Ich bin ratlos und verzweifelt

    Guten Abend.


    Unsere Tochter ist 2,5 Jahre alt. Seit ein paar Tagen erkennen ich sie nicht wieder. Sie ist gegen alles und ich höre ständig :


    Sarah will nicht - oder -- Nein -- oder Geh weg --


    Das kann sie endlos wiederholen.


    Dabei weint oder schreit sie ...... es ist kaum auszuhalten.


    Ein Beispiel: ich setze mich an den Schreibtisch um etwas zu erledigen , sie steht vor mir und spricht ständig nur diesen einen Satz: Mama aufstehen!!!


    Das ging knapp 20 Minuten in sämtlichen Lautstärken....


    Solche Phasen hat sie mehrmals am Tag und treiben mich zur Verzweiflung.


    Ich kann ihr nichts recht machen und mein Mann noch weniger.


    Er darf sie noch nicht mal ins Bett bringen oder ihr einen Saft eingießen.


    Wenn ihr etwas gar nicht gefällt oder etwas schiefgeht, feuert sie regelmäßig Dinge durch das Zimmer.


    Beruhigen geht gar nicht. Irgendwann hört sie auf und ist wieder normal...


    Habt ihr Tips für mich ?

  • 7 Antworten

    Ich bin ratlos und verzweifelt

    Hallo NicoleB0912,


    Ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen. Wir machen gerade eine ähnliche Situation durch.


    Unsere Tochter möchte alles nur mit der Mama machen und der Papa darf nichts machen. Egal ob es ums Zähneputzen oder ums gemeinsame Einkaufen geht. Die Mama bekommt dafür eine patzige und schlecht gelaunte junge Dame ab.


    Es ist teilweise sehr frustrierend für den Papa, wenn er gerne etwas mit der Tochter machen würde, diese jedoch alles nur mit der Mama machen will. Natürlich gibt es dann ein großes Drama, wenn es doch der Papa macht.


    Wir haben auch schon alles durchprobiert. Diskutieren, Erklären, Ignorieren, Belohnen, Bestrafen...nichts hat wirklich Wirkung gezeigt.


    Gestern haben wir einen recht ausführlichen Artikel über das Thema gelesen. Ich schaue später einmal, ob ich ihn noch finde.


    Was habt ihr denn schon alles ausprobiert?


    Viele Grüße

    Nun ja, willkommen in der Trotzphase 8-) 2,5 ist halt leider nicht das tollste Alter.


    Aber zum Glück ist ja bekanntlich alles eine Phase. Lass mal ein paar Wochen ins Land ziehen, dann sieht die Sache wieder anders aus.

    2,5 ist der Horror ;-) Aber kein Grund zum Verzweifeln. Das geht auch vorbei. So lange sie ihre "geistige Auszeit" hat, hilft oft nur eins: Abwarten und aussitzen. Natürlich solltest du schauen, wo es gerade hakt - manchmal müssen Kompromisse sein, manchmal helfen auch nur Tricks. Das muss man ausprobieren. Dein Beispiel mit dem Schreibtisch, wie hast du da reagiert?

    Meine Strategie in der Phase war, die Kampfzone einzuschränken. Das heisst, sich auf die Dinge konzentrieren, die wirklich wichtig sind, und die anderen einfach locker sehen. z.B. meine Älteste wollte immer sehr interessante Kleiderkombinationen anziehen - dann gab es die Regel, dass es der Jahreszeit entsprechend sein musste (also kein Sommerkleidchen im Winter). Wenn eines mit Punkten, und das andere mit Blümchen war, habe ich das einfach so gelassen. Durch dieses Vorgehen konnte ich die Zahl der Kämpfe deutlich reduzieren.


    Was auch oft hilft, ist dem Kind scheinbare Alternativen anzubieten: Vor dem Schlafen beispielsweise: Willst Du zuerst Zähne putzen oder Haare bürsten? So haben sie das Gefühl, eine Wahl zu haben (auch wenn es eigentlich nicht stimmt).

    Guten Abend.


    Ich glaube, die Phase neigt sich dem Ende😊


    Sie ist entspannter und nicht mehr ganz so bockig.


    Ich habe einfach versucht entspannt zu bleiben . Das ist und war nicht immer leicht. Wenn es zu bunt wurde, hab ich Sarah toben lassen und ihr " Nein " " Ja" "will nicht - will doch " ignoriert.


    Es klappt ganz gut, wenn man versucht eine Ablenkung zu schaffen oder einen Kompromiss zu finden.


    Ich glaube, dass ihr bewusst geworden ist, dass die Mama einen noch härteren Dlckschädel haben kann 😀


    Aber es war teilweise wirklich anstrengend.

    Ach ja: die Geschichte am Schreibtisch;


    Ich bin sitzen geblieben-- nach knapp 20 Minuten hab ich mir einen Kaffee gemacht und bin kurz ins Bad ( dort hab ich in ein Handtuch geschrien😔)


    Danach hab ich mich wieder hingesetzt und weiter gearbeitet.


    Sie hat mich verzweifelt angeschaut und ist dann in ihr Zimmer. Dort hat sie sich nochmal etwas aufgeregt.


    Als Sarah gemerkt hat, dass auch dort nichts passiert kam sie angetrapst- hat mein Bein gestreichelt und gesagt : is alles wieder gut Mama !

    Hast du sie denn mal gefragt, warum du aufstehen sollst? Oft steckt ja ein für das Kind logischer Grund dahinter.


    Sehr empfehlen kann ich dir das Buch "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn", bzw. Der Blog dazu.


    Da werden viele Tips gegen, wie man in solchen Situationen mit dem Kind umgehen kann, und weshalb dieses Trotzen überhaupt entsteht. Außerdem lernt man auch interessantes über die Entwicklung des Hirns in dem Alter. :)