Hilfe! Lehrer / Pädagogenmeinung gesucht. Problemkind.

    Hallo ihr Lieben,


    ich suche eigentlich Rat für eine liebe Freundin.


    Sie hat große Probleme mit Ihrem Ziehsohn.


    Ich muss dafür weit ausholen.


    Sie ist verheiratet und der Mann hat einen 8 Jährigen Sohn aus erster Ehe. Der Sohn lebte bisher bei den Eltern des Mannes, weil die Mutter sich nicht in der Lage sah (bisher) das Kind mehr als 2 Monate im Jahr zu betreuen / bei sich zu haben.


    Er wurde also immer abgeschoben.


    Nun ist es wohl letztes Jahr eskaliert und die Mutter wollte den Sohn gar nicht mehr haben. Der Mann hat nun das Sorgerecht beantragt und der Junge wurde innerhalb von 3 Monaten nach Deutschland geholt und lebt nun bei meiner Freundin.


    Sie war auch voll damit einverstanden und steht hinter ihrem Ziehsohn.


    Beide haben letztes Jahr noch ein Kind bekommen, aber die Kleine und der Sohn verstehen sich total gut, er hängt sehr an seiner Halbschwester.


    Nun zu den Problemen.


    Zu Hause ist er ein normaler 8 Jähriger, der eben mal seine Mucken hat und auch mal ausflippt, aber im großen und ganzen ok.


    Leider sieht es in der Schule komplett anders aus. Der Sohn lernt nun seit Monaten Deutsch, versteht es wohl auch soweit man langsam spricht im normalen Alltag. Das selber sprechen geht noch nicht so gut. Das Alphabet kann er. Weiter genaueres weiß ich nicht.


    Was ein Kind halt in 6 Monaten lernen kann.


    In der Schule geht gar nichts. er stört im Unterricht. Am Anfang hat er wohl mal Kinder gehauen und getreten. Das wurde alles besprochen und die Eltern haben dann auch entsprechende Konsequenzen zu Hause gezogen.


    Das körperliche hat nun aufgehört.


    Jetzt aber stört er weiterhin. Er steht mitten im Unterricht auf, geht in der Klasse rum.


    Hört nicht was die Lehrerin sagt.


    Die Maßnahme der Schule ist:


    Sie rufen die Eltern an, dass er abgeholt werden soll.


    Nach einer Klassenkonferenz wurde beschlossen, dass der Junge erstmal nur 2 Stunden Unterricht am Tag haben soll. Dann soll der Vater ihn abholen und den restlichen Unterricht zu Hause machen. Das geht zur zeit, weil der Mann nur im Nachtdienst arbeitet.


    Das wurde bis zu den Herbstferien gemacht.


    Danach sollte er die ersten 4 Stunden mitmachen.


    Leider funktioniert diese pädagogische Maßnahme wohl nicht,. Der Junge stört weiterhin. Und weiterhin ist die einzige Maßnahme der Lehrerin, die Eltern anzurufen und den Jungen abholen zu lassen.


    meine Freundin und ihr Mann reden auch mit dem Jungen und er "Weiß" dann auch das es falsch ist. Aber er nennt keinen Grund, warum er das tut.


    Das Ganze ist ein völlig verzwickte Situation.


    Meine persönliche Meinung ist, dass der Junge auf jeden Fall professionelle Hilfe braucht. Auch um mit der Situation - weg von zu Hause, neues Land, neue Menschen, neue Familie, neue Schule, neue Sprache, von der Mutter abgelehnt - umzugehen. meine Freundin ist da meiner Meinung. Leider sträubt sich der Mann dagegen.


    Ihm ist das peinlich, das ist ehrlos, wenn der Junge zum "Psychiater" geht.


    Was meine Freundin enorm stört, ist, dass die Lehrerin es nicht auf die Reihe bekommt, den Jungen zu "erziehen". Auch wenn das jetzt vielleicht missverständlich rüberkommt. Was ich meine: Sie kann sich bei ihm keinen Respekt verschaffen. Er hört nicht auf sie.


    Zu Hause ist er ganz normal und mehr als reden und auch Konsequenzen durchsetzen wie Hausarrest, Konsolenverbot, geht ja auch kaum.


    Gibt es denn Lehrer hier, die mal ähnliche Schüler hatten?


    Ich meine es gibt doch öfter mal Raudies an Schulen.


    Wie kann meiner Freundin geholfen werden, wie kann man dem Jungen helfen?


    Was könnte die Lehrerin anders machen?


    Das Konzept mit "nach Hause schicken" hilft ja nun leider nicht.


    Die Eltern haben das Gefühl, dass er durch die Hauerein am Anfang nur als "schwarzes Schaf" abgestempelt ist.


    Ach ja Schulwechsel geht auch nicht, da die zweite Grundschule am Ort abgelehnt hat. Die aktuelle Schule muss sich kümmern. Und die aktuelle Schule will ihn auch nicht gehen lassen.


    Aber so kann es doch nicht weitergehen.


    Die beiden brauchen wirklich dringend Hilfe, wissen aber nicht wie und wo sie anfangen sollen.

  • 13 Antworten
    Zitat

    Ihm ist das peinlich, das ist ehrlos, wenn der Junge zum "Psychiater" geht.

    Da muss er wohl oder übel über seinen Schatten springen, genau dafür gibt es doch Kinder- und Jugenpsychologe / Psychotherapeuten. Es ist nunmal nicht die Aufgabe der Schule das Kind zu erziehen bzw. die Lehrerin hat einfach nicht die Zeit sich um so einen "Problemfall" zu kümmern während noch 20 andere Kinder da sitzen und ein Recht auf Unterricht haben.


    Bei allem Verständnis für die schwierige Situation aber hier muss Zuhause angesetzt werden und nicht in der Schule. Die Schule kann sicher unterstützend wirken (wobei ich das nicht im großen Kreis "Klassenkonferenz" sondern im kleinen Kreis mit Schulleiter, Klassenlehrerin und ggf. Vertrauenslehrer o.ä. machen würde), die Hauptarbeit sehe ich aber beim Vater und einem Psychologen.

    ich erkenne da ein Kind wieder, das eine Freundin von mir schlussendlich als Integrationskind betreut hat. Bei diesem Kind war es ganz genauso. Also fremdes Land, Sprache muss erst erlernt werden. Es war so, dass das Kind körperlich wurde weil es sich anfangs in der Schule anders nicht mitteilen konnte. Dem Kind war langweilig. Es hat nichts verstanden, die Kulturen waren komplett unterschiedlich. Er hat oft Blicke und Gesten von anderen Kindern falsch gedeutet. Auch als er sich schon gut auf Deutsch mitteilen konnte, hat er dem Unterricht nicht gefolgt weil er einfach viel nicht verstanden hat und natürlich die Grundkenntnisse der vorherigen Monate einfach gefehlt haben. Dem Kind war schlichtweg langweilig. Das hat dann dazu geführt, dass er permanent gestört hat.


    Die Klassenlehrerin hat ihn nie abholen lassen. Aber die Schule hat einen sogenannten Ruheraum. In dem musste der Junge dann selbständig und unter Aufsicht einer Person Arbeitsblätter bearbeiten. Das hat insofern gut funktioniert weil er nur so gezielt gefördert werden konnte. Die Schule hat zusammen mit den Eltern dann einen Integrationshelfer (meine Freundin) beantragt.


    Zuerst wurde beschlossen, dass der Junge eine Klasse nach unten gestuft wird (statt 3. 2. Klasse). Das geschah aus zwei Gründen: 1. sollte er aus dem Klassenverband raus, weil die Kinder sowieso nur genervt von ihm waren und ihn nicht mehr integrieren wollten. 2. war der Einstieg direkt in die 3. Klasse einfach zu viel für ihn. Die Lehrer waren der Meinung, dass er positive Erlebnisse in der Schule braucht und die konnte er in der 2. Klasse eher erreichen.


    Mit der Integrationshelferin zusammen hat es dann geklappt. Der Junge hat Freunde gefunden und konnte in die neue Klasse erfolgreich integriert werden. Er hat wohl immer noch Tage, wo er schwierig ist, aber oft reicht es schon, wenn die Lehrerin ihn dann an eine selbständige Arbeit setzt.


    Übrigens wurde er auch in einen Verein geschickt, damit er außerhalb der Schule deutsche Freunde findet. Denn laut meiner Freundin ist es ganz wichtig, dass dann auch außerhalb der Schule viel deutsch gesprochen wird.


    Wie ist das denn bei deiner Freundin zu hause? Sprechen alle deutsch mit ihm? Hat er außerhalb der Schule Freunde?

    Meine Sicht: Schule (und damit Lehrer) hat keine psychotherapeutischen Aufgaben, auch keine erzieherischen. Sondern Lehrer lehren Inhalte, Wissen, Stoffliches. Erziehung sehe ich als Aufgabe der Eltern. Lehrer sollen auch voraussetzen können, dass die Schüler die dt. Sprache verstehen, also hören und sprechen, denn sie vermitteln diese Inhalte ja mit Sprache. Sonst braucht es entsprechend vorgelagert eine Deutsch-Ausbildung in der Sprache, die der Junge spricht, bis die Deutsch-Fähigkeiten so sind, dass er eben quasi das Vermögen hat wie Kinder, die vom Kindergarten in die Schule 1. Klasse kommen.


    Dan Prinzip Ruheraum geht nur dann, wenn wieder eine Aufsichtsperson gefunden wird (die Schule übernimmt ja die Aufsichtspflicht). Ist das nicht gegeben, wird das Kind die Aufsicht der Eltern zurückgegeben, das finde ich normal.


    Der Vater hat den Ernst der Lage offenbar nicht erkannt und nicht erkannt, dass er hier sehr flott eine Menge Verantwortung hat. Setzt sich das Verhalten des Vaters so fort, wundert mich, dass er noch das Sorgerecht für das Kind behalten darf, anstatt dass Pflegeeltern überlegt werden. Es sei denn, auch die Ziehmutter beantragt das Sorgerecht und zeigt mehr Engagement. So rechtlicher Kram ist ja erstmal verworren in so Patchwork-Familien, bis es dann mal geklärt ist. Hier lohnt sich vielleicht auch mal, mit einer Beratung in Familienrecht die ganze Konstellation auf günstige Füße zu stellen. Der Vater + Ziehmutter sind ja verheiratet, das klingt erstmal günstig. Aber es sagt nicht aus, in welcher Konstellation der Ziehsohn zur Ziehmutter steht (z.B. Adoption? Sorgerecht?).


    Die Reaktion der Lehrer finde ich richtig, Schüler, die in dem Maße stören, von den Eltern abholen zu lassen. Denn da passen Grundvoraussetzungen nicht und es ist nicht einzusehen, warum das Störverhalten des einen die ganze Klasse mit beeinträchtigen soll.


    Ein/e Lehrer/in muss keine "Rowdies bändigen" (die Maßnahmen sind eh begrenzt und Kinder merken dass, für eine Bändigung per Sprache fehlt es an Sprachverständnis, damit sind die Möglichkeiten schnell erschöpft: körperlich geht nicht, sprachlich durch Tadeln, Mahnen, Rügen gibt's kein Verständnis der Worte an sich), schon gar nicht in der Klasse, sondern Erziehung ist Sache der Eltern, Vergehen sind Sache der Polizei, Hilfe in med./psychotherapeutischen Fragen ist Sache von Ärzten/Therapeuten, für die Integration gibt's Integrationshelfer. Die ablehnende Reaktion der Mitschüler finde ich verständlich. Wer mal mit Gewalt/Schlägen/Treten konfrontiert wurde, und dann täglich diese Störung und damit das unsoziale Verhalten wahrnimmt, wie soll der denn anders reagieren als mit Missbilligung und Ablehnung? Das komplexe Ursachen-Bild dieses 8-Jährigen kann doch ein anderer 8-Jähriger gar nicht verstehen. Das Kind sieht nur: der haut mich und stört, und ich kann noch nicht mal (deutsch) mit ihm/ihr sprechen.


    Die große Chance für den Jungen sind die Menschen, die bisher nicht von ihm geschlagen wurden und es gut mit ihm meinen.


    Ich denke, das wären zu überlegende Maßnahmen:


    0) Es ist Spekulation, aber anzunehmen, dass die eigentliche Mutter und die Großeltern mit der Erziehung des Kindes überfordert waren. Da muss also vermutlich viel nachgeholt werden. Der Junge wird vom Lebensalter zwar 8 sein, aber an sich noch nicht so geistig weit oder reif.


    1) Der Vater braucht Nachhilfe in Elternverhalten, und damit quasi einen "Elternführerschein". Er ist ja auch noch nicht lange mit der Aufgabe konfrontiert. Es ist anzunehmen, dass der Vater aber an sich für das Kind zwar ein biologischer Vater ist, aber überhaupt nicht vom Kind in der Rolle eines sozialen Vaters gesehen wird. Für den Jungen kann er auch nur ein "entfernter Onkel" wahrgenommen werden.


    2) Der Junge muss Deutsch lernen. Wenn Vater und Ziehmutter sich sprachlich verständigen können (davon gehe ich jetzt mal aus, es kann ja nicht alles im Argen liegen), dann kann da eine Menge zuhause gehen, braucht aber eben einen großen Einsatz der Eltern. Vater in Muttersprache mit dem Kind, Vater in Deutsch mit der Ziehmutter, Ziehmutter mit Deutsch als Muttersprache in einer Lehrerinnen-Rolle.


    3) Der Junge braucht eine Sozialisation, und damit ein schulkonformes Verhalten.


    4) Für die Hintergründe, Analyse, Zusammenhänge, Therapievorschläge und Erziehungsvorschläge kann ein/e Kinderpsychotherapeut/in hilfreich sein, entweder eine/r mit Deutsch als Muttersprache (leichter zu finden) oder mit der Muttersprache des Kindes (sicherlich schwerer hier zu finden). Denn wieder: Sprache ist der gängige Weg zwischen dem Kind und dem/der Kinder-PT/in.


    5) Der Vater sollte überlegen, inwiefern er den Kontakt des Jungen in das Herkunftsland (und damit zu seinen Verwandten) erhält. Auch welche Rolle die leibliche Mutter und die Großeltern noch als Bezugspersonen für den Jungen spielen, selbst wenn sie mit der Erziehung überfordert waren.


    6) Die Ziehmutter sollte sich überlegen, was sie wirklich schaffen kann: kleines Baby, Ziehsohn erziehen und Deutsch lehren, ggf. dann noch Arbeit wären schon drei Sachen.


    7) Zeitliche und finanzielle Aspekte sollten überlegt werden: wer macht in der Familie welche Aufgabe, wer arbeitet und verdient Geld, welches Einkommen von staatlicher Seite gibt es sonst, wenn sich beide der Elternzeit/Kindererziehung widmen (zumindest für eine gewisse Zeit). Wieviel Zeit zieht das Baby weg, was die Eltern für den großen bräuchten? Welche Unterstützung gibt es von den Verwandten (z.B. Eltern, Geschwister) der Ziehmutter. Ist ein Nachzug unterstützender Verwandter des Vaters möglich/denkbar? Also wirklich mal so fundamentale Dinge.


    Ganz schwierig wird die Kiste, wenn die Heirat der Ziehmutter und des Vaters eine Scheinehe sein sollte (die betroffenen nennen es dann "Schutzehe"), also eine zwar aufopferungsvolle Tat (damit der dann Ehemann bessere Aufenthaltschancen hier hat), aber keine echte emotionale Verbindung zwischen Mann und Frau. Sorry, wenn ich das einfach mal so frei als Möglichkeit einbeziehe. So selten wäre das nicht. Und selbst ein Kind kann daraus entstehen (das Baby), nicht immer ist das Produkt einer innigen Liebe.

    Zitat

    meine Freundin und ihr Mann reden auch mit dem Jungen und er "Weiß" dann auch das es falsch ist. Aber er nennt keinen Grund, warum er das tut.

    Für eine konstruktive Erziehung braucht der Junge ein Vorbild, was richtig ist. Und das Lob, wenn er dieses richtige tut. Die Konzentration darauf und warum er "das Falsche" tut, ist dann immer noch wichtig, aber meiner Meinung nach erst an zweiter Stelle.

    wie die Lehrerin das handhabt Problem handhabt finde ich äußerst eigenartig aber da von ihrer Seite keine Unterstützung kommt muss man das Fehlverhalten des Jungen anders angehen....


    professionelle Hilfe ist unbedingt notwendig, die dysfunktionale Beziehung zur Mutter allein ist Grund genug - so kann der Junge diese aufarbeiten und ihm bleibt wohl einiges erspart, denn die Eltern brauchen nicht glauben dass ein 8-jähriger der sich auffällig verhält von selbst "ruhig" wird, erst recht nicht in der Pubertät die bevorsteht!


    was man probieren könnte wäre ein Verstärkerplan - das heißt:


    jeden Tag an dem der Junge eine bestimmte Zeit lang (anfangs 1 Stunde, wenn das klappt kann man die Zeit steigern) nicht herumgeht etc. in der Klasse, wird auch ein Blatt nett gestaltetes Papier ein Smiley oder sonstiger Sticker aufgeklebt, bei 3 Stickern bekommt er eine kleine Belohnung, oder er spart die Sticker bis er z.B. 9 beisammen hat und bekommt dann eine große Belohnung.


    das System kann man beliebig abwandeln, wichtig wäre dass die Lehrerin mitspielt, und eine Unterstützung durch professionelle Hilfe wäre wie oben beschrieben auch notwendig.

    Zitat

    Aber die Schule hat einen sogenannten Ruheraum. In dem musste der Junge dann selbständig und unter Aufsicht einer Person Arbeitsblätter bearbeiten. Das hat insofern gut funktioniert weil er nur so gezielt gefördert werden konnte. Die Schule hat zusammen mit den Eltern dann einen Integrationshelfer (meine Freundin) beantragt.

    Danke, Das ist doch mal was.

    Zitat

    Es ist anzunehmen, dass der Vater aber an sich für das Kind zwar ein biologischer Vater ist, aber überhaupt nicht vom Kind in der Rolle eines sozialen Vaters gesehen wird. Für den Jungen kann er auch nur ein "entfernter Onkel" wahrgenommen werden.

    Der Vater ist shcon Vater gewesen, aht aber eben viel gearbeitet, das er an die Ex-Frau Kindesunterhalt zahlen musste, die Großeöltern unterstützt hat und ja auch für sich selbst dorgen musste.

    Zitat

    professionelle Hilfe ist unbedingt notwendig, die dysfunktionale Beziehung zur Mutter allein ist Grund genug - so kann der Junge diese aufarbeiten und ihm bleibt wohl einiges erspart, denn die Eltern brauchen nicht glauben dass ein 8-jähriger der sich auffällig verhält von selbst "ruhig" wird, erst recht nicht in der Pubertät die bevorsteht!

    Ist auch menie Meinung.

    Zitat

    Ganz schwierig wird die Kiste, wenn die Heirat der Ziehmutter und des Vaters eine Scheinehe sein sollte (die betroffenen nennen es dann "Schutzehe"), also eine zwar aufopferungsvolle Tat (damit der dann Ehemann bessere Aufenthaltschancen hier hat), aber keine echte emotionale Verbindung zwischen Mann und Frau. Sorry, wenn ich das einfach mal so frei als Möglichkeit einbeziehe. So selten wäre das nicht. Und selbst ein Kind kann daraus entstehen (das Baby), nicht immer ist das Produkt einer innigen Liebe.

    Nein ich kenne beide und es ist eine Liebesehe, keine Scheinehe.


    Deswegen war meine Freundin ja auch einverstanden den Jungen zu sich zu holen.

    Zitat

    Und weiterhin ist die einzige Maßnahme der Lehrerin, die Eltern anzurufen und den Jungen abholen zu lassen.

    Das ist die einzige Maßnahme, die die Eltern mitbekommen. Was tatsächlich vorher im Klassenzimmer abgelaufen ist, wisst ihr nicht.


    Ein Kind abholen zu lassen ist tatsächlich das letzte Mittel, um einem Kind beizukommen (und auch, um den Eltern die Dringlichkeit klar zu machen). Es geht hier auch um den Schutz der Mitschüler, die ein Recht auf (ungestörten) Unterricht haben.


    Dass der Junge zu Hause "normal" ist, sagt mir noch zu wenig. Die Situation daheim ist eine völlig andere, als die Schulsituation. Wie ist der Ton, den Eltern gegenüber? Wie reagiert der Knabe, wenn er etwas tun muss, wenn er nicht seinen Willen bekommt? Welche Regeln und Strukturen gibt es?


    Ja, ich sehe es auch so, dass die Eltern sich Hilfe holen sollten. Das ist keine Schande. Im Gegenteil: Das zeigt, dass sie erwachsen mit dieser schwierigen Situation umzu gehen versuchen. Auch, dass ihnen am Wohlergehen ihres Sohnes wirklich etwas liegt. Denn die Uhr tickt. Je länger gewartet wird, desto schwieriger wird es.


    In Zusammenarbeit mit einem Therapeuten kann dann ein Plan erarbeitet werden, mit dem das Kind lernt, sich in der Schule zurechtzufinden. Wo es klare Strukturen und Konsequenzen gibt. Dieses Kind braucht Halt. Seine Welt ist nämlich so ziemlich auseinander gefallen.

    Also ich bin Lehrerin. Und das Verhalten der Schule ist normal und folgerichtig. Auch ich hatte schon Kinder, die absolut nicht hören. und das hat nichts mit fehlendem Durchsetzungsvermögen zu tun. Ein emotional normal entwickeltes Kind reagiert spätestens, wenn es eine pädagogische Maßnahme erhält (10 mal schreiben "Ich laufe nicht im der Klasse umher" oder wenn es in der Pause drin bleiben muss oder ähnliches). Wemm ein Kind auch nicht auf Nachhauseschickrn reagiert, gibt es aus meiner Erfahrung zwei mögliche Gründe, die auch gleichzeitig vorliegen können.


    1. Die Eltern ziehen nicht qm selben Strang wie die Schule. Das Kind wird z.b. heim geschickt und zu Hause schimpfen die Eltern dann wie unfair die Schule sei uns gehen zur Belohnung zu Mc Donalds etc. Richtig wäre : Das Kind bekommt Medienverbot muss die Dauer der versäumten Schulzeit plus 1 Stunde am Tisch Aufgaben bearbeiten etc.


    2. Das Kind hat Defizite in seiner emotionalen Entwicklung. Das könnte in obigem Fall ebenso vorliegen. DAs Kind versucht in der Schule mit allen Mitteln Aufmerksamkeit zu bekommen. Ob negativ oder positiv ist ihm egal. So Kinder sind nur mit sonderpädagogischen Maßnahmen zu handeln. Hier würde ich auf jeden Fall den Eltern raten professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. und je nach Ausprägung wäre aucv darüber nachzudenken, ob das Kind nicht besser an einer Förderschule für emotionale Entwicklung aufgehoben wäre.

    Ich bin natürlich weder Lehrer, noch Pädagoge, aber meine Vermutung wäre ja erstmal, dass der Bub sich daheim wohler fühlt und inzwischen deswegen solange stört, bis er aus der Schule abgeholt wird. Wäre für mich als Kind auch verständlich gewesen: "hier isses doof, keiner mag mich, ich versteh nicht viel, ich will nach Hause - wenn ich genug störe, ruft die Lehrerin daheim an und ich werde abgeholt". Tjo. Ich find den Beitrag von KleineHexe besonders nachvollziehbar und hilfreich.

    Zitat

    Dass der Junge zu Hause "normal" ist, sagt mir noch zu wenig. Die Situation daheim ist eine völlig andere, als die Schulsituation. Wie ist der Ton, den Eltern gegenüber? Wie reagiert der Knabe, wenn er etwas tun muss, wenn er nicht seinen Willen bekommt? Welche Regeln und Strukturen gibt es?

    Was ich mitbekommen ist er ebennormal. erhört, manchmal mehr, manchmal weniger. Einfach ein normaler Junge.


    Es gibt Regeln, wie wahrscheinlich überall.

    Zitat

    Die Eltern ziehen nicht qm selben Strang wie die Schule. Das Kind wird z.b. heim geschickt und zu Hause schimpfen die Eltern dann wie unfair die Schule sei uns gehen zur Belohnung zu Mc Donalds etc. Richtig wäre : Das Kind bekommt Medienverbot muss die Dauer der versäumten Schulzeit plus 1 Stunde am Tisch Aufgaben bearbeiten etc.

    Nein Definitiv nicht. Zumindest bei meiner Freundin. Es gibt Ärgern, sie reden mit ihm, sagen ihm dass es falsch ist und er muss dan nzu Hause auch seine Aufgaben machen.

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    Das Kind hat Defizite in seiner emotionalen Entwicklung. Das könnte in obigem Fall ebenso vorliegen. DAs Kind versucht in der Schule mit allen Mitteln Aufmerksamkeit zu bekommen. Ob negativ oder positiv ist ihm egal. So Kinder sind nur mit sonderpädagogischen Maßnahmen zu handeln. Hier würde ich auf jeden Fall den Eltern raten professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen

    Ein guter HInweis. Durch die verzwickte Mutter-Situation denke ich auch das vorher einiges Schief gelaufen ist. Die geroßeltern haben dann wohl versucht, die Ablehnung der Mutte rmit zu viel Güte aufzufangen. Und nun ist der Kleiner Kerl völlig durcheinander.

    Zitat

    Wäre für mich als Kind auch verständlich gewesen: "hier isses doof, keiner mag mich, ich versteh nicht viel, ich will nach Hause - wenn ich genug störe, ruft die Lehrerin daheim an und ich werde abgeholt".

    DAS ist ja mal ein guter Gedanken. Das würde es echt erklären. :)^ :)=

    Zitat

    Ihm ist das peinlich, das ist ehrlos, wenn der Junge zum "Psychiater" geht.

    mhhh, da sollte der gute Mann aber erstmal umdenken. Ehrlos ist eher, seinen Sohn zwischen den Großeltern und einer Mutter, die ihn eigentlich nicht will, hin-und-herreichen zu lassen, während er sich im Ausland ein neues Leben aufbaut.


    Dass der Junge jetzt gerne zu Hause ist und auch gerne aus der Schule nach Hause geschickt werden will - wer mag es ihm verübeln? Wird er doch endlich jetzt mal in eine Familie integriert. Denn natürlich fühlt er sich in der Schule erstmal nicht besonders wohl, neues Land, neue Sprache, keine Freunde etc.


    der Junge braucht Hilfe, die ganze Familie braucht Hilfe und der Vater möge doch bitte mal von seinem "Ehrenkodex" runter kommen und einsehen, dass dieses Kind nur ein Produkt seines bisherigen unstrukturierten Lebens ist und nun eine Stabilität und helfende Hände braucht.

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    Leider funktioniert diese pädagogische Maßnahme wohl nicht,. Der Junge stört weiterhin. Und weiterhin ist die einzige Maßnahme der Lehrerin, die Eltern anzurufen und den Jungen abholen zu lassen.

    So viele andere Maßnahmen gibts da auch nicht, die anderen Kinder haben auch ein Recht, in Ruhe zu lernen. Und man kann als Lehrer nicht viel machen außer rumschreien, Strafen verhängen. Vor die Tür stellen wird schon schwierig wegen Aufsichtspflicht. Kann man machen, man hat als Lehrer aber auch voll das Recht, diese Maßnahme abzulehnen (einfach weil man in der Sch... sitzt, wenn irgendwas passiert). Ist eigentlich ja verboten. Bei mir gehen die maximal 5 Minuten vor die Tür und auch nur Kinder, die verlässlich sind. Ein Kind was nichtmal im Unterricht auf mich hört gehört da eher nicht dazu. Ein Kind bei uns wird auch fast jeden Tag abgeholt, der lacht über Strafen nur noch und erbittet mehr Strafen, wenn er abgeholt wird freut er sich noch und Belohungssysteme funktionieren auch nicht (wenn er ne Woche brav war, kriegt er was Süßes oder so). Das Problem ist eigentlich nur, dass man 8jährige nicht unbeaufsichtigt aus dem Unterricht entfernen kann, wenn sie nicht hören, deshalb werden sie abgeholt damit die Eltern die Aufsicht übernehmen.


    Schlagen kann man sie auch nicht. :-/ Also wenn die Kinder nicht wollen, dann muss man das irgendwann akzeptieren und eben sagen: wenn du nicht willst, dann geh! Im Grunde sind Kinder, die sich überhaupt nicht anpassen können, nicht beschulbar und müssen halt zuhause bleiben. Bei uns (und eigentlich an fast jeder Schule) unterschreiben Eltern eine Schulordnung und in der steht dann auch sowas drin, dass Kinder, die andere schlagen oder sich sonstwie nicht an Regeln halten vom Unterricht ausgeschlossen werden. Und bei Minderjährigen bedeutet das, dass die Eltern die Aufsicht übernehmen müssen, das Kind muss dann nach Hause. An manchen Schulen gibts auch Aufsichtspersonal und Extraräume aber eben nicht an allen.

    Zitat

    Was meine Freundin enorm stört, ist, dass die Lehrerin es nicht auf die Reihe bekommt, den Jungen zu "erziehen". Auch wenn das jetzt vielleicht missverständlich rüberkommt. Was ich meine: Sie kann sich bei ihm keinen Respekt verschaffen. Er hört nicht auf sie.

    Darüber kann ich nur lachen. Hier fruchtet ja nichtmal die Erziehung der Eltern, wenn selbst die sagen er soll sich benehmen und er tut es wieder nicht. Die Lehrerin ist eine fremde Person, auf die hört man dann halt erst recht nicht, ist doch klar.


    Dann kommt ja vermutlich noch ein kulturelles und ein Sprachproblem dazu. Kinder, die nur schlecht deutsch sprechen, kann man nicht mal eben erziehen, wenn die einen nicht verstehen. Nach einem halben Jahr wird er auch nicht immer alles verstehen, was man von ihm will. Und je nachdem welche Kultur das ist, lässt er sich einfach von ner LehrerIN nichts sagen. Das kann und wird aber nunmal in Deutschland nicht geduldet werden, da geht das Kind halt nach Hause. Das finde ich auch richtig so. Du musst bedenken, wir Lehrer haben verfassungsmäßige Vorschriften einzuhalten bzw. sind sogar darauf vereidigt und da gehören halt Grundrechte dazu. Wenn andere Kinder geschlagen werden, ist das zu unterbinden und männliche Kinder haben auch auf weibliche Lehrer zu hören, weil die Geschlechter hier gleich viel Wert sind.

    Danke für die ganzen Inputs und Meinungen.


    Es ist nur wohl noch einmal eskaliert und nun hat auch der Vater eingesehen, dass dem Jungen geholfen werden muss.


    Sie suchen jetzt vorrangig einen Kinderpsychiater, der jetzt erstmal anfangen soll die ganze Sachen mit der Mutter und der geänderten Lebenssituation aufzuarbeiten und dahingehend Hilfestellung zu geben.

    Ich finds prima, dass der Vater das nun endlich eingesehen hat und dem Buben wünsch ich alles Gute für die Zukunft. Wenn alle zusammen arbeiten, bekommen sie es sicher hin :)*