• Kind 6 Jahre und jeden Tag Terror um die Grundhygiene

    Unsere Tochter ist 6 1/2 Jahre alt, war schon immer sehr eigen, sehr selbstbewußt, manchmal schwierig....wir haben einen gut strukturierten Tagesablauf, heißt alles möglichst gleich und zu gleichen Zeit, Essen immer gemeinsam, ich bin zu Haus, sie wird jeden abend mit Geschichte ins Bett gebracht usw. also ganz normal... Hygiene war schon immer ein…
  • 391 Antworten

    Ich denke "komische" Phasen macht wohl jedes Kind mal durch.


    Ich erinnere mich als ich mit ca. 3 oder 4 Jahren eine Zeitlang keine Schuhe tragen wollte außer meine Biene-Maja-Hausschuhe.


    Auch draußen.


    Mama hat mich gewähren lassen, aber wenn wir unterwegs waren zB zum Einkaufen, dann musste ich mit Oma im Auto sitzenbleiben und durfte nicht aussteigen. ;-D


    Oder als ich mich vom Schnuller einfach nicht entwöhnen wollte - da wurden dann einfach irgendwann keine neuen Schnuller mehr gekauft und nach einer Zeit waren die alten so eklig, dass ich sie nicht mehr wollte ;-)


    Also vielleicht wirklich mehr mit Humor und Kompromissen arbeiten (zB hin und wieder Mundwasser statt echtes Zähneputzen) oder ähnliches

    Zitat

    Ich würde es auch noch weiter treiben: Keine Fingernägel mehr schneiden, wenn sie das möchte, ebenso keine Haare schneiden und auch nicht die Ohren säubern. Soll sie doch auch eine Weile keine Zähne putzen. soll sie doch ein Loch bekommen.

    Nicht mal mehr, wenn sie das möchte, und sie selbst kann es ohne Verletzungsgefahr womöglich noch nicht oder gewöhnt sich dann eben das Nägelkauen an. Interessanter Ansatz. Hat nichts mit Liebe und Geborgenheit zu tun, auch nichts damit, sich um die elterliche Fürsorgepflicht zu scheren, es ist nicht weitsichtig, und es lebt dem Kind direkt vor: Macht ist das Wichtigste in Beziehungen, es geht ums Gewinnen, nicht ums vernünftige Miteinander.


    Der Vater meines Mannes ist auch so. Von den drei Kindern haben zweieinhalb den Kontakt abgebrochen (die eine versucht es ab und an mal ein bisschen und hat einige Strategien entwickelt, mit ihm und seiner verletzenden Art umzugehen, die an den behutsamen Umgang eines Sprengstoffexperten mit seiner Materie erinnern). Er nennt seine Kinder undankbar und ärgert sich, dass sie "die Vergangenheit" nicht ruhen lassen können. Völlig verkorkst, und von Seiten der Kinder gab es mehrere Ansätze, versöhnlich einzulenken – von seiner Seite aus keinen.

    Zitat

    Ich denke "komische" Phasen macht wohl jedes Kind mal durch.

    Da fällt mir ein, dass mein Patenkind wochenlang ans Pipi Langstrumpf herum lief, jeden Tag. ;-D


    Die Phase ohne Schuhe hatte sie dann mit 18.... da hat es aber niemanden mehr gestört, wenn sie barfuß durch die Stadt oder den Park lief. ;-)

    Wenn ihr in einer großen Stadt lebt ( damit meine ich, dass Lehrer euch und euer Umfeld nicht kennen), würde ich bedenken, dass, wenn sie zur Schule geht, im Ernstfall, also wenn sie wirklich dauernd stinkend und dreckig zur Schule geht, dass Jugendamt informiert werden könnte.


    Denn Körperhygiene ist ja eine Indikator fürs Kindeswohl an dem sich Pädagogen orientieren.


    Ich würde dies meinem Kind mitteilen im Ernstfall mitteilen.

    Oder erzählt ihr mal die Geschichte von Florence Nightingale, und wie diese viele Menschenleben gerettet hat :-)


    Jedenfalls muss dem Kind ja deutlich werden, dass Hygiene nunmal keine reine Privatangelegenheit ist.

    Das Thema das ihr da habt ist im Grunde: Wo verletzt die Auslebung meiner Wünsche die Grenzen der Anderen. Ja, jeder Mensch ist wie er ist, aber in einer Gesellschaft ist Rücksicht auf die anderen ein zentrales Thema. Ich würde ihr einmal erklären das ihr Geruch für andere Menschen eine Belästigung darstellt und eben auch für mich und ich es in meinem Haushalt daher nicht tolleriere. Wenn sie später alleine wohnt kann sie gerne stinken, nicht aber wenn ich am Tisch neben ihr sitzen und essen muss, zum Beispiel.


    Also wird das Badezimmer erst verlassen wenn sie gewaschen ist und Zähne geputzt hat. Ohne Drama, ohne Kampf, einfach Tür zu.


    Meine Große ist auch so, akzeptiert nichts einfach so, braucht für alles einen guten Grund.

    @ L.vanPelt

    Ich habe die Erziehungsberatungsstelle als ersten Ansprechpartner genannt. Da die Situation schon recht verfahren ist, finde ich einen Termin dort sehr sinnvoll.


    Auch dort kann man zu dem Ergebnis kommen, dass eine Psychotherapie sinnvoll ist (wovon ich jetzt erstmal nicht ausgehen, da es sich um ein Erziehungsproblem zu handeln scheint). Einmal Psychotherapie ohne den erwünschten Erfolg heißt im übrigen noch lange nicht, dass man das Thema damit abgeschlossen hat. Es gibt gute und nicht so gut geeignete Therapeuten, auch können sich neue Problematiken ergeben, die man bearbeiten kann.

    @ redbaby

    deinen Einwand zu meinem Zitat verstehe ich nicht. Sie hat sich die Körperhygiene zur Befriedigung ihres Autonomiebedürfnisses ausgesucht. Da ist es für die Eltern nicht einfach, sie dort einzumischen – im Sinne aktiv zu werden ohne Gewalt anzuwenden.


    Das Mädchen hat einen Grund für sein Handeln. Das Bedürfnis nach Autonomie finde ich gerade in dieser Entwicklungsstufe sehr naheliegend. Ich bin mir recht sicher, dass sich die Situation verbessert, wenn man mit dem Kind gemeinsam einen Weg findet, dieses zu erfüllen.


    Mein Kind ist ungefähr im gleichen Alter wie Gretchens Tochter und auch wir hatten ähnliche Probleme (wenn auch auf einem anderen Gebiet). Das o.g. Vorgehen (ohne EB) hat die Situation deutlich entspannt.

    Akashas Ansatz finde ich ürbiegsn auch nicht falsch. Hat sie feste Aufgaben im Haushalt in denen sie allein verantwortlich Dinge regeln kann? Hat sie ihr Zimmer selbst gestaltet oder möchte sie da vielleicht etwas ändern?


    Auch darauf spricht meine oft gut an. Am besten fahre ich mit einer Mischung. Klare Kante ohne Drama bei dem Thema bei dem ich keine Kompromisse machen will oder kann und gleichzeitig an einer anderen Stelle mehr Freiraum und Selbstbestimmung geben. Gemeinsam mit einer Erklärung die sich ihr erschließt kommen wir hier zu Einigungen, denn mit Gewalt ist man chancenlos.

    Zitat

    Wir leben in Österreich und hier ist die körperliche Züchtigung nicht verboten – trotzdem lehnen wir diesen Weg konsequent ab.

    http://www.gewaltinfo.at/betroffene/kinder/gesetzliches_gewaltverbot.php


    Gretchen,


    du lebst im Burgenland, auch dort ist körperliche Züchtigung verboten, wie kommst du zu dieser Behauptung?

    ................das passt doch irgendwie..........


    19.10.08

    Zitat

    Die gute Frau hat bis ich mit 17 ausgezogen bin alle 2 Wochen mein Zimmer aufgeräumt, weil SIE es nicht ertragen hat ]:D Ehrlich gesagt, finde ich das Klasse... warum soll ich aufräumen weil ein anderer damit ein Problem hat?

    Wenn du das toll fandest, ging es ja überhaupt nicht um Selbstbestimmung und Persönlichkeit. Also ich hätte es sehr grenzüberschreitend gefunden, wenn meine Mutter in meinen Sachen rumgeräumt hätte, da hätte ich dann lieber selbst aufgeräumt.

    Hallo!


    Ich hab auf Seite 6 zu lesen aufgehört, weil ich nicht so viel Zeit hab und deshalb weiß ich nicht, ob meine Gedanken hier schon erwähnt wurden (wenn ja, dann bitte nicht böse sein :))


    Zu dem Thema fallen mir gleich meine kleine Schwester (17) und ich (20) ein.


    Wir sind beide hochbegabt.


    Waschen direkt war nie ein Problem für mich, allerdings bin ich bis ich 12 oder 13 war sehr oft mit fettigen Haaren herumgelaufen...ich hab das einfach nicht wahrgenommen...es war nicht wichtig für mich...dann hat sich das Blatt gewendet und seitdem wasch ich sie mir etwa alle zwei bis drei Tage, damit sie ja immer schön sind.


    Bei meiner Schwester ist es heute noch so, dass sie oft einen sehr unangenehmen Körper-/Fußgeruch hat und oft mit fettigen Haaren herumläuft. Wir haben ihr das schon sehr oft gesagt, aber ihr ist das anscheinend einfach egal. Sie ist auch sozial extrem zurückgezogen und beschäftigt sich im stillen Kämmerlein mit Dingen, die nur sie interessieren.


    Einmal stur, immer stur :/


    Was mir bei euch noch auffällt, ist der Satz "Jeder Mensch ist anders".


    Kann es nicht sein, dass deine Tochter sich ganz bewusst von dem abgrenzen will, "was alle machen"? Und deshalb diese scheinbar einfache, aber leider folgenschwere Gelegenheit wählt?


    Ich kann mir vorstellen, dass sie nicht mit dem Waschen selbst ein Problem hat, sondern dies lediglich ihr Ventil darstellt. Wenn sie eine andere Gelegenheit bekäme, ihre Einzigartigkeit und Andersartigkeit zu beweisen, dann bräuchte sie sich vielleicht nicht mehr nicht waschen.


    Wünsch euch auf jeden Fall alles Gute!

    Zitat

    Was mir bei euch noch auffällt, ist der Satz "Jeder Mensch ist anders".


    Kann es nicht sein, dass deine Tochter sich ganz bewusst von dem abgrenzen will, "was alle machen"? Und deshalb diese scheinbar einfache, aber leider folgenschwere Gelegenheit wählt?


    Ich kann mir vorstellen, dass sie nicht mit dem Waschen selbst ein Problem hat, sondern dies lediglich ihr Ventil darstellt. Wenn sie eine andere Gelegenheit bekäme, ihre Einzigartigkeit und Andersartigkeit zu beweisen, dann bräuchte sie sich vielleicht nicht mehr nicht waschen.

    Genau darauf zielte mein Vorschlag mit Mensa Kids hin, nur, dass ich es nicht so schön ausdrücken konnte ;-)

    Ich finde es interessant, dass dieser Satz euch so sehr ins Auge fällt. Sagen eure Kids das nie?


    Das Abgrenzenwollen kann ich mir auch gut vorstellen. Das würde gut zur Identitätsbildung passen, die in diesem Alter auch aktuell ist. Das macht mein Kind auch, zum Glück lebt es das nicht durch mangelnde Körperhygiene aus. :-)


    Auch diese Phase durchlaufen alle Kinder - unabhängig von ihrem IQ. Da gibt es die Angepassten, die Individalisten und alles dazwischen. Das kristallisiert sich jetzt langsam heraus. Auch gibt es sture und weniger sture Kinder.


    Ich habe nicht alle Seiten gelesen, aber wie erklärt die Tochter denn ihr Verhalten? Was antwortet sie, wenn man sie fragt, was sie damit erreichen möchte, wenn man direkt fragt, ob sie sich durch ihr Verhalten abgrenzen möchte? Das sind doch Dinge, die man direkt erfragen kann.