• Hochbegabung. Wann und wo kann man sowas testen?

    Da uns praktisch jeder sagt, unsere 5 1/2 jährige Tochter wäre sehr weit für ihr Alter (schon immer gewesen), bei mir selbst wahrscheinlich eine Hochbegabung nicht erkannt wurde (mit entsprechenden Folgen in meinem Leben jetzt -> das will ich ihr verständlicherweise ersparen), wollte ich gerade mal nachfragen, wie wir als Eltern am Besten reagieren…
  • 60 Antworten

    Wenn hier jemand einen tatsächlichen Nachweis für überdurchschnittliche (kristalline) Intelligenz vorweisen kann, dann ist es criecharlie. Wissen strukturiert im Umfang einer Dissertation zu Papier zu bringen, das schafft in der Tat nicht jeder.

    Zitat

    Meine evtl. HB hat sich erst herausgestellt, als ich im Erwachsenenalter wg. psych. Erkrankung in der Psych war und ein IQ von 140-150 (hatte mehrere Tests, evtl. nicht ganz regulär) hatte. Entsprechend will ich ihr das nat. ersparen, nur weil etwas nicht erkannt wurde, sich später mit den Folgeschäden auseinandersetzen zu müssen, deshalb möglichst frühzeitig einzugreifen und mal zu differenzieren, was von der Erziehung kommt und was von evtl. HB.

    Also, Du stellst es Dir so vor: Wenn man es bei Dir rechtzeitig gewusst hätte, hätten die Erwachsenen Dich anders behandelt, und Dir wäre einiges erspart geblieben.

    criecharlie

    Zitat

    Wie hoch ist denn der IQ-Test bei deinem Kind ausgefallen, das übersprungen hat, wenn ich fragen darf? Und welcher Test wurde angewendet? HAWIK?

    @ katiafox

    er hat mehrere durchlaufen, die Tests orientierten sich am Alter. Der erste war ein speed-test, der einen range abdeckt, danach kamen HAWIK III und IV. Für die waren wir sehr dankbar, denn diese haben die psychiatrisch-induzierten Abweichungen gut gezeigt, beispielsweise war die Verarbeitungsgeschwindigkeit deutlich unter 100, aber z.B. der Teilbereich Schrift/Sprache bei über 140. Insgesamt haben sich immer Summen über 120 ergeben und auch die magischen nächsten 10er wurden geknackt. Mit Ritalin (da eben Asperger) sind die Profile deutlichst (!) ausgeglichener geworden, ein Zeichen dafür, dass das Kind seine Begabung nun auch mal nutzen konnte.

    @ criecharlie

    Ja gut, bei dir weiß ich es. Ansonsten sieht man das ja nicht von außen. Umso lächerlicher ist es, auf dem Ergebnis eines IQ-Tests herumzureiten.

    Und weitere vier Beiträge gelöscht. Ich bitte darum, beim Thema und v. a. freundlich zu bleiben. Bei einer weiteren persönlichen Beleidigung und/oder Provokation ist das Diskutieren für die Betreffenden hier nicht mehr möglich.

    Lieber Cirmezz,


    eine Freundin von mir ist hochbegabt. IQ ca. 160 ... sie hat keine sozialen Auffälligkeiten, ist ein sehr sensibler, angenehmer und liebevoller Mensch, nicht mal so karriereorientiert, wünschte sich immer 4 Kinder ...


    Sie hat keine Klassen übersprungen, wurde aber von ihren Eltern gefördert ... sie hat eine super hohe Auffassungsgabe und kann sich alles ganz rasch merken, ist sehr musikalisch, sprachlich und andererseits auch naturwissenschaftlich gut bewandert.


    Sie hatte ein Stipendium bekommen. Sie hat nie angegeben und war immer auch "eine von uns", sozusagen.


    Das einzige, was ihr im Sozialen früher Schwierigkeiten gemacht hat war, dass sie in der Lage ist, zu "fühlen", wie der andere sich fühlt oder auch, was jemand grob "denkt". Sie kann Stimmungen und Tendenzen sehr gut einschätzen. Und sie dachte immer, die anderen könnten das auch ... Ansonsten ist sie kein großer Fan großer Menschenmengen und aufregender Parties.


    Ich denke, dass es wichtig ist, festzustellen, welche Begabungen jemand hat und diese fördern.


    Nicht immer sind es nur hochbegabte mit sozialen Schwierigkeiten. Manchmal sind es auch Kinder, die Gewalt und Vernachlässigung erfahren ....


    Lass Dich nicht davon abhalten, Deine Tochter "testen" zu lassen. Hochbegabung ist bei Lehrern nicht immer gern gesehen. Manchmal kommen die Lehrer selbst an ihre intellektuellen Grenzen, manchmal wissen sie nicht mit den Kindern umzugehen, manche mögen es nicht "hinterfragt" und "durchschaut" zu werden oder manchmal ist es einfach auch Neid.... auch von anderen Eltern. Deswegen würde ich die Hochbegabung zwar fördern, aber nicht an die große Glocke hängen...

    Lass dein Kind doch einfach erst mal in die Schule kommen. Falls da wirklich Hochbegabung vorliegen sollte, dann wird das allerspätestens da erkannt. Du tust ja so, als ob das irgendeine Krankheit wäre, die man sofort behandeln muss... ":/


    Und Hochbegabung geht eben NICHT immer einher mit Defiziten in anderen Bereichen (Google! ;-) ), also stress dich selbst mal nicht so und lass deine Kleine mal schön Kind sein :)_

    Die Frage ist doch: was machst du mit dem Ergebnis, wenn du es hast ?


    Ich habe eine Tochter, die nachgewiesen HB ist, das wurde im Rahmen einer medizinischen Studie, bei der sie wegen einer Erkrankung angemeldet ist, getestet. Sie konnte vor der Einschulung fliessend lesen, hatte Textverständnis, konnte die Buchstaben schreiben. Trotzdem waren die ersten Grundschuljahre der Horror für uns alle. Mathe bereitete ihr komischerweise massiv Probleme, sozial fand sie keinen Anschluss. Sie interessierte sich für Schach, Technik udgl und galt bei den anderen als sonderbar. Sie fand die Gleichaltrigen immer doof, weil die sich mit Babykram beschäftigen, hat eher den Anschluss zu älteren Kindern gesucht. Von der HB wussten nur wir und der Arzt....wir wollten nicht, dass unser Kind überfordert wird (von wegen, du bist doch HB, du musst das können) oder in einer Schublade landet.


    Jetzt auf dem Gym hat sich das Blatt Gott sei Dank gewandelt.


    Bei meinem Sohn weiss ich den Wert nicht, haben wir nie testen lassen, vermuten aber auch, dass er in die Sparte passt.Er konnte auch lange vor Schulbeginn lesen, schreiben, rechnen...hat die zweite Klasse übersprungen und ist mit 11 in der 7.Klasse eines recht anspruchsvollen Gymnasiums. Auch hier war schon das Thema "Sprung" aktuell, da haben wir uns aber aufgrund seines jungen Alters dagegenentschieden, ausserdem fühlt er sich in der Klasse absolut wohl.


    Ich würde es locker sehen....lass das Kind erstmal in die Schule kommen und vor allem dort ankommen. Solange es keine Probleme gibt würde ich gar nichts machen.


    Ansonsten ist der Kia ein guter Ansprechpartner, dieser überweist in ein SPZ, wo die Tests dann durchgeführt werden.

    Zitat

    also stress dich selbst mal nicht so und lass deine Kleine mal schön Kind sein

    Keine Angst, das werde ich schon nicht, genau das ist auch meine Idee und Anliegen, vielleicht habe ich es hier zu drastisch formuliert, aber es gibt ja noch vielviel mehr Bereiche, in der sie einfach glücklich Kind ist und wir uns nur mit ihr freuen. Hier habe ich halt nur die HB rausgepickt, weil ich schonmal evtl. Nachteile ausschließen wollte und sich ein paar soziale Probleme im KiGa ergaben (die evtl. auch keinen Zusammenhang haben müssen).


    Andere Erziehungsthemen sind mir auch um einiges wichtiger und da kann ich mich glücklich schätzen mit meiner Tochter (und ich hoffe doch umgekehrt auch :-D ).

    Cirmezz, ich denke es kommt immer darauf an, ob Probleme vorliegen oder nicht. Bei Problemen und wenn die Kinder unter der Unterforderung leiden, ist eine Testung allfällig sinnvoll, denn dann kann man entsprechend reagieren und dem Kind viel ersparen.


    Bei meiner Grossen (die übrigens vor Schuleintritt weder Lesen noch Schreiben konnte) gab es in der Schule grössere soziale Probleme. Sie wurde extrem ausgeschlossen und gehänselt. Dies war gepaart mit einer starken Unterforderung, unter der sie richtiggehend gelitten hat.


    Wir haben sie dann in der 3. Klasse auf eine Privatschule mit einem individuellen Förderkonzept geschickt. Zu dem Konzept der Schule gehört eine Potenzialanalyse, die auf Basis eines IQ Tests gemacht wird. Dabei kam heraus, dass sie an der Grenze zur Hochbegabung ist (IQ etwa bei 130). Wir hätten das nie gedacht, denn sooo weit kognitiv entwickelt kam sie uns gar nie vor. Erst an dieser Schule ist sie richtig aufgeblüht und kann jetzt ihr Potenzial richtig entwickeln. Sie ist ein völlig anderes Kind geworden. Im Rückblick ärgern wir uns, dass wir so lange zugewartet haben.


    Mein Mittlerer (momentan 1. Klasse) kommt uns kognitiv eher begabter vor als die Grosse, darauf wurden wir auch (wie bei Euch) von verschiedenen Seiten schon angesprochen. Er ist aber sozial gut integriert, scheint nicht unter der Unterforderung zu leiden. Daher sehen wir im Moment keinen Sinn darin, ihn testen zu lassen. Wir wollen ihn im Moment auch noch auf der normalen "Dorfschule" lassen. Wir beobachten die Situation jetzt aber viel genauer und werden, sollten Probleme auftreten, sicher früher Massnahmen ergreifen.