• Ich soll einen Schulverweis bekommen

    Liebe Med1 user Bei uns in der Stadt gibt es 2 Gymnasien die nah beieinander liegen. Letzten Mittwoch war es so das ein Freund und ich, nicht während der Unterrichtszeit, rüber zur anderen Schule gegangen sind, da mein Kumpel mit einem anderen Jungen ziemlich schlimmen Streit hatte, und er einen Treffpunkt nach der Schule ausmachen wollte, um das mit…
  • 223 Antworten

    Und sowas nennt sich heute gymnasiasten, ich dachte immer die hätten etwas mehr im hirn, aber offensichtlich ist dem nicht so.


    Ich finde du hast diese strafe verdient, schon weil dein freund und du zu der anderen schule gegangen seid, um quasi eine verabredung zur prügelei zu treffen. Du hast geschrieben "regeln".

    Das ist reine Interpretation. Vielleicht wollten sie sich auch auf einen Wettlauf verabreden.


    Wir müssen davon ausgehen, daß die beiden erstmal ein Gespräch gesucht haben.


    Wenn das schief geht, womit man auch rechnen konnte, ist aber immer noch kein Vorsatz gegeben.


    Wie dem auch sei, ich sehe immer noch nicht, was die Schule damit zu tun hat.


    Laut Aussagen des TE sagt sogar dessen Rektor, daß es NICHT während der offiziellen Schulzeit passierte.

    Reine interpretation stimmt, es ist meine sichtweise und so ganz falsch liege ich wohl nicht, wenn ich mir die reaktion des besuchten schülers ansehe.


    Ich kann nichts zum deutschen schulrecht sagen, weil ich hier nicht zur schule gegangen bin. Aber es gibt vertrauenslehrer, elternbeirat, schülermitverwaltung und das internet. Also googeln gehen da wird sich was finden.


    Wenn der FE schlau ist, verbucht er das ganze als ferien und lebenserfahrung für weitere excursionen, oder er fängt "krieg" mit seiner schule an, denn darauf würde es vermutlich hinauslaufen.

    Dieser fall ist zwar nicht direkt vergleichbar, aber der tenor ist m.e. identisch.


    Ordnungsmaßnahmen können auch bei pflichtverletzendem Fehlverhalten eines Schülers außerhalb des Schulgeländes verhängt werden, wenn ein direkter Zusammenhang zum Schulverhältnis besteht, insbesondere wenn das Fehlverhalten unmittelbar in den schulischen Bereich hineinwirkt (hier: gewaltsamer Übergriff auf einen Mitschüler an der Bushaltestelle vor der Schule).


    Normen:


    SchVG 26 a


    ASchO § 14


    ASchO § 19


    Sachverhalt:


    Weil der Sohn der Kläger den Schüler einer Parallelklasse an der Bushaltestelle vor der Schule geschlagen, getreten, bedroht, seiner Tasche beraubt und in einiger Entfernung kurze Zeit später gezwungen hatte, vor ihm niederzuknien, drohte die beklagte Schule ihm die Entlassung von der Schule an. In dem auf Aufhebung dieser Ordnungsmaßnahme gerichteten Klageverfahren lehnte das VG die beantragte Bewilligung von Prozeßkostenhilfe ab. Den Antrag der Kläger auf Zulassung der Beschwerde gegen diesen Beschluß des VG lehnte das OVG ab.


    Aus den Gründen:


    Es ist bei der im Verfahren zur Bewilligung von Prozeßkostenhilfe - wie hier - vorzunehmenden summarischen Prüfung nicht zu beanstanden, daß das VG die Verhängung der Ordnungsmaßnahme einer Androhung der Entlassung von der Schule gemäß § 26 a Abs. 1 und Abs. 5 Nr. 4 SchVG i.V.m. §§ 14, 19 ASchO gegen den Sohn A. der Kläger wegen dessen Fehlverhalten als gerechtfertigt angesehen hat, obgleich dieses Fehlverhalten sich nicht in der Schule, sondern an der Bushaltestelle vor der Schule ereignet hat. Ordnungsmaßnahmen, die gemäß § 26 a Abs. 1 Satz 1 SchVG und 5 14 Abs. 1 Satz 1 ASchO der Gewährleistung einer geordneten Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Schule sowie dem Schutz von beteiligten Personen dienen, können auch bei pflichtverletzendem Fehlverhalten eines Schülers außerhalb des Schulgeländes verhängt werden, wenn ein direkter Zusammenhang zum Schulverhältnis besteht, insbesondere wenn das Fehlverhalten unmittelbar in den schulischen Bereich hineinwirkt.


    Vgl. OVG NW, Beschluß vom 25.4.1996 - 19 B 246/96 -; VGH Bad.-Württ., Beschluß vom 10.6.1992 - 9 S 1303/92 -; OVG Rh.-Pf., Beschluß vom 4.3.1993 - 2 B 10416/93 -, NVwZ-RR 1993, 480; Bay. VGH, Beschluß vom 10.6.1997 - 7 ZS 97.1403 =, NVwZ-RR 1998, 239; PöttgenJehkul-Zaun, ASchO-Kommentar, 16. Aufl., § 14 Rdn. 1; Margies-KnappGampe-Rieger, ASchO-Kommentar, 3. Aufl., § 14 Rdn. 11; Margies-Roeser, SchVG-Kommentar, 2. Aufl., § 26 a Rdn. 19.


    Das ist der Fall, wenn das Zusammenleben der am Schulleben Beteiligten durch das Fehlverhalten gestört oder gefährdet worden ist, vgl. OVG Rh.-Pf. aaO.,


    und wenn die Ordnungsmaßnahme daher geeignet und erforderlich ist, u.a. auf einen gewaltfreien Umgang der Schüler miteinander hinzuwirken, dem Schutz der am Schulleben beteiligten Schüler zu dienen und damit eine geordnete Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Schule zu gewährleisten.


    Diese Voraussetzungen sind hier erfüllt. Das Fehlverhalten des Sohnes A. der Kläger, der den eine Parallelklasse besuchenden Mitschüler M. K. an der Bushaltestelle vor der Schule geschlagen, getreten, seiner Plastiktasche beraubt und bedroht hat und - nachdem dieser sich bereits entfernt hatte - ihm nachgefolgt ist und M. gezwungen hat, vor ihm niederzuknien, was M. schließlich. bewogen hat, 10 km zu Fuß nach Hause zu gehen, um nicht im selben Bus mit A. fahren zu müssen, rührte aus der gemeinsamen Beteiligung am Schulleben her. Dieses Verhalten verstieß gegen den Grundsatz des gewaltfreien Umgangs der Schüler miteinander im Bereich der schulischen Sphäre, zu der auch der Schulweg, d.h. der Heimweg von der Schule bzw. der vor der Schule gelegenen Bushaltestelle nach Hause gehört, und zwar unabhängig davon, ob der Täter oder das Opfer zwischen dem Unterrichtsende und dem Antritt der Heimfahrt noch schulfremde Betätigungen ausgeübt haben. Daher ist es unerheblich, ob der geschädigte Schüler M. oder der Schädiger A. vor oder nach dem Vorfall an der Bushaltestelle in die S.'er Innenstadt gegangen sind.


    Das Verhalten des geschädigten Schülers M., der nicht wagte, den Bus zu besteigen, in dem er den Schädiger A. vermutete, zeigt, daß durch das Fehlverhalten A.'s auch die geordnete Unterrichts- und Erziehungstätigkeit der Schule beeinträchtigt wurde. Dazu gehört nämlich nicht nur das Lernen in einer angstund gewaltfreien Atmosphäre, sondern auch die Gewährleistung einer möglichst angst- und gewaltfreien Bewältigung des Schulwegs.


    Angesichts der Schwere des Angriffs des Sohnes A. der Kläger auf den Mitschüler M., der A. den Verwaltungsakten zufolge weder provoziert noch sich gegen den Angriff zur Wehr gesetzt hat, rechtfertigt nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit die Androhung der Entlassung von der Schule auch unter dem Gesichtspunkt, daß dem Schüler A. gegenüber bisher keine anderen - milderen - Ordnungsmaßnahmen angewandt worden sind. Es handelte sich nicht etwa um eine von beiden Beteiligten aktiv betriebene Rauferei unter Schülern, sondern um einen gewaltsamen, terrorisierenden Übergriff mit Unterstützung dreier Mitschüler auf einen sich nicht wehrenden Schüler, der obendrein durch den Zwang zum Niederknien extrem gedemütigt wurde. Darin ist ein schweres, die Rechte anderer ernstlich verletzendes Fehlverhalten im Sinne von § 26 a Abs. 6 SchVG, § 19 Abs. 4 ASchO zu sehen, das durch eine Androhung der Entlassung von der Schule geahndet werden darf und sollte.


    Hier noch ein link zur information


    http://www.recht-gehabt.de/rat…kann-man-sich-wehren.html

    Zitat Dein Favorit:

    Zitat

    da mein Kumpel mit einem anderen Jungen ziemlich schlimmen Streit hatte, und er einen Treffpunkt nach der Schule ausmachen wollte, um das mit ihm zu 'regeln'. Da ich weiß wie leicht reizbar mein Kumpel ist bin ich mit ihm mitgegangen, um schlimmeres zu verhindern. Doch leider ist alles ausgeartet, der andere hat ihn angegriffen und nach kurzer Zeit lagen die beiden schon voller Blut auf dem Boden.

    @ BadMan,

    hm, ja, Wettlauf und Gespräch gesucht, sehr wahrscheinlich ...


    Die Prügelei lag schon in der Luft und mit dieser Befürchtung ist Dein Favorit ja auch mitgegangen.

    @ hexeT

    das Urteil hatten wir hier schon erwähnt

    @ Paula1

    Du kannst es als Frau vielleicht nicht verstehen, aber ein Junger Mann, der seinem Freund nicht begleitet, wenn er Streit mit einem Anderen hat und zu befürchten ist, dass es zu Handgreiflichkeiten und einer Mehrheit auf der Gegnerischen seiten kommen kann, dann ist das absolut nicht verwerfilch. Das hat nichts mit einer Dummheit zu tun....

    Zitat

    hm, ja, Wettlauf und Gespräch gesucht, sehr wahrscheinlich ...

    In Dubio Pro Reo.


    Daran hat sich auch der Rektor zu halten.


    Ich finde es bedenklich, wie lax ihr hier mit der Willkur des Lehrkörpers umgeht.


    Der TE soll möglichst kuschen und fehler einsehen, die fehler des rektors sollen aber hingenommen werden.


    Und wenn der TE am laufenden Band fehler machte, ist das keine Einladung an den Rektor dem gleich zu tun.


    Von einem studierten Pädagogen erwarte ich mehr, als von einem 10.klässler.

    Ja, im Zweifel für den Angeklagten... aber nach einigen Aussagen dürften ja keine Zweifel mehr bestehen.


    Wo ist denn das Problem?


    Bevor graff wieder anmerkt, dass Frauen soetwas nicht verstehen würden:


    Ich bin nur unter Jungens aufgewachsen, kann es gut verstehen... aber dann schaltet sich da ebend noch die eigene Logik ein. Es ist definitiv nicht klug, bei sowas dann noch treudoof mitzutrotten.

    Wieso dürften keine Zweifel bestehen? Er sagt, er habe eingegriffen, um zu helfen.


    Wieso muß sich der rektor da eigentlich einmischen? Es geht ihn NICHTS an.


    Einzig das Hausverbot für den TE bei der anderen Schule ist irgendwie OK.

    Es steht Aussage gegen Aussage - warum sollte ein Zweifel an der Aussage des anderen Zeugen bestehen. Ehrlich gesagt würde ich dem TE auch nicht sofort glauben, wenn er jetzt sagt "Aber ich bin doch nur dazwischen gegangen." Kann mir keiner erzählen, dass er das nicht erzählen würde, wenn er kräfig mitgemischt hätte und jetzt schlau wäre und seinen Kopf aus der Schlinge ziehen will.


    Natürlich will ich dem TE das nicht unterstellen, aber nehmen wir es doch einfach mal an.


    Ich verstehe auch nicht, warum du hier so abgehst, was aber ne andere Geschichte ist, schätze ich.

    Abgehst? Das ist doch ein Forum, um zu diskutieren.

    Zitat

    Natürlich will ich dem TE das nicht unterstellen, aber nehmen wir es doch einfach mal an.

    Tolle Argumentation. Stell dir vor Du stehst vor Gericht:


    "Ich unterstelle ihnen zwar keinen Mord, aber ich nehme das mal so an.Lebenslänglich"

    Ja schautdoch mal leute.. das problem ist doch nicht mehr der angebliche tritt sondern das ich es hätte unterbinde können und ich es aber nicht getan habe. Und naja 'regeln' das kann jeder so interpretieren wie er will. SIe sind beide Basketballer, also vllt. hätten sie ja einfach nur gegeneinander geworfen ;-). Natürlich geht man von einer Schlägerei aus.. aber ich meine es hätte alles anderst laufen können und nur weil wir rübergegangen sind um nen ttreffpunkt nach der schule auszumachen ist es noich kein Grund ihn von der Schule zu werfen und mich 3 tage zu verweisen. Außerdem ist der andere aufdringlich geworden. Doch mit dem argument das sich mein kumpel nur gewehrt hat sind wir nicht weit gekommen.. schonwieder dasselbe: wir wären vorsätzlich dahingegangen um ich zitiere'Rache zu nehmen'.

    Moin,


    hab echt kein Bock alles zu lesen, aber jetzt mal aus juristischer Sicht (das ist keine Rechtsberatung im Sinne des RVG):


    1. Du hast eine diziplinarrische Maßnehme bekommen und keine Strafe für die Verletzung einer Strafnorm, wie z.B. einer solchen des StGB


    2. Daher befinden wir uns im Verwaltungsrecht, in der Untergruppe Schulrecht


    3. Je nachdem, in welchem Bundesland Du zur Schule gehst, müsseb unterschiedliche Normen von deinem Rektor beachtet und angewendet werden


    4. Jedenfalls hat er die Befugnis dazu


    5. Eine Überprüfung dieser Entscheidung ist jeder Zeit möglich, d.h. Du kannst auf verschiedenen Wegen (auch außergerichtlich) den Verwaltungsakt juristisch angreifen, wenn der Rektor sein Ermessen bei der Entscheidung fehlerhaft ausgeübt hat, d.h. z.B. einige Aspekte überhaupt nicht beachtet hat


    Aber:


    Die Entscheidung ist nach alledem was Du vorgetragen hast (und ich gelesen habe) rechtsfehlerfrei.


    Es hat nichts mit Zivilcourage zu tun, deinen Freund zu einem Treffen zu begleiten, das vorhersehbar nach der allgemeinen Lebenserfahrung zu gegenseitigen Körperverletzungen führen kann bzw. der Beteiligung an eine Schlägerei. Insoweit könnte man Dir sogar strafrechtlich (!) vorwerfen, deinen Freund psychisch beeinflusst zu haben, indem Du ihm den Rücken stärktest, als Du ihn begleitet hast. Mögliche Strafbarkeit gemäß §§ 223, 27, 230 StGB bzw. § 231 StGB. Und das ist auch dem Durchschnittmenschen klar, denn Dein Freund hätte ohne Deine Anwesenheit sicherlich eine höhere Hemmschwelle vor der Begehung einer Körperverletzung gehabt, solange er in der Unterzahl war.


    Falls das alles nicht zu treffen sollte (übrigens in dubio pro reo gilt nicht im Verwaltungsgverfahren), und die persönlich nichts vorzuwerfen ist (= Definition von Schuld), dann kannst Du beim Verwaltungsgericht in der Geschäftstelle Klage erheben auf Feststellung, dass der VA rechtswidrig war (Sofern der Verweis dann bereits zeitlich vollzogen wurde).


    Ansonsten reg Dich nicht auf und erkenne, dass Du besser hättest handeln können. Was dazu gelernt ....


    Gruß

    Der einzige Fehler war, daß ihr zu viele Zeugen hattet und daß ihr das in der anderen Schule regeln wolltet.


    Beim nächsten mal darauf achten, daß ihr euch nicht auf dem Heimweg, in einer Freistunde oder sonstwie auf Schulgelände befindet, wenn ihr was "regeln" wollt.


    Dem Rektor werdet ihr warscheinlich nicht veikommen.


    Dann schick ihm eine Ansichtskarte, wenn Du 3 Tage zu Hause verbringst.;-D