Naja, alles schlechte Nachrichten. Wie gesagt, ich spreche nicht von dieser Sorte Internaten. Für meine Tochter ist es echt gut, dass sie ein Jahr dort verbringen darf. Sie ist übrigens völlig frei in der Entscheidung, die Sache jederzeit abzubrechen. Doch ist sie sehr dankbar, dass sie diese einmalige Chance hat :-)


    Ich meinte übrigens nie, ich sei eine Expertin in Sachen Internate. Ich kann nur einzig und allein eindeutig sagen, dass es für meine Tochter eine echt gute Lösung ist.

    malagena

    Zitat

    Für meine Tochter ist es echt gut, dass sie ein Jahr dort verbringen darf. Sie ist übrigens völlig frei in der Entscheidung, die Sache jederzeit abzubrechen. Doch ist sie sehr dankbar, dass sie diese einmalige Chance hat

    :)^


    Das hört sich doch gut an.


    Ich möchte auch in meinen Gedanken nicht mißverstanden werden: Auch ich vertraue meiner Tochter in so weit, dass wenn sie es versuchen wollen würde (was ich nahezu ausschließe bei ihr ;-)) und ich die Möglichkeiten hätte (finanziell) – sie mir sagen würde wenn etwas nicht stimmt.


    Ich glaube, dass ist auch ein Punkt, den man stark berücksichtigen muß: das Vertrauen zwischen den Eltern und dem Kind. Wenn das stark genug ist.....@:)

    ...packt das Kind vielleicht das erste Mal noch über irgendwelche Missstände im Internat aus. Doch dann bekommt es Druck von allen Seiten. Die Erzieher, die unter Umständen ihre Aufsichtspflicht verletzt haben und um ihren Arbeitsplatz fürchten, bezeichnen das Kind als Lügnerin. Von den Mitschülern wird es als "Petze" gemobbt. Und es lernt ganz schnell: Recht haben und Recht bekommen ist zweierlei. Und: Im Internat kann dich niemand beschützen.


    Und von wegen, man kann den Internatsaufenthalt jederzeit abbrechen! Da bestehen oft langfristige Verträge. Klar kann man das Kind nach Hause holen. Aber im ungünstigsten Fall darf man das Internat danach noch ein Jahr lang weiterbezahlen. Um den Vertrag fristlos kündigen zu können, braucht man einen wichtigen Grund. Doch wie die Vorwürfe beweisen, wenn man Internatsleiter, Lehrer, Erzieher und Mitschüler gegen sich hat?


    Ein Leserkommentar, gestern zufällig in einer älteren Ausgabe von Zeit-Online gefunden:


    "Stellen Sie sich vor, Sie melden ihr Kind in einem Privat-Gymnasium an, weil Sie von dem Konzept der Schule überzeugt sind. Nach ein paar Wochen stellen Sie fest, dass es auch hier Schüler gibt, die sich nicht an die Hausordnung halten, den Unterricht stören usw.


    Wenn Sie jetzt denken, die Schulleitung unternimmt gegen diese Schüler etwas, werden sie enttäuscht. Da die Schulleitung auf die Schulgebühr angewiesen ist, werden solche Verstöße gerne übersehen.


    Wenn Sie jetzt denken, bei einem nachgewiesen und der Schulleitung bekannten Fall von Mobbing wird die Schulleitung aber reagieren, werden Sie auch hier entäuscht. Die Eltern des Schülers, der die anderen Schüler zu dem Mobbing aufgefordert hat, haben sich durch Sachspenden unentberlich gemacht.


    Wenn Sie dann ihr Kind wieder auf eine staatl. Schule schicken möchten, erleben Sie die nächste Enttäuschung. Die Versetzung wird nicht anerkannt, und Ihr Kind muß eine Prüfung machen oder die Klasse wiederholen."


    Wer sich die Frage stellt, ob eine private Internatsschule für sein Kind die bessere Alternative darstellt, kann sich dessen eben n i c h t sicher sein. Und wenn noch so viele "zufriedene Eltern" behaupten, dass das Internat i h r e s Kindes aber die große Ausnahme sei. Nur die Wenigsten schauen wirklich hinter die Kulissen. Abschließend noch ein paar Links zu aufschlussreichen Chats:


    http://zfi-archiv.beepworld.de/files/internatserfahrungenchatausz.pdf


    http://www.uni-protokolle.de/foren/viewt/83011,15sid=00fd8c2b6dfd9347d64a93c10aea43dc.html


    http://www.internetbaukasten.de/datas/20/data/downloads/203295/InternatProContraFrauenzimmer.de.pdf


    Und ganz zum Schluss (und dann bin ich wirklich still!) noch ein schönes Zitat aus dem letzten Buch - "Unterm Strich" - von Exfinanzminister Peer Steinbrück (ja nun wahrlich kein Dummkopf):


    "Ich bin in all den Jahren als Minister manchmal Maklern, Investmentbankern und Jungunternehmern begegnet, die von einer erschreckenden Dünkelhaftigkeit, Selbstbezogenheit und Herablassung gegenüber dem gemeinen Volk waren. […] Nicht selten tauchen in ihrem Schlepptau schwer erziehbare, weil völlig verwöhnte Kinder auf, die dann auf Internate mit der Begründung geschickt werden, dass die öffentlichen Schulen in Deutschland zu schlecht seien."


    Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen: Internate – "Neue Zielgruppen" und alte Probleme http://www.suite101.de/content/landerziehungsheime-der-stern-sinkt-a97737#ixzz1FLXsKfBP

    Hallo Malagena,


    ich gehe davon aus, dass es in j e d e m Internat, und seien die Verhältnisse dort auch noch so katastrophal, Schülerinnen und Schüler gibt, die "wirklich zufrieden" sind. Aus sämtlichen Internaten, die wegen inflationären sexuellen Missbrauchs oder anderer Abscheulichkeiten in die Schlagzeilen geraten sind, hört man von Ehemaligen, die dort äußerst zufrieden waren und heute an die Opfer appellieren, doch nicht so einen Lärm zu veranstalten und dadurch womöglich den Fortbestand ihres geliebten Internats zu gefährden.


    Dass Menschen irgendwo "wirklich zufrieden" sind, kann aber doch nur bei oberflächlichster Betrachtungsweise als Kriterium für die Qualität einer einzelnen Einrichtung gelten, mal ganz zu schweigen von einem Urteil über Internate insgesamt oder den Sinn von Internatserziehung für Kinder und Jugendliche allgemein.


    Ob jemand zufrieden ist oder nicht, hängt in erster Linie von seinen individuellen Maßstäben ab. Der Einzelne vergleicht seine bisherigen Erfahrungen/Lebensumstände anhand seiner "Ideale" (Bedürfnisse, Erwartungen, Wünsche, Träume) mit den Gegebenheiten der neuen Lebenssituation und bilanziert dann für sich:


    a) Ist eine relative Verbesserung eingetreten?


    b) Werden meine Bedürfnisse, Erwartungen, Wünsche, Träume etc. zumindest in einem gewissen Umfang erfüllt?


    c) Muss/kann/möchte ich den neuen Zustand aufrecht erhalten oder lieber beenden?


    Je nachdem, wie diese Bilanz ausfällt, ist der Betreffende dann "äußerst zufrieden", "sehr zufrieden", "zufrieden", "im Ganzen noch zufrieden", "teilweise zufrieden", "nicht ganz zufrieden" usw., usw. Du kennst wahrscheinlich die unendlichen Abstufungen von Frage-bögen, in denen die Kundenzufriedenheit abgefragt wird. Um möglichst viele "zufriedene" Kunden in der Statistik erscheinen zu lassen, werden erstmal unendlich viele Abstufungen von "Zufriedenheit" erfunden (aber das nur am Rande).


    Am leichtesten zufrieden zu stellen sind immer diejenigen, denen es zuvor am schlechtesten gegangen ist. Ich hatte jahrelang gute Kontakte zu dem Internat Schloss Glarisegg am schweizerischen Ufer des Bodensees (Steckborn). Den Stipendiatinnen aus Tschechien, die dort nach dem Zusammenbruch des Ostblocks Aufnahme fanden, mussten die Verhältnisse dort als reines Paradies erscheinen. Und selbst manche Wunderlichkeit des sehr strengen anthroposophischen Instituts dürfte für diese Schülerinnen gut zu ertragen gewesen sein im Vergleich zu ihrer Lebenssituation in der Heimat. Für die verwöhnten Großbürger-Töchter, die Wochenend-Shopping in Mailand gewohnt waren und jetzt im anthroposophischen Gemüsegarten buddeln oder ihren Namen tanzen mussten, war es die Hölle. Ganz fürchterlich sei es, flüsterte mir ein Mädchen im Getümmel vor dem Speisesaal ganz konspirativ zu. Ich solle mir vom Schulleiter nur nicht einreden lassen, dass dort alle glücklich und zufrieden seien.


    Ich war 22 Jahre lang Leiter eines Modellinternats in Hessen. Werbe-Slogan: "Bei uns kommt Ihr Kind nicht in schlechte Gesellschaft!" Konzept: "Null-Toleranz gegenüber Nikotin, Alkohol und illegalen Drogen aller Art", "Fordern statt Verwöhnen", schulische Intensiv-Betreuung (jede Schülerin/jeder Schüler hatte zwei Stunden am Tag einen eigenen Lerncoach). Jeder bewohnte zudem ein Einzelzimmer. Je zwei SchülerInnen teilten sich eine abgeschlossene kleine Wohnung mit Küche, Bad und Balkon. Es gab eine Stunde individuellen Stadtausgang. Der Rest der Freizeit war verplant mit abwechslungsreichem Sport, Ausflügen, Kinobesuchen usw. Objektiv gesehen waren das Idealbedingungen. Aber Drogenkonsumenten und Leistungsverweigerer waren in diesem Internat natürlich äußerst unzufrieden. Viele mussten aus Verhaltensgründen gehen oder gingen von sich aus. Aber war das deshalb ein schlechtes Internat?


    Fazit: Subjektive Zufriedenheit der Schüler ist überhaupt kein Maßstab dafür, ob in einem Internat nach den Wertvorstellungen Erwachsener gute oder schlechte Bedingungen herrschen.


    Jetzt schaue ich mir mal Deine Situation an bzw. die Deiner Tochter:


    Alleinerziehende berufstätige Mutter (Künstlerin) mit fünf Kindern (!). Die Großeltern sind der Meinung, dass die Kinder in einem Internat besser aufgehoben seien als bei der Mutter (!!). Die Tochter hat ADS (!!!). Außerdem sagst Du über die Tochter: "Sie hat sich vorher in ihrer Klasse sehr unwohl gefühlt…", also gab’s Probleme (!!!!). Das Familieneinkommen ist knapp. Die Großeltern sponsern ein Jahr Orientierungsschule (Sekundarschule) in einem Edel-Institut für 40.000 SFr., damit die Enkelin es aufs Gymnasium schafft (!!!!!). Ultimatum: Entweder Internat, sonst kein Geld!


    Ich hatte übrigens die schweizerische Orientierungsschule (Sekundarschule) mit der deutschen Orientierungsstufe (Schulbesuchsjahre 5 und 6) verwechselt. Also nehme ich die Vermutung, dass es bei den "Jüngeren" noch keine Probleme gäbe, erst einmal zurück. Die 13- bis 15-Jährigen sind im Internat die Schwierigsten.


    Deine Tochter wechselt aus finanziell beengten Verhältnissen mit vier Geschwistern, die ihr aufgrund der Berufstätigkeit der Mutter möglicherweise sehr viel Mitarbeit im Haushalt abverlangen, in den Versorgungsbetrieb eines Internats für höhere Töchter, in gewisser Hinsicht vielleicht eine luxuriöse Traumwelt.


    Probleme des sog. "Aschenputtel-Syndroms", die Du selbst ansprichst, aber bagatellisierst, lasse ich bewusst außer Acht. (Eine gute literarische Darstellung dieses Problems findest Du übrigens in dem Briefwechsel Hermann und Armand Broch: "Verlorener Sohn?", Suhrkamp, Berlin 2010).


    Zumindest subjektiv oder mit gewissen Einschränkungen aufgrund der sozialen Kluft kann sich Deine Tochter in diesem Internat durchaus wohl fühlen. Sie hat’s dort vielleicht in gewisser Hinsicht wirklich besser als in der Herkunftsfamilie. Der Vorteil der Unterstützung ihrer musikalischen Interessen mag noch hinzukommen.


    Mich drängt es in keiner Weise, Dir diesen Sachverhalt schlecht zu reden. Es entspricht meiner Erfahrung und wird hier von einzelnen Beiträgen auch bestätigt, dass reine Mädcheninternate ein angenehmeres Lebensmilieu bieten als Jungen- und koedukativ geführte Internate.


    Aufgrund über 30-jähriger Forschungsarbeit und 25-jähriger Praxiserfahrung als Lehrer und Internatsleiter glaube ich aber Sätze wie "Das Vorurteil mit den schlechten Familien, die ihre Kinder ins Internat stecken, hat wenig mit der Realität zu tun." oder "Geraucht wird dort, aber sonst keine Drogen (so viel ich weiß). Und Gewalt und Mobbing ist kein Thema, echt nicht. Das wüsste ich..." oder "Sie erlebt weder Mobbing noch Drogen noch Missbrauch, da bin ich mir sicher" grundsätzlich nicht mehr.


    Von der ehemaligen Internatsleiterin (Marienau) sowie späteren Buchautorin und Internatsvermittlerin Anneliese Knoop stammt der schöne Satz:


    "Der erfahrene Heimerzieher ist sich klar darüber, daß das, was sich im Heimleben abspielt, einem Eisberg vergleichbar ist: ein Siebentel ist über Was- ser sichtbar, das übrige bleibt verborgen, jedenfalls den meisten Erwachsenen."


    (siehe meine Doku-Seite http://zfi-archiv.beepworld.de/files/zfi-internatedrogen.pdf).


    Dass Deine Tochter in ihrem Mädcheninternat vielleicht keine Missbrauchsfälle erlebt hat, könnte durchaus zutreffen. Aber es geht ja um Internate allgemein. Und da kann man z.B. bei Focus-Online (http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-wenn-die-insel-zur-hoelle-wird_aid_489339.html) folgendes lesen:


    Die Enthüllungen über Missbrauchsfälle reißen nicht ab. Fast täglich melden sich Schüler und berichten von sexuellen Übergriffen und Gewaltorgien in ihren Schulen. Es begann mit dem katholischen Canisius-Kolleg, es folgten Ettal, die Regensburger Domspatzen, aber auch evangelische Einrichtungen – und jetzt die nicht konfessionelle Odenwaldschule. In etwa 30 der 300 Internate in Deutschland wurden Kinder von ihren Lehrern begrabscht, verprügelt oder missbraucht. "Es betrifft alle Internate", behauptet gar Volker Ladenthin, Professor am Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Bonn. "Auch die vermeintlich besten", fügt ein ehemaliger Schulleiter, der anonym bleiben möchte, hinzu. "Wenn man da graben würde, kämen Tausende Fälle hervor."


    Meinen "1000 Vorurteilen" – wie Du schreibst – stehen einfach 1000 eindeutige Aussagen, Belege und Quellen gegenüber. Und meine eigene Berufserfahrung. Was heißt denn da Vorurteil? Hast nicht vielleicht Du selbst das Problem, die Wahrheit zuzulassen und die Realität zu ertragen?

    Zitat

    Hast nicht vielleicht Du selbst das Problem, die Wahrheit zuzulassen und die Realität zu ertragen?

    Nein, ich glaube nicht.


    Es gibt andere Dinge, die ich in Frage stelle: Vielleicht sollte ich weniger arbeiten gehen und riskieren, von der Fürsorge zu leben... Da bin ich auch empfindlich, weil ich wirklich nicht weiss, ob meine Entscheidungen richtig sind. Bei der Internatsfrage fühl ich mich recht sicher. Du hast es auch nicht richtig verstanden. Es hat nichts mit dem Übertritt ins Gymnasium zu tun. Der wäre einfacher gewesen mit hiesigen Schulen.

    Zitat

    oder gleich Internatserziehung allgemein nur jedem wärmstens empfehlen.

    Genau DAS hat in diesem Thread eben NIEMAND getan!


    Alle, die eigene positive Erfahrungen berichten, haben ausdrücklich betont, daß es eben IHRE Erfahrungen sind und daß es mit Sicherheit auch Probleme geben kann.


    Lediglich einige, die "absolut gegen Internate" sind, verallgemeinern (nach dem Motto "du hast die Probleme nur verdrängt oder umdefiniert/ du willst nicht wahrhaben, was dein Kind erzählt/ dein Kind leidet in Wirklichkeit schrecklich und sagt dir nichts davon").


    Also nochmal das Fazit aus meinen persönlichen Erfahrungen – d.h. das, was sich davon verallgemeinern läßt.


    1. Es gibt SchülerInnen, die sich im Internat total wohlfühlen, sich an die Regeln halten und mit allen gut auskommen.


    2. Es kann an allen Schularten gravierende Probleme geben, die nicht auf das Kind, sondern auf die individuelle Schule, nicht jedoch auf die SchulART, zurückzuführen sind.


    3. Nicht jedes Kind emfindet den Nachmittag zu Hause als Erholung von der Schule.


    Zu 1. und 3. kann man ebensogut das Gegenteil sagen.


    Übrigens gibt es auch an Internaten Eltern, die wegen jedem Pieps auf der Matte stehen. Diese Möglichkeit bleibt allen ELtern unbenommen. Und ebenso gibt es an Halbtagsschulen Eltern, die tatenlos zusehen oder noch nicht einmal ahnen, daß ihr Kind seit Monaten gemobbt oder erpreßt wird. Ach ja, und nachmittags in der Kirche oder im Sportverein soll auch schon so manches vorgekommen sein...


    Also am besten Kinder gar nicht mehr aus dem Haus lassen.


    Obwohl – die meisten Fälle von Mißbrauch und Mißhandlung finden innerhalb der Familie statt...

    Hallo,


    bei mir war es mal im Gespräch, als ich aufs Gymnasium kam. Ich habe eine Klasse übersprungen und meine Eltern wollten, dass ich optimal gefördert werde – eine Privatschule sollte es ohnehin sein. Wir haben uns welche angeschaut, aber ich habe mich dann dagegen entschieden und bin nicht ins Internat gegangen. Meinen Eltern war es letztendlich auch nicht geheuer, mich "wegzugeben" ;-) ich bin Einzelkind und daher war es sicher nochmal schwieriger, mich loszulassen.


    Letztendlich hat es viele Vorteile, gerade wenn man am Ort keine gute (Privat-)Schule hat – ich hatte das Glück, auch eine gute Schule vor Ort zu haben.

    Eine Freundin von mir war im Internat (ist die glaube ich mit 13 rein gekommen) und sie fand es schrecklich. Sie hat sich gefühlt als wäre sie in nem Kinderheim gelandet! Und was viel anderes ist es ja auch nicht....

    Berryfina

    Zitat

    als wäre sie in nem Kinderheim gelandet! Und was viel anderes ist es ja auch nicht....

    Hmmm...ich weiß nicht – ich sehe da schon einen sehr großen Unterschied. Im Kinderheim sind Kinder/Jugendliche die entweder keine Eltern (Verwandten) haben, oder die nicht gewollt werden.


    Internatskinder aber haben (in den meisten Fällen zumindest) ein "richtiges" zu Hause, eine 'Höhle' in der sie Geborgenheit und Liebe finden....


    Aber natürlich kommt es hier auch total auf das Verhältnis zwischen Kind und Eltern an. Ist dieses lieblos etc. – dann kann sich auch ein Internatskind wie ein Kinderheimkind fühlen; dann allerdings hat es es zu Hause auch nicht besser :-/

    Aber die Nähe zur Familie ist nicht da. Nur am Wochenende evt nach Hause. Ein heranwachsender Mensch braucht ein stabiles häusliches Umfeld und keine Internat wo er mit lauter Fremden Menschen zusammen sein muss. Da kann man nicht mal Abends sich mit seiner Mutter ins Wohnzimmer setzen und wird in den Arm genommen. Ich hatte auch ein paar mal da übernachtet und ich habe es als Abschiebeanstalt empfunden. Mit den Jugendlichen mit denen ich dort gesprochen habe, wären die meisten lieber zuhause geblieben.


    Bei Heimkindern haben übrigens auch viele Eltern, diese sind aber überfordert oder nicht in der Lage die Kinder zu erziehen. Eine Freundin von mir war Heimkind. Ich hatte also die Möglichkeit das Internat und das Heim zu betrachten und ein wirklicher Unterschied ist da nicht!