So ein Quatsch. Hast du schon mal so ein Internat von nahem angeschaut? Kennst du es wirklich? Ich kenne Salem nicht, kann auch nichts darüber sagen, aber verstehe eure Reaktionen nicht ganz. Wo ist das Problem? Ich suche für meine Kinder nach der bestmöglichen Variante für ihre Entwicklung und komme mit Tochter zusammen zum Schluss, dass ein bestimmtes Internat gut für sie sein könnte. Und es tut ihr gut. Was stört euch daran?

    Zitat

    Wo ist das Problem?

    Warum sollte man denn "normale" Kinder in eine Kaserne sperren?


    Das ist doch nur nötig wenn sie irgendwie neben der Spur laufen oder der Kontakt mit anderen "normalen" Kinder aus verschiedenen Gründen nicht erwünscht ist.

    Habe mir gerade Salem auf dem Internet angesehen. Ist schon De Luxe. Die Internate, die ich in der Schweiz kenne, waren ursprünglich Klosterschulen und sind nicht so elitär, wenn auch trotzdem ziemlich teuer.

    @ miroli

    dann müßtest du auch konsequenterweise gegen schulen an sich sein ;-)


    bei mir war es zum beispiel in der zeit, in der ich meine diplomarbeit geschrieben habe, so, dass ich relativ wenig unter der woche von meiner tochter (und sie von mir) hatte. im endeffekt war das ein zur schule hetzen von der uni aus, kind einpacken, einkaufen, essen kochen, hausaufgaben betreuen, kind ins bett stecken, fertig sein. ein großteil des haushaltes, der unter der woche liegen geblieben ist, mußte am wochenende erledigt werden und in der endphase war sie zudem auch noch die meisten wochenenden nicht daheim, sondern bei den großeltern. das war nur eine relativ kurze phase aber je nach job kann das für familien auch alltag sein. wenn ich mir da als alternative denke, sie wäre unter der woche weg und gut betreut (wesentlich besser als momentan) und von freitag mittag bis sonntag abend hätten wir dann wirklich zeit füreinander, hört sich das für mich auf jeden fall unterm strich bedeutend besser an.

    Also ich hab als Kind immer Schloss Einstein geguckt und als ich jünger war wollte ich nicht ins Internat, auch wenn das da immer so lustig aussah. Aber ich hatte auch relativ lange schlimmes Heimweh.


    Als ich dann älter wurde hätte ich das schon toll gefunden, vor allem als ich dann Harry Potter gelesen habe- da wollte ich auch gerne Zauberschüler auf nem Internat wie Hogwarts sein! ;-D


    Und wenn ich dann noch Schilderungen höre wie "gute Schulförderung", "tolles Sportangebot", "tolle kreative möglichkeiten", dann finde ich ein Internat schon sehr gut.


    Das einzige, worüber ich grüble ist, ob das Vertrauensverhältnis zu den Eltern genauso ist, als wenn man jederzeit zu ihnen gehen könnte, sich jeden Tag sieht und jeden Tag über das redet, was passiert ist.


    Andererseits kann grade diese Distanz, die man unter der Woche hat, zu einem entspannten Verhältnis beitragen... *grübel*


    Ich denke wenn meine Kinder mal in ein Internat wollen, dann würde ich sie lassen (wenn ichs finanziell stemmen kann)- sofern man sich wenigstens an den Wochenenden sieht. Ein Internat, das so weit weg ist, dass das nicht möglich ist, würde ich nicht zulassen.

    Ganz so lustig wie Schloss Einstein ist es wohl nicht, aber die Mädchen haben immer jemanden zum quatschen und mit 15 ist die Mutter nicht immer der beste Gesprächspartner. Meine Tochter möchte auch Musikerin werden und hat in diesem Internat die Möglichkeit, mehrere Stunden täglich zu üben. Das ist genial. Es fallen auch keine Schulweg-Zeiten weg. Und die Beziehung zu mir leidet nicht darunter, im Gegenteil geniessen wir uns dann am Wochenende umso mehr

    Erst mal super, dass es solch eine Resonanz gibt. :)^


    Ich habe den Faden auch deshalb eröffnet, weil -zumindest meiner Erinnerung nach- dieses Thema noch nicht gab.


    Nun zu meinen Gedanken ("Meinung" möchte ich es noch gar nicht nennen, bin noch am überlegen. Nicht, weil ich es als Option sehen würde, sondern rein vom Thema her).


    Bei dem Gespräch heute war mein erster Gedanke, die erste Frage (und somit auch die erste Erwiderung):


    Warum setze ich Kinder in die Welt wenn ich dann doch die Erziehung Anderen überlasse? Dabei sei mal dahingestellt ob es eine Art "Selbsterziehung mit Anleitung" oder eine Erziehung durch -mir- fremde Menschen ist.


    Dass es hier auch Abstufungen/Grauzonen/Absprachen je nach Situation gibt, wie bei Malagena gibt, war mir immer bewußt. Ich kenne sogar noch im Gegensatz eine Situation in der das "Kind" (es war damals schon fast 18) aufgrund einer nötigen Distanz von den Eltern auf ein Internat geschickt wurde – also eben fast der Gegensatz zu der Situation von Dir Malagena.


    Aber auch in Deiner Situation stehe ich dem Ganzen skeptisch gegenüber: Ich sehe noch immer keinen für mich absolut relevanten Grund, warum Eure Tochter auf ein Internat gegangen ist. Weil sie es wollte? Die Möglichkeit hatte und deswegen für sich so entschieden hat?


    Verstehe mich nicht falsch, das ist keine Wertung! Nur ein Nach/Hinterfragen bezüglich einer Situation oder Möglichkeit, die ich mir für mich nicht vorstellen kann. @:)

    Weil ich das Angebot meiner Eltern hatte, einen Erbvorbezug zu diesem Zweck zu machen, konnten wir überhaupt die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass sie in ein Internat geht. Wir haben zwei Schulen angeschaut und sie war (ich auch) begeistert von einer davon. Also ist sie gegangen und es gefällt ihr und tut ihr gut.


    Naja, wenn es für jede Entscheidung einen absolut relevanten Grund bräuchte, wüsste ich kaum jemals, wie entscheiden.


    Wenn ich das Angebot mit dem Geld nicht gehabt hätte, hätten wir nie von einem Internat gesprochen und sie hätte wohl auch keinen Schaden deshalb... Es ist einfach eine Möglichkeit, die gerade sehr gut gepasst hat

    Vielleicht wird es noch schwieriger, aber da muss sie durch. Sie kommt dann eh auf eine andere Schule. Vorher war es die Sekundarschule und nachher das Gymnasium. Zwischendurch hatte sie nun einfach ein "Spezialjahr", welches sie hoffentlich stärkt...

    Das find ich krass bei Salem, das klingt irgendwie so seltsam, für Kinder weniger bemittelter Eltern...

    Zitat

    Die Eltern sind eingeladen, durch Selbsteinstufung in die Zahlungsgruppen A bis F freiwillige Mehrzahlungen zugunsten des Stipendienfonds der Schule Schloss Salem zu leisten. Diese Zahlungen werden ausschließlich dazu verwendet, es Kindern weniger bemittelten Eltern im Rahmen von Leistungsstipendien zu ermöglichen, die Schule Schloss Salem zu besuchen.

    Man kann jeden Monat 200-2535 Euro extra zahlen, zusätzlich zum Schulgeld fürs eigene Kind um weniger bemittelten zu helfen.Quelle freiwillige Mehrzahlungen

    Ok, wenn sie die Schule und damit auch die Klassengemeinschaft wechselt, klappt es viell. besser, als wenn sie wieder nach der "Extrawurst" in die alte Gemeinschaft zurück muss....Alles gute für Deine Tochtern @:)