• Kind mit ADS in der Schule von Lehrer ausgegrenzt?

    Guten Abend, meine Freundin hat mir heute erzählt, dass ihr Sohn (er ist Erstklässler und hat ADS) nun von der Klassenlehrerin von dem Schulausflug kommende Woche ausgeschlossen wurde. Ich war nun einerseits empört über dieses offensichtliche Ausgerenzen und andererseits kann ich es auch nachvollziehen. Er ist sehr schwierig im Umgang, wobei es in der…
  • 85 Antworten

    Soweit ich weiß, ist der Lehrer verantwortlich, wenn was passiert. Wenn das Kind nicht hört/reagiert und was passiert, ist der Lehrer, der die Aufsichtspflicht hat, verantwortlich. Von daher kann ich schon verstehen, dass man ein Kind, was nicht hört/reagiert, nicht mit auf einen Ausflug nimmt, wo ganz andere Umstände (z.B. Verkehr) herrschen als in einem Klassenzimmer. Die Eltern sollten also nicht gleich beleidigt reagieren sondern dafür Sorge tragen, dass man das Kind irgendwann einmal ohne Bedenken mitnehmen kann.

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    . Die Eltern sollten also nicht gleich beleidigt reagieren sondern dafür Sorge tragen, dass man das Kind irgendwann einmal ohne Bedenken mitnehmen kann.

    ich glaube, hier machst du einen Denkfehler. Ein Kind mit ADS ist kaum bis gar nicht erziehbar. Es fruchtet einfach gar nichts und das ist für die Eltern schon frustrierend genug. Meine Freundin wird sich morgen mit den behandelnden Ärzten in Verbindung setzen und deren Meinung einholen. Danach wird sich ihr weiteres Vorgehen entscheiden. Ich glaube, es hat mit dem Druck in der Schule zu tun, denn wenn er nachmittags in seiner Kindergruppe ist, wird er nicht auffällig. Dort hat er soziale Kontakte und Spiel und Spaß. Dort merken sie sein ADS überhaupt nicht. Ich habe mir das mal angesehen, das ist echt toll dort.

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    Ein Kind mit ADS ist kaum bis gar nicht erziehbar. Es fruchtet einfach gar nichts und das ist für die Eltern schon frustrierend genug.

    aha, und doch soll das Kind dann einen Klassenausflug mitmachen wo die festen Strukturen nicht mehr gelten?


    ADS kann durchaus was mit Struktur und Erziehung zu tun haben. Andere Kulturen haben andere ADS Häufigkeiten.

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    aha, und doch soll das Kind dann einen Klassenausflug mitmachen wo die festen Strukturen nicht mehr gelten?

    im Umkehrschluss hieße das aber, dass es an keinem Ausflug teilnehmen darf. Das kann doch auch nicht Sinn der Sache sein. Außerdem hat er bereits an solchen Aktivitäten teilgenommen und das hat einwandtfrei funktioniert. Ich finde, die Lehrer machen es sich teilweise zu einfach. Auch ein besonderes Kind sollte integriert werden. Gerade drum.

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    wie würdet Ihr in solch einem Fall vorgehen?

    Dem Kind erklären, warum es nicht mit darf: Bei einem Schulausflug ist es wichtig, dass die Kinder auf die Lehrer hören, damit es nicht zu einem Unfall kommt. Weil er nicht auf die Lehrer hört, darf er nicht mit.


    Es wäre schön, wenn die Eltern ihm zum Trost eine andere Aktivität anbieten könnten, damit es nicht wie eine Strafe rüberkommt.

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    im Umkehrschluss hieße das aber, dass es an keinem Ausflug teilnehmen darf. Das kann doch auch nicht Sinn der Sache sein.

    es kann aber auch nicht sinn der sache sein, dass die lehrerin verantwortung für etwas übernehmen soll, obwohl sie es in dem fall ablehnen müsste. und wer sagt denn, dass er an keinem ausflug teilnehmen darf? kann er doch machen, aber dann muss eben ein elternteil mitkommen. ist doch (eigentlich) kein problem, oder?

    Es ist aber eine Strafe. Und zwar dafür, dass es mal an 2 Tagen Probleme gab. Und die ganzen Monate davor zählen plötzlich nicht mehr? Sie haben es dem Kind bereits erklärt. Wenn es so wäre, wie es teilweise hier dargestellt wird, dann könnte dieses Kind nie in die Schule gehen. Dem ist aber nicht so. Er hört schon auf seine Lehrer und ich ich glaube auch nicht, dass es Probleme auf dem Ausflug geben würde. Im Gegensatz zu euch kenne ich das Kind persönlich.


    Mein Gefühl sagt mir, dass die Verhältnismäßigkeit nicht stimmt in diesem besonderen Fall.

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    Ich finde, die Lehrer machen es sich teilweise zu einfach. Auch ein besonderes Kind sollte integriert werden. Gerade drum.

    puuh, da muss ich mal kurz tief einatmen. Es ist nicht hauptsächlich die Verantwortung dieser einen konkreten Lehrerin dass das Kind nicht integriert wird. Es ist ihre Hauptverantwortung dass der Ausflug sicher und ohne Getue abläuft so dass alle Kinder sicher unterwegs sind.


    Wenn du ihr jetzt die gesamtgesellschafltiche Verantwortung aufbürdest dass sie als diese Lehrerin in dieser Situation das Kind nicht integriert, dann tust du ihr Unrecht. Und unterstreichst das dann auch noch durch ein nonchalantes "sie machen es sich teilweise zu einfach". Du könntest auch froh sein dass dort eine Lehrkraft am Ruder ist, die die Grenzen genau erkennt und sich daran hält.


    Und ja, das ist nicht schön für das Kind, aber es muss damit umgehen lernen. Noch haben wir keine perfekte Realität sondern eine wo wir mit andermans Grenzen konfrontiert sind.

    ich glaube noch nicht einmal, dass das kind so extrem schlimm ist und auf nichts und niemanden hört. es geht ja lediglich darum, dass man die lehrerin auch irgendwo verstehen kann bzw. dass sie lieber auf nummer sicher gehen möchte (und da reichen auch "nur zwei tage" die vielleicht nicht so gut liefen), da die wenigsten lehrer wissen, wie man richtig mit ads-kindern umgeht. aber klar, für das kind ist das trotzdem nicht schön.

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    Es ist aber eine Strafe. Und zwar dafür, dass es mal an 2 Tagen Probleme gab.

    Nein. Es ist eine Konsequenz. Wie kann man das dem Kind erklären?

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    Nein. Es ist eine Konsequenz. Wie kann man das dem Kind erklären

    hm...vielleicht so wie es nunmal ist. dass er nicht dafür bestraft wird, dass zwei tage nicht gut liefen, sondern dass sich die lehrerin absichern muss.

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    Und zwar dafür, dass es mal an 2 Tagen Probleme gab.

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    Ein Kind mit ADS ist kaum bis gar nicht erziehbar. Es fruchtet einfach gar nichts und das ist für die Eltern schon frustrierend genug.

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    Ich finde, die Lehrer machen es sich teilweise zu einfach

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    Es ist aber eine Strafe

    Na, was denn nu? Nicht erziehbar und trotzdem nur an 2 Tagen Probleme?


    Hier werden alle möglichen Waffen gezückt um irgendwie zu zeigen dass es ungerechtfertigt ist. Welche Gefühle sind denn hier wirklich gekränkt?


    Gesünder und stabiler dem Kind gegenüber wäre doch das ganze als Konsequenz zu erklären und einfach mal der Lehrerin zu glauben wenn sie sagt dass es ihr nicht möglich ist.

    Das man dem Kind dafür einen Ersatz bieten sollte, finde ich auch. Es derweil während die anderen einen Ausflug machen in eine andere Klasse zu setzen, fände ich Strafe. Die anderen amüsieren sich und das ADS Kind muß wegen seiner Krankheit solange in einer anderen Klasse die Schulbank drücken. Das fände ich die schlimmste Lösung. Daheim bleiben geht noch, aber am besten wäre, dem Kind eine gleichwertige Freizeitaktivität an dem Tag zu bieten. Mit ihm in den Zoo gehen oder in einen Freizeitpark oder Ähnliches.... :)D

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    Die anderen amüsieren sich und das ADS Kind muß wegen seiner Krankheit solange in einer anderen Klasse die Schulbank drücken.

    Als ich in den 70gern in die Grundschule ging, hatten wir ein Mädchen in der Klasse, das durch Kinderlähmung im Rollstuhl saß. Es ist eine Krankheit, da kann sie nichts für. Und dennoch hat sie bei manchen Aktivitäten nicht mitmachen können, auch was Ausflüge angeht, (z.B. Tag im Wald, Trimm-dich-Pfad in Naherholungsgebiet etc). Und ja, dann ging sie in der Zeit in eine andere Klasse, da die Schulpflicht ja auch für sie galt.


    Es reicht doch, wenn die Lehrerin sich an 2 kürzlichen Begebenheiten machtlos dem Kind gegenüber gefühlt hat und erfahren hat, dass er unkalkulierbar und unkontrolliert reagiert, um sich der Aufgabe, ihn bei einem Ausflug soweit im Griff zu haben UND den Rest der Klasse zu beaufsichtigen, nicht gewachsen zu fühlen.

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    ich glaube, hier machst du einen Denkfehler. Ein Kind mit ADS ist kaum bis gar nicht erziehbar.

    Das kann ich mir nicht vorstellen. Selbst geistig behinderte Kinder kann man erziehen, und ADS ist keine Geisteskrankheit. Wenn es wirklich so wäre, müsste das Kind in eine Verwahranstalt. Aber wie gesagt, ich glaube nicht, dass man Kinder mit ADS nicht erziehen kann, es ist nur schwerer und die Eltern sind mehr gefordert.


    Ich finde, dass man nicht den Lehrern aufbürden kann, ein nicht kontrollierbares Kind mit zu einem Ausflug zu nehmen. Lehrer haben so viele Kinder zu beaufsichtigen - und dann sollen sie ein Kind mitnehmen, an dem anscheinend schon die Eltern verzweifeln (Du schreibst, es wäre kaum bis gar nicht zu erziehen)? Ich kann die Lehrerin gut verstehen, dass sie diese Verantwortung nicht übernehmen kann und will.


    Es soll auch keine Strafe sein, es ist einfach eine Konsequenz.