um alles in der welt kommst du auf die idee, statt mit lena selber mit ihrer mutter zu reden?

    Wo genau habe ich das geschrieben?


    Wenn etwas in dieser Richtung anklingt, dann lediglich als eine von mehreren Möglichkeiten, mit dem Thema umzugehen. Ich bin nicht die Erziehungsberechtigte. Ich habe keine Handhabe.

    Ja, ich kann mit ihr reden. Es könnte sogar sein, dass sie auf mich mehr hört als auf ihren Vater. Unser Verhältnis ist meist besser, weil ich mich leichter in sie einfühlen kann.



    Birkenzweig schrieb:

    ich habe den eindruck, daß lena zwar "alle paar wochen" zu euch kommt, der kontakt aber nich besonders gut sein kann.

    Sie ist allgemein sehr verschlossen. Ihre Mutter erwähnte in einem Telefonat mit meinem Freund, dass sie selbst kaum noch an sie rankomme, aber wisse, dass Lena oft lüge.

    Birkenzweig schrieb:

    wie is der kontakt zwischen ihr und ihrem vater, wenn sie bei der mutter is?

    Kaum vorhanden.


    Birkenzweig schrieb:

    sie hat ja scheinbar null vertrauen. warum habt ihr erst ein jahr nach geburt von den zusammenbrüchen von lena verfahren?

    Das weiß ich nicht. Das weiß mein Freund nicht und das weiß Lenas Mutter auch nicht. Ich denke jedoch, dass da mehrere unterschiedliche Dinge zusammenkommen.



    Ich glaube aus deinem Beitrag irgendwie einen Vorwurf zu lesen. Sollte das so sein: das hilft der Sache überhaupt nicht. Ich bin nicht Lenas Feind, okay?

    Zitat

    Ich glaube aus deinem Beitrag irgendwie einen Vorwurf zu lesen. Sollte das so sein: das hilft der Sache überhaupt nicht. Ich bin nicht Lenas Feind, okay?

    hm nich wirklich. der einzige "vorwurf" is der, mit lenas mutter zu reden.du hast das als möglichkeit aufgezeigt, ich hatte beim ersten lesen sehr stark das gefühl, daß das eine wirkliche option ist.

    Zitat

    Ich bin nicht die Erziehungsberechtigte. Ich habe keine Handhabe Ja, ich kann mit ihr reden. Es könnte sogar sein, dass sie auf mich mehr hört als auf ihren Vater. Unser Verhältnis ist meist besser, weil ich mich leichter in sie einfühlen kann.

    hm dann wäre das vielleicht die beste option, aber eben als freundin

    daß lena so dicht macht, kann nich nur an ihr liegen. irgendwas is da grundsätzlich schief gelaufen

    und dieses neue kind der mutter mitm mann, den lena nich leiden kann, hats offenbar noch verschlimmert. die zusammenbrüche stehen ja schon in einem zusammenhang damit

    wie du das zeug gefunden hast, kannst du ihr ja genauso schildern, wie du es hier getan hast. es war kein suchen. und daß sie sich nich die mühe gemacht hat, es zu verstecken, zeigt vielleicht, daß sie hilfe möchte?

    Alias 956070 schrieb:

    Und ich würde sagen, das ist mit ein Problem dafür, dass viele Dinge sich entwickelt haben, wie sie heute sind.

    14 ist recht früh, aber irgendwann in den darauffolgenden Jahren - auch vor 18 - wird Alkohol und Gras nunmal von den meisten Jugendlichen ausprobiert. Auch von denen aus gutem Hause ohne Leichen im Keller. Das halte ich gerade für das kleinste Problem. Also ja, tendentiell ein Spatz, auch wenn ich 14+psychische Probleme grenzwertig finde. Verhindern wird man es nicht können, nur Rahmenbedingungen schaffen, die Lena guttun. Komplette Kontrolle ist nicht möglich, auch wenns wehtut.

    Alias 956070 schrieb:

    Laut Lena ist das Haus für 4-5 Personen (plus großer Hund und zwei Katzen) zu klein, beispielsweise gebe es nur ein Bad und, das Wohnzimmer eingerechnet, nur vier Zimmer.

    Das ist eine durchschnittliche Wohnsituation. Alles darüber Bonus.


    Hier gibt es ganz andere Baustellen - Ritzen und Depressionen z.B. Konzentriert euch auf solche Probleme, statt weiter noch Kleinkram zu suchen bzw. trennt ganz klar die wirklichen Probleme von Lena von typisch-Pubertät-Gemaule von Lena.


    Warum hat dein Freund kein Sorgerecht?

    Was hat er schon versucht, mit der Mutter mal mehr gemeinsam als Eltern präsent zu sein, statt Lena immer nur (mehr oder weniger) wortlos hin- und herzuschieben?

    Was soll dieser Eiertanz? Kind beim Zurückkommen schnappen, ihr sagen dass du es weisst, dass du es beim Lüften gefunden hast, dass ihr Drogen nicht toleriert, dass sie euch nie wieder welche ins Haus bringen soll, und dass ihr euch beim nächsten Hinweis auf so etwas Konsequenzen überlegen werdet. Die Mutter wird selbstverständlich informiert. Sorry, da hört der Spass auf. Wenn sie ab und zu wo mitkifft - ok. Selber kaufen und tütenweise zu euch bringen - sicher nicht. Die arme kriegt von niemandem hier Grenzen gesetzt, das ist doch furchtbar. Auch für sie.

    @ annakarma

    wenn ein kind soweit is... dann bewirkst du mit derartiger reaktion genau das: sie lässt sich gar nix mehr sagen, sie haut schlimmstenfalls ab

    da kann ich echt nur mitm kopp schütteln

    Zitat

    Wie macht man es also richtig?

    wie gesagt: das gespräch direkt mit ihr suchen... ich erwähnte das alles weiter oben. auf jeden fall nich mit sanktionen. die wären früher fällig gewesen. jetzt isses zu spät. jetzt muss man sie auf augenhöhne abholen

    Mach es lieber uninteressant. Mein 16 jähriger kifft. Er wollte sehen, wie ich reagiere. Ich war sauer, weil er Tabak geraucht hat (absolut verboten - ich rauche 50 Zigaretten am Tag und bin extrem süchtig). Er war durch diese Reaktion sehr verlegen und hat sein Konsum seit dann deutlich zurückgeschraubt.

    Birkenzweig schrieb:

    der einzige "vorwurf" is der, mit lenas mutter zu reden.du hast das als möglichkeit aufgezeigt, ich hatte beim ersten lesen sehr stark das gefühl, daß das eine wirkliche option ist.

    Ich wäre durchaus dafür, dass ihre Mutter weiß was Lena beschäftigt und dazu zählt jetzt eben auch das Gras. Dies jedoch nicht vor dem Hintergrund ihr daraus einen Strick zu drehen, sondern als Netzwerk, das sie auffängt und wo sie weiß, dass sie sich verlassen kann. Das würde ich mir ehrlich für sie als auch für die Konstellation Mutter-Vater-Lena wünschen. Ich sehe, keiner von den dreien ist glücklich mit der Situation wie sie ist; zumindest weiß ich das von Lena und meinem Freund, bei der Mutter vermute ich es nur. Trotzdem sind die beidne Erwachsenen offenbar nicht in der Lage, dies zu verändern.

    Birkenzweig schrieb:

    daß lena so dicht macht, kann nich nur an ihr liegen. irgendwas is da grundsätzlich schief gelaufen

    Allerdings, es ist eine riesengroße Menge ganz, ganz nachteilig gelaufen. :-/

    Birkenzweig schrieb:

    und dieses neue kind der mutter mitm mann, den lena nich leiden kann, hats offenbar noch verschlimmert. die zusammenbrüche stehen ja schon in einem zusammenhang damit

    Das denke ich ebenfalls. Lena ist momentan diejenige, um die sich am wenigsten gekümmert wird. Logisch, dass das Kleinkind mehr Aufmerksamkeit der Erwachsenen beansprucht als Lena, die jetzt groß ist und fast alles allein kann. Zudem arbeitet die Mutter inzwischen wieder Vollzeit und in leitender Position. Sie hat einen "neuen" Partner (soweit ich weiß höchstens drei Jahre), mit dem sie gerade das Reisen für sich entdeckt hat. Ihr großes Hobby ist der Hund, mit dem sie mehrmals die Woche zur Hundeschule geht.

    Lena verbringt viel Zeit bei ihren Freundinnen und übernachtet dort teilweise auch mehrere Tage hintereinander, auch wenn Schule ist. Das ist nichts Neues, das war schon so als sie noch "klein" (also zwischen 7 und 10) war.

    Birkenzweig schrieb:

    wie du das zeug gefunden hast, kannst du ihr ja genauso schildern, wie du es hier getan hast. es war kein suchen.

    Trotzdem fühlt sich das für mich gerade unangenehm an.

    Birkenzweig schrieb:

    und daß sie sich nich die mühe gemacht hat, es zu verstecken, zeigt vielleicht, daß sie hilfe möchte?

    Ich habe darüber auch nachgedacht: ich habe überlegt, wie ich mich damals in meiner Jugend verhalten habe, als ich nicht wollte, dass jemand etwas weiß oder entdeckt. Ich war da äußerst kreativ mit Verstecken.

    Lena hat die Sachen nicht mal in eine Schublade gesteckt. Dort hätte ich sie nicht entdeckt. Seit dem Einzug in dieses Haus (vor knapp vier Jahren) habe ich nicht mehr in diese Schubladen geschaut.

    Auch war sie schon mehrfach erstaunlich offen über den Drogenkonsum in ihrem Umfeld.


    Es ist durchaus möglich, dass sie es darauf ankommen lassen möchte, dass wir sie ansprechen.

    mnef schrieb:

    Das ist eine durchschnittliche Wohnsituation. Alles darüber Bonus.

    Ich glaube nicht unbedingt.

    Ich hatte vergessen zu schreiben, dass Lena vorher mit ihrer Mutter allein in einem ganzen Haus gelebt hat, wo jeder sein eigenes Zimmer/Bad und Ausweichflächen hatte. Auch mit dem Baby ging das noch sehr gut.

    Ich schätze das alte Haus hatte mehr Fläche als das neue, das obendrein eine halbe Baustelle ist. Die Mutter, ihr Freund und das Kleinkind teilen sich ein normalgroßes Zimmer; es ist somit Schlafzimmer für drei Menschen, Arbeitszimmer für die beiden Erwachsenen (er ist Lehrer, sie arbeitet 1-2mal/Woche im Home Office) und Spielzimmer für das Kleinkind. Das ist schon eng und erzeugt Spannung.
    Weiterhin wohnt Lena jetzt nicht mehr in der Kleinstadt, sondern am A.... der Welt. Ihre Clique wohnt 15-25km entfernt und die Straße dorthin ist eine schmale Landstraße, kurvig, teils bewaldet und ohne Radweg. Nicht unbedingt gut geeignet, um so weit mit dem Rad zu fahren. Es fährt nur der Schulbus auf der Strecke. Sie ist somit auf die Gunst der Erwachsenen angewiesen, sie zu fahren.

    mnef schrieb:

    Hier gibt es ganz andere Baustellen - Ritzen und Depressionen z.B. Konzentriert euch auf solche Probleme, statt weiter noch Kleinkram zu suchen bzw. trennt ganz klar die wirklichen Probleme von Lena von typisch-Pubertät-Gemaule von Lena.

    Wenn du den Heul-Wutkrampf meinst: ich bin mir nicht sicher, ob das ein typisches Pubertäts-Gemaule ist. Zumindest kenne ich keine 14-Jährige, die auf dem Geburtstag der Oma vor allen Leuten anfängt so einen Tantrum zu schmeißen.

    Ich halte das für einen Ausbruch, der ihrer psychischen Instabilität geschuldet ist sowie dem hier:

    AnnaKarma schrieb:

    Die arme kriegt von niemandem hier Grenzen gesetzt, das ist doch furchtbar. Auch für sie.

    Das ist absolut richtig. Lena hat nie Grenzen aufgezeigt bekommen. Beide Eltern - da klammere ich meinen Freund nicht aus - erziehen nicht (richtig). Sie haben Lena materiell verhätschelt und sind Konflikten aus dem Weg gegangen. Gab es doch mal eine "Grenze", z. B. in der Weigerung ihr etwas zu kaufen, hat sie angefangen zu heulen bis zur Hyperventilation. Spätestens an diesem Punkt bekam die 8-Jährige die Schuhe für 80 Euro oder den IO HAWK für 350. %-|

    Armes, reiches Kind.

    mnef schrieb:

    Warum hat dein Freund kein Sorgerecht?


    Was hat er schon versucht, mit der Mutter mal mehr gemeinsam als Eltern präsent zu sein, statt Lena immer nur (mehr oder weniger) wortlos hin- und herzuschieben?

    Lange Geschichte kurz erzählt: die beiden sind auf die zweithässlichste vorstellbare Weise auseinander gegangen, beide haben sich dumm und egoistisch verhalten. Und ich vermute, dass sie sich gegenseitig noch grollen. Zumindest von Seiten der Mutter wird Lena das merken. Positiv anzurechnen ist meinem Freund, dass er in Gegenwart Lenas noch nie etwas Negatives über die Mutter gesagt hat.

    Was ich an ihm jedoch bemängeln kann (und es auch tue, wenn es Anlass gibt): er kümmert sich zu wenig um den Kontakt. Bisher kamen jedoch 90% der Kontaktversuche von ihm respektive von mir, weil ich darauf gedrängelt habe). Ich schätze in den vergangenen fast acht Jahren waren das höchstens fünf längere Telefonate und vllt zwei persönliche Gespräche. Das ist einfach zu wenig. Lena schwebt an einer langen, langen .... langen (brüchigen?) Leine durch weiten Raum.

    AnnaKarma schrieb:

    Was soll dieser Eiertanz? Kind beim Zurückkommen schnappen, ihr sagen dass du es weisst, dass du es beim Lüften gefunden hast, dass ihr Drogen nicht toleriert, dass sie euch nie wieder welche ins Haus bringen soll, und dass ihr euch beim nächsten Hinweis auf so etwas Konsequenzen überlegen werdet. Die Mutter wird selbstverständlich informiert. Sorry, da hört der Spass auf.

    Das war mein erster Gedanke als ich das Zeug fand, das gebe ich zu. Da spielte auch der Ärger über das Zorngeheule mit rein.

    Aber durch Überlegen hat sich mein Gebrodel inzwischen gelegt. Lena ist mehr als Wutgeheul und Drogen. Vielmehr ärgern mich gerade dieses Schweigen zwischen den Eltern, auch ihr gegenüber.

    Verhueter schrieb:

    Wie macht man es also richtig?

    Von meinem momentanen Standpunkt aus: morgen früh mit ihr reden. Unaufgeregt und im Wohnzimmer auf dem Sofa, statt in der Küche auf Stühlen. Vielleicht nur sie und ihr Vater. Oder sie und ich. Zwei gegen einen finde ich verkehrt. Nicht verbieten, aber fragen, weshalb sie das nimmt, wie es auf sie wirkt, woher sie es hat, was sie beschäftigt. Ihr das Versprechen abnehmen, dass sie vorsichtig ist und nur in der Gruppe von mehreren Mädchen raucht, wenn es unbedingt sein muss, niemals mit Fremden. Sie soll es auch nicht mehr mit hierher bringen. Und sie soll sich gewiss sein, dass es illegal ist und sie nicht rauchen darf, wenn sie später den Mofa-Führerschein macht/hat. Über Konsequenzen aufklären, fall die Polizei sie erwischt.

    Und ich halte es trotz allem für richtig, ihre Mutter ebenfalls zu sensibilisieren. Möglicherweise auch die Mutter der Freundin, mit der sie auf dem Konzert war. Unaufgeregt und ohne Vorwürfe, nur mit dem Gedanken, dass alle bescheid wissen sollen, was ihre 14-jährigen "Kinder" tun.

    Luci32 schrieb:

    Mach es lieber uninteressant.

    Möglich.

    Birkenzweig schrieb:

    wie gesagt: das gespräch direkt mit ihr suchen...

    Genau das hat sie doch aber geschrieben?!

    AnnaKarma schrieb:

    Was soll dieser Eiertanz? Kind beim Zurückkommen schnappen, ihr sagen dass du es weisst, dass du es beim Lüften gefunden hast, dass ihr Drogen nicht toleriert, dass sie euch nie wieder welche ins Haus bringen soll, und dass ihr euch beim nächsten Hinweis auf so etwas Konsequenzen überlegen werdet.

    Oder siehst du das anders?

    Birkenzweig schrieb:

    auf jeden fall nich mit sanktionen. die wären früher fällig gewesen.

    Sanktionen, bevor etwas passiert ist? Wie soll denn das gehen?


    Alias 956070 schrieb:

    Von meinem momentanen Standpunkt aus: morgen früh mit ihr reden. Unaufgeregt und im Wohnzimmer auf dem Sofa, statt in der Küche auf Stühlen. Vielleicht […]

    :)^

    Entweder werde ich alt, oder es ist heute offensichtlich ein unlösbares Problem, Kindern ein verständnisvolles Umfeld zu bieten UND gleichzeitig Grenzen zu setzen. Damit meine ich nicht primär dich, liebe TE, sondern deinen Freund und seine Ex. Es ist nicht dein Job, das Mädel zu erziehen, aber du kannst natürlich helfen und deinem Freund an der Seite stehen. Offensichtlich bist du von seiner Erziehungstaktik aber auch (zu Recht) nicht sonderlich begeistert und Fehler der letzten 14 Jahren lassen sich jetzt nicht durch ein kuscheliges Sofa-Gespräch ausmerzen.


    Der Gesamtzustand der jungen Dame ist nicht gerade so, dass man ihn weichlabern sollte. Drogen (legal oder illegal) haben bei psychischen Problemen nichts verloren. Ich habe definitiv nichts gegen Gras, aber in der Pubertät werden die Weichen für den Charakter des späteren Lebens gestellt und die Zeit ist wichtig. Gras ist hier kein harmloser Wochenend-Spaß, sondern ist nun mal eine psychisch aktiv wirkende Droge, die definitiv Einfluss nimmt. Gerade in Verbindung mit Jugendlichen ist die Gefahr von Psychosen belegt. Der sonstige Kontext mit Ritzen, unentschuldigten Fehlstunden, Frust zuhause und ihren Kommentaren ist nicht gerade eine sichere Umgebung, in der man so was einfach mal wegsteckt.


    Insofern sitze ich hier und klatsch mir auf die Stirn, wenn ich deine teilweise naiven Vorstellungen lese. Sorry. Wie gesagt, du hast es nicht verbockt. Aber diese Kuschelweich-Einstellung, die du hast, wird lediglich dazu führen, dass die junge Dame euch beim Sofa-Gespräch gnadenlos unterbuttern wird. Sie wird längst einen ausgebufften Instinkt haben, eure Liberalität bestmöglichst auszunutzen und euch an der Nase herumzuführen. Du bietest hierfür genug Angriffsfläche, und dein Freund hat offenbar auch nicht die Energie, hier Tacheles zu reden.


    Verständnis hat Grenzen. Wenn ihr ihr wirklich helfen wollt, besorgt euch neutrale Informationen über Cannabis-Konsum im jugendlichen Alter und die damit einhergehenden Nebenwirkungen und Gefahren. Sprecht mit ihr über Zukunftsperspektiven - auch die mit schlechtem oder keinem Schulabschluss. Fördert Interessen und ermöglichst ihr durch Tipps oder Vermittlungshilfe Praktika, Vereinstätigkeit, Kreatives, auch mal Ferienjobs (anstatt ihr Geschenke und Zugeständnisse zu machen, die sich an der Heftigkeit ihres Wutausbruchs orientieren). Das Mädel ist 14 und muss langsam mal was vom Leben wissen, anstatt in einer eskapistischen Blase zu leben. Und dafür braucht sie Unterstützung und Motivation. Merkt ihr nicht, dass sie einen Platz für sich sucht und einen Sinn?


    Wenn sie die nächsten 5-6 Jahre die Kurve kriegt, ist noch genug Lebenszeit, um sich mal ein Tütchen am Wochenende anzuzünden. Das ist das einzige Zugeständnis, was ich ihr zu diesem Thema in diesem Alter machen würde.

    OT:

    Zitat

    Lena wollte von meinem Freund wissen, ob sie mit dürfe, wovon mein Freund nicht so begeistert war, weil wir für das Wochenende andere Pläne mit ihr hatten. Er wollte das nicht erlauben (u. A. kann er das auch nicht, weil er kein Sorgerecht hat).

    Das stimmt so nicht. Auch ein Elternteil ohne Sorgerecht hat beim Umgang mit seinem Kind eine Art temporäres Aufenthaltsbestimmungsrecht. Der Elternteil, bei dem sich ein Kind gerade nicht befindet, hat da nichts zu sagen, und auch kein Recht, sich in die Gestaltung des Umgangs einzumischen.


    /OT

    Comran hat genau den Hintergrund zu dem ausgedrückt, was ich als Handlung vorgeschlagen habe. Die Frage ist doch, was tut dem Kind langfristig gut. Liberale Einstellung zu kiffen und Gras in eurer Hütte und kein Konflikt jetzt, dafür den substantielle Chance auf langfristige Probleme, oder jetzt ein Konflikt und mal eine Grenze, dafür eine reduzierte Chance auf langfristige Probleme. Mich regt diese „nur keinen Konflikt“-Pädagogik wahnsinnig auf. Arme Kinder.