• Kind 6 Jahre und jeden Tag Terror um die Grundhygiene

    Unsere Tochter ist 6 1/2 Jahre alt, war schon immer sehr eigen, sehr selbstbewußt, manchmal schwierig....wir haben einen gut strukturierten Tagesablauf, heißt alles möglichst gleich und zu gleichen Zeit, Essen immer gemeinsam, ich bin zu Haus, sie wird jeden abend mit Geschichte ins Bett gebracht usw. also ganz normal... Hygiene war schon immer ein…
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    Wer glaubt, aus sich selbst überlassenen Kindern, denen man keine Grenzen setzt, entwickeln sich reife, gesellschaftsfähige Menschen, der irrt gewaltig

    :)^ :)^ :)^


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    Für mich ist die antiautoritäre Erziehung eine der größten Sünden an unsere Kinder.


    Den die, die in den 60er/70er Jahre umdachten und jetzt erzeihen, ziehen das heran, womit wir uns jetzt rumschlagen. Eine "Ja aber..." Generation, die für alles eine Ausrede hat um etwas nicht tun zu müssen.

    Du, ich bin nun wirklich auch kein eiserner Verfechter der Birkenstock-Kuschel-Diskutier-Pädagogik. Manchmal müssen Ansagen eben sein und sitzen. Allein schon aus Energie- und Zeitgründen. Es gibt auch No-Go's, wo es nichts zu diskutieren gibt. Ich möchte an dieser Stelle zugeben, dass ich nichtmal für mich ausschließen kann, "körperlich" zu werden, z.B. wenn ein Kind ein Tier quält. Das wäre etwas, was für mich so unfassbar, so unvorstellbar und so völlig gegen meine Werte und Grenzen verstößt, dass ich nicht weiß, wie diese Fassungslosigkeit zum Ausdruck käme. Aber wahrscheinlich wäre sie (subjektiv) sehr heftig.


    Ich stimme Dir auch zu, dass Kinder Führung und Orientierung brauchen, ja, oftmals sogar wünschen. Es ist aber in meinen Augen eine sehr situations- und auch kindspezifische Angelegenheit. Was bei dem einen Kind über Ansagen gut funktioniert, würde bei einem anderen Kind ein Gefühl des Übergriffs erzeugen und man müsste dieses quasi wirklich "brechen". Was schade wäre, wenn es z.B. für kooperative Ansätze durchaus zugänglich wäre.

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    Und hätte sie es nicht getan, ich hätte es alles in Müllsäcke geschmissen und entsorgt.

    Und ich habe es als Kind soweit kommen lassen. Alles war weg. Und es hat mich nicht mal sonderlich gestört, ich hatte auch keine Probleme damit mich ganz mit mir alleine zu beschäftigen. Nie.


    Es gibt einfach Persönlichkeiten, bei denen mit Machtkämpfen nicht weit zu kommen ist. Das einzige, was dann passieren kann, ist dass alles eskaliert.


    Die Eltern machen Druch auf das Kind, das Kind macht dicht und gibt jede Menge Gegendruck. Die Eltern versuchen härtere Geschütze aufzufahren, das Kind will nicht nachgeben. Das ist doch nur ein Spiel, das darauf hinausläuft, dass ein Teil einbricht.


    Die Frage ist halt, ob man sein Kind wirklich brechen möchte. Und ob man als Elternteil notfalls auch damit klarkommt dieses Machtspiel nicht zu gewinnen. Nicht alle Kinder zeigen sich bei Druck irgendwann "einsichtig".

    @ TwisterSister

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    Ich habe sie gelesen. Gut, dass mit den 5 Tagen im Hotel hatte ich tatsächlich überlesen. Aber ich habe keine 12 Seiten Antworten gelesen.

    Du kannst Dir oben mit dem Button (zwei Gesichter drauf) die Schreiber hier im Faden listen lassen und dann Dir nur die Beiträge einer Person (z.B. der TE) anzeigen lassen. Das ist manchmal ungemein hilfreich bei ausartenden Fäden. @:)

    TwisterSister du nervt ein wenig. LIES doch einfach mal die Beiträge der Mutter. Oder kommst du nur zum stänkern?

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    Ich greife überhaupt nicht die Würde des Kindes an. Ich vertrete nur die Meinung

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    Und ich glaube es nicht, dass es nichts gibt, was diesem Kind nicht doch weh tut, wenn es ihm nimmt oder es streicht.

    Genau, man erzieht sein Kind bestimmt zu einem liebevollen und emphatischen Menschen der Konflikte fair lösen kann, wenn man "doch noch etwas findet, was weh tut".

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    So hab ich das mit dem Zimmer aufräumen gemacht. Meine Tochter (8) hat es nicht so sehr damit ihr Zimmer aufzuräumen. Und ich hatte sie mehrmals gebeten, es zu tun – Jedenfalls so, dass ich es säubern kann. Nichts. Immer war was anderes wichtiger, das Wetter so schön, die Verabredung mit der Freundin.


    Dann habe ich wirklich zu ihr gesagt, dass sie noch bis zum Wochenende bekommt. Wenn das Zimmer dann nicht aufgeräumt ist, dan werde ich es Montag aufräumen wenn sie in der Schule ist. Aber sortiere nichts. Ich werfe alles weg, was nicht an seinem Platz ist.

    Herzlichen Glückwunsch. Das hat meine Mutter auch schon mehrfach gebracht. Ich habe nach der Ansage kein einziges mal aufgeräumt und hätte alleine WEGEN der Ansage nicht aufgeräumt. Ich habe mal meiner Mutter einen Artikel über das Recht der Kinder auf Privatsphäre und abschließbare Zimmertüren ausgedruckt, das Chaos belassen und das anschließend leere Zimmer nur mit den Worten "ärgerlich Mama, die ganzen Sachen hattest du doch so teuer gekauft" kommentiert.


    Ich vermute das Kind der TE wird ähnlich wenig beeindruckt sein.

    Was nützen die schönsten Ansagen, wenn sie vom Kind mit einem Schulterzucken quittiert werden?


    Kinder sind nun mal verschieden und man muss herausfinden, wie man am besten den Zugang findet.


    Was bei dem einen noch mit einem wenn- dann Satz getan ist, das erfordert beim anderen Kind schon ein Durchziehen der Konsequenz.


    Das eine Kind lässt sich eine Auszeit verpassen, während diese Methode für ein anderes Kind vollkommen ungeeignet ist.


    Grenzen geben einem Kind Sicherheit. Aber wichtig ist nicht, wie eng sie gesteckt werden, sondern wie klar und gleichbleibend sie sind.


    Natürlich soll ein Kind sich in die Gesellschaft einfügen.


    Die autoritäre Erziehung, in deren zweifelhaften Genuss ich gekommen bin, bringt Menschen hervor, die es nicht schaffen sich abzugrenzen, die sich das Nein sagen erst erarbeiten müssen und die ihr Leben lang damit kämpfen werden sich selbst zu lieben, ohne dafür etwas zu leisten.


    Der Raum zwischen autoritär und antiautoritär ist riesig. Selbst in der Mitte sind noch große Spielräume ;-)

    Den Unrat entsorgen: Ist halt wieder die Frage, ob es eine Sanktion ist, oder die nötige Beseitigung des Übels. Fakt ist: Das Zimmer ist nun ordentlich. Fertig. Nicht: "Hähä! Das tut weh, gell? Nächstes mal überlegst du es dir!"

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    Ich halte viel von logischen und natürlichen Konsequenzen. Leider ist es gar nicht so einfach, die dann immer parat zu haben, wenn man sie gerade braucht.

    Deswegen liebe ich solche Fäden!Auch auf die einfachsten Dinge muss man erstmal kommen!

    Das Zimmer aufräumen ist ja nur ein Beispiel dafür, dass zu erlernen ist, dass es im Zusammenleben Regeln gibt, die einzuhalten sind. Und das fängt in der Familioe an. Jedes Verhalten hat eine Konsequenz auf die Mitmenschen. Egal wie alt ich bin oder welchen sozialen Status ich habe.


    Meine Tochter hat daraus gelernt, dass es einfacher ist, seinen Kram zeitnah wegzuräumen und das Zimmer gar nicht erst verdrecken zu lassen weil sie gespürt hat, wie ätzend es ist, wenn man die Uordnung der letzten drei Monatre auf ein Mal beseitigen muss. Denn wenn sie nicht aufräumt, dann kann ich nicht wischen und wenn ich nicht wische, dann kriegt sie nachts wieder einen elendigen Hustenreiz bis hin zum Asthmaanfall da sie eine Hausstaubmilbenallergie hat.


    Bei uns funktioniert das seit dem. Und ich ermutige sie immer wieder zeitnah für Ordnung zu sorgen.


    Ich habe die Ausführungen der TE gelesen und es tut mir leid - mir scheint, dass ihre Tochter, aus welchem Grund auch immer, eine Freude, Bestätigung oder Genugtuung daraus zieht, die Familie um sich herum zu beschäftigen, den Fokus auf sich zu lenken und alle der Reihe nach zu tyrannisieren! Dem kann man mMn nur beikommen, indem man sich als Eltern nicht in diesen Strudel hinein ziehen lässt und sich massiv und auch für die Tochter spürbar von diesem unzumutbaren Verhalten distanziert bzw. dem Kind tatsächlich mal zeigt, wer der Boss ist und es gehörig in die Schranken weist. Wie die TE das bewerkstelligen will ist auch mir ein Rätzel - mir wirkt sie jedfalls zu schwach um sich gegen ihre 6-Jahre alte Tochter emotional, verbal und zur Not auch körperlich zur Wehr zu setzten.


    Vielleicht braucht sie Hilfe und nicht das Kind?

    Bei meinen erwachsenen Söhnen gab es im Kindesalter nie Probleme mit der Hygiene, meine Tochter (sie ist nun 12) Jahre, ganz arge.


    Hab immer meine Körperkraft eingesetzt und sie ins Bad getragen, Zähneputzen kannte sie nur auf dem Badteppich liegend und ich bürste rum in ihrem Mund und wasch sie mit dem Waschlappen. Vollbad mochte sie immer, Bad war selbstredend geflutet.


    Erst mit 10 Jahren wendete sich das Blatt --- das muss aber jetzt nicht heißen, dass das bei euch auch so lang dauert, unsere hat immer gegrinst und mochte das Theater ihre Brüder waren sehr schwer, während sie als zartes Mädchen kein Problem darstellte für mich, denn ich bin sehr kräftig (Bäuerin), mit den Nesthäkchen macht man eh so viel Ausnahmen ...

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    Twighlight, sie ist erschrocken, fängt meißt an zu weinen, es tut ihr leid...also rede ich ruhig nochmal mit ihr drüber warum, wieso, weshalb usw. .... deswegen gehe ich davon aus, dass es völlig impulsiv ohne jeden bösen Gedanken geschieht...

    also ist sie so überfordert mit ihrer sturheit, dass sie imaffekt schlägt? passiert das nur bei dir oder auch bei der schwester/papa/freunden?


    leider gehst du gar nicht auf den vorschlag ein, sie mit dem hygiene thema in ruhe zu lassen (hatte es ja schon ausformuliert), damit genau das hier

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    Ich meine, wenn sie sich nicht waschen oder nicht eincremen will, dann fahrt ihr ja scheinbar einen enormen Aufwand auf, um dass sie es doch tut. Und je mehr ie sich weigert, desto mehr tut ihr.

    endlich aufhört und ihr nicht noch mehr energie reinpumpt...

    Herje, das Kind tyrannisiert doch nicht die ganze Familie, nur weil es dreckig ist. Man kanns auch übertreiben.


    Irgendwer hatte mich gefragt, was ich zum Zähneputzen meine. Das würde ich tatsächlich einfach durchführen denke ich. Wobei ich mit 14 etwa auch so eine Phase hatte und abends nicht geputzt hab. Karieres hatte ich noch nie.


    Aber aus dem Waschen würde ich wohl nicht so ein Drama machen.


    Die Aussage, dass die Mutter zu schwach ist, hilft schonmal nicht weiter. :-/


    Eine Steigerung der Strafen und Maßnahmen und die Suche nach dem Wunden Punkt führt jedenfalls zu Krieg. Hab ich mit meiner Mutter durch. Ich war grundsätzlich ein liebes Kind aber habe nicht aufgeräumt. Das Wegschmeißen meiner Sachen hat mich irgendwann nicht mehr interessiert. Ich hab sogar angefangen meine Sachen schnellstmöglich zu verkaufen und das Geld aufs Sparbuch gebracht. Meine Mutter hat meinen Wunden Punkt gefunden... Wenn du nicht aufräumst verkaufe ich dein Pferd. Sie hat das Pferd verkauft, ich habe ihr neues Auto mit dem Messer zerkratzt und die Reifen durchstochen. Sie gab mir Hausarrest und verschloss die Tür. Ich habe die Tür eingetreten...


    Von Schlägen hatte sie abgesehen, das hatte sie mit ihrem Vater durch (vermutlich war sie ähnlich renitent wie ich). Das klappte mit den Schlägen bis etwa 12. Danach hat meine Mutter sich gewehrt... Und mein Opa stärker geschlagen... Meine Mutter sich bewaffnet... Mein Opa auch... Endete dann irgendwann mit inneren Verletzungen im Krankenhaus.


    Manche Kinder kann man brechen... Bei den anderen muss man überlegen ob man das Echo vertraten kann.

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    "ärgerlich Mama, die ganzen Sachen hattest du doch so teuer gekauft" kommentiert.

    Stimmt auch wieder. Dann besser auf dem Flohmarkt oder bei Ebay verkaufen und sich von dem Geld was gönnen.