• Kind 6 Jahre und jeden Tag Terror um die Grundhygiene

    Unsere Tochter ist 6 1/2 Jahre alt, war schon immer sehr eigen, sehr selbstbewußt, manchmal schwierig....wir haben einen gut strukturierten Tagesablauf, heißt alles möglichst gleich und zu gleichen Zeit, Essen immer gemeinsam, ich bin zu Haus, sie wird jeden abend mit Geschichte ins Bett gebracht usw. also ganz normal... Hygiene war schon immer ein…
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    Ich frage mich immer und immer wieder, woher die Idee kommt, dass ein Kind von 6 Jahren die Notwendigkeit von Körperhygiene versteht (das vielleicht schon) aber aus diesem Verständnis heraus handelt bzw. sein Fehlverhalten korrigiert. Auch das Kinder in dem Alter den Schluss ziehen, dass wenn sie sich nicht waschen, sie stinken und wenn sie stinken, sie unangenehm auffallen und das soziale Konsequenzen hat ist schlicht und ergreifend zu viel verlangt. Es sind Kinder - die sind im Kopf noch nicht so "fertig" wie sie vielleicht körperlich erscheinen. Das braucht jeden Tag die konsequente und autoritäre und liebevolle (ja - das geht im Einklang) Anleitung eines Erwachsenen von dem sie wissen, dass es einen gewissen Spielraub, aber kein Auskommen gibt.


    Und Kinder von 6 Jahren sind nicht "selbstbewusst"! Das geht gar nicht! Selbstbewusstsein ist nicht angeboren sondern erworben! Ein Kind von 6 Jahren, wie das der TE, ist "selbstbestimmt" - und da liegt meines Erachtens der Hund begraben!


    So ein Kind ist nicht durch Reden und Überzeugen und Hoffen, dass es doch einsieht, was es falsch macht und dann das Verhalten ändert, an das Waschbecken zu bekommen sondern nur durch einen Erwachsenen, der sich von diesem Kind abgrenzt, es JEDEN Tag auffordert, sich zu waschen weil man das nun mal tut und wenn es das nicht tut es ggf. sanktioniert! Damit meine ich keine Schläge...um Gottes Willen. Aber ich würde etwas finden, dass ihr wichtig ist (die Einladung bei der Freundin, eine bestimmte Fernsehsendung, ein Ausflug der gestrichen wird) - und darüber wird nicht diskutiert und nicht verhandelt. Ich würde ihr sagen: "So, es ist Zeit sich zu waschen Schatz! Geh bitte ins Bad, putz Dir Deine Zähne und wasch Dir Deine Hände!"


    Ich würde konsequent aufstehen, eine Eieruhr auf 10 Minuten stellen und ihr sagen, dass die Zeit läuft. Wenn sie anfängt zu maule, würde ich sagen, dass ihr die Zeit davon läuft. Wenn sie es nicht schafft, dann wird irgendwas gestrichen.


    Und wenn sie dann noch mault, dann würde ich ihr sagen, dass ich darüber nicht diskutieren, sie kennt ihre Aufgabe und dann würde ich mich umdrehen und aus der Situation hinausgehen.


    Und wenn die Eieruhr klingelt und Madame ist noch dreckig, dann geht sie so ins Bett - allerdings wird die angekündigte Sanktion dann auch durchgezogen. So, und das würde ich jeden Tag machen!

    Sanktionen hat die TE ja schon in allen Spielarten versucht. Funktioniert bei der jungen Dame nicht, und das geht soweit, daß sie klaglos auf geliebte Dinge verzichtet, nur um sich nicht waschen zu müssen. Weil sie keine Sonnencreme wollte, ist sie schon 5 Tage im Hotelzimmer geblieben! Sie hat sich 2 Wochen am Stück nicht gewaschen, als versucht wurde, es ihr durch "Aussitzen" auszutreiben... ich denke, DER Zug ist abgefahren!

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    Wenn sie es nicht schafft, dann wird irgendwas gestrichen.

    Ich hab es so verstanden, dass das die Kleine aber überhaupt nicht interessiert

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    Und wenn die Eieruhr klingelt und Madame ist noch dreckig, dann geht sie so ins Bett – allerdings wird die angekündigte Sanktion dann auch durchgezogen. So, und das würde ich jeden Tag machen!

    Wie schon gesagt, diese Kleine Dame hat den Auslandsurlaub alleine im Hotelzimmer verbracht, weil sie sich nicht eincremen wollte. Sie scheint sehr resistent gegenüber Konsequenzen zu sein.

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    Weil sie keine Sonnencreme wollte, ist sie schon 5 Tage im Hotelzimmer geblieben!

    Ist das Kind da allein die 5 Tage im Hotel gesessen? Ist das möglich? Ja und - wer hat denn da auf den Poolspaß verzichtet! Oder hat die ganze Familie sich gar der kleinen Dame untergeordnet und hat ebenfalls auf den Pool verzichtet? Hat die Kleine vielleicht eine Freude daran, wenn sich alles nur um ihre Befindlichkeiten dreht?


    Meine Tochter (8) wollte sich auch mal nicht eincremen. Sie wollte auch nicht glaube, dass eine Sonnenbrand weh tut - gut - den hat sie dann spüren dürfen. Seit dem habe ich nie wieder über die Notwendigkeit von Sonnencreme diskutiert.

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    Ist das Kind da allein die 5 Tage im Hotel gesessen? Ist das möglich? Ja und – wer hat denn da auf den Poolspaß verzichtet! Oder hat die ganze Familie sich gar der kleinen Dame untergeordnet und hat ebenfalls auf den Pool verzichtet? Hat die Kleine vielleicht eine Freude daran, wenn sich alles nur um ihre Befindlichkeiten dreht?

    wieso liest du nicht einfach die Beiträge der Mutter?

    Und ich glaube es nicht, dass es nichts gibt, was diesem Kind nicht doch weh tut, wenn es ihm nimmt oder es streicht. Ich weiß nicht, wie konsequent die TE wirklich ist, aber jedes Kind ist, wenn es einen Erwachsenen im Sinne des Wortes vor sich hat, der das Kind auch wie ein Kind behandelt, zu lenken. Natürlich geht das ncht von heute auf morgen.


    Es fängt doch schon an bei diesen mir scheint ewigen Diskussionen die in einer Eskallation enden (Zahnputzbecher schmeißen, der Mutter ins Gesicht schlagen) - tut mir leid, das geht für mich gar nicht. Das ist eine bodenlose Frechheit und Respektlosigkeit der Mutter gegenüber. Und das hat nichts mit "Selbstbewusstsein" zu tun. Das ist schlicht und ergreifend ein schlechtes Benehmen dessen Wurzeln nicht darin liegen, dass das Kind sich mit dem Wasser gestritten hat.

    Eine ganz schön harte Nuss die Kleine ;-)


    Es erscheint mir so unwirklich, dass Konsequenzen sie überhaupt nicht interessieren sollen.


    Mein Kleiner kann auch so tun als würde es ihm nichts ausmachen, aber ich kenne ihn gut genug um zu wissen, wann es ihn doch zwickt.


    Für mich wäre der Ansatz, ihr praktisch vorzuführen, welche Folgen ihr Verhalten hat.


    Färbetabletten, sie mal mit Mundgeruch am Morgen kuscheln und nicht gleich aufhören.... ]:D


    Im Urlaub hätte ich wohl auch einen (leichten) Sonnenbrand zu Beweiszwecken riskiert.


    Ich weiß, das ist grenzwertig. Aber ich denke es würde vielleicht wirken.


    Alternativ hätte sie in Langarmkleidung und langer Hose, mit Hut mitkommen dürfen.


    Ach ja, manchmal hilft das Reden der Eltern gar nichts, das von anderen Kindern aber durchaus.


    Meine Eltern redeten sich wegen meinem Nägelkauen als Kind den Mund fusselig.


    Ein Ihhh... wie sehen denn DEINE Nägel aus von einer Klassenkameradin wirkte Wunder. Ich hab augenblicklich aufgehört.

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    Sie wollte auch nicht glaube, dass eine Sonnenbrand weh tut – gut – den hat sie dann spüren dürfen.

    ich denke, eine Mutter sollte nicht den Standpunkt verlassen, ihr Kind zu schützen-egal wie sauer sie über den Starrsinn ist. Es ist nunmal so, dass jeder Sonnenbrand eine Zellschädigung ist und jede Zellschädigung Hautkrebs begünstigt, die Haut vergißt nichts. Ich versuche doch auch, ein Kind daran zu hindern, auf die Strasse zu rennen-egal, was für ein Kampf das ist.

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    Im Urlaub hätte ich wohl auch einen (leichten) Sonnenbrand zu Beweiszwecken riskiert.

    Theoretisch ja, aber da Kinderhaut wirklich schwer in ihren Reaktionen einzuschätzen ist, ist es nicht einfach, den Punkt abzuschätzen, wo es "nur" ein leichter Sonnenbrand ist.......und für das "Hättest du mal auf mich gehört" sind die Folgen zu schwer.

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    Es ist nunmal so, dass jeder Sonnenbrand eine Zellschädigung ist und jede Zellschädigung Hautkrebs begünstigt, die Haut vergißt nichts.

    Ja darauf habe ich ja bloß gewartet.


    Jajaja.....ich weiß das alles selbst - glaub mir!


    Und sicher habe ich ihr keinen Blasen werfenden Sonnenbrand zugemutet sondern einen ganz dezenten - einen der leicht brennt und rosa ist..


    Meine Güte - wie haben wir unsere Sonnenbrände in der Kindheit nur überlebt.


    Ebenso stelle ich mir gerade meinen Vater vor wenn ich ihm einen Zahnputzbecher ins Gesicht geschmissen hätte - wäre mal interessant gewesen....

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    Ebenso stelle ich mir gerade meinen Vater vor wenn ich ihm einen Zahnputzbecher ins Gesicht geschmissen hätte – wäre mal interessant gewesen....

    Ich hätte gefühlte 2 Jahre nicht mehr alleine putzen dürfen ;-D Becher in den Schrank und Papa putzt!

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    Meine Güte – wie haben wir unsere Sonnenbrände in der Kindheit nur überlebt.

    Zum einen hat sich die Intensität der Sonne verändert, zum anderen steigt das Aufkommen von Hautkrebs immer mehr an, denn die nicht-eingecremte Generation wird langsam älter. Ich bin nicht dafür, Kinder in Watte zu packen, aber in der Klinik, in der ich arbeite, sehen wir genug Hauttumore.

    Ich hätte da noch eine weitere Idee.


    Wie steht eigentlich der Vater des Kindes zu den genannten Dingen?


    Seid ihr euch immer einig? Oder diskutiert ihr auch vor dem Kind schon mal darüber, was richtig oder falsch ist?


    Wichtig ist (aus eigener Erfahrung) absolute Klarheit bei den Regeln.


    Grenzen, die von Vater und Mutter diskutiert werden, sind zu diskutieren und können immer neu erprobt werden. Wer weiß, wer heute gewinnt....


    Ist nur eine Idee, weil es bei uns am besten läuft, wenn wir uns zu 100% einig sind oder einer allein ist mit dem Kind.