• Hochbegabung. Wann und wo kann man sowas testen?

    Da uns praktisch jeder sagt, unsere 5 1/2 jährige Tochter wäre sehr weit für ihr Alter (schon immer gewesen), bei mir selbst wahrscheinlich eine Hochbegabung nicht erkannt wurde (mit entsprechenden Folgen in meinem Leben jetzt -> das will ich ihr verständlicherweise ersparen), wollte ich gerade mal nachfragen, wie wir als Eltern am Besten reagieren…
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    Ich kann das absolut nicht nachvollziehen warum es immer heißt, das (G8)- Abi wäre geschenkt.

    Kann es sein, dass du vom bayrischen Abitur redest?

    Das sächsische Abitur ist seit 1949 G8 und entspricht annähernd dem Niveau des bayrischen Abiturs.


    Falls G8 irgendwo geschenkt sein sollte, dann allenfalls in einem der Länder, die das nach der Jahrtausendwende eingeführt haben. Und auch da würde ich mich nicht festlegen.

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    In NRW gibts das Abi dagegen ziemlich geschenkt.

    Da sich auch Studiengänge je nach Fachrichtung erheblich im Niveau unterscheiden, können die Karten nach dem Studium schon wieder anders gemischt sein. Man sollte denke ich keinen Keil reintreiben, wo keiner hingehört. Bremen ist natürlich unabhängig davon nicht zu retten.

    @ Racisa

    Ja, klar, wenn du als "Normbereich" Mittel minus eine Standardabweichung bis Mittel plus eine Standardabweichung definierst (beim IQ also 85 bis 115), dann hast du absolut recht. Aber ist das eine übliche Definition von "Normbereich"? Immerhin fällt damit etwa ein Drittel aus dem "Normbereich" hinaus.


    Aber egal, es ist nun klar, was du gemeint hast, und das ist völlig korrekt.

    Um mal wieder zum Thema zurückzukehren: Mensa bietet Tests für Menschen erst ab einem Alter von 14 Jahren an, akzeptiert aber für Jüngere Tests von anerkannten anderen Stellen, d.h. diese können dann trotzdem Mitglied werden. Die Tests bei Mensa kosten im Moment 49€. Wenn du selbst glaubst, hochbegabt zu sein, dann kannst du dich ja selbst testen lassen - eine Hochbegabung verschwindet grundsätzlich nicht im Laufe des Lebens, auch wenn sie nicht erkannt wurde. Dass du deiner Tochter die Nachteile einer unerkannten Hochbegabung ersparen willst, finde ich gut. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man als Kind durchaus darunter leiden kann. Ob die Anhaltspunkte, die du nennst, wirklich auf eine Hochbegabung hindeuten, kann dir hier vermutlich niemand sagen. Ich selbst habe z.B. mit drei Jahren die Reclam-Hefte meiner Eltern gelesen. Ich kenne aber auch jemanden von Mensa, dessen Hochbegabung eher "unklassisch" dadurch aufgefallen ist, dass er als Kind sämtliche Weihnachtslieder sofort auswendig wusste. Ich denke, da gibt es kein Schwarz/Weiß. Sprich doch am besten mal mit eurem Kinderarzt oder eurer Kinderärztin. Wenn deine Tochter fünf Jahre alt ist und bald eingeschult wird, kannst du das Thema ja vielleicht auch bei der Schuluntersuchung ansprechen. Alles Liebe!

    @ Fe.:

    So habe ich das zumindest in Bezug auf den IQ mal gelernt. Wie sinnvoll das ist, ist ja nochmal eine ganz andere Frage :=o

    @ fe

    An einer Gesamt-Uni in NRW wusste ich von einigen die HZB. Diejenigen mit NRW-FHreife haben das Vordiplom nicht überlebt, Schwierigkeiten waren Mathe, Deutsch, Englisch (musste man als Brückenkurs zur fachgebundenen Hochschulreife machen).


    Diejenigen mit Allgemeiner Hochschulreife vom Gym kamen besser durch, aber die studentischen Tutoren waren durch die BANK! Studenten, die in Bayern die FH-Reife (!) gemacht hatten, das hat sie mehr als die Abiturienten aus NRW qualifiziert.


    Und hier im Süden kenne ich Lehramtsstudierende aus NRW, die fachlich total überfordert sind, weil ihnen von der Schule im Vergleich zu den Abiturienten aus den anderen Bundesländern soviel fehlt. Eine hat mir das mal ziemlich drastisch geschildert, sie meinte, sie hätte das vorher auch nie gedacht, aber sie lebt im Süden bei ihrer Tante, eben für das STudium und das, was ihre Cousine nun in der Mittleren Reife macht, hat sie im Abi gehabt.

    Ich halte es für die Entwicklung eines Kindes nicht unbedingt vorteilhaft, wenn man versucht, ein Kind in irgendeine Kategorie reinzupassen. Dem Kind müssen entwicklungsbedingt genügend Angebote gemacht werden, damit das Kind vielfältige Dinge der Natur und der Menschen wahrnehmen kann. In der Kommunikation sollten sich vor allem Erwachsene darum bemühen, dem aktuellen Entwicklungsstand des Kindes gerecht zu werden- das Alter ist nur ein näherungsweiser Orientierungswert. Eine leichte Überforderung ist dabei nicht unbedingt von Nachteil, um die Entwicklung voranzutreiben. Je intelligenter ein Kind ist, umso neugieriger ist es in der Regel, umso flexibler reagiert es auf neue Erfahrungen und Wahrnehmungen- deswegen sollten dementsprechend auch Angebote zum Spielen, zum Kommunizieren und Wahrnehmen gegeben werden. Sofern sich Eltern und andere Personen am aktuellen Entwicklungsstand orientieren, sollte es für kein Kind größere Probleme geben- egal wie intelligent es ist, das ist vollkommen unabhängig von der Begabung und dem Alter des Kindes, eben weil es sich am Entwicklungsstand orientiert- ein begabteres Kind kann sich in manchen Dingen schneller entwickeln und kann dadurch dem Durchschnitt der Kinder gleichen Alters in seiner geistigen Entwicklung voraus sein.


    Es können vor allem Probleme beim Spielen mit gleichaltrigen Kinder auftreten, wenn der Entwicklungsstand des Kindes deutlich von dem Median der Entwicklung in dieser Altersgruppe abweicht. Deswegen kommt es sehr stark darauf an, das Kind stärker sozial zu ertüchtigen, damit es nicht als Außenseiter und Sonderling wahrgenommen wird- das trifft auch auf bestimmte Inselbegabungen zu. Mitunter muss es stärker begleitet werden, damit es nicht nur geistig mit älteren Kindern mithält, sondern vor allem auch sozial. Intelligente Kinder sollte man nicht an der Entwicklung hindern und sie mit Dingen/Aufgaben zum Wahrnehmen und Denken "füttern". Genaugenommen ist für begabtere Kinder nicht das Problem der Förderung (das erledigt ein begabtes Kind ziemlich selbständig, sondern das Problem der Behinderung der Entwicklung, indem man dem Kind nicht entwicklungsgemäß genug zutraut und es von diversen Spielen und Beschäftigungen abhält. Gute Bücher, gute anregende Spiele sind gerade für begabtere Kinder sehr wichtig. Es geht dabei nicht so sehr um das Erklären oder helfen- das ist für weniger begabte Kinder wesentlich bedeutsamer.


    Um es drastisch zu formulieren: Ein begabtes Kind in einem schwarzen dunklen Kasten ohne Kommunikation entwickelt sich nicht- da kann es noch so begabt sein. Gute Eltern beobachten ihr Kind gut. Kinder, die genügend Angebote haben, diese aber nicht wahrnehmen, sind in der Regel diesbezüglich nicht besonders begabt/intelligent- diese Kinder müssen wesentlich stärker an Dinge herangeführt werden, sie bedürfen intensiverer Betreuung und Hilfe. Meine Meinung ist z.B., dass sich intelligente Kinder nicht langweilen, sofern ihnen genügend Freiheiten und Angebote/Motivation gegeben werden- intelligente Kinder wissen sich sehr gut selbst zu beschäftigen, sie sind besonders neugierig, sofern sie nicht z.B. durch Erwachsene daran gehindert werden.

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    An einer Gesamt-Uni in NRW wusste ich von einigen die HZB. Diejenigen mit NRW-FHreife haben das Vordiplom nicht überlebt, Schwierigkeiten waren Mathe, Deutsch, Englisch (musste man als Brückenkurs zur fachgebundenen Hochschulreife machen).


    Diejenigen mit Allgemeiner Hochschulreife vom Gym kamen besser durch, aber die studentischen Tutoren waren durch die BANK! Studenten, die in Bayern die FH-Reife (!) gemacht hatten, das hat sie mehr als die Abiturienten aus NRW qualifiziert.


    Und hier im Süden kenne ich Lehramtsstudierende aus NRW, die fachlich total überfordert sind, weil ihnen von der Schule im Vergleich zu den Abiturienten aus den anderen Bundesländern soviel fehlt. Eine hat mir das mal ziemlich drastisch geschildert, sie meinte, sie hätte das vorher auch nie gedacht, aber sie lebt im Süden bei ihrer Tante, eben für das STudium und das, was ihre Cousine nun in der Mittleren Reife macht, hat sie im Abi gehabt.

    Vielen, vielen Dank, criecharlie, für diese Bestätigung dessen, was ich immer wieder sage: Zumindest hier in NRW ist das Schulsystem völlig auf den Hund gekommen. Die Abschlüsse sind nichts mehr wert.


    Wenn ein hiesiger Abiturient wenigstens das kann, was man mit der mittleren Reife können sollte, dann ist das schon ein überdurchschnittlich guter Abiturient.


    Darf ich fragen, wie alt deine oben geschilderten Erkenntnisse sind? Denn in den letzten 15 Jahren ist das in NRW nochmal kräftig abwärts gegangen.

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    Ich kann da praktisch alle Punkte bejahen - bis auf "sensibel für zwischenmenschliche Beziehungen", da ist sie zu arg Egomanin

    Ich denke nicht dass dein Kind HB ist.


    Es gibt Menschen die sind schneller oder besser indem was die allgemeinheit als intelligent bezeichnet, haben aber dafür Defizite in anderen Bereichen wie z.b.der emotianalen Intelligenz.


    Die Frage ist nicht ob deine Tochter weiter ist, sondern warum deine Tochter liest und schreibt, mit Erwachsenen plaudert statt mit gleichaltrigen aber dafür geringe emotionale Intelligenzentwicklung aufweist.


    Soziopathen und einige andere psychisch Gestörte sind oft auch herausragend was IQ angeht. Das sie aber keinerlei Intelligenz verfügen sich in andere hineinzuversetzen und nach fühlen zu können, lässt man dabei außer Acht. Dabei gehört dazu auch Intelligenz.


    Wenn man mit jeder Hand etwas anderes zur gleichen Zeit macht,


    weist man nicht so grosse Erfolge in einem der Dinge auf, wie jemand der für eine Sache beide Hände benutzt.


    Bei deiner Tochter liegt vielleicht nur eine unausgewogene Entwicklung vor. Andere Kinder nutzen halt mehr Resourcen im Kopf um emotional zu reifen und nutzen ihre Energie und Potential nicht fürs Lesen und Schreiben. Deine Tochtee hat wegen ihrer Fähigkeiten nicht automatisch ein höheres geistiges Potential. Sie nutzt es vielleicht nur einseitiger als die anderen.


    Du bist auch so stolz darauf, dass sie Egomanin ist. Das ist nichts worauf man stolz sein sollte. Das ist ein Defizit und kommt von den Eltern, wenn das Kind keine gravierenden geistigen Defizite hat.


    Ich befürchte auch wie du mit dem Thema umgehst, dass deine Tochter eher 'verzogen' ist. Zuviel Aufmerksamkeit und Hochlobung von den Eltern bekommt und dashalb schlecht mit anderen gleichaltrigen umgehen kann.


    Damit will ich nicht sagen, dass deine Tochter falsch ist, aber ich sehe bei so Eltern wie dir die Gefahr, dass sie durch ihre innere Haltung und Aufmerksamkeit, das Kind nicht auf die Richtige Bahn bringen und ihre emotionale Intelligenz nicht fördern sondern kaputt machen mit ihren Ansprüchen.


    Und Lesen und Schreiben mit 5 1/2 ist nichts besonderes. In England und Frankreich und vielen anderen Ländern gehen die Kinder mit 5 zur Schule und können dementsprechend mit 5 1/2 lesen und schreiben.


    Also nichts herausragendes. Hier in Deutschland werden die Kinder nur zu lange in Watte gepackt.


    Für mich ist ein hochintelligenter Mensch jemand, der emotionale und rationale Intelligenz besitzt. Also neben hohen IQ auch feinfühlig ist und Dinge wahrnimmt die andere nicht so einfach wahrnehmen und nicht nur Lesen und Schreiben und Wissensdrang besitzt.


    Es gibt auch HBs, die eben nicht dieses Cliche vom Wunderkind das früh Lesen und Schreiben lernt und nur mit Erwachsenen rum hängt, erfüllen.


    Und die mit gesunder hoher Intelligenz und halbwegs cleveren Eltern brauchen auch keine Förderprogramme. Das sind immer die, die ein grosses Defizit irgendwo haben, die Extrabetreung brauchen.

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    Hier in Deutschland werden die Kinder nur zu lange in Watte gepackt.

    Nur weil sie nicht früh Lesen und Schreiben lernen, bedeutet es nicht, dass sie ungebildet bleiben.


    Junge Menschen können durchaus schon viel erfahren und lernen, ohne dass sie lesen und schreiben können.

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    Für mich ist ein hochintelligenter Mensch jemand, der emotionale und rationale Intelligenz besitzt.

    Naja, Intelligenz kennt viele Facetten. Und Menschen mit kritischem Denken werden auch gerne mal als emotionale Tollpatsche verschrien- was emotionale Intelligenz genau sein soll, ist für mich nicht einfach zu erschließen. Manche meinen, ein Mensch, der mit anderen Menschen gut auskommt, wäre emotional intelligent, andere würden das wohl eher als Opportunisten bezeichnen.


    In der Geschichte gab es z.B. so manche "eigenartige" Menschen, denen ich eine hohe Intelligenz niemals absprechen würde: Henry Cavedish oder Isaac Newton würde ich z.B. dazu zählen.


    Ein intelligenter Mensch ist meines Erachtens jemand, der mit einer bestimmten Wissensbasis flexibel auf neue Probleme reagieren kann, diese lösen kann oder jemand, der weitreichende Prognosen stellen kann, die sich reproduzierbar erfüllen.


    Ich sehe bei Kindern oft das Problem, wenn sie bestimmte Interessen und Neigungen sehr einseitig verfolgen, dies sich zwar auf die einseitige Neigung sehr positiv auswirken kann, es aber im Alltag für diese Kinder größere Probleme geben kann, weil andere Fähigkeiten, die im Lebensalltag wichtig sind, verkümmern. Ich denke, hier ist es Aufgabe der Eltern, die Kinder auch für die Entwicklung von Fähigkeiten zu motivieren, die nicht unbedingt im vordergründigen Blickfeld der Kinder liegen. Ich nenne es mal Allgemeinbildung, die keinesfalls Begabungen und Spezialinteressen und Fähigkeiten unterdrücken muss.


    Mitunter kommt es für manche Kinder mit Spezialinteressen zu Konflikten mit anderen Kindern, weil andere Kinder die Spezialinteressen in keiner Weise nachvollziehen oder teilen können. Oft hilft es, Kinder mit ähnlichen Interessen zu finden, die dann als Freunde und weitere Bezugspersonen dienen können.


    Ich sehe im frühen Lesen und Schreiben können auch noch keine besondere Hochbegabung. Das ist ähnlich wie mit gut rechnen können- es gibt Kinder, die kognitiv gesehen nicht in der Lage sind, einen normalen Schulabschluss mit mittlerer Reife zu erlangen, die aber hervorragend im Kopf rechnen können ...


    Zudem dürften Hochbegabungen- die etwas komplexer als eine sehr spezielle Fähigkeit sind. in aller Regel erst nach dem 10 Lebensjahr feststellbar sein.


    Mir war es immer egal, ob meine Kinder oder ich hochbegabt sind- sie und ich sollen ein freudvolles erfüllendes Leben führen. Da ist es ziemlich egal, ob man sich den Orden "hochbegabt" an sein Revers hängen kann.


    Und vieles kann ein Kind auch erlernen ohne dass es von sich aus besonderes Interesse zeigt oder diesbezüglich genetisch besonders gut geprägt ist, wenn man es hinreichend gut motiviert, damit es im Leben gut klar kommt.

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    Du bist auch so stolz darauf, dass sie Egomanin ist. Das ist nichts worauf man stolz sein sollte.

    Hab ich nirgends geschrieben. Im Gegenteil, ich kritisiere bei ihr ständig, daß sie z.B. nicht mal auf ihre Mama (wir sind getrennnt) Rücksicht nehmen kann, wenn sie gestresst von der Arbeit kommt. Ich sage ihr das auch deutlich, daß sie mit 5 so langsam mal sowas wie Empathie entwickeln könnte. Da seh ich bei meiner Ex-Partnerin ein Defizit, daß sie sich nicht gegenüber ihrer Tochter durchsetzen kann. Sind jetzt alles Defizite im sozialen Bereich, wie auch bei Gleichaltrigen im KiGa, was jetzt nix mit meiner angedeuteten HB zu tun hat, wie auch schon criecharlie geschrieben hat. Wiegesagt, hat alles noch Zeit, ich (wir) warte(n) erstmal die weitere Schulentwicklung ab, ich wollte jetzt nur mal reinhorchen, wie eure Meinungen dazu sind. Meine evtl. HB hat sich erst herausgestellt, als ich im Erwachsenenalter wg. psych. Erkrankung in der Psych war und ein IQ von 140-150 (hatte mehrere Tests, evtl. nicht ganz regulär) hatte. Entsprechend will ich ihr das nat. ersparen, nur weil etwas nicht erkannt wurde, sich später mit den Folgeschäden auseinandersetzen zu müssen, deshalb möglichst frühzeitig einzugreifen und mal zu differenzieren, was von der Erziehung kommt und was von evtl. HB.

    Ich denke, ein IQ Test bzw. der Wert als Ergebnis werden Dir allein gar nichts bringen. Aber ein geeigneter Test beim Psychologen liefert Dir mit Sicherheit ein paar mehr Erkenntnisse als nur diesen Wert und alles, was Dir hilft, Dein Kind besser zu verstehen, ist gut.

    Meine Kinder sind durch die Bank mehr oder weniger auffällig, u.a. zieht sich die HB wie ein roter Faden durch und verursacht uns immer wieder Kopfschmerzen, auch, weil der Asperger oft mitschwingt, mehr oder weniger, wie gesagt.


    Als wir unsere ersten Erfahrungen mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie gemacht haben, war das Ganze für uns auch noch sehr fremd, aber shcon damals habe ich es als Hilfe gesehen, denn wir konnten als Eltern einfach nicht mehr bzw. dem Kind ging es immer gut/passend, aber der Aufwand, den wir im Hintergrund betreiben mussten, war sehr kräftezehrend.


    Aber gerade beim Asperger hat uns der IQ-Test in dunkelsten Zeit echt geholfen, weil ich immer wußte, okay, manche Schulwegsentscheidungen tun nun weh (Klasse überspringen), aber ich weiß, er kann es schaffen, wenn wir ihn passend unterstützen.


    Nun habe ich wieder ein auffälliges Kind und ich habe den IQ-Test beim KInder- und Jugendpsychiater tatsächlich als diagnostisches Mittel angeregt (wobei er das selbst auch gemacht hätte, denn es gehört in bestimmten Bereichen zur Persönlichkeitstestung dazu), weil wir nächstes Jahr die Schulwegsentscheidung treffen müssen und ich will einfach wissen, woran ich mit dem Kind bin, weil seine sonstigen Auffälligkeiten eine objektive Einschätzung auch durch die Lehrer nahezu verhindern. WEnn ich nun weiß, okay, das Kind kommt auf die 100 oder 110, dann kann ich es mit Freunden zur Realschule lassen. Wenn ich aber nun sehen würde, die 90 werden nicht erreicht, dann weiß ich, die Realschule (= Kontakt mit seinen Freunden) ist nicht unerreichbar, aber wir würden uns alle mehr strecken müssen, also mehr begleiten, unterstützen, das Leben des Kindes mehr reglementieren.... und dann stände halt die Frage im Raum, ob es das dann wert wäre.

    Die Zahl des Tests ist nicht das Non-plus-ultra, aber sie gibt doch Auskunft darüber, ob sich manche Wege/Anstrengungen/Kämpfe lohnen oder,


    ob Potential da ist, welches man anzapfen und nutzen kann. Mein eines Kind musste damals überspringen und es war eine der härtesten Entscheidungen, auch, weil wir die Klassenleiterin kämpfen mussten. Aber dank des IQ-Tests wußte ich, das Kind schafft das. Wir stützen es und regeln das Außenrum, bis es angekommen ist, aber es ist dazu in der Lage. Es ist dazu in der Lage, sich dank seines IQs aus der vorigen quälenden Umgebung selbst zu befreien. Es hat auch funktioniert, aus dem Kind, welches unter Mechanismen gelitten hat, die es nicht verstanden hat, ist wieder ein echtes Kind, ein fröhliches und glückliches geworden. Der IQ-Test war für uns ein lebenswichtiger Hinweis, wie der Weg weitergeht. Bei uns ging es Richtung Klasse überspringen und auch sonst einigem, bis dahin neuem, es hätte aber auch Richtung Sonderschule mit allen Hilfen oder Schulwegsbegleiter etc.. gehen können. Egal, für welchen Richtungswechsel der IQ-Test die Zäsur war- er WAR die Zäsur und war und ist für uns als "betroffene" Eltern ein Mittel, dem Kind zu helfen.

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    Meine evtl. HB hat sich erst herausgestellt, als ich im Erwachsenenalter wg. psych. Erkrankung in der Psych war und ein IQ von 140-150 (hatte mehrere Tests, evtl. nicht ganz regulär) hatte.

    IQ-Test sind grundsätzlich ähnlich strukturiert, weshalb man sie auch trainieren kann. Solche Ergebnisse sind dann alles andere als ungewöhnlich. Ich hatte nach einigen verschiedenen Tests auch 147. Halte ich das für aussagekräftig? Nein, eher für eine Kuriosität.