• Kind 6 Jahre und jeden Tag Terror um die Grundhygiene

    Unsere Tochter ist 6 1/2 Jahre alt, war schon immer sehr eigen, sehr selbstbewußt, manchmal schwierig....wir haben einen gut strukturierten Tagesablauf, heißt alles möglichst gleich und zu gleichen Zeit, Essen immer gemeinsam, ich bin zu Haus, sie wird jeden abend mit Geschichte ins Bett gebracht usw. also ganz normal... Hygiene war schon immer ein…
  • 391 Antworten

    ok..das mit dem Gesetz war mir neu...Gewalt gegen Kinder ist hier doch noch ein völlig legitimes Mittel, auch in der Öffentlichkeit....ich mein ich finds schlimm, aber erlebt haben wir da schon häufiger...

    Ich wollte eigentlich nichts schreiben da ich leider keine Vorschläge für die TE habe aber mal unabhängig davon dass es durchaus Gewalt ist: was für einen SINN soll es haben, ein Kind an den Haaren oder den Ohren zu ziehen ?


    So nach dem Motto "du lässt dir die Haare/Ohren nicht waschen, dann zieh ich mal dran ?"


    :(v


    Wenn das Kind einen schlägt oder tritt, dann kann man die Hand oder den Fuß festhalten und sagen "das tut weh, lass das !"

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    das mit dem Gesetz war mir neu...Gewalt gegen Kinder ist hier doch noch ein völlig legitimes Mittel, auch in der Öffentlichkeit...

    Passend dazu, folgender Artikel: Verboten, aber nicht verschwunden

    Zitat

    600.000 Kinder werden Schätzungen zufolge mit Gewalt erzogen.


    Circa ein Drittel der Eltern weiß nicht, dass das seit bald 25 Jahren verboten ist.

    Traurig, dass es überhaupt so ein Verbot braucht und es sich nicht von selbst versteht.

    Zitat

    ....also bitte, ein 1 1/2 jähriges Kind ist knapp nen Meter groß ( unsere Kleine mit 26 Monaten jetzt 103cm )....da muss man sich nicht besonders weit drüber beugen um einen Fuss ins Gesicht zu bekommen.

    also bitte... entschuldige dass ich bei der vorstellung lachen musste. ich habe 2 kinder gewickelt (eines aktuell noch) und habe bei tritten nie ein blaues auge bekommen... die kleinste tritt eher tief, gegen den bauch. aber darum geht es ja auch nicht ;-)

    Zitat

    Und nein, ich bin 100%ig sicher, dass sie völlig unüberlegt und impulsiv handelt, wenn sie mich schlägt ( kommt ja nicht oft vor )...das merkt man aus ihrem Verhalten davor und danach, was eher selbst erschrocken ist. Sie weiss, dass es falsch ist und nicht passieren sollte.

    es ist ja schön, wenn sie es nicht mit bewußter absicht macht, aber wie sieht denn deine konsequenz nach so einem impuls-ausbruch aus?

    Gretchen, höre den Haareziehern bitte gar nicht erst zu. Das ist echt unter aller Sau.


    [Bezieht sich auf zwischenzeitlich gelöschte Beiträge]


    Ich habe leider keinen schönen, griffigen Ratschlag, lese aber gespannt mit und drücke dir die Daumen...was sagt eigentlich der Vater dazu? Wie geht er damit um?

    Mir erschließt sich die Logik nicht.


    Gretchen möchte natürlich nicht getreten oder geschlagen werde von ihrem Kind.


    Aber wie soll sie dieses Ziel erreichen, wenn sie selbst schlägt?


    Gerade dieses Kind wird rasend schnell damit argumentieren.


    Der Machtkampf ist bereits in vollem Gange, verschärfte Maßnahmen erzeugen verschärfte Gegenwehr.


    Wie du allerdings da raus kommst, das weiß ich nicht.

    Ich habe einige ge­walt­ver­herr­li­chende Beiträge gelöscht und auch Reaktionen darauf. Der Doc wird später noch einmal drüber.

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    Mir persönlich wird hier etwas zu sehr auf der Hochbegabung rumgeritten. Zum einen wurde von einer leichten Hochbegabung gesprochen

    Entweder man ist hochbegabt, oder man ist es nicht. Dafuer gibt es ja die standardisierten Tests.

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    und ich erkenne hier auch aus den Erzählungen keine besondere sprachliche Begabung heraus.

    Eine Hochbegabung muss sich auch nicht unbedingt im sprachlichen Bereich manifestieren, es ist sogar eher selten, dass Kinder sowohl im mathematisch-/logischen als auch im sprachlichen Bereich so hoch scoren (letzterer wird WIMRE in separaten Tests und nicht zur Bestimmung des IQ untersucht).

    Zitat

    Gerade hier in diesem Forum habe ich jedoch oft den Eindruck, dass bei auffälligem Verhalten sofort eine Hochbegabung als eEntschuldigung angeführt wird.

    Mir ist das hier im Forum noch nicht aufgefallen. "Als Entschuldigung" sowieso nicht – aber u.U. als Erklaerung.

    Zitat

    Zu einer Hochbegabung und vor allem zur Schulfähigkeit gehört auch ein angemessenes Sozialverhalten, welches ich nur sehr schwer erkennen kann.

    Ach ja? Das ist mir neu. Ein "angemessenes Sozialverhalten" (was ist das ueberhaupt) ist bei Hochbegabten manchmal eben NICHT zu finden. Ich schaetze, sogar unterdurchschnittlich oft, habe aber keine Zahlen zur Hand.


    Und was Schulfaehigkeit mit Hochbegabung zu tun hat... ein Kind kann mit 3 lesen koennen oder mit 6 zwei Fremdsprachen sprechen und trotzdem koerperlich noch nicht "schulfaehig" sein.

    Zitat

    Dieses Kind jedenfalls scheint besonders sturr zu sein und alles in Kauf zu nehmen, um sich durchzusetzen. Aber alles dann bestimmt doch nicht. Die Strafe ist nicht schmerzlich genug.

    ":/

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    Erst heute habe ich im Supermarkt ein extrem nerviges Kind erlebt. Es war ca. 2 Jahre alt und im Kinderwagen angegurtet. Das gefiel ihm wohl nicht und es versuchte sich ständig herauszuwinden aus dem Gurt, was allerdings unmöglich war, denn das Kind hatte ein regelrechtes "Geschirr" um den Körper. Es schrie aus voller Kehle und schrie und schrie und schrie und schrie, aber wirklich extrem volle Pulle...alle guckten schon...die Mutter hat nicht einmal gesagt, dass das Kind die Klappe halten soll...so kommt sowas. Keine Grenze.

    Und du meinst, das war das erste Mal, dass es so ablief und die Mutter hätte nicht schon x Versuche durch, um das zu verhindern? Aber dein Geheimrezept "Halt die Klappe!" hättest du ihr ja mal angedeihen lassen können – DAS hätte sicher geholfen... %-|

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    Körperliche Zuneigung entziehen find ich auch nicht richtig, zumal ich die Kleine eh mehr auf dem Arm hab und mich noch mehr kümmern muss ( die ist erst 2 ).

    Du hattest den Konkurrenzgedanken ja schon von dir gewiesen, aber deine Große ist jetzt 6 (1/2) und die Kleine 2. Hattest du nicht etwas vorher geschrieben, dass die Probleme allmählich mit 4 anfingen? Würde das dann nicht mit der Schwangerschaft zusammenpassen?

    Zitat

    Den Befund das sie Hochbegabt ist wird sie wohl haben also warum nicht darüber nachdenken sie eher einzuschulen. Jetzt mit sechs Jahren wird das noch schwieriger werden. Denn wenn sie in der Schule ist und merkt das sie schon alles kann dann kommt die nächste bockige Phase.

    Dann kann sie immer noch eine Klasse ueberspringen.

    Dumal...


    danke, das ging mir auch langsam zu weit mit den Tipps zum Haare ziehen, sowas geht garnicht.


    Gewalt ist keinerlei Thema für uns, kommt nicht in Frage und abgesehen davon glaub ich nicht, dass man damit irgendeine positive Reaktion auslösen könnte !


    Twighlight, sie ist erschrocken, fängt meißt an zu weinen, es tut ihr leid...also rede ich ruhig nochmal mit ihr drüber warum, wieso, weshalb usw. .... deswegen gehe ich davon aus, dass es völlig impulsiv ohne jeden bösen Gedanken geschieht...

    Zitat

    ich erkenne hier auch aus den Erzählungen keine besondere sprachliche Begabung heraus.

    ":/ also wenn es normal ist sich im Kindergarten 2 völlg fremde Sprachen selbst beizubringen nur weil ein anderes Kind sie spricht....dann dürfte es in deutschen Schulen eigentlich keinerlei Sprachbarrieren mehr geben, weil alle Kinder gut deutsch sprechen.... oder ???


    Also ich habe gestaunt als meine damals 5jährige Tochter im Urlaub auf einmal in der Landessprache Eis bestellt hat.....es war Kroatisch.


    Nein, sie war schon immer sehr eigen...siehe Windeln etc. – und auch waschen und Zähne putzen war schon immer ein sehr schweres Thema. Mit der kleinen Schwester hat das nichts zu tun....also die Entwicklung meine ich.

    Ob nun Hochbegabung oder nicht:


    Ich finde es bescheuert, dass das hier immer wieder in Frage gestellt wird (denn es gibt sogar eine Diagnose und nicht etwa nur den Elternausspruch "mein Kind ist ja soooo klug") und Gretchen immer wieder aufgefordert wird, das zu erläutern/belegen, um dann vorzuhalten, sie würde drauf rumreiten. :-/


    Ich verstehe auch nicht, was der Vergleich mit einem bilingual aufwachsenden Kind soll. Jedes Kind, das mehrsprachig aufwächst, wird Mehrsprachigkeit aufweisen. Das ist kein Indikator für irgendwas. ":/


    Diskussionen über Grenzen/Konsequenz etc. finde ich auch nicht zielfführend. Es wurde da doch im Rahmen des Möglichen alles gemacht.


    Also zurück zu den praktischen Tipps:


    Den Gedanken von devilindisdisguise finde ich interessant: je mehr (zeitlicher) Raum fürs "Herumstressen" da ist, desto mehr wird er genutzt.


    Darüber hinaus ist mir noch eingefallen: Beim Zahnarzt habe ich als Kind dann und wann mal diese Färbetabletten bekommen, damit ich lerne, richtig zu putzen. Das fand ich zum einen ganz eindrucksvoll – die Beläge in leuchtend pink zu sehen, die man ja sonst nicht so richtig wahrnimmt ("was wollen die eigentlich von mir, meine Zähne sind doch sauber, ich will jetzt lieber...") zum anderen ist dann auch der Ehrgeiz (oder das ästhetische Empfinden) gepackt, die Verfärbungen wieder runter zu bürsten.


    Dann fiel mir noch ein: Gretchen, Du beschreibst ja öfter, dass eure Tochter euch nicht so wirklich als Autorität im Sinne von Kompetenz empfindet. Ärzte, Fremde etc. werden da von ihr ernster genommen. Das ist zwar gewiss auch ein verbreitetes Phänomen – und wurde hier ja auch schon von anderen Eltern beschrieben – aber ich habe mich gefragt, ob die Kleine euch vielleicht öfter im Alltag unsicher/verunsichert erlebt. Also ich meine ganz explizit nicht auf sie bezogen. Mal als simples Beispiel: einen Nagel in die Wand schlagen, einen unangenehmen Anruf machen, eine Reise mit Kind und Kleinkind organisieren,....


    Es ist nur ein Gedanke... Uns Erwachsenen würde ja auch nicht einfallen, einen Rat von jemanden anzunehmen, den wir für nicht sehr kompetent halten. Und Kinder wünschen sich ja auch, dass die Erwachsenen verlässlich und vertrauenswürdig im Sinne von souverän sind.


    Denn Pfiffigkeit der Kleinen hin oder her, in vielen Bereichen des kindlichen Lebens ist es nunmal notwendig, dass die Eltern die Leitung übernehmen und dafür ist es wichtig, dass das Kind diese Leitung akzeptiert und dieser folgt. Das mit Gewalt zu erzwingen (ob nun physisch oder psychisch) ist ja ein beliebtes Mittel, schöner wär's ja aber, wenn das Kind den Eltern vertraut und folgt, weil es von dessen Souveränität überzeugt ist.

    Kannst du mit deiner Tochter nicht mal ne richtige Unterhaltung darüber führen, wie sie sich das vorstellt? Also in guter Stimmung und nicht mit der Einleitung "Wie soll das denn werden, wenn du dich nie wäscht" sondern halt mal ernsthaft, was sie dazu denkt.


    Quasi eine Beziehungsdiskussion.


    Ich habe ja keine Kinder und ich weiß, dass man manchmal einfach gerne will, dass die Kinder tun, was man sagt. Im Grunde geht es aber darum, dass Kinder lernen, dass ihr Handeln Konsequenzen hat. Die Konsequenzen müssen logisch und nachvollziehbar sein aber keine Strafe.


    Ich finde Konsequenzen werden zu oft benutzt, um die Kinder dazu zu bekommen etwas zu tun. Im erwachsenen Leben ist es ja so, dass man sich aussuchen kann, ob man etwas tut / nicht tut und mit den Konsequenzen lebt oder nicht.


    Im Grunde macht deine Tochter das doch richtig. Sie möchte etwas nicht und ist bereit alle damit verbundenen Konsequenzen zu tragen.


    Du bist damit aber nicht zufrieden, sondern möchtest eigentlich erreichen, dass sie einlenkt und das dann doch tut.


    Diese Art der Manipulation scheint sie nicht zuzulassen.


    Wenn zum Beispiel mein Chef etwas von mir will, was für mich nicht in Frage kommt und ich weigere mich und er informiert mich, dass ich dann gekündigt werden. Dann kann ich mir ja überlegen, ob ich es lieber mache oder lieber gekündigt werde. Wenn ich mich dann dafür entscheide gekündigt zu werden und danach zufrieden mit mir bin, weil ich etwas, was gegen meine Werte oder Prinzipien verstößt nicht getan habe, dann ist das eine Konsequenz aus meinem Handeln, die ich gerne bereit bin zu tragen.


    Ich fände es dann absolut seltsam, wenn zum Beispiel mein Freund dann nicht mehr mit mir kuscheln würde, mich schlagen würde oder mir das Essen vorenthalten würde.


    Das hat doch nichts miteinander zu tun?


    Das Kind möchte sich nicht waschen und ist bereit Konsequenzen, die damit im Zusammenhang stehen zu akzeptieren. Deswegen muss man doch nicht neue, absurde und tiefgreifende Konsequenzen erfinden und irgendeinen Zusammenhang konstruieren damit der Leidensdruck irgendwann groß genug wird.


    Das ist dann eine echte Kampfebene und da gibt es immer einen Verlierer. Möchte man als Mutter wirklich der Gewinner einer Schlacht sein? Und was ist, wenn man die Schlacht verliert?


    Und was zieht man sich da für einen Menschen heran, der alles auskämpfen muss?


    Die Kampfmittel sind doch auch begrenzt. Man kann ja schlecht am Ende eine Atombombe ins Kinderzimmer werfen.

    Einerseits finde ich es auch problematisch, den Machtkampf noch zu verstärken.


    Andererseits, gerade bei den Zähnen kann man sie auch nicht guten Gewissens gewähren lassen.


    Sie mag klug sein, aber trotzdem auch ein Kind. Die Folgen ihres Handelns für die Zukunft kann sie nicht vollumfänglich begreifen.


    Man muss aufpassen, dass man kluge Kinder nicht überschätzt und ihnen mehr Verantwortung zugesteht als sie tragen können.


    Ich bin sicher, dass Gretchen es auch schon über die Vernunftebene probiert hat.


    Die Idee mit den Färbetabletten finde ich sehr gut.


    Und wie wäre es dann mit Bildern faulender Zähne aus dem Internet?


    So was wie eine Horrorshow ]:D