• Ist die Darstellung von Sex für Kinder schädlich?

    Ich frag mich gerade, warum es allgemeiner Konsens ist, daß Kinder ihre Eltern beim Sex nicht sehen sollen, warum es Gesetze dafür gibt, jegliche sexuelle Darstellung in Ton, Schrift, Bild und Video von Kindern fernzuhalten, und warum man in Gegenwart von Kindern nicht mal über Sex spricht, ihnen stattdessen Geschichten über Bienchen, Blümchen, oder…
  • 58 Antworten

    Lina

    Zitat

    Zwei Menschen machen Liebe miteinander und das sollten sie möglichst für sich allein tun.

    Und da frage ich mich eben, warum sollten sie das? Wenn sie es so wollen, gut, ihre Sache, aber wieso macht man daraus eine Verhaltensmaßregel?

    Zitat

    Es ist kopfkrank auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, das bewusst vor den Kindern zu tun.

    "Bewusst vor den Kindern"...das liest sich nach "absichtlich". Als wäre es Ziel, seine Sexualität vor den Kindern zu präsentieren, besonders hervorzuheben. Das wäre wirklich "kopfkrank".


    Aber es einfach als natürlichen Bestandteil des Lebens zu akzeptieren, und nicht zu verstecken?


    Ich habe ein schönes Beispiel, eine Exfreundin, Kind einer Gastarbeiterfamilie, die mit ihren Eltern und ihrem Bruder in einer 1-Raum-Wohnung aufgewachsen ist, und quasi von Geburt an mit dem Sex ihrer Eltern, und später dem ihres Bruders konfrontiert war.


    Ich kenne keine Frau, deren Sexualität auf mich weniger "kopfkrank" wirkte als ihre. Ich fand ihre "Natürlichkeit", Lockerheit und Ungezwungenheit (bitte nicht Verwechseln mit Promiskuität) im Gegenteil eher beneidenswert.

    Zitat

    Da ekelt es mich, wenn ich sowas lese.

    Ich muß zugeben, der Gedanke an meine Eltern beim Sex ist mir, wenn auch nicht eklig, dann zumindest unbehaglich.


    Ich frage mich dann halt, woher dieses Unbehagen kommt. Wodurch es gerechtfertigt ist. Und ob es wirklich "mein" Unbehagen ist, oder ich irgendein sinnloses Verhalten imitiere.

    Nein. ein Abbruch hat nichts Negatives. Das ist etwas Initimes für 2 Menschen und keine Peep-Show.


    Sorry, aber ich habe keinerlei Verständnis für solche Überlegungen, die nach meiner Einschätzung auch in eine ganz andere Richtung gehen. Es ist megapervers, darüber nachzudenken Kinder zuschauen zu lassen. Sexualität gehört zum Leben, das ist gar keine Frage, aber es ist auch Aufgabe der Eltern, Kinder daran heranzuführen. Das braucht Gespräche und Einfühlungsvermögen, aber keinen Anschauungsunterricht!!! Es ist völlig krank über so etwas nachzudenken. Und fast genauso krank ist es, wenn Kinder sich selber über Pornos aufklären. Das ist allein Aufgabe der Eltern, den richtigen Zeitpunkt dafür abzupassen. Kinder die liebevoll aufgeklärt worden sind, gehen mit den zu Verfügung stehenden Medien kritisch um, aber es ist ja sooooo bequem, den Dingen ihren Lauf zu lassen.

    Süntje

    Zitat

    hast du Kinder?

    Nein, ist alles blanke Theorie. Und sooooo abstrus ist es doch auch nicht, alleine ich kenne eine Handvoll Elternpaare, bei denen das Kindsbett zumindest im Säuglingsalter im Elternschlafzimmer stand.


    Dann gab es allerdings einen Hardcut, spätestens wenn die Kinder groß genug waren, um Fragen zu stellen ;-D Da greift dann wohl das Schamgefühl, ginge mir wohl nicht anders.


    Was mich nur interessiert: Hätte es auf die Kinder denn negative Auswirkungen (und welche könnten das sein), wenn das Kindsbett einfach im Schlafzimmer stehengeblieben wäre?


    Geht es überhaupt darum, daß es etwas bei den Kindern anrichtet, oder eher darum, daß es den Erwachsenen peinlich ist?


    Und wenn dem so ist...warum akzeptiert man das nicht als "es ist ihnen eben peinlich und sie wollen das nicht" und macht stattdessen daraus ein "Igitt, das ist widerwärtig, das dürfen sie nicht, es wäre..."? Ja, was wäre es. Was würde dagegen sprechen, wenn es ihnen selbst nicht peinlich ist.


    Sorry, nur meine Art, ich stelle solche Selbstverständlichkeiten gerne in Frage. Ist ein Hobby :-)

    Guten Morgen !


    Nunja...es gab Zeiten, da schliefen die Eltern noch mit dem Einen oder anderen Kind zusammen im Bett und überhaupt alle in einem Zimmer. Da haben die Kinder bestimmt manches mitgekriegt. Nur: was ? Papa keucht so komisch, Mama schreit und wimmert...oje, tut Papa Mama was ?


    Trotzdem - die Vorstellung, das Kind kommt ins Schlafzimmer und die Eltern machen weiter...*grusel*


    Und dass Pornos für Kinder / Jugendliche Verboten sind liegt ja auch daran, dass ein falsches Bild von Sexualität vermittelt wird !

    nun, ob es eine negative Auswirkung auf die Kinder hätte........


    wahrscheinlich schon :-D schließlich ist alles was man als Eltern macht eh falsch. Bekommen sie es mit, entwickeln sie unter Umständen ein ebenso gestörtes verhältnis zu Sex wie wenn sie es nicht mitbekämen ;-)


    Ansonsten glaub ich auch eher weniger, dass zu frühren Zeiten, als sowieso alle in einem Raum schliefen und jeder alles vom anderen mitbekommen hat die Kinder dadurch Schäden erlitten haben.


    Dennoch ist Sex für mich etwas privates und intimes. Scham? Irgendwie passt das Wort nicht.


    Der Sex, den meine großen Kinder haben, der geht mich ja auch nichts an, da schau ich auch nicht zu. Geschlossene Zimmertüren sollten irgendwie immer soweit respektiert werden, dass angeklopft wird, und das können Kinder durchaus lernen. Eltern übrigens auch

    Ich denke, man muß hier zwei Dinge auseinanderhalten:


    1. Ist es schädlich für Kinder, wenn sie erotische Darstellungen sehen?


    2. SOllten die Kinder beim Sex der Eltern zusehen dürfen?


    zu 1 würde ich sagen: nein, ist nicht schädlich, so lange es zarte Erotik/Liebesspiel und kein Porno ist


    zu 2 würde ich sagen: nein – auch Eltern haben eine Privatsphäre. Wenn ich mit jemandem Sex habe, mag ich nicht, dass dritte dabei zuschauen, egal, ob es ein Kind oder ein Erwachsener ist

    Also ich stells mir für kleine Kinder schon negativ vor, seine Eltern beim Sex zu sehen, selbst wenns erklärt wird. Der Vater rutscht mit heftigen Bewegungen auf der Mutter rum, die stöhnt (vor Schmerz??), die Gesichter womöglich verzerrt... und dann erklärt man dem Kind, so funktioniere Sex? Da hätte ich als Kind ja ANGST davor.


    Abgesehen davon spielen Kinder ja gerne Erwachsensein, wenn sie so etwas sehen, kanns sicher auch vorkommen, dass der Junge das mit der kleinen Schwester im Zimmer mal nachahmt, entweder nur das nackt Rumrutschen oder aber gleich das Blasen, gabs hier im Forum auch schon. Spätestens da sollten doch bei jedem die Alarmglocken läuten.

    Zitat

    Da hätte ich als Kind ja ANGST davor.

    Kinder sind nicht so dumm. Die kriegen durchaus mit, daß danach keiner von beiden irgendwie einen Schaden davongetragen hat, im Gegenteil: die Eltern sind in der Regel danach ganz besonders gut gelaunt. Und da soll ein Kind Angst vor haben? Wenn das einige Male passiert, merkt das Kind schon den Zusammenhang zwischen unerklärlichen Lauten und Gesichtsausdrücken und dem harmonischen Danach.


    Ich würde eher anders rangehen: das Kind merkt sehr schnell, daß seine Anwesenheit für die Handlungen der Eltern nicht notwendig ist, genauso wie es nicht notwendig ist, Papa beim Autoreparieren oder Mama beim Waschen zuzusehen. Klar, das macht man mal. aber wenn die Neugierde gestillt ist, dann findet man nichts besonderes interessantes mehr daran, dann wird es langweilig. Wie beim FKK-Strand :-)

    Zitat

    das mit der kleinen Schwester im Zimmer mal nachahmt, entweder nur das nackt Rumrutschen oder aber gleich das Blasen

    Wenn sie blasen... med1 ist nicht der Durchschnitt... Und das kann man dem Kind durchaus erklären. Sind sie groß genug, verstehen sie es, sind sie noch zu klein. zählt das sowieso unter Doktorspiele. Und die passieren auch ohne elterliches Vormachen.

    @ Silbermondauge:

    Zitat

    Und dass Pornos für Kinder / Jugendliche Verboten sind liegt ja auch daran, dass ein falsches Bild von Sexualität vermittelt wird !

    Genau das ist der zentrale Punkt und exakt meine Meinung. Das, was dort gezeigt wird, hat überwiegend nichts mit Liebe zu tun, sondern mit Triebbefriedigung. Das macht den Unterschied aus.

    Paul

    Die taz beschreibt eine kleine Minderheit. Darauf deuten schon die Ausdrücke "links", "alternativ" oder "Grün". Der Großteil der Deutschen blieb von der sogenannten sexuellen Revolution völlig unberührt. Wer zwischen 1970 und 1980 10 Jahre alt war, ist heute zwischen 40 und 50. Haben wir es mit einer Generation von traumatisierten zu tun? Doch ganz sicher nicht.


    Die "Grenze" braucht es nicht zwischen Erwachsenen und Kindern, sondern zwischen Macht und Ohnmacht. Dabei ist das Alter nur eins von vielen Aspekten.

    Abgesehen von denen, die sich quer durch die Gesellschaft bumsen oder im einschlägigen Gewerbe arbeiten, ist Sex ein Höhepunkt innerhalb einer Partnerschaft. Zeig mir den Porno, in dem das so dargestellt wird. Dann wäre es nämlich keiner.

    aber wenn man sex nicht mit liebe verbindet sondern einfach als etwas ansieht was spaß macht, so wie die meißten von uns auch tun, dann find ich ist das was in den pornos gezeigt wird nichts anderes


    muss ja nicht unbedingt was abgedrehtes sein wo man sich gegenseitig schlägt oder so, aber was spricht gegen wenn man auch etwas leidenschaft drin sieht, das macht es ja so erotisch

    Kinder sind schon physiologisch gar nicht in der Lage, Sex zu praktizieren. Und die triebhaft-animalische Ebene liegt außerhalb ihres Erlebens. Warum sollte man sie jetzt mit expliziten sexuellen Handlungen konfrontieren? Wo liegt denn da jetzt der Benefit?


    Und so natürlich Sex im allgemeinen auch sein mag – hier stehen in der modernen Welt biologische und soziale Entwicklung einfach in Konflikt. Zu Beginn der Pubertät entwickelt sich die Fähigkeit, Sex zu haben, lange bevor die Heranwachsenden hinreichend die Konsequenzen überblicken und die Verantwortung dafür übernehmen können – da halte ich es für vollkommen gerechtfertigt, ihnen zu vermitteln, sie mögen dem doch bitte nicht nachkommen. Da ist es nicht hilfreich, zeitgleich die eigene Sexualität offensiv vor sich her zu tragen.


    Kinder und Heranwachsende lernen viel am Modell – sie imitieren zu weiten Teilen, was sie um sie herum wahrnehmen.


    Bei allem Respekt – laß doch Kinder einfach Kinder sein.